Erfahrungsbericht von Ani_Rani
RIESEN Film, mit wenig Geld
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Dabei ist ihre Idee so genial, wie einfach ...
"Blair Witch Project" wurde im Stile eines Dokumentarfilms gedreht. Wacklige Bilder und die ständige Ich-Perspektive geben dem Zuschauer das Gefühl, dass er sich mitten im Geschehen befindet und die Ereignisse, die die Studenten durchgemacht haben, hautnah miterlebt. Da die Glaubhaftigkeit eines Film jedoch nicht nur von der Authentizität seiner Bilder, sondern größtenteils von der schauspielerischen Leistung seiner Darsteller, abhängig ist, mussten sich die Regisseure etwas einfallen lassen. Sanchez und Myrick kamen auch diesmal auf eine geniale Idee, "method filmmaking" genannt. Sie unterrichteten die Schauspieler im Umgang mit der Kamera und setzten sie dann einfach im Wald aus. Auch über die Geschichte erfuhren die Darsteller kaum etwas, ein grober Zettel mit Stichpunkten sollte genügen. Auf sich allein gestellt, hatten die Darsteller nun viel Freiheit zum improvisieren. Doch die Regisseure trieben ihr Spiel noch weiter. Abends schlichen sie sich an das Zelt, in dem die Darsteller schliefen, und sorgten für die merkwürdigen Laute und Geräusche. Um die Bedingungen zu verschärfen und die Darsteller an den Rand ihrer körperlichen Belastbarkeit zu treiben, kürzten Myrick und Sanchez die Nahrungsrationen. Doch die Qualen der Schauspieler haben sich gelohnt, noch nie war die Angst beklemmender, die Situation fesselnder.
Doch nicht nur die unkonventionelle Inszenierung des Films sorgte für die hohen Einspielergebnisse. Vielmehr machten sich die Jungregisseure die Möglichkeiten des Internets und der Werbung zunutze, um durch eine geniale Kampagne für Aufsehen zu sorgen. Auf ihrer Website ließen sie eine komplette Mythologie rund um die Hexe von Blair entstehen. Mit gefälschten Fotos, gestellten Interviews und zahlreichen "Beweisen" sponnen die Regisseure die Geschichte um die Studenten weiter. Dabei wirkte die Täuschung dermaßen real, dass das Publikum und die Kritiker von der Echtheit der Geschichte ausgingen. Im Fernsehen sorgte eine gefälschte Dokumentation ebenfalls für Aufsehen. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschmolzen. Es war völlig unklar, ob die Aufnahmen wirklich von den vermissten Studenten stammten.
Der Werbefeldzug verhalf dem "Blair Witch Project" zum Durchbruch an den Kinokassen. Jeder wollte den Film sehen und sich eine Meinung über echt oder unecht bilden. Der Hype führte sogar dazu, dass die Schauspieler von manchen Websites (z.B. der Internet Movie Database) für tot erklärt wurden, da diese die Schauspieler wirklich für tot hielten.
Ich muss allerdings sagen, dass ich den Hype um "Blair Witch Project" nicht vollständig nachvollziehen kann. Natürlich bin ich von dem gigantischen Erfolg und der genialen Werbestrategie schwer beeindruckt, doch der Film lies mich relativ kalt. Dies lag wahrscheinlich zum Einen daran, dass in Deutschland nur wenig Werbeaufwand für den Film betrieben wurde. Der Mythos um die angebliche Hexe blieb für uns im Dunkeln. Andererseits fnde ich den Film nicht wirklich gruselig. Die Spaziergänge durch den Wald, herumhängende Gebilde, nächtliche Geräusche und Schreie, das alles sind nicht gerade Schockmomente, die mir das Herz in die Hose treiben. Auch das Ende hätte ich mir aufschlussreicher gewünscht. Natürlich kann man nun sagen, dass ein offenes Ende seine Reize hat und gut zu dem geheimnisvollen Stil des Films passt, ich finde jedoch, dass die Regisseure den Zuschauer zu sehr im Regen stehen lassen. Eigentlich fragt man sich, warum man sich "Blair Witch Project" überhaupt angesehen hat, wenn man am Ende genau so schlau, wie zu Beginn des Films, ist.
Besonders beeindruckt haben mich die unglaublich kraftvollen und intensiven Darstellungen der Schauspieler. Aus diesem Grund (und wegen der ungewöhnlichen Inszenierung) ist "Blair Witch Project" für mich auch empfehlenswert. Selten sah man Schauspieler, die so real, so glaubhaft agiert haben. Außerdem wird das weibliche Geschlecht diesmal nicht so klischeebehaftet dargestellt. Heather Donahue ist vielmehr eine starke Persönlichkeit mit Durchsetzungsvermögen, die genau weiß, was sie will.
Allerdings ist sie auch diejenige, die das Schlamassel verursacht und dafür sorgt, dass sich die Gruppe verläuft. Die beiden männlichen Akteure stellen ihre Persönlichkeiten ebenfalls sehr glaubhaft dar. Für den Zuschauer ist es einfach, die Gefühle der Personen und ihre Verzweiflung nachzuvollziehen.
MfG
Ani_Rani
21 Bewertungen, 6 Kommentare
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08.04.2002, 17:56 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichdas Ende kann man verstehen wenn man den Film mehrmals und sehr aufmerksam anschaut:Zum Schluß steht der Eine ja mit dem Gesicht zur Wand und sie wird niedergeschlagen.Bei den Interviews vor dem Trip wird erzählt,daß es ja auch einen Kinde
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24.02.2002, 23:31 Uhr von pepsiman
Bewertung: sehr hilfreichEin echt super Film.
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20.02.2002, 20:54 Uhr von GuinnessMan
Bewertung: sehr hilfreichklasse bericht
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16.02.2002, 00:22 Uhr von domi80
Bewertung: sehr hilfreichjo, du sagst es, ein genialer Film
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16.02.2002, 00:13 Uhr von Tammy1977
Bewertung: sehr hilfreich...fand ihn nicht so toll, aber die Nachwirkungen waren extrem.... *grusel*
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16.02.2002, 00:12 Uhr von grapefruity
Bewertung: sehr hilfreichIch fand den Film ganz gut. Aber der zweite Teil ist furchtbar dämlich.
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