Schindlers Liste (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von FilmFreak
Ein Funken Menschlichkeit im Gräuel
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Fabrikantensohn Oskar Schindler (1908 - 1974) heiratete im Alter von 20 Jahren die Bauerstochter Emilie (1907 - 2001), aber mit der ehelichen Treue nahm er es nicht so genau. Er trank, spielte sich als Weiberheld auf und trat der NSDAP bei.
Ende 1939 geht Oskar Schindler (Liam Neeson) nach Krakau und kauft eine beschlagnahmte Emailfabrik aus jüdischem Besitz. Weil er kriegswichtige Güter produziert, darf er 100 Juden aus dem KZ als billige Arbeitskräfte einsetzen, und er tut es, um seinen Profit zu maximieren.
Der Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) wird Geschäftsführer. Schindler reicht ihm die Hand, doch Stern wagt es nicht, die Hand seines Arbeitgebers zu ergreifen und macht ihn darauf aufmerksam, dass er Jude sei. \"Scheiße\", erwidert der Unternehmer und schüttelt Stern die Hand.
1943 erlebt Schindler, wie die SS Überlebende aus dem Krakauer Getto in das Arbeitslager Krakau-Plaszów bringt, wo Hauptsturmbannführer Amon Göth (Ralph Fiennes) wie ein Tyrann kommandiert und zum Vergnügen vom Balkon auf Juden schießt.
Amon Göth wurde am 13. September 1946 hingerichtet. Über die Erinnerungen seiner Tochter Monika Hertwig veröffentlichte Matthias Kessler 2002 ein Buch mit dem Titel \"Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?\"
1944 wird das Lager aufgelöst. Da erschleicht sich Schindler die Genehmigung, seinen Betrieb nach Zittau zu verlegen und verwendet sein gesamtes Geld, um so viele Juden wie möglich als Arbeitskräfte zu kaufen. Die Namen von 800 Männern und 300 Frauen stehen auf Schindlers Liste. Als man die Frauen trotzdem nach Auschwitz transportiert, lässt Schindler dort SS-Männer mit einem Säckchen Diamanten bestechen, damit sie die Jüdinnen zurückschicken.
Einige Zeit später erfährt er, dass zwei Waggons mit Juden aus Golleschau, einem Nebenlager von Auschwitz, in Zittau stehen. Schindlers Ehefrau Emilie versorgt die noch lebenden hundert Menschen und fährt 300 km weit, um zwei Koffer Wodka gegen Medikamente für die Juden zu tauschen. Obwohl Oskar Schindler weiß, dass er die ausgemergelten Juden nicht zur Arbeit einsetzen kann, zahlt er auch für sie fünf Mark pro Person, damit sie am Leben bleiben.
Zweimal wurde Oskar Schindler selbst verhaftet, aber durch Bestechung kam er in beiden Fällen frei. Ihm war klar, dass er den Russen nicht in die Hände fallen durfte, denn für sie wäre er nichts weiter gewesen als ein deutscher Kriegsgewinnler mit dubiosen Verbindungen zu führenden Nationalsozialisten. Als die SS abrückte, ließ er sich von einem Juden in einem Lastwagen nach Westen fahren und floh nach Argentinien. Von dort kehrte er verarmt zurück. 1961 reiste Schindler erstmals nach Israel und wurde von 220 Überlebenden begrüßt, die auf seiner Liste gestanden hatten.
Kommentar:
Der Film beruht auf dem 1982 veröffentlichten Roman \"Schindler\'s Ark\" (deutsch: \"Schindlers Liste\", 1983), in dem Thomas Keneally die Geschichte Oskar Schindlers anhand von Dokumenten nachzeichnet. Thomas Keneally wurde dafür mit dem Booker-Preis ausgezeichnet.
Oskar Schindler war gewiss kein unschuldiger Mann, aber er rettete 1200 Menschen das Leben und bewies damit Zivilcourage. An diesem Beispiel wird deutlich, dass Moral, Anstand und Würde nicht im Vakuum gedeihen und die Unterscheidung zwischen guten und bösen Menschen zu einfach ist. Als Schindler in den Sechzigerjahren gefragt wurde, warum er sich so für die Juden engagiert hatte, antwortete er: \"Ich kannte die Leute, die für mich arbeiteten. Wenn man die Leute kennt, muss man sie wie Menschen behandeln.\"
Er starb 1974 in Hildesheim und wurde in Jerusalem beigesetzt.
Als ihr Mann sie verließ, blieb Emilie Schindler in ihrem Haus in der Nähe von Buenes Aires allein zurück. 2001 reiste sie nach Berlin. Dort erlitt sie im Juli einen Schlaganfall, an dessen Folgen sie drei Monate später starb.
Steven Spielbergs Film wurde für zwölf \"Oscars\" nominiert und 1994 mit sieben \"Oscars\" ausgezeichnet. Das Beispiel eines \"anständigen Nationalsozialisten\" macht betroffen. Man freut sich über die 1200 Menschen, die Oskar Schindler retten konnte -- und fragt sich, was mit all den anderen Menschen geschehen ist, die nicht auf seiner Liste standen.
MFG,
Karl
Ende 1939 geht Oskar Schindler (Liam Neeson) nach Krakau und kauft eine beschlagnahmte Emailfabrik aus jüdischem Besitz. Weil er kriegswichtige Güter produziert, darf er 100 Juden aus dem KZ als billige Arbeitskräfte einsetzen, und er tut es, um seinen Profit zu maximieren.
Der Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) wird Geschäftsführer. Schindler reicht ihm die Hand, doch Stern wagt es nicht, die Hand seines Arbeitgebers zu ergreifen und macht ihn darauf aufmerksam, dass er Jude sei. \"Scheiße\", erwidert der Unternehmer und schüttelt Stern die Hand.
1943 erlebt Schindler, wie die SS Überlebende aus dem Krakauer Getto in das Arbeitslager Krakau-Plaszów bringt, wo Hauptsturmbannführer Amon Göth (Ralph Fiennes) wie ein Tyrann kommandiert und zum Vergnügen vom Balkon auf Juden schießt.
Amon Göth wurde am 13. September 1946 hingerichtet. Über die Erinnerungen seiner Tochter Monika Hertwig veröffentlichte Matthias Kessler 2002 ein Buch mit dem Titel \"Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?\"
1944 wird das Lager aufgelöst. Da erschleicht sich Schindler die Genehmigung, seinen Betrieb nach Zittau zu verlegen und verwendet sein gesamtes Geld, um so viele Juden wie möglich als Arbeitskräfte zu kaufen. Die Namen von 800 Männern und 300 Frauen stehen auf Schindlers Liste. Als man die Frauen trotzdem nach Auschwitz transportiert, lässt Schindler dort SS-Männer mit einem Säckchen Diamanten bestechen, damit sie die Jüdinnen zurückschicken.
Einige Zeit später erfährt er, dass zwei Waggons mit Juden aus Golleschau, einem Nebenlager von Auschwitz, in Zittau stehen. Schindlers Ehefrau Emilie versorgt die noch lebenden hundert Menschen und fährt 300 km weit, um zwei Koffer Wodka gegen Medikamente für die Juden zu tauschen. Obwohl Oskar Schindler weiß, dass er die ausgemergelten Juden nicht zur Arbeit einsetzen kann, zahlt er auch für sie fünf Mark pro Person, damit sie am Leben bleiben.
Zweimal wurde Oskar Schindler selbst verhaftet, aber durch Bestechung kam er in beiden Fällen frei. Ihm war klar, dass er den Russen nicht in die Hände fallen durfte, denn für sie wäre er nichts weiter gewesen als ein deutscher Kriegsgewinnler mit dubiosen Verbindungen zu führenden Nationalsozialisten. Als die SS abrückte, ließ er sich von einem Juden in einem Lastwagen nach Westen fahren und floh nach Argentinien. Von dort kehrte er verarmt zurück. 1961 reiste Schindler erstmals nach Israel und wurde von 220 Überlebenden begrüßt, die auf seiner Liste gestanden hatten.
Kommentar:
Der Film beruht auf dem 1982 veröffentlichten Roman \"Schindler\'s Ark\" (deutsch: \"Schindlers Liste\", 1983), in dem Thomas Keneally die Geschichte Oskar Schindlers anhand von Dokumenten nachzeichnet. Thomas Keneally wurde dafür mit dem Booker-Preis ausgezeichnet.
Oskar Schindler war gewiss kein unschuldiger Mann, aber er rettete 1200 Menschen das Leben und bewies damit Zivilcourage. An diesem Beispiel wird deutlich, dass Moral, Anstand und Würde nicht im Vakuum gedeihen und die Unterscheidung zwischen guten und bösen Menschen zu einfach ist. Als Schindler in den Sechzigerjahren gefragt wurde, warum er sich so für die Juden engagiert hatte, antwortete er: \"Ich kannte die Leute, die für mich arbeiteten. Wenn man die Leute kennt, muss man sie wie Menschen behandeln.\"
Er starb 1974 in Hildesheim und wurde in Jerusalem beigesetzt.
Als ihr Mann sie verließ, blieb Emilie Schindler in ihrem Haus in der Nähe von Buenes Aires allein zurück. 2001 reiste sie nach Berlin. Dort erlitt sie im Juli einen Schlaganfall, an dessen Folgen sie drei Monate später starb.
Steven Spielbergs Film wurde für zwölf \"Oscars\" nominiert und 1994 mit sieben \"Oscars\" ausgezeichnet. Das Beispiel eines \"anständigen Nationalsozialisten\" macht betroffen. Man freut sich über die 1200 Menschen, die Oskar Schindler retten konnte -- und fragt sich, was mit all den anderen Menschen geschehen ist, die nicht auf seiner Liste standen.
MFG,
Karl
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