The Blair Witch Project (VHS) Testbericht

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ab 13,96
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Erfahrungsbericht von Fhrink

Der beste (?) Horror-Film aller Zeiten

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es kam in der Vergangenheit nicht oft vor, dass mich ein
Film des Horror-Genres ernsthaft beeindruckt hat.
\"Der Exorzist\" mit der grandiosen Linda Blair, oder der
Zombie-Klassiker \"Die Nacht der lebenden Leichen\" gehören
noch dazu. Natürlich habe ich nicht alle Filme gesehen,
die je gedreht wurden. Doch bei dem erstaunlichen Werk
\"The Blair Witch Project\" von Daniel Myverick und Eduardo
Sanchez hat\'s mich in den Sessel gefetzt.

Andere, mit denen ich über den Streifen geplappert habe,
gaben an, sie seien eingeschlafen. Das ist durchaus nach-
vollziehbar. Wenn man aber bereit ist, die Geschehnisse im
Film als bare Münze anzusehen (unter diesem Aspekt kam er
schließlich auch in die Kinos) und sich vor allem in die
Lage der 3 Akteure zu versetzen, dann wird man selbst in
erstaunliche Angst und Panik gebracht.

Die 3 Studenten Heather (Donahue), Michael (Williams),
Joshua \"Josh\" (Leonhard), die sich selbst spielen im Film,
wollen für ein Studienprojekt über die \"Blair Witch-Hexe\"
in die Wälder von Burkittsville, Maryland, fahren.
Die Legende sag, dass dort eine Hexe in Unwesen treibe,
Kinder verstümmele, oder sie spurlos verschwinden lasse.

Sie rüsten sich aus mit Kameras und Tonbandgeräten und
machen sich auf den Weg. Sie führen ein paar Interviews
mit den \"Eingeborenen\", die einige Geschichten erzählen
können über die Legende.
Schließlich geht\'s in die tiefen Wälder. Heather ist im
Besitz einer Karte und eines Kompasses.
Die Erkundungstour soll zu einem verborgenen Friedhof im
Wald führen und ist für ein Wochenende angesetzt.
Auch an den nötigen Proviant haben die 3 gedacht.

So macht man sich gut gelaunt auf die Tour, die am 1. Tag
normal verläuft. In der Nacht haben sie auch noch Ruhe,
nur ein paar undefinierbare Geräusche hat jemand gehört.

Diese Situation soll sich nun von Tag zu Tag verschlimmern.
Nach einiger Zeit wird ihnen klar, dass sie sich immer mehr
im Wald verirren. Die Karte nützt ihnen nichts und wird im
Frust von Michael \"entsorgt\".
In den Nächten geschehen immer Besorgnis erregendere Dinge
wie merkwürdiges Babygeschrei oder andere undefinierbare
Geräusche. Schließlich stellen sie an den Morgen fest, das
auch direkt im Umfeld ihres Nachtlagers jemand sein Unwesen
getrieben, z.B. merkwürdige Steinhaufen gebaut hat.
Die Studenten filmen jede ihrer vermeintlich bemerkens-
werten Stationen ihrer Tour.

Je länger sie nun hilflos im Wald herum irren, desto größer
wird die Panik und die Angst der Studenten.
In einem Waldstück finden sie beängstigend wirkende \"Voodoo-Scheiße\" in den Bäumen, die sie sich nicht erklären
können.

In einer der weiteren Nächte verschwindet schließlich Josh
spurlos. Getrieben vor der Angst vor der nächsten Nacht
versuchen Heather und Michael nun alleine, vergeblich, einen Weg aus dem Wald zu finden. Doch ihnen bleibt die
nächste erschreckende Nacht nicht erspart...

Was macht diese banale Story zum vielleicht besten Horror-
Film aller Zeiten? Es ist die Machart. Die 3 Protagonisten
filmen sich die ganze Zeit selbst (oder zumindest wird 100%
glaubwürdig diese Illusion erzeugt). Die Bilder sind ama-
teurhaft, verwackelt, manchmal für den Betrachter nervend.
Das macht aber nichts, sondern erzeugt eine unglaubliche
Atmosphäre, wenn sie ihre Angst und Panik und Not gegen-
seitig auf Film bannen.
Speziell die Nachtaufnahmen sind unbeschreiblich. Aus dieser Schwärze heraus erwartet der Zuschauer in jedem
Moment ein Monster, oder sonstwas, den Grund für die Attacken auf die 3 Waldläufer zu sehen. Aber auch in der
Nacht mit einem Scheinwerfer beleuchtete Bäume, die
schwarzweiß gefilmt werden, können etwas Beängstigendes haben.

Ausgezeichnet ist auch die schauspielerische Leistung.
In jedem Moment ist die Angst, die heran schwelende Furcht
vor dem Unbekannten, vor dem möglichen Tod glaubhaft
dar gestellt.
Man hat mir gesagt, dass das in der Originalfassung noch
besser rüber kommt, aber ich finde, dass die Synchroni-
sierer durchaus gute Arbeit geleistet haben.

Etwas unbefriedigend bleibt der Schluß, der durchaus seinen
Reiz hat, weil im entscheidenden Moment das Filmband zu
Ende ist und man förmlich danach giert, wissen zu wollen,
wie es wohl weiter gegangen sein könnte, aber dennoch
hätte man hier sicher etwas kreativer sein können.

Zudem verzichtet man kluger Weise auf jede Filmmusik. Der
Charakter einer Dokumentation bleibt in überzeugender
Manier erhalten.

Soviel ich weiß, hat der Film bislang über 200 Millionen
Dollar eingespielt. Eine hübsche Rendite bei Produktions-
kosten von 35.000 Dollar. Ein ordentlicher Lohn für eine geniale Idee. Ich habe nie zuvor \"Angst\" so wirkungsvoll
in einem Film dargestellte gesehen.

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