Sonnenallee (DVD) Testbericht

Sonnenallee-dvd-komoedie
ab 8,54
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Erfahrungsbericht von Abana1

Urinieren auf den antifaschistischen Schutzwall?

Pro:

witziger und unterhaltsamer Film über die Ost/West-Grenze aus der Sicht des Ostens

Kontra:

zu wenig Bonusmaterial auf der DVD, nur mittelmäßige Bild/Ton-Qualität

Empfehlung:

Ja

\"Goodbye, Lenin\" habe ich mir zum Anlaß genommen, endlich mal \"Sonnenallee zu schauen - und da es sich die DVD auch noch für €14,99 gab, habe ich zugegriffen.


HANDLUNG
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Als man den antifaschistischen Schutzwall baute, wurde nicht wirklich auf den Verlauf von Straßen geachtet, uns so kam es, das die Sonnenallee im Osten begann und im Westen endete. Dazwischen gab es die Mauer, und der siebzehnjährige Michi (Alexander Scheer) lebt im östlichen Teil, wo er reglmäßig von Westlern von einer Aussichtsplattform beobachtet wird. Aber Michi hat eigentlich andere Probleme, denn er ist in die schöne Miriam (Therese Weissbach) verliebt. Diese trifft sich allerdings mit einem Westlern, und dadurch fühlt sich Michi im Nachteil.

Aber ansonsten steht Michi voll im Leben, denn man ist immer auf der Suche nach der neuesten Rolling Stones-Platte, man will dem Abschnittbevollmächtigten (Detlev Buck) nicht begegnen und mit seinem besten Freund Mario (Alexander Beyer) versteht er sich super. Ein wenig kommt seine Welt ins Wanken als er bei einer Party auf die Mauer pinkelt, und dies am nächsten Morgen die Schlagzeile in der BILD ist. Da ja in der DDR auch die Feindpresse gesichtet wird, bleibt Michis und Marios Vergehen auch der Schulleitung nicht verborgen...


MEINE MEINUNG
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\"Goodbye, Lenin\" war besser, aber das ist hier ja nicht das eigentliche Thema. Und natürlich hat mir \"Sonnenallee\" auch gefallen, aber es bleibt so ein gewisser Nachgeschmack - wahrscheinlich hätte ich mir zuerst \"Sonnenallee\" anschauen sollen, da wären die lästigen Vergleiche ausgeblieben. Und so ähnlich sind sich ja beide Filme auch nicht, zwar ist das Grundthema DDR gleich, aber das kann ja nicht alles sein. Aber jetzt will ich mich auf \"Sonnenallee\" beschränken und hoffentlich meine Vergleiche im Zaum halten.

Was hat mir an \"Sonnenallee\" so gut gefallen? Da wäre zuerst das Thema \"DDR\", denn schließlich habe ich meine Kindheit in der DDR verbracht, zwar nicht in den siebziger Jahren, in denen der Film spielt, aber es waren immerhin gleich die achtziger Jahre. So viel war da auch nicht anders. Und da das Thema DDR für Filme auch noch nicht total abgewetzt ist, da es ja kaum Nach-Wende-Filme über die DDR gibt, wirkt der Film frisch und witzig. Und der besondere Aspekt der Sonnenallee, also eine geteilte Straße, gab den zusätzlichen Kick. Außerdem waren das viele kleinere Gags, also die nicht unbedingt zum Haupthandlungsstrang gehörten, und dieses Prinzip hat mir gut gefallen. Z.B. waren da die Sachsen aus dem Tal der Ahnungslosen, die noch nie Westfernsehen gesehen hattem, es gab den FDJ-Nachmittag, den allgegenwärtigen ABV, Pudhys-Musik und am besten war die Ankunft des Telefons! Und in dieser DDR-Kulisse spielte so nebenher der Haupthandlungsstrang mit der Liebesgeschichte von Michi, die ja irgendwie gesamtdeutsch ist, denn die war wohl typisch für Ost und West.

Jetzt muß ich aber doch noch mal auf einen Vergleich mit \"Goodbye, Lenin\" zurückkommen. Und zwar geht es um die Frage, wird \"Sonnenallee\" einem Wessi gefallen? Bei \"Goodbye, Lenin\" habe ich da ja so meine Zweifel, denn der Witz dieses Films begründet sich meistens in \"Insider-Wissen\" von ehemaligen DDR-Bürgern. \"Sonnenallee\" ist meiner Meinung nach eher für beide geeignet, denn es gibt ja die universellen Probleme der Jugendlichen. Trotzdem ist \"Goodbye, Lenin\" um Längen besser, aber das Thema hatte ich ja schon. Die Darsteller haben mir in \"Goodbye, Lenin\" auch besser gefallen. Bei beiden Filmen hat man auf unverbrauchte Gesichter gesetzt, und das war auch gut so, aber irgendwie fehlte den Leuten in \"Sonnenallee\" noch der letzte Pfiff.

\"Sonnenallee\" sollte man sich trotzdem mal anschauen, denn es ist ein Teil gesamtdeutscher Geschichte. Und wenn es dann noch so ein witziger und unterhaltsamer Film ist, kann das nur gut sein.


DIE DVD
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Die DVD (Highlight Video) ist leider in Jewel-Box Verpackung, welche mir persönlich überhaupt nicht gefällt. Aber man soll ja nach dem Inhalt gehen, und nicht nach den Äußerlichkeiten. Wenn man allerdings auf den Inhalt schaut, wird es auch nicht viel besser. Der Film ist natürlich schon an sich sehenswert, keine Frage, aber auf einer DVD muß eben auch Bonusmaterial sein. Es gibt auch auch diverse Features, die mich aber nicht wirklich überzeugt haben. Es fehlt durchgehend eine Kommentierung, und nur in dem einen Interview mit dem Regisseur erfährt man etwas mehr über den Film. Ich hätte mir auch etwas Originalmaterial über die Sonnenallee gewünscht, so was dürfte doch kein Problem sein. Ansonsten fehlt noch eindeutig ein Audiokommentar. Es gibt auch einen DVD-ROM Part, den ich allerdings nicht getestet habe.

Das Bild würde ich nur mit gut bewerten, denn es ist doch manchmal ziemlich unscharf. Außerdem gibt es deutliches Rauschen, und die Farben sind etwas blaß (was aber wahrscheinlich bezweckt wurde). Auch der Ton ist nur gut, denn insgesamt klingt die Akustik etwas hohl, was man vor allem bei der Musik merkt. Die Dialoge sind astrein verständlich, da kann ich nicht rummeckern.

Das Menü ist animiert und mit Musik unterlegt. Die Animation des Menüs hat mir gut gefallen, denn es zeigt die Sonnenallee - und bei der Navigation bewegt man sich über die Straße. Es gibt auch ein Booklet, welches in pinker Signalfarbe gehalten ist, wodurch man nicht lange draufschauen kann :-) Im Booklet kann man die Kurzbios zu den Darstellern/Crewmitgliedern nachlesen, welche auch im Bonusmaterial der DVD sind.

Bonusmaterial
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# TV-Spot und Teaser (~2min)
Fehlt eigentlich bloß noch der Trailer, aber den gibt es erst später in der Trailershow.

# Making Of Sonnenallee (~37min)
Gebe es ein richtiges Making Of, wäre dieser zusätzliche Clip recht interessant. Doch leider läuft der Clip nicht unter Zusatzmaterial oder B-Roll, sondern als Making Of - und da liegt der Fehler. Denn man bekommt hier \"nur\" Filmmaterial von den Dreharbeiten zu sehen, welches auch noch unkommentiert ist. Dies ist ja auch ziemlich interessant, das will ich gar nicht bestreiten, aber unter einem Making Of stelle ich mir etwas anderes vor. Nun gut, trotzdem fand ich den Clip echt sehenswert, denn es zeigt live die Dreharbeiten. Teilweise werden die Szenen noch abgeändert, es wird probiert, es wird diskutiert etc.

# Modell der Sonnenallee (~2min)
In diesem Clip wird zuerst das Pappmodell der Sonnenallee gezeigt, und in der zweiten Minute sieht man dann den Aufbau der Kulisse. Auch hier ist der Clip leider unkommentiert, wodurch er natürlich etwas uninteressanter wird.

# Musikclip: \"The Letter\" (~4min) von Dynamo 5
Über dieses Musikvideo habe ich mich sehr gefreut, denn der Song ist mir schon im Film positiv aufgefallen. Man sieht natürlich viele Szenen aus dem Film, und wie Robert Stadlober richtig abrockt. Die Melodie ist echt mitreißend, deshalb kann man sich den Musikclip auch immer wieder mal anschauen/anhören, so shcnell wird der nicht langweilig.

# Szenen mit Miriam (~7min)
Warum es diese Option gibt, ist mir nicht so ganz klar, aber hier kann man sich ein paar Szenen aus dem Film mit Miriam ansehen. Dies ist allerdings nicht wirklich zu empfehlen, denn die Bildqualität ist ziemlich schlecht. Und wie schon gerade erwähnt, ist mir der Sinn dieses Clips suspekt.

# Darsteller und Crew
Zu vielen Darstellern und Crewmitgliedern gibt es hier eine Kurzbiografie in Form einer Texttafeln. Wer sich das nicht hier durchlesen will, kann auch zum Booklet greifen, da gibt es den gleichen Text. Was aber das sehenswerte unter diesem Menüpunkt ist, befindet sich hinter dem Link \"Interview\". Zu einigen Darstellern/Crewmitglied gibt es nämlich ein kleines Interview, wo man endlich auch mal etwas mehr über den Film erfährt. Trotzdem ist dies natürlich viel zu wenig, denn auch hier hätte man mehr machen können. Folgende Darsteller/Crewmitglieder sind aufgelistet: Alexander Scheer (~2min), Alexander Beyer, Therese Weissbach (~2min), Robert Stadlober, Henry Hübchen, Katharina Thalbach (~2min), Ignaz Kirchner, Detlev Buck (~2min), Leander Haussman (~17min) und Claus Boje (~1min).

# Diashow mit Musik (~4min)
Für vier Minuten kann man sich hier Bilder vom Film und von den Dreharbeiten anschauen. Die Diashow ist mit Musik unterlegt, damit die Bilder nicht nur langweilig aneinandergereiht sind.

# Trailershow (~15min)
Hier kann man sich zuerst den Trailer von \"Sonnenallee\" anschauen, aber auch themenfremde Trailer wie: \"Faszination Natur I+II\", \"Everest\", \"Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht\", \"Marrakesch\", \"Anna Karenina\" und \"Werner III\".

Weitere Daten
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Sprachen : Deutsch
Untertitel : keine

Bildformat : 1,78:1 (anamorph)
Audiokanäle : Dolby Digital 2.0

Spielzeit : 87 min
FSK : ab 6 Jahre


FAZIT
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Zusammenfassend kann man sagen, daß \"Sonnenallee\" ein absolut sehenswerter Film ist, der auch nicht nur für Ossis geeignet ist. Auf DVD überzeugt der Film nicht völlig, denn das Bonusmaterial ist nur durchschnittlich und die Ton- und Bildqualität ebenfalls.

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