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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von campimo
Autobiographie fesselnd u. erschütternd verfilmt
Pro:
spannend ergreifend regt zum Nachdenken und Diskutieren an brillant verfilmt
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Einleitung
Der Film wurde 1996 von Barry Levinson nach dem autobiographischen Roman (und Bestseller) von Lorenzo Carcaterra gedreht. Der Film sowie schon zuvor der Roman war in der Öffentlichkeit hart umstritten, auptsächlich weil korrupten Institutionen und Politikern daran liegt, das Geschehene abzustreiten.
Geschichte
Die vier Jungen John (Geoffrey Wigdor), Shakes (Joseph Perrino), Tommy (Jonathan Tucker) und Michael (Brad Renfro) wachsen, Mitte der 60er Jahre in einem der New Yorker Unterschichtsviertel auf. Die dortigen Einwohner nannten ihr Viertel Hell’s Kitchen (Küche der Hölle) und waren geprägt von dem Katholizismus, der Mafia, Kleinkriminalität, Armut und Einfachheit. So war es für die Kinder selbstverständlich, sich in der Kirche als Meßdiener ein kleines Taschengeld zu verdienen und gleichzeitig als Kuriere für den Mafiaboß King Benny zu jobben. Bei einem Streiche der Jungen, der eigentlich eher lustig sein sollte, schien ein Mensch sein Leben zu verlieren. Der Betroffene Passant überlebte glücklicherweise, doch die vier Jungen kamen vor Gericht und in die sog. „Wilkinson Reform School“.
In dieser Jugendstrafanstalt wurden die Insassen von einigen Wärtern, hauptsächlich Nokes (Kevin Bacon) geschlagen, gefoltert und sexuell mißbraucht. Ein schwarzer Junge (Rigo), den unsere vier Hauptdarsteller dort kennengelernt hatten, wurde von den Wachen sogar totgeschlagen. Die vier Freunde verlassen lebend, aber innerlich gestorben den Jugendknast. Auch als Erwachsene war es ihnen unmöglich, die durchlittenen Qualen zu verarbeiten, so daß sie gebrochenen Männer blieben. Michael (Brad Pitt) schafft es die Juristenkarriere hoch bis zum Staatsanwalt, Lorenzo (Jason Patric) wurde von der jugendlichen Leseratte zum Reporter bei den New York Daily News aber Tommy (Billy Crudup) und John (Ron Eldard) bleiben völlig auf der Strecke. Sie werden drogenabhängig und in größerem Ausmaß kriminell, so daß auch Auftragsmorde von ihnen erledigt wurden. Eines Tages sehen sie sich ihrem ehemaligen Peiniger, Wärter Nokes gegenüber und konfrontieren ihn mit seinen Vergehen. Dieser zieht den Schwanz ein, hat sich seinen Arschlochcharme aber spürbar gepflegt. John und Tommy wissen bei dem Anblick Nokes erst nicht, wie ihnen geschieht, die aufbegehrenden Erinnerungen machen die Situation schwer, doch nun hat er keine Macht mehr über die beiden, inzwischen kräftigen Männer. Durch das Aufbegehren, den Wunsch der zerbrochenen Seelen Johns und Tommys, geheilt zu werden, versuchen die Männer etwas aus der Situation zu machen. Da sie hierbei Nokes in der Öffentlichkeit getötet haben, werden beide sofort verhaftet. Sandkastenfreund Michael gelingt es, den Prozeß als leitender Staatsanwalt zu führen, so daß er die Möglichkeit bekommt, eine Strategie auszuklügeln, um John und Tommy vor der Todesstrafe zu bewahren. Michaels Ex- und Johns derzeitige Freundin Carol mobilisiert mit Lorenzo ganz Hell’s Kitchen und das soziale Netz greift. Obwohl alle Hand in Hand arbeiten, hängt der Prozeß bis zum Ende am seidenen Faden. Das Hauptproblem: Es fehlt ein Alibi, und dieses müßte von einem wirklich glaubwürdigen Zeugen hervorgebracht werden. Die Freunde bitten ihre langjährige Vertrauensperson, den großherzigen Pater Bobby (Robert deNiro). Für diesen stellt der Freundschaftsdienst ein großes Problem für sein Gewissen dar, so daß er sich mit der Entscheidung bis zuletzt Zeit läßt.
Neben dem Hauptstrang der Handlung kommt es zur Vergeltung an den Wachen, die ebenfalls Mißhandlungen an den Jungen und den Tod von Rigo zu verantworten haben. Rigos Mörder wird von seinem Bruder erschossen, eine Wache wird vor Gericht zum Geständnis gebracht und ein weiterer wird der Korruption überführt. D.h. alle Täter können mehr oder weniger und direkter oder indirekter gestraft werden.
Thematisiert werden in dem Film folgende Problematiken:
- Machtmißbrauch
- sexueller Mißbrauch
- Gewalt
- Selbstjustiz
Persönlich Eindrücke
Der Film war sehr ansprechend und durchgehend spannend sowie ergreifend. Ich war erschüttert über die kalte Gewalt, die den Kindern in der Anstalt angetan wurde und richtiggehend erleichtert, daß die Mißbrauchsszenen nicht zu sehen waren. Es gab einige Stellen, so spannend und fürchterlich zugleich waren, daß ich mich fühlte, als würde mir kaltes Blut, durch die Adern laufen. Die Tränendrüsen werden bei diesem Film auch gefordert, sogar noch danach, wenn man an die schlimmen Stellen denkt. Die vier Jungen, aber auch div. andere Figuren wurden sehr empathieanregend dargestellt. Ich konnte mich in die junge Sozialarbeiterin und in die vier Jungen/Männer sehr gut hineinversetzen. Nie konnte ich in John und Tommy Mörder oder harte Kriminelle sehen.
Persönliche Meinung
Der Film ist ebenso hart wie gut. Eine Art von Menschen versucht, jeden Film, der traurig oder depriemierend sein könnte zu meiden. Ich verstehe und bejahe, den Versuch, die eigene Stimmung aufzuhellen, bzw. Verdunkelungen zu vermeiden im Grunde. Doch es gibt Dinge, über die jeder Mensch informiert sein sollte. Machtmißbrauch, Folter und sexueller Mißbrauch in geschlossenen Anstalten gehört dazu. Niemand sollte überall, wo und wann es unangenehm wird wegsehen! Deshalb denke ich jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben. Denn dieser Film ist wirklich absolut gelungen, um über den Themenkomplex Machtmißbrauch, Folter und sexueller Mißbrauch in geschlossenen Anstalten zu informieren und dabei mehr als die ratio anzusprechen.
Das Thema sexueller Mißbrauch ist bislang in unserer (der deutschen) Gesellschaft unzulänglich bekannt und diskutiert – damit meine ich unter den Bürgern. Es gibt eine Dunkelziffer, die als hoch, aber nicht zu beziffern eingeschätzt wird. Bei den genötigten Jungen soll die Dunkelziffer dabei höher lieben, als bei den mißbrauchten Mädchen.Die letzten Zahlen, die ich gelesen habe, besagten daß jedes vierte Kind mißbraucht wird (Landeszentrale für Politische Bildung). Die kleinste Anzahl der Täter waren Frauen, allerdings fungierten Frauen häufiger als Mittäter.
Der Machtmißbrauch in geschlossenen Anstalten, wobei Strafanstalten an oberster Stelle stehen ist meiner Vermutung nach unzureichend bekannt, weil die freie Bevölkerung kein Interesse an diesem Wissen hat. Dieses Desinteresse ist natürlich bie einigen Menschen auch damit zu begründen, daß sie bereits genug eigene Probleme haben und damit den Kopf voll haben. Wie ich aus veschiedensten Diskussionsbeiträgen aber entnehmen konnte, existieren auch viele Menschen, die generell keine Probleme sehen wollen (Alles soll schön sein – HeileWeltSyndrom) sowie es auch Menschen gibt, die Gefangene, psychisch Kranke, Behinderte und andere Menschen, die in geschlossenen Anstalten leben als Menschen zweiter Wahl oder Menschen ohne Rechte ansehen. Es gibt also sehr unterschieliche Motive, derartiges Wissen zu negieren. Das Schlimme daran ist, wenn die Menschen nichts wissen wollen, kann es zu keinem Aufbegehren gegen diese Zustände kommen, was bedeutet, daß sich auch nichts ändern wird – nichts ändern *braucht*.
Fazit
Ich empfehle Euch allen diesen Film oder Roman. Er ist erschütternd, ergreifend und gibt einem viel zum Nachdenken sowie einiges an Gesprächs- / Diskussionsstoff.
Der Film wurde 1996 von Barry Levinson nach dem autobiographischen Roman (und Bestseller) von Lorenzo Carcaterra gedreht. Der Film sowie schon zuvor der Roman war in der Öffentlichkeit hart umstritten, auptsächlich weil korrupten Institutionen und Politikern daran liegt, das Geschehene abzustreiten.
Geschichte
Die vier Jungen John (Geoffrey Wigdor), Shakes (Joseph Perrino), Tommy (Jonathan Tucker) und Michael (Brad Renfro) wachsen, Mitte der 60er Jahre in einem der New Yorker Unterschichtsviertel auf. Die dortigen Einwohner nannten ihr Viertel Hell’s Kitchen (Küche der Hölle) und waren geprägt von dem Katholizismus, der Mafia, Kleinkriminalität, Armut und Einfachheit. So war es für die Kinder selbstverständlich, sich in der Kirche als Meßdiener ein kleines Taschengeld zu verdienen und gleichzeitig als Kuriere für den Mafiaboß King Benny zu jobben. Bei einem Streiche der Jungen, der eigentlich eher lustig sein sollte, schien ein Mensch sein Leben zu verlieren. Der Betroffene Passant überlebte glücklicherweise, doch die vier Jungen kamen vor Gericht und in die sog. „Wilkinson Reform School“.
In dieser Jugendstrafanstalt wurden die Insassen von einigen Wärtern, hauptsächlich Nokes (Kevin Bacon) geschlagen, gefoltert und sexuell mißbraucht. Ein schwarzer Junge (Rigo), den unsere vier Hauptdarsteller dort kennengelernt hatten, wurde von den Wachen sogar totgeschlagen. Die vier Freunde verlassen lebend, aber innerlich gestorben den Jugendknast. Auch als Erwachsene war es ihnen unmöglich, die durchlittenen Qualen zu verarbeiten, so daß sie gebrochenen Männer blieben. Michael (Brad Pitt) schafft es die Juristenkarriere hoch bis zum Staatsanwalt, Lorenzo (Jason Patric) wurde von der jugendlichen Leseratte zum Reporter bei den New York Daily News aber Tommy (Billy Crudup) und John (Ron Eldard) bleiben völlig auf der Strecke. Sie werden drogenabhängig und in größerem Ausmaß kriminell, so daß auch Auftragsmorde von ihnen erledigt wurden. Eines Tages sehen sie sich ihrem ehemaligen Peiniger, Wärter Nokes gegenüber und konfrontieren ihn mit seinen Vergehen. Dieser zieht den Schwanz ein, hat sich seinen Arschlochcharme aber spürbar gepflegt. John und Tommy wissen bei dem Anblick Nokes erst nicht, wie ihnen geschieht, die aufbegehrenden Erinnerungen machen die Situation schwer, doch nun hat er keine Macht mehr über die beiden, inzwischen kräftigen Männer. Durch das Aufbegehren, den Wunsch der zerbrochenen Seelen Johns und Tommys, geheilt zu werden, versuchen die Männer etwas aus der Situation zu machen. Da sie hierbei Nokes in der Öffentlichkeit getötet haben, werden beide sofort verhaftet. Sandkastenfreund Michael gelingt es, den Prozeß als leitender Staatsanwalt zu führen, so daß er die Möglichkeit bekommt, eine Strategie auszuklügeln, um John und Tommy vor der Todesstrafe zu bewahren. Michaels Ex- und Johns derzeitige Freundin Carol mobilisiert mit Lorenzo ganz Hell’s Kitchen und das soziale Netz greift. Obwohl alle Hand in Hand arbeiten, hängt der Prozeß bis zum Ende am seidenen Faden. Das Hauptproblem: Es fehlt ein Alibi, und dieses müßte von einem wirklich glaubwürdigen Zeugen hervorgebracht werden. Die Freunde bitten ihre langjährige Vertrauensperson, den großherzigen Pater Bobby (Robert deNiro). Für diesen stellt der Freundschaftsdienst ein großes Problem für sein Gewissen dar, so daß er sich mit der Entscheidung bis zuletzt Zeit läßt.
Neben dem Hauptstrang der Handlung kommt es zur Vergeltung an den Wachen, die ebenfalls Mißhandlungen an den Jungen und den Tod von Rigo zu verantworten haben. Rigos Mörder wird von seinem Bruder erschossen, eine Wache wird vor Gericht zum Geständnis gebracht und ein weiterer wird der Korruption überführt. D.h. alle Täter können mehr oder weniger und direkter oder indirekter gestraft werden.
Thematisiert werden in dem Film folgende Problematiken:
- Machtmißbrauch
- sexueller Mißbrauch
- Gewalt
- Selbstjustiz
Persönlich Eindrücke
Der Film war sehr ansprechend und durchgehend spannend sowie ergreifend. Ich war erschüttert über die kalte Gewalt, die den Kindern in der Anstalt angetan wurde und richtiggehend erleichtert, daß die Mißbrauchsszenen nicht zu sehen waren. Es gab einige Stellen, so spannend und fürchterlich zugleich waren, daß ich mich fühlte, als würde mir kaltes Blut, durch die Adern laufen. Die Tränendrüsen werden bei diesem Film auch gefordert, sogar noch danach, wenn man an die schlimmen Stellen denkt. Die vier Jungen, aber auch div. andere Figuren wurden sehr empathieanregend dargestellt. Ich konnte mich in die junge Sozialarbeiterin und in die vier Jungen/Männer sehr gut hineinversetzen. Nie konnte ich in John und Tommy Mörder oder harte Kriminelle sehen.
Persönliche Meinung
Der Film ist ebenso hart wie gut. Eine Art von Menschen versucht, jeden Film, der traurig oder depriemierend sein könnte zu meiden. Ich verstehe und bejahe, den Versuch, die eigene Stimmung aufzuhellen, bzw. Verdunkelungen zu vermeiden im Grunde. Doch es gibt Dinge, über die jeder Mensch informiert sein sollte. Machtmißbrauch, Folter und sexueller Mißbrauch in geschlossenen Anstalten gehört dazu. Niemand sollte überall, wo und wann es unangenehm wird wegsehen! Deshalb denke ich jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben. Denn dieser Film ist wirklich absolut gelungen, um über den Themenkomplex Machtmißbrauch, Folter und sexueller Mißbrauch in geschlossenen Anstalten zu informieren und dabei mehr als die ratio anzusprechen.
Das Thema sexueller Mißbrauch ist bislang in unserer (der deutschen) Gesellschaft unzulänglich bekannt und diskutiert – damit meine ich unter den Bürgern. Es gibt eine Dunkelziffer, die als hoch, aber nicht zu beziffern eingeschätzt wird. Bei den genötigten Jungen soll die Dunkelziffer dabei höher lieben, als bei den mißbrauchten Mädchen.Die letzten Zahlen, die ich gelesen habe, besagten daß jedes vierte Kind mißbraucht wird (Landeszentrale für Politische Bildung). Die kleinste Anzahl der Täter waren Frauen, allerdings fungierten Frauen häufiger als Mittäter.
Der Machtmißbrauch in geschlossenen Anstalten, wobei Strafanstalten an oberster Stelle stehen ist meiner Vermutung nach unzureichend bekannt, weil die freie Bevölkerung kein Interesse an diesem Wissen hat. Dieses Desinteresse ist natürlich bie einigen Menschen auch damit zu begründen, daß sie bereits genug eigene Probleme haben und damit den Kopf voll haben. Wie ich aus veschiedensten Diskussionsbeiträgen aber entnehmen konnte, existieren auch viele Menschen, die generell keine Probleme sehen wollen (Alles soll schön sein – HeileWeltSyndrom) sowie es auch Menschen gibt, die Gefangene, psychisch Kranke, Behinderte und andere Menschen, die in geschlossenen Anstalten leben als Menschen zweiter Wahl oder Menschen ohne Rechte ansehen. Es gibt also sehr unterschieliche Motive, derartiges Wissen zu negieren. Das Schlimme daran ist, wenn die Menschen nichts wissen wollen, kann es zu keinem Aufbegehren gegen diese Zustände kommen, was bedeutet, daß sich auch nichts ändern wird – nichts ändern *braucht*.
Fazit
Ich empfehle Euch allen diesen Film oder Roman. Er ist erschütternd, ergreifend und gibt einem viel zum Nachdenken sowie einiges an Gesprächs- / Diskussionsstoff.
41 Bewertungen, 2 Kommentare
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19.12.2006, 10:34 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich:o) liebe Grüße Jeanny
-
07.10.2006, 17:26 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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