The Day After Tomorrow (VHS) Testbericht

The-day-after-tomorrow-vhs-science-fiction-film
ab 36,15
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Erfahrungsbericht von DieEine

Das kleine bisschen Eiszeit...tss

Pro:

tolle Effekte, ergreifende Geschichte, gute Darsteller

Kontra:

zu viel Patriotismus, das Ende passt nicht

Empfehlung:

Ja

Vor geraumer Zeit hatte ich im Kino einen Trailer zu \"The Day after Tomorrow\" gesehen und mir ist noch nie zuvor passiert, dass ich von einem Trailer Gänsehaut bekomme.
Ich wollte diesen Film unbedingt sehen und hätte sogar die teuren Karten für die Vorpremiere in Kauf genommen, aber irgendwie hat es zeitlich nicht gepasst und so konnte ich mir den Film erst gestern ansehen und heute darüber berichten.

_Die Story
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Jack Hall (Dennis Quaid) arbeitet als Klimaforscher und ist als Gastredner auf der globalen Klimakonferenz geladen. Dort stellt er Regierungsvertretern aus aller Welt seine Theorie der globalen Erderwärmung vor.
Hall ist durch seine Untersuchungen in der Antarktis und durch Auswertung empirischer Daten zu dem Schluss gekommen, dass der Welt in ein paar hundert Jahren eine große Klimakatastrophe in Form einer zweiten Eiszeit droht, wenn die Menschen nicht sofort beginnen zu handeln und der Umwelt Respekt zu zollen und verantwortungsvoll mit der Welt, auf der wir leben, umzugehen.

Da Jack die Eiszeit erst in mehreren hundert oder gar tausend Jahren vorhersagt, interessiert das vor allem den amerikanischen Vize-Präsidenten (Kenneth Welsh) recht wenig. Die amerikanische Regierung hat kein Geld, um sich um Umweltfragen zu kümmern.

Dass ein Eingreifen der Regierung in umweltpolitische Fragen eh nichts mehr gebracht hätte, wird schon sehr bald nach der Konferenz klar, denn das Wetter spielt in vielen Teilen der Erde verrückt.
In Japan platzen riesige Eisbrecher vom Himmel und in Los Angeles verwüsten mehrere Tornados die Hollywood-Metropole.

Wie eine Forschungsstation in Schottland berichtet, sind diese Unwetter nur harmlose Vorboten auf das was noch kommen mag. Die Eiszeit naht in nicht einmal 2 Wochen und die Regierung weigert sich weiterhin auf Jack zu hören.

Jacks Klimamodell sagt bevor, dass in Kürze die gesamte Nordhalbkugel unter eine Schnee- und Eisdecke begraben sein wird und selbstverständlich wird davon auch Nord-Amerika nicht verschont.
Hier beginnt nun Jacks persönliches Dilemma, denn sein Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) befindet sich momentan bei einer Wissensolympiade im Big Apple.

In New York regnet es bereits seit mehreren Tagen ohne Unterlass. Die Kanalisation läuft über und die Stadt wird von unten überflutet. Kurz bevor Sam und seine Freunde nach Hause aufbrechen wollen, werden alle Flugverbindungen gecancelled und auch Züge dürfen nicht mehr fahren.
Es bleibt den Jugendlichen nichts anderes übrig als in New York zu bleiben. Die Stadt wird allerdings von einer riesigen Flutwelle bedroht und es gelingt Sam und ein paar anderen Leuten nur in allerletzter Sekunde die Flucht in die Stadtbibliothek.

Von einem Festnetzapparat, die Handy-Netze sind natürlich zusammengebrochen, gelingt es Sam mit seinem Vater zu telefonieren. Dieser gibt ihm Tipps wie Sam die eisige Zeit überleben kann und er verspricht ihm nach New York zu kommen und ihn abzuholen.

Während alle Amerikaner sich in Richtung Süden nach Mexiko aufmachen, macht Jack sich auf den Weg nach New York, um wenn schon nicht die Welt, wenigstens seinen Sohn zu retten.

_Allgemeines
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\"The Day after Tomorrow\", USA 2004
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich
Schauspieler: Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal, Sela Ward, Emmy Rossum, Dash Mihok, Ian Holm, Kenneth Welsh
Verleih : 20th Century Fox
Länge : 123 Minuten
FSK : ab 12 Jahren
Homepage: www.thedayaftertomorrowmovie.com
Kinostart: 27.05.04

_Meine Meinung
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\"The Day after Tomorrow\" hat mir mal wieder gezeigt, dass man einen hervorragenden Film durch einen schlechten Schluss total verhunzen kann.
Bis ungefähr zur letzten halbe Stunde des Films, war ich von der Geschichte und davon wie sie umgesetzt wurde, total begeistert und emotional total mitgenommen.

Ja, ich habe geheult als Los Angeles zerstört wurde, ich habe geheult als Menschen, die nur wenige Sekunden im Bild waren, einfach gestorben sind und ich war total ergriffen als die Eismassen langsam übers Land zogen und das Leben in den Städten aushauchten.

\"The Day after Tomorrow\" hat mich wie gesagt anfangs emotional mitgerissen, weil ich mich teilweise fühlte wie am 11.09.2001.
Im Film wird gezeigt wie die Leute vor dem Fernseher sitzen und die unglaublichen Nachrichten über die verheerenden Ausmaße der Unwetter ansehen und da erinnerte ich mich daran wie ich mir an besagten 9. September die unfassbaren Bilder im Fernsehen angesehen habe.
Meine Gefühle damals kamen im Kino wieder hoch. Ich weiß wohl, dass hier alles nur Film ist und grandiosen Effektemachern zu verdanken ist, aber irgendwie hat mich das gepackt und für ein paar Sekunden über mein eigenes Leben und meine eigene Verantwortung der Umwelt gegenüber nachdenken lassen.

An den Special-Effects kann nicht gemeckert werden, denn man kann nur sehr schwer erkennen wie die Effekte gemacht worden – ob nun am Computer oder durch Modelle.
Die Kraft der Eismassen ist schon gigantisch und wird, in meinen Augen, sehr realistisch dargestellt. Ich konnte die Kälte förmlich spüren, auch wenn es unvorstellbar kalt sein muss, wenn man innerhalb einer Sekunde erfriert.

Hier ist dann auch der Punkt, an dem man Kritik anbringen könnte, denn ich glaube nicht, dass man bei Minusgraden um die 100 überleben kann, wenn man in einer Bibliothek eingeschlossen ist und sich nur durch Bücherverbrennen in einem Kamin warm halten kann.

Überhaupt steckt \"The Day after Tomorrow\" voller Ungereimtheiten und Logikfehler, dass es eigentlich schreit.

Warum macht Jack sich mit einer Polarausrüstung (reicht die bei mehr als Minus 100 Grad?) auf den Weg nach New York, um seinen Sohn zu retten? Wie kann er mal eben über 40 Meilen mit Schneestiefeln laufen und wieso bringt das Navigationsgerät ihn genau vor die Stadtbücherei, wo mein Routenplaner mich grundsätzlich immer meterweit vom Ziel entfernt schickt?
Was will er denn dann in New York mit seinem Sohn machen? Gut, als ich mir die Frage stellte, wusste ich noch nicht, dass das schlechte Wetter plötzlich umschlägt und Jack plötzlich ein Breitbandtelefon aus der Tasche zaubert, um in Mexiko anzurufen und Hilfe zu holen.

Gewundert hat mich auch, dass alle mit dem Flugzeug bzw. Hubschrauber aus Washington fliehen nur der Präsident fährt mit dem Auto, kommt in den Eissturm, was dem Vize-Präsidenten das höchste amerikanische Amt verschafft.

Über all die Ungereimtheiten hätte ich hinweggesehen, denn auch die leicht versteckte Sozialkritik (die Amerikaner wandern plötzlich illegal nach Mexiko ein) hat mir gefallen und die Schauspieler haben mich allesamt überzeugt, auch wenn Jake Gyllenhaal den wohl bestaussehendsten 17-jährigen Streber mimt, den ich je gesehen habe, was ebenfalls nicht sehr realistisch ist, aber über die total kitschigen und unrealistischen Schluss kann ich einfach nicht wohlwollend hinwegsehen.

Roland Emmerich hat hier mal wieder seinen Standard-Schluss verwendet, der den Amerikanern vielleicht gefällt, aber mir absolut zu typisch amerikanisch ist. Mir schwingt in der kitschigen Ansprache des Präsidenten am Ende des Films, wenn einem gewiss ist, dass es ein Happy End für die Helden gegeben hat zu viel amerikanischer Patriotismus durch.

Die \"alles wird gut, weil wir Amerikaner sind\"-Mentalität passt am Ende absolut nicht zum Film und ist mir echt bitter aufgestoßen.

Ich hätte mir bei \"The Day after Tomorrow\" ausnahmsweise mal kein Happy End gewünscht, denn das hätte die Kinobesucher womöglich mehr zum Nachdenken gebracht.
Auch, wenn unsere Forscher sagen, dass der Film reine Fiktion ist und dass die Klimaveränderung so schlimm nie werden kann, können wir sicher sein, dass wir wirklich auf dem Besten Wege sind die Erde zu zerstören und dass gehandelt werden muss, ist ohnehin klar.

Bleibt mir also für den Film nur zu hoffen, dass es bei einer möglichen DVD-Veröffentlichung vielleicht ein alternatives Ende gibt, dass mehr nach meinem Geschmack ist und der Realität etwas näher kommt.

22 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Stormwatch2k3

    18.06.2004, 17:58 Uhr von Stormwatch2k3
    Bewertung: sehr hilfreich

    Entspricht genau meiner Meinung. Die letzte halbe Stunde hätte man sich echt schenken können. Und Logikfehler gibt's echt etliche (z.B. warum machen die erst alle Lichter vom Pick-Up an, als sie einen Unfall bauen???). ~~Gruß Norman~~