The Beatles (Musik Pop DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Here comes the Sun - George Harrison

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anlässlich des einjähriges Todestages von George Harrison möchte ich einen Beitrag, der mir von allen hier geschriebenen selbst der liebste ist und den ich vor einem Jahr geschrieben habe, in Erinnerung bringen:



Seit genau einer Woche bin ich aus meinem Urlaub zurück, der insgesamt sehr schön war. Allerdings war er auch von einer traurigen Nachricht getrübt, nämlich der Meldung vom Tode George Harrisons.

Spontan kam mir eines meiner Lieblingslieder in den Sinn, eines der wenigen Beatles-Lieder, das von George Harrison geschrieben wurde, das musikalisch sehr schöne, Optimismus ausstrahlende „Here comes the Sun". Seitdem geht es mir kaum noch aus dem Kopf.

Wer war George Harrison? Hier noch einmal das wichtigste aus seinem Leben:

George Harrison wurde am 25.2.1943 in Liverpool geboren. Von dort stammten auch John Lennon, Paul Mc Cartney und Ringo Starr. Als Jugendlicher gründete er mit den anderen (statt Ringo Starr war zunächst Pete Best als Schlagzeuger tätig) Ende der 50er Jahre die Beatles, denen 1962 der Durchbruch gelang. Wie keine andere Band bestimmte ihre Musik den Sound der 60er Jahre (Rolling Stones- Fans mögen jetzt laut schreien). Die Beatles hatten einen Hit nach dem anderen. Ihr Repertoire wurde aber eindeutig bestimmt von Lennon / McCartney. George Harrison konnte sich gegen die Dominanz der beiden älteren Genies nicht durchsetzen, wie er erst später ein Jahr vor seinem Tod in einem Interview beklagte. Dazu passt auch, dass Paul McCartney ihn nach der Meldung von George’s Tod als seinen kleinen Bruder („my baby brother") bezeichnete. Jedenfalls war George Harrison mein Lieblings-Beatle.

George Harrison spielte bei den Beatles die Leadgitarre und durfte auch gelegentlich mitträllern. Die bekanntesten Lieder, die George Harrison ins Repertoire der Beatles einbrachte, waren „While my Guitar gently weeps" vom „Weißen Album" und „Here comes the Sun" sowie „Something" aus der LP „Abbey Road", eines der letzten und auch bekanntesten Alben der Beatles. Die beiden letzten Titel sind auch von Richie Heavans bzw. Shirley Bassey als Cover-Versionen bekannt.

1970 trennten sich die Beatles bekanntlich für immer. Jeder der 4 betrieb seine Solo-Karriere bzw. gründete eigene Bands (Paul McCartney z.B. die Wings). Während der Beatles-Zeit war George Harrison gewiss nicht untätig gewesen, während Paul und John Lieder schrieben. Auch er hatte in der Zeit 80 Lieder kreiert, die aber bei den beiden Leadern keine Gnade fanden. Genügend Material für ein gar aus 3 LPs bestehendes Solo-Album mit dem ablassenden Frust andeutenden Titel „All things must pass" („alles geht einmal vorüber"). Endlich hatte er eigenen Erfolg. Der bekannte Titel „My sweet Lord" stammt auch aus seiner Nach-Beatles-Zeit.

George Harrison hatte schon immer einen Hang zu Indien, bis zum Schluss war er Anhänger der Hare-Krishna-Bewegung. In Indien hatte er bereits in den 60ern Ravi Shankar kennengelernt, der ihm das Sitar-Spielen beibrachte. Dieses Instrument ist vor allem im Beatles-Titel „Norwegian Wood" zu hören und fand auch bei anderen Bands Anklang („Paint it black" von Rolling Stones).

George Harrison galt immer als der stille Beatle. Er inszenierte nie Skandale, eher war er der „Loser". Zweimal war er verheiratet, die erste Frau wurde ihm ausgerechnet von Eric Clapton ausgespannt, der auch bei seinen Solo-Platten mitgewirkt hatte. Musikalisch war er dann lange Zeit (so von 1975-1985) weniger erfolgreich, er versuchte sich auch in anderen Tätigkeitsfeldern (Film, Bücher). Ab 1987 hat er wieder Erfolg mit den beiden Hits „Cloud 9" und „I got my mind set on you". Beschwingt vom neuen Erfolg spielt er in der sogenannten Super Group Travelling Wilburys ( mit Jeff Lynne, Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbinson), die zwei CDs herausbringen (Roy Orbinson starb Ende der 80er bei einem Flugzeugunglück).

Die letzten Jahre seines Lebens waren von Krankheit und Unglück geprägt. Bevor er am 29.11.2001 in Los Angeles an einem Hirntumor starb, war er vier Jahre vorher schon an Kehlkopfkrebs und Lungenkrebs erkrankt. Beides konnte operiert werden. Außerdem wurde er 1999 von einem Geisteskranken niedergestochen. Im Gegensatz zu John Lennon, der im Dezember 1980 in New York vor seiner Wohnung am Central Park ebenfalls von einem Geistesgestörten erschossen wurde, konnte George schwerverletzt überleben. Die Hirntumorerkrankung wurde im Juli dieses Jahres bekannt. Es folgte Chemotherapie. Er begab sich in den USA in Behandlung. Dieses Mal verlor er den Kampf.

Dass George Harrison nicht ein unbedeutender Musiker war, kommt auch darin zum Ausdruck, dass die Meldung von seinem Tode am 29./30. November die Nachrichten dominierte. Auch Tony Blair würdigte George Harrison entsprechend. Der Leichnam George Harrisons wurde verbrannt und seine Asche gemäß indischen Ritualen im heiligen Fluss Ganges verstreut.

Mit dem Tod George Harrisons dürfte auch endgültig der Traum vieler Fans und vor allem der Plattenindustrie geplatzt sein, die Beatles wieder zusammenzubringen und wenigstens einmal gemeinsam auftreten zu lassen. Immer wieder hatte man gehofft, dass für John Lennon dessen Sohn Julian einspringen könnte, der auch mal eine kurze Solo-Karriere hatte (habe schon ewig nichts mehr über ihn gehört) und den man so „getuned" hatte, dass er seinem Vater verwechselnd ähnlich klang. Vermutlich ist eine „Reunion" stets daran gescheitert, dass sich die Beatles nach ihrer Trennung teilweise spinnefeind waren. George hat wohl John und Paul nie verziehen, dass sie ihn etwas unterdrückt hatten. In einer 1980 (kurz vor Lennon’s Tod) veröffentlichten Autobiographie George Harrisons erwähnt er John keines Sterbenswörtchens.

Am 30.11.2001 erfuhr ich im Fernsehen von George Harrison’s Tod. In der Harald-Schmidt-Show spielte die Studio-Band um Helmut Zerlett nur Lieder von George Harrison. Dafür bin ich Helmut Zerlett sehr dankbar, und seitdem ist mir der auch viel sympathischer. Wie gesagt, in letzter Zeit geht mir „Here comes the Sun" nicht mehr aus dem Kopf. Deshalb hier noch mal für alle zum Mitsingen (bei den Temperaturen braucht man schließlich was zum Erwärmen):

Here comes the Sun
Here comes the Sun
And I say it’s alright

Little Darling, it’s been a long, cold, lonely winter
Little Darling, it feels like years that it’s been here
Here comes the Sun
Here comes the Sun
And I say it’s alright

Little Darling, the smiles returning to their faces
Little Darling, it seems like years that it’s been here
Here comes the Sun
Here comes the Sun
And I say it’s alright

Sun, sun, sun, here it comes
Sun, sun, sun, here it comes
Sun, sun, sun, here it comes
Sun, sun, sun, here it comes
Sun, sun, sun, here it comes

Little Darling, I feel that ice is slowly melting
Little Darling, it seems like years that it’s been clear
Here comes the Sun
Here comes the Sun
And I say it’s alright

Here comes the Sun
Here comes the Sun
it’s alright
it’s alright

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 15.12.2001
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi, eComments und Talk-On

44 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Alusru

    05.12.2002, 18:49 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wundervoller Beitrag für einen der Besten, lieben Gruß Uschi.

  • antjeeule

    05.05.2002, 01:00 Uhr von antjeeule
    Bewertung: sehr hilfreich

    Diesen Bericht über George Harrison kannte ich schon. Aber weil ich ihn als Musiker sehr schätzte, habe ich auch hier deine Meinung gerne noch einmal gelesen. HG, Antje

  • Annna13

    29.04.2002, 20:53 Uhr von Annna13
    Bewertung: sehr hilfreich

    Deinen wunderschönen Bericht zu lesen, war mir eine echte Freude. Danke. Grüße aus Sofia, Beatles-Fan aus Sofia