Soloalbum (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von dani___
The killer in you is the killer in me!
Pro:
verschiedene, sympathische Charaktere; Unberechenbarkeit des Films => schwenkt immer wieder in andere Richtung; einige Brüller zum Lachen; Romantik; Bens Freunde; nette Unterhaltung für 87 Minuten; Schauspieler;
Kontra:
so kurz;
Empfehlung:
Ja
Mit diesen Worten macht Katharina gerade an ihrem Geburtstag mit Ben Schluss, weil der mal wieder nicht auftaucht, weil er „ihren Tag“ vergessen hat und viel lieber mit einer Anastacia-Nachmache auf einer Party rummacht.
Viel erstaunter ist nun Ben, der gar nicht glauben kann, das Katharina so etwas tut. Diesen Schritt hätte er sicherlich nicht von ihr erwartet und erst recht nicht per SMS.
Für Ben zieht nun sein Leben vorbei. Schon nach 9 Tagen sieht seine Wohnung aus wie ein Schlachtfeld, alles stinkt, sogar die Feuerwehr wird aufgrund des Verwesungsgeruches von Nachbarn alarmiert. Ben schirmt sich von seiner Umwelt ab, nimmt erst einmal „Urlaub“ und will auch nichts von seinen Freunden wissen.
Die neun Tage sind vorbei, Ben muss zurück in die Redaktion, wo er alles andere als kreativ ist. Er kann sich auf nichts anderes konzentrieren, sieht nur ständig Katharina als Bildschirmschoner vor sich hinlächeln und als sein Chef ihn schließlich feuert, weil er eine Rezension von den Beatles geklauft hat, ist alles aus.
Doch er fasst zwischendurch auch wieder neuen Mut, er will Katharina unbedingt wieder zurückhaben. Doch irgendwie schafft er es immer wieder, dass es total peinliche Auftritte werden, zum Beispiel als er sein bestes Stück nicht mehr aus einem Auto bekommt. Wie es da reinkam? Hmm, eigentlich wollte er nur seinem neuen Nebenbuhler eins auswischen, blöd nur, dass der kein Auto hatte...
Zur Abwechlsung (und natürlich um seine Ex doch endlich vergessen zu können) fängt er etwas mit Nadja an, die sich ganz cool mit den Worten „Nadja – wie Naja mit einem D in der Mitte“ vorstellt. Der Sex ist gut, sie empfindet genau wie er Händchenhalten und öffentliche Liebesbeweise als anstrengend und doch klappt es nicht. Denn Ben verbockt es, als er in der Disco Katharina sieht und nun mit Nadja auf trautes Paar macht. Plötzlich ist es Nadja zu anstrengend...
Der 24-Jährige lässt sich noch so einige peinliche Aktionen einfallen, mit denen er aber eigentlich nur noch weiter in Katharinas Augen sinkt.
Sie wird wie eine Ikone für ihn, sie begleitet ihn in seine tiefsten Träumen, überall ist sie dabei und er kann sich nicht wehren.
Der einzige Ausweg scheint für ihn nun zu sein, dass er vorgibt, er wolle Selbstmord begehen.
Dabei schafft er es zwar, Katharina und ihren Neuen auseinander zubringen, aber mehr auch nicht, denn gerade noch kommt ihm die leuchtende Idee, dass das alles totaler Scheiß ist, was er abzieht.
Schon fast aufgegeben, macht er sich daran einen Roman zu schreiben, der nicht nur seine Gefühle ändern soll.
Er schreibt Tag und Nacht und lässt den Schluss offen, als er zu einem seiner Kumpel muss, der sich vollaufen hat lassen und nun auf der Straße liegt.
Und Katharina? Tja, die ist auf dem Weg nach London, will sich nur noch einmal kurz von Ben verabschieden, der nicht da ist.
Sie liest Bens Soloalbum.......
Doch ist das noch einmal zu Kitten? Und wo ist überhaupt Ben?
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Meinung ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Eigentlich dürfte man Ben gar nicht mögen, denn er ist der egoistischste Mensch, den man sich vorstellen kann. Macht mit einer anderen auf einer Party rum und tut dann, nachdem seine Freundin Schluss gemacht hat, auf reuig. Doch irgendwie bekommt der Charakter von Ben auch etwas sympathisches.
Er ist witzig, charmant, natürlich auch total überdrüssig und von sich selbst überzeugt, aber das macht ihn aus. Ihm gelingt nicht alles, aber viel. So auch die Geschichte mit Katharina, bis sie auf einmal den Notfallknopf drückt und weg ist.
Ben steht alleine da, er hätte nie damit gerechnet, allein gelassen zu werden. Es war so schön mit Katharina, sie war immer da und er hat ihre Wärme genossen und nun soll sie einfach so gegangen sein? Kann doch nicht sein, er ist doch auch im Beruf als Musikredakteur erfolgreich. Das Leben ist ungerecht.
Ganz nach dem Motto lebt er.
Und ganz nach dem Motto stellt er sich nach der Trennung 10 Regeln auf, die er aber mehr oder weniger gar nicht erfüllen kann:
1.Liebeskummer bloß nicht zulassen!
2.Sich wieder ins Lebenstürzen!
3.Den Verlust akzeptieren!
4.Die üblichen Fehler vermeiden!
5.Selbstbestätigung suchen!
6.In sich gehen!
7.Die neue Liebe leben!
8.Der Verzweiflung davonlaufen!
9.Loslassen können!
10.Den Tiefpunkt zum Wendepunkt machen!
Besondere Beachtung hat Punkt fünf verdient. Denn Ben will sich natürlich etwas beweisen und ruft eine alte Bekanntschaft an, mit der er etwas Spaß haben möchte. Nur zu blöd, dass sein kleiner Freund dabei nicht ganz mitspielt...
Fasziniert hat mich bei diesem Film die absolute Unberechenbarkeit. Wenn man mal dachte, oh, jetzt ist der Ofen wirklich aus, jetzt kann es gar nicht mehr gut werden, dann geschah etwas, womit man überhaupt nicht gerechnet hat und was wieder alle Türen öffnete. Das kommt selten bei einem Film vor.
Die 87 Minuten sind geladen mit wirklichen Gefühlen, mit Spannung, mit Humor.
Man hat es hier super verstanden, das perfekte Mittelmaß dessen zu bieten, was der Zuschauer will. Zumindest habe ich es so empfunden. Der Film hätte noch ewig weitergehen können, die Geschichte von Ben und Katharina hat mich gebannt und ich wollte gar nicht, dass sie in irgendeiner Art und Weise aufhört oder weitergeführt wird, ohne dass ich es mitbekomme.
Natürlich waren in dieser Komödie einige heiße Kracher zu sehen, wie zum Beispiel der erwähnte, eingeklemmte kleine Freund von Ben in dem fremden BMW. Ich konnte nicht mehr, das war ein Bild für Götter. Man stellt sich das mal genauer vor. Aus Wut versucht MANN in ein fremdes Auto zu pinkeln, bekommt anschließend aber sein bestes Stück nicht mehr aus der Scheibe. Die Leute, die gaffen, natürlich nicht zu vergessen. Denn die finden das etwas lustiger als Ben ;)
So geht es den ganzen Film lang, Ben tappt vom einen Fettnäpfchen in das nächste, weiß gar nicht, wie er dem aus dem Weg gehen soll und verstrickt sich nur noch mehr. Einfach göttlich, dieser Charakter. Selten so viel gelacht und geschmunzelt.
Die Romantik kommt hier auch nicht zu kurz. Schließlich ist es ja eine Geschichte, in der er um sie kämpfen soll.
Dass das durch Bens tolpatschige Art erst einmal in den Hintergrund rutscht, ist halb so schlimm. Man fühlt sich mit einbezogen in die Geschichte, weil sie so lebhaft erzählt ist und auch nicht unbedingt zu realitätsfremd scheint. Ok, es passiert nicht alle Tage, dass man ein Interview mit Oasis in der Tasche hat oder dass spontan Thomas D vorbeikommt, aber sonst .....
Der Film beinhaltet jetzt keine ohrenbetäubenden Effekte, bei denen ein „Aha-Effekt“ die Folge ist. Er konzentriert sich eher auf das Gemütliche. Bens Wohnung wird als Chaos gezeigt, in dem sich eh keiner mehr auskennt. Auch der Arbeitsplatz sieht eher grau und durcheinander aus. Szenen werden so genommen, wie sie kommen.
Die Musik, die im Film gespielt ist, passt zu den Szenen, ist aber jetzt auch nicht absolut der Hit. Durchschnitt eben.
Total amüsant empfand ich Bens Freunde. Alf, der Chemiker oder was er auch immer ist, greift öfter zu verschiedensten Flakons und mixt Aufputschlikörchen für seine Freunde, die sie in Schwung bringen oder Ben eher – wie sagt man nochmal – vielleicht einige Hallzuinationen bescheren? Wirklich zum Brüllen, genauso wie alle anderen Bekannten von ihm, die durch ihr Verhalten leicht auffällig werden und die einfach nur zum Lachen sind.
Tiefgründig ist Soloalbum mit Sicherheit nicht, zumindest nicht für meine Begriffe. Er handelt eben von einem Paar, das sich irgendwie auseinander gelebt hat und wonach er jetzt um sie kämpft. Das Einzige, wo man sagen könnte, hey aufpassen, ist das Chaotische nach der Trennung, dass man sich so gehen lässt. Aber diese Situation verarbeitet eh jeder anders.
Für mich ein Film, der zur kurzweiligen aber guten Unterhaltung gedient und mich durchaus überzeugt hat, weil ich herzhaft lachen konnte und auch von den Schauspielern nicht enttäuscht wurde.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Schauspieler ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Matthias Schweighöfer – Ben
Matthias Schweighöfer ist die perfekte Besetzung für Ben. Er verkörpert das Chaos, die Überheblichkeit und schließlich auch die Sehnsucht nach Katharina.
All das kann er super in sich vereinigen und rüberbringen. Ich hatte bei ihm nie den Eindruck, dass er gekünstelt wirkt oder dass man ihm seine Sache nicht abkauft. Seine Gestik und Mimik stimmten mit seinen Gefühlen überein und mir hat er insgesamt super gefallen, nicht zuletzt weil er nicht schlecht aussieht.
Nora Tschirner – Katharina
Katharina wird von Nora Tschirner verkörpert und sie ist es, vor der ich meinen Hut ziehe, denn sie hat etwas total faszinierendes an sich.
Etwas ruhiges und ansehnliches. Eine schöne Stimme noch dazu und so macht sie Ben ganz wahnsinnig. In sie konnte ich mich total gut hineindenken, nachvollziehen, was in ihr vorgeht.
Für mich ist Nora Tschirner die Schauspielerin in dem Film, die sich die meiste Mühe gegeben hat. Die Leistung hat mich überwältigt.
Alle anderen Schauspieler waren Nebenbesetzungen, die natürlich auch nicht vergessen werden sollten. Sie haben mir gefallen, stellten allerdings auch nichts außergewöhnliches dar. Sie passten zu ihren Rollen und haben dem Film den Kick gegeben, damit er das wird, was er nun ist: eine romantische und aufregende Komödie.
Oliver Wnuk – Alf
Christian Näthe – Christian
Matthiasa Matschke – Klaus
Leander Haußmann – Chefredakteur
Lisa Potthoff – Nadia
Sandy Mölling (bekannt von den damaligen No Angels) – Anastasia
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Sonstiges ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Produziert in Deutschland, 2003
Regie: Gregor Schnitzler
Drehbuch: Jens-Frederick Otto, Christian Zübert
Roman: Benjamin von Stuckrad-Barre (7,90€)
Länge: 87 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Weitere Informationen könnt ihr auch auf www.soloalbum-derfilm.de finden, falls ihr Interesse habt. Die DVD kostet derzeit ungefähr 7,99€.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fazit ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Mein Schlusswort ist nun nicht mehr allzu schwer zu erraten. Ich war begeistert von dem Film, er hat mich unterhalten, ich konnte über so einige Szenen lachen, auch die Besetzung war super.
Was kann man so einem Film sonst geben, außer die Höchstnote? Für mich auf jeden Fall eine Empfehlung wert für alle, die auch einmal nicht zu tiefgründige Filme sehen, dennoch ihren Spaß haben wollen.
Viel Spaß beim Gucken wünscht dani!
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105 Bewertungen, 13 Kommentare
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07.02.2007, 00:49 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Jeanny :o)
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13.07.2006, 09:08 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreichklasse geschrieben --- sh --- :-)
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15.05.2006, 17:20 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichklasse geschrieben --- sh --- :-) ... lg susi ----->----->-----@
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13.05.2006, 00:53 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh! ... LG, Marianne ;o)
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20.04.2006, 22:31 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :o))))
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01.04.2006, 01:08 Uhr von mami_online
Bewertung: sehr hilfreichsh, Nicole
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28.03.2006, 16:05 Uhr von popipu
Bewertung: sehr hilfreichguter bericht
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22.03.2006, 11:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh
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19.03.2006, 22:14 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich <br/>
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07.03.2006, 19:30 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichHört sich gut an, werde ich mir mal ansehen! <br/>LG Cicila
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31.01.2006, 14:08 Uhr von Connector
Bewertung: sehr hilfreichDanke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
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23.12.2005, 00:40 Uhr von Simonster
Bewertung: sehr hilfreichFand den Film auch unterhaltsam. Besonders die Szene, in der Ben in das Auto uriniert und "ihn" dann nicht mehr rauskriegt... *g*
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11.08.2005, 02:42 Uhr von Mayani
Bewertung: sehr hilfreichDen mussten wir mal im Deutsch LK schaun. Da hat sich Stukrat-Barre doch mal selbstübertroffen von der Art und weise, wie er das Buch geschrieben hat. Der Film wurde ja relativ nah am Buch gelassen. Aber ich find die Nora Tschirner total schlimm. Der
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