Erfahrungsbericht von catmother
Wahrer Horror beginnt immer im Kopf
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich mich (wie so oft) geweigert hatte, den Film anzusehen, als er im Kino lief, hatte ich vor einiger Zeit die Gelegenheit, das Stück auf Premiere zu sehen. Ich hätte es mal nicht allein tun sollen.
** Die Geschichte **
„Im Oktober 1994 verschwanden drei Studenten spurlos im Wald von Burkittsville, Maryland während der Dreharbeiten zu ihrem Dokumentarfilm Blair Witch Project. Ein Jahr später fand man dieses Filmmaterial.“ So beginnt der Film.
Die drei Studenten Mike, Josh und Heather (Heather Donahue, Joshua Leonard, Michael Williams) wollen übers Wochenende an einem Dokumentarfilm über die Hexe von Blair arbeiten. Nach einigen Vorbereitungen machen sie sich mit einer Handkamera und einer großen Filmkamera auf in die Gegend von Burkittsville in Maryland, das jetzt Blair heißt. Dort interviewen sie als erstes die Einwohner des Ortes. Hier hören sie verschiedene Versionen der Geschichten und Legenden um die Hexe von Blair, über viele verschwundene Kinder, zwei verschwundene Männer, von einem Eremiten, der Kinder umgebracht haben soll – vieles ist erfunden und die Geister der Bewohner scheiden sich in die, die daran glauben und die, die nicht daran glauben. Auf jeden Fall finden die drei eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Kindergräbern auf dem Friedhof, vor allem aus den 40er Jahren.
Gegen den Rat einiger Ängstlicher, die davon überzeugt sind, daß sie noch in den Wäldern spukt, machen sich die jungen Filmer auf den Weg zum Curtland Rock, wo die Hexe gesehen worden sein soll.
Weil sie nicht sehr weit kommen, schlagen sie im Wald ihr Lager auf. In der Nacht regnet es stark, was die Stimmung nicht gerade hebt. Und sie hören Geräusche im Wald, glauben sogar zwei verschiedene und ein Kichern gehört zu haben.
Am nächsten Tag ziehen sie weiter, wissen jedoch nicht so recht, wie durch diesen endlosen Forst zu kommen ist. Heather tut allerdings immer so, als ob sie wüßte, wo es lang geht. Sie ist sehr selbstsicher, obwohl die besorgte Karte ziemlich unübersichtlich ist. Jedenfalls sind die Jungs langsam genervt, weil niemand einen Durchblick hat.
Der Wald wird immer undurchsichtiger und sie kommen kaum noch voran. Wieder verbringen sie eine unruhige Nacht mit Geräuschen, die von überall zu kommen scheinen, hören Kinderschreie, die absolut nicht menschlich sind. Vor Angst machen sie sich gegenseitig verrückt. Am Morgen finden die Studenten drei seltsame Steinhaufen rund um ihr Zelt und Heather erinnert sich, daß jemand von Steinhaufen als Symbol für Leben erzählte. Obwohl das Mädchen die beiden Jungs immer wieder beschwichtigt, liegen alle Nerven langsam blank.
Dann finden die drei den Weg nicht mehr und es stellt sich heraus, daß die Karte plötzlich weg ist. In ihrer Hysterie verdächtigen sie sich gegenseitig, bis sich herausstellt, daß Mike hat die Karte weggeworfen hat, weil er davon überzeugt war, daß sie ihnen sowieso nichts nützt. Jetzt drehen die anderen völlig durch und beginnen, sich gegenseitig für diese Situation zu hassen.
Beim Weitergehen finden sie schließlich seltsame Figuren, die in den Bäumen hängen und sehr nach einem Ritual aussehen. Nun endlich gibt Heather zu, daß sie sich verirrt haben und sie am Ende sind: Gegenstände verschwinden des nachts, Vorräte werden vernichtet, die Geräusche sind jede Nacht um sie.
Heather, Josh und Mike merken, daß sie im Kreis gegangen sind und immer wieder am gleichen Ort landen, so als ob jemand sie nicht gehen lassen will. Am fünften Morgen ist Josh verschwunden.
** Filmkritik **
Als der Film zu Ende war, habe ich immer nur gedacht, um Gottes willen, was ist denn da passiert. Ich wußte bis dahin nicht, daß das alles doch nur Fiktion war. So genial ist der Streifen gemacht. Zwei Kameras, die Videocam und die 16mm-Kamera, betrachten das Geschehen völlig authentisch, so daß man als Zuschauer das Gefühl hat, selbst durch das Okular zu schauen. Das Wackeln, der Wechsel von Farbe und Schwarz-weiß-Aufnahmen machen dies noch glaubwürdiger. Man glaubt, direkt am Ort des Geschehens zu sein, mit den Augen der Akteure zu sehen.
Hervorgehoben wird die Glaubwürdigkeit dieses vermeintlichen Dokumentarfilms noch dadurch, daß hier keine Schau“spieler“ am Werk sind, sondern normale Menschen die Akteure sind. Bei bisher keinem Film hatte ich so sehr den Eindruck, daß dieses Grausen, diese Hysterie und Todesfurcht echt und nicht gespielt ist. Man riecht förmlich den Angstschweiß, fühlt mit den drei Darstellern mit, die sich regelrecht die Seele aus dem Leib fürchten. So glaubwürdig hatte ich das noch nie gesehen. Irgendwo habe ich jetzt gelesen, daß die drei selbst nicht genau wussten, was bei dem Dreh abläuft, sondern quasi in eine mehr oder weniger reale Situation entlassen wurden. Das vermutlich macht den Film so überzeugend.
Diese Situation ist ja für jeden, der als Kind mal in einen dunklen Keller mußte, nachvollziehbar. Es beginnt mit kleinen Dingen, die einen ängstigen, Geräusche, Bilder, die man nicht erklären kann. Dann schaukeln sich durch die Gefühle hoch, steigern sich in Hysterie, man sucht einen Schuldigen für sein eigenes Unbehagen und verzweifelt langsam. Möchte den ganzen Tag nur schreien. Und diese Steigerung von Grusel zum blanken Entsetzen macht der Film meines Erachtens sogar regelrecht fühlbar.
Er endet völlig unklar und hinterlässt ein Gefühl der Beklemmung beim Zuschauer. Nur wer vorher weiß, daß es keine echte Dokumentation ist, kann danach ruhig schlafen.
** Meine Meinung **
Kein Horrorstreifen, wie man ihn sonst kennt, aber der beste Horror aller Zeiten und ein echtes Kunstwerk. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven.
Und FSK 12 halte ich für zu niedrig.
** Daten **
USA 1999
Genre: Horror, Psychothriller
Originaltitel: The Blair Whitch Project
Regie: Daniel Myrik, Edurardo Sanchez
FSK 12
** Die Geschichte **
„Im Oktober 1994 verschwanden drei Studenten spurlos im Wald von Burkittsville, Maryland während der Dreharbeiten zu ihrem Dokumentarfilm Blair Witch Project. Ein Jahr später fand man dieses Filmmaterial.“ So beginnt der Film.
Die drei Studenten Mike, Josh und Heather (Heather Donahue, Joshua Leonard, Michael Williams) wollen übers Wochenende an einem Dokumentarfilm über die Hexe von Blair arbeiten. Nach einigen Vorbereitungen machen sie sich mit einer Handkamera und einer großen Filmkamera auf in die Gegend von Burkittsville in Maryland, das jetzt Blair heißt. Dort interviewen sie als erstes die Einwohner des Ortes. Hier hören sie verschiedene Versionen der Geschichten und Legenden um die Hexe von Blair, über viele verschwundene Kinder, zwei verschwundene Männer, von einem Eremiten, der Kinder umgebracht haben soll – vieles ist erfunden und die Geister der Bewohner scheiden sich in die, die daran glauben und die, die nicht daran glauben. Auf jeden Fall finden die drei eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Kindergräbern auf dem Friedhof, vor allem aus den 40er Jahren.
Gegen den Rat einiger Ängstlicher, die davon überzeugt sind, daß sie noch in den Wäldern spukt, machen sich die jungen Filmer auf den Weg zum Curtland Rock, wo die Hexe gesehen worden sein soll.
Weil sie nicht sehr weit kommen, schlagen sie im Wald ihr Lager auf. In der Nacht regnet es stark, was die Stimmung nicht gerade hebt. Und sie hören Geräusche im Wald, glauben sogar zwei verschiedene und ein Kichern gehört zu haben.
Am nächsten Tag ziehen sie weiter, wissen jedoch nicht so recht, wie durch diesen endlosen Forst zu kommen ist. Heather tut allerdings immer so, als ob sie wüßte, wo es lang geht. Sie ist sehr selbstsicher, obwohl die besorgte Karte ziemlich unübersichtlich ist. Jedenfalls sind die Jungs langsam genervt, weil niemand einen Durchblick hat.
Der Wald wird immer undurchsichtiger und sie kommen kaum noch voran. Wieder verbringen sie eine unruhige Nacht mit Geräuschen, die von überall zu kommen scheinen, hören Kinderschreie, die absolut nicht menschlich sind. Vor Angst machen sie sich gegenseitig verrückt. Am Morgen finden die Studenten drei seltsame Steinhaufen rund um ihr Zelt und Heather erinnert sich, daß jemand von Steinhaufen als Symbol für Leben erzählte. Obwohl das Mädchen die beiden Jungs immer wieder beschwichtigt, liegen alle Nerven langsam blank.
Dann finden die drei den Weg nicht mehr und es stellt sich heraus, daß die Karte plötzlich weg ist. In ihrer Hysterie verdächtigen sie sich gegenseitig, bis sich herausstellt, daß Mike hat die Karte weggeworfen hat, weil er davon überzeugt war, daß sie ihnen sowieso nichts nützt. Jetzt drehen die anderen völlig durch und beginnen, sich gegenseitig für diese Situation zu hassen.
Beim Weitergehen finden sie schließlich seltsame Figuren, die in den Bäumen hängen und sehr nach einem Ritual aussehen. Nun endlich gibt Heather zu, daß sie sich verirrt haben und sie am Ende sind: Gegenstände verschwinden des nachts, Vorräte werden vernichtet, die Geräusche sind jede Nacht um sie.
Heather, Josh und Mike merken, daß sie im Kreis gegangen sind und immer wieder am gleichen Ort landen, so als ob jemand sie nicht gehen lassen will. Am fünften Morgen ist Josh verschwunden.
** Filmkritik **
Als der Film zu Ende war, habe ich immer nur gedacht, um Gottes willen, was ist denn da passiert. Ich wußte bis dahin nicht, daß das alles doch nur Fiktion war. So genial ist der Streifen gemacht. Zwei Kameras, die Videocam und die 16mm-Kamera, betrachten das Geschehen völlig authentisch, so daß man als Zuschauer das Gefühl hat, selbst durch das Okular zu schauen. Das Wackeln, der Wechsel von Farbe und Schwarz-weiß-Aufnahmen machen dies noch glaubwürdiger. Man glaubt, direkt am Ort des Geschehens zu sein, mit den Augen der Akteure zu sehen.
Hervorgehoben wird die Glaubwürdigkeit dieses vermeintlichen Dokumentarfilms noch dadurch, daß hier keine Schau“spieler“ am Werk sind, sondern normale Menschen die Akteure sind. Bei bisher keinem Film hatte ich so sehr den Eindruck, daß dieses Grausen, diese Hysterie und Todesfurcht echt und nicht gespielt ist. Man riecht förmlich den Angstschweiß, fühlt mit den drei Darstellern mit, die sich regelrecht die Seele aus dem Leib fürchten. So glaubwürdig hatte ich das noch nie gesehen. Irgendwo habe ich jetzt gelesen, daß die drei selbst nicht genau wussten, was bei dem Dreh abläuft, sondern quasi in eine mehr oder weniger reale Situation entlassen wurden. Das vermutlich macht den Film so überzeugend.
Diese Situation ist ja für jeden, der als Kind mal in einen dunklen Keller mußte, nachvollziehbar. Es beginnt mit kleinen Dingen, die einen ängstigen, Geräusche, Bilder, die man nicht erklären kann. Dann schaukeln sich durch die Gefühle hoch, steigern sich in Hysterie, man sucht einen Schuldigen für sein eigenes Unbehagen und verzweifelt langsam. Möchte den ganzen Tag nur schreien. Und diese Steigerung von Grusel zum blanken Entsetzen macht der Film meines Erachtens sogar regelrecht fühlbar.
Er endet völlig unklar und hinterlässt ein Gefühl der Beklemmung beim Zuschauer. Nur wer vorher weiß, daß es keine echte Dokumentation ist, kann danach ruhig schlafen.
** Meine Meinung **
Kein Horrorstreifen, wie man ihn sonst kennt, aber der beste Horror aller Zeiten und ein echtes Kunstwerk. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven.
Und FSK 12 halte ich für zu niedrig.
** Daten **
USA 1999
Genre: Horror, Psychothriller
Originaltitel: The Blair Whitch Project
Regie: Daniel Myrik, Edurardo Sanchez
FSK 12
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