The Day After Tomorrow (VHS) Testbericht

The-day-after-tomorrow-vhs-science-fiction-film
ab 36,15
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von DarkRevenger

Die Katastrophe, die ich rief...

Pro:

Idee, Spezial-Effekte,

Kontra:

Die Klischees eines Katastrophenfilms

Empfehlung:

Ja

Katastrophenfilme – seit dem es die Möglichkeit gibt, die Bilder zum Laufen zu bringen, gibt es ein Thema, an dem sich jeder Regisseur gerne mal versuchen möchte: Was wäre wenn,...? In den meisten Fällen sind es dann die Spezial-Effekte, die uns die düsteren Vorstellen vor Augen führen, während der soziale Rahmen eher banal bleibt. Jetzt ist „The day after tomorrow“ angelaufen...

Der Inhalt:
Auf einem Klima-Gipfel in Neu-Dehli spricht der Klimatologe Jack Hall (Dennis Quaid) vor den Politikern der Welt und warnt sie eindringlich vor den Folgen, wenn man den Schutz der Natur vernachlässigt. Er malt ihnen ein Szenario aus, in dem durch das Abschmelzen der Polkappen eine schockartige neue Klima-Katastrophe bevorsteht. Eine ähnliche Katastrophe hat bereits vor 10000 Jahren stattgefunden, und Hall kündigt eine weitere in etwa 100 Jahren an. Doch gerade bei dem amerikanischen Vice-Präsident Becker (Kenneth Welsh) stößt er auf taube Ohren. Einzig Professor Rapson (Ian Holm) ist von der Glaubwürdigkeit Halls überzeugt.
Eigentlich sollte sich der arbeitseifrige Klimatologe jetzt um seine nicht gerade intakte Familie, bestehend aus seiner Frau Lucy (Sela Ward) und seinem Sohn Sam (Jake Gyllenhaal), kümmern, aber es melden sich die Vorboten von Jacks Szenario: In Tokio werden die Menschen von gewaltigen Hagelkörnern gesteinigt, in Indien schneit es, Hawaii und Los Angeles werden von gewaltigen Hurricanes und Tornados verwüstet und in New York regnet es ununterbrochen in Strömen. Dort befindet sich auch Sam Hall, der wegen seiner Flamme Laura (Emmy Rossom) in einem Team seiner Schule an einem Wissensquiz teilnimmt.
Durch die Messungen von Professor Rapson ergibt sich für Jack bald eine Ursache für das chaotische Wetter: Durch das Abschmelzen der Eisgiganten gelangte eine gewaltige Menge Süßwasser in den hochempfindlichen Golfstrom, der für unser gemäßigtes Klima stabilisieren, und brachte den Strom zum Erliegen.
Die Folgen sind entsetzlich: New York wird von einer gewaltigen Flutwelle heimgesucht. Mit knapper Not können sich Jack und seine Freunde in die Bibliothek flüchten. Vom Norden naht ein gewaltiger Eissturm, der alles in sekundenschnelle einfriert. Sam kann Kontakt zu seinem Vater in Washington aufnehmen, der ihm rät, nicht mit den anderen Überlebenden der Flutkatastrophe das Haus zu verlassen. Bei den rapide sinkenden Temperaturen gefriert der Big Apple zu einer gigantischen Eiswüste. Viele versuchen die Grenzen von Mexico zu erreichen, um sich im Süden in Sicherheit zu bringen. Jack, dem seine Erfahrungen in der Arktis jetzt zu Gute kommen, macht sich auf nach New York, um seinen Sohn zu retten, während das eiskalte Auge des Sturmes immer näher rückt....

Katastrophen:
Man bekommt den Eindruck, dass Roland Emmerich etwas gegen New York hat. Zuerst lässt er Aliens die Stadt in Independence Day flambieren, anschließend schickt er das Monster Godzilla los, um eine Spur der Verwüstung dort zu hinterlassen und jetzt friert er es komplett ein – ebenso wie die ganze nördliche Halbkugel. Allein ein Blick auf Roland Emmerichs vergangene Blockbuster offenbaren eine ganze Reihe von Katastrophen. Dazu kommen die Themen Stürme (Der Sturm, Twister), Vulkane (Dantes Peak, Vulcano) und Asteroiden (Deep Impact, Armageddon). Immer wieder – gerade bei den letzten beiden Filmen – steht die Welt kurz vor dem Untergang. Eigentlich nichts neues. Aber hier ist es anders. Emmerich begibt sich auf die Suche, um die Frage zu beantworten: Was wäre wenn unser Klima verrückt spielen würde? Und was er als Antwort bietet, ist ein düsteres Schreckens-Szenario. Dafür bietet er alles auf, was die Spezial-Effekte hergeben und der gaffende Zuschauer wird für seine Schaulustigkeit mit erschreckend realen Visionen bestraft. Und wie man diesen Bildersturm spannend aufbauen kann, das weiß Emmerich schon seit „Independence Day“. Sehr detailliert stellt er kurz Figuren in ihrem Leben vor, nur um sie im nächsten Augenblick durch die Mächte der Natur umzubringen.

Die Katastrophe, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los...
Ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen, übt Emmerich hier Kritik für die Haltung der USA in der Klimaschutzfrage. Und das macht auch, das besondere dieses Filmes aus, denn die Frage lautet diesmal eigentlich: Was wäre wenn ... und ich bin schuld?! Hier gibt es keine grünen Männchen, die auf Zerstörung aus sind, oder ein leicht übergroßes Echsenvieh, das ausgerechnet in New York brüten möchte. Hier stehen die – zwar stark beschleunigten, aber dennoch wissenschaftlich möglichen – Folgen unserer Nachlässigkeit in Bezug auf die Natur im Mittelpunkt. Heute kommt die Wirtschaft und morgen das Klima und übermorgen...?

Würde ich an diesem Punkt enden, hätte der Film seine 5 Sterne verdient, aber leider muss ich auch den Rest bewerten, und da kann Emmerich nichts neues und wenig sinnvolles bieten. Zugegeben ist es schon witzig, wie er nebenbei noch weitere Punkte der amerikanischen und globalen Politik anprangert.
Ansonsten gibt es bekannte Zutaten: Eine gescheiterte Ehe, die in Zeiten der Not Zusammenhalt findet, eine glücklicherweise sehr nüchtern erzählte Love-Story, ein Haufen aufgeregter Wissenschaftler, einen notorischen Ungläubigen, der am Ende seinen Fehler eingestehen muss und jede Menge betroffene Gesichter, die bedeutungsvoll in die Kamera blicken. Kleine Fehler, wie zum Beispiel dass man in dieser Eishölle in den Horizont schaut, ohne Handschuhe anzuhaben oder diese netten kleinen Wölkchen beim Atmen zu hinterlassen, sind nicht sooo schlimm. Eine Action-Szene mit Wölfen ist zwar spannend, gehört aber irgendwie nicht in diesen Film hinein und hinterlässt den Eindruck als Zeitschinder, um auf 123 Minuten zu kommen. Die Schicksale der Hauptfiguren sind leider nur in wenigen Fällen berührend.

In Katastrophenfilmen mitzuspielen, ist sicher nicht der Traum jedes Schauspielers, es sei denn man könnte ihn als Sprungbrett gebrauchen. Eigentlich gibt es nur zwei wichtige Rollen, die von Jack und Sam Hall. Dennis Quaid, der endlich mal wieder im Kino zu sehen ist, ist mit der Rolle des Klimatologen bestimmt nicht überfordert, aber das Drehbuch gibt ihm neben den Spezial-Effekten genügend Gelegenheiten sich zu profilieren. Sehr neutral blieb Jake Gyllenhaal als Sam, der in diesem Film trotz ausreichender Szenen sich nicht wirklich hervortun konnte. Immer wieder gern gesehen ist Ian Holm, mimisch eingefroren wirkte Sela Ward (Lucy Hall) und Emmy Rossum ist als Laura nett anzusehen.

Fazit: Trotz seiner etwas oberflächlichen Nebenhandlungen ist dieser Film durch seine innovative Idee empfehlenswert und manche Szenen sind mitreißend. Die Bilder sind überwältigend und machen dabei auch nachdenklich. Dennoch gibt es bei diesem Film Abzüge in der B-Note und deshalb „nur“ vier Sterne. Immerhin: die Katastrophe, die anlässlich des Genres von einigen Kritikern für diesen Film prophezeit wurde, blieb aus

19 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tris.

    06.03.2005, 21:26 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kenne den Film nicht. Dein Bericht darüber gefällt mir aber.