Erfahrungsbericht von Josef_D
Ein Film, der nachdenklich macht ?!
Pro:
super Bilder, aktuelles Thema
Kontra:
Flache Handlung
Empfehlung:
Ja
Weit über 100 Millionen Euro hat es sich Roland Emmerich kosten lassen, den Film zu drehen, den ich mir diese Tage angeschaut habe. Die Rede ist von „The Day After Tomorrow“, ein Film, in dem die Konsequenzen des rücksichtslosen Umgangs der Menschheit mit der Umwelt wie im Zeitraffer dargestellt werden. Zeitraffer deswegen, weil sich die Experten, was auch immer sie von Emmerichs Film halten, einig sind. So schnell, wie sich die Ereignisse in dem Film aneinanderreihen, wird es in Wirklichkeit nicht gehen.
Was ist nun "es", was wird so schnell nicht gehen ?
In knapp 120 Minuten gestaltet Emmerich ein beängstigendes Szenario. Durch die globale Erwärmung, einer Tatsache, die mittlerweile allen außer einem wildgewordenem Cowboy der zudem auch noch Präsident der USA ist, bekannt ist, schmilzt das Eis der Antarktis rapide ab. Dadurch kommen Meeresströme zum Erliegen, die vorher zu Wärmeaustausch zwischen den Kontinenten sorgten. Es bilden sich gigantische Stürme die die komplette Nordhalbkugel umschließen. Faustdicke Hagelkörner in Tokio, Schnee in Indien, ein geschlossener Eispanzer über Europa. Wahrhaftig keine Kleinigkeiten, die Emmerich da inzeniert.
Natürlich ist die Thematik in eine Geschichte gepackt. Da ist der Klimaforscher Jack Hall, dargestellt von Dennis Quaid, übrigens dem einzigsten bekannten Darsteller in diesem Film, der schon seit längerem eine Theorie zum Thema Klimawandel hat. Er liegt mit seiner Meinung ständig im Clinch mit dem amerikanischen Vizepräsidenten. Keiner glaubt im so recht. Dabei hat er erst vor Kurzem unter Einsatz seines Lebens erleben müssen, wie sich eine riesige Eisscholle gelöst hat und nun abschmelzend die Meere unsicher macht.
In Neu Dheli, dem Austragungsort einer internationalen Klimakonferenz, schneit es. In Tokio fallen Hagelkörner vom Himmel, die Menschen töten. Durch Sonden im Atlantik wird festgestellt, daß sich die Wassertemperatur um 13° gesenkt hat, ein klares Indiz dafür, daß die nordatlantische Meeresströmung nicht mehr aktiv ist. Es bilden sich verheerende Wirbelstürme, die Los Angeles und viele andere Ort der Nordhalbkugel verwüsten. Riesige Flutwellen bewegen sich auf Amerikas Atlantikküste zu. Dazu fallen die Temperaturen in dramatische Minusrekorde. Halls Sohn, der an einer Wissensolympiade teilnimmt, die in New York ausgetragen wird, erlebt bereits auf dem Hinflug nach New York einen Beinaheabsturz, als das Flugzeug die Sturmfronten durchkreuzt. Ich erwähnte weiter oben, daß die Klimathematik in eine Geschichte gepackt ist. Nun die Geschichte ist, daß Hall nun die weite Reise nach New York antritt, um seinen Sohn zu retten. Ziemlich dünn für einen 120 Millionen Dollar Film, aber die eigentliche Geschichte ist nicht die von Jack und seinem Sohn, sondern sind die Bilder die gezeigt werden. Und da hat Emmerich nun wieder mal ganz tief in die Trickkiste greifen lassen.
Die Umsetzung der Klimakatastrophe in bewegte Bilder ist brilliant geworden. Die Sequenzen, in denen mehrere Wirbelstürme Los Angeles verwüsten, oder New York vom Hochwasser durchflossen wird sind gigantisch. Am Ende steht die Freiheitsstatue, die ja nun wirklich in Filmen schon einiges mitgemacht hat, bis zum Hals im Wasser. Und das friert dann auch noch. Denn alles, was in die Flugbahn des Auges des Sturms gerät wird zutiefst gefroren, hier konzentrieren sich die Temperatur zu vorher nie gekannten Minusrekorden. Alles gefriert binnen wenigen Augenblicken, und die Bilder von einfrierenden Hochhäusern in Manhatten sind genial.
Ansonsten werden so ziemlich alle Klichees abgegrast, über die die Filmgeschichte verfügt. Die sozialen Randschichten werden genauso integriert wie die klassischen Vater-Sohn Differenzen. Nicht fehlen, darf der Freund der sich für seine Begleiter opfert, damit die ihre Mission weiter fortsetzen können. Billig finde ich das. Der Film, besser gesagt das Thema, auf dem er basiert hat genug Potential um ohne die alten Strickmuster auszukommen. Ein Film, der sich an dieses Thema rantraut, braucht meiner Meinung nach kein Happy End. Das wird es in Wirklichkeit auch nicht geben.
Wie bereits erwähnt, gibt es neben Quaid keine weiteren bekannten Gesichter. Sicherlich eine Kostenfrage zum einen, zum anderen aber würden zuviele bekannte Schauspieler auch stören. Man erinnere sich an die Siebziger in denen es vor Erdbeben, herrenlosen Flugzeugen und sonstigen Katastrophen nur so wimmelte. Und immer wieder begegneten uns Charlton Heston und Komplizen. Gut, daß uns das bei diesem Film erspart bleibt.
Der Film macht nachdenklich. Ich habe mir danach überlegt, wie lange es dauert, bis die gezeigte Situation eintritt. Da wir ja nicht gerade schonend mit unserer Atmosphäre umgehen, könnte das Gezeigte durchaus irgendwann eintreten. Klimaanomalien haben wir ja schon genug erlebt. Selbst hier in Deutschland bleiben wir nicht davor verschont. Man denke an den heißen Sommer im letzten Jahr, man erinnere sich an die häufigen Hochwasser an unseren großen Flüssen. Und auch international gibt es eine Menge Vorkommnisse. Insofern passt der Film sehr gut zum Zeitgeschehen.
Ich denke Emmerich will mit seinem Film die Nationen aufrütteln. Er zeigt uns im Zeitraffer, was passieren kann und wie es dann aussehen wird auf der Welt. Vielleicht ist ja noch Zeit, das Gesehene abzuwenden. Glaubt man den Klimaforschern der Realität, ist es dazu bereits zu spät......
Abschließend bewerte ich den Film mit 3 Sternen. Er hat natürlich super Bilder, und als Dokumentation wäre er sicher super. Als Spielfilm, der mit einer Story unterhalten soll, ist er flach wie eine Briefmarke.
In diesem Sinne
© 18.06.2004, Josef_D
Was ist nun "es", was wird so schnell nicht gehen ?
In knapp 120 Minuten gestaltet Emmerich ein beängstigendes Szenario. Durch die globale Erwärmung, einer Tatsache, die mittlerweile allen außer einem wildgewordenem Cowboy der zudem auch noch Präsident der USA ist, bekannt ist, schmilzt das Eis der Antarktis rapide ab. Dadurch kommen Meeresströme zum Erliegen, die vorher zu Wärmeaustausch zwischen den Kontinenten sorgten. Es bilden sich gigantische Stürme die die komplette Nordhalbkugel umschließen. Faustdicke Hagelkörner in Tokio, Schnee in Indien, ein geschlossener Eispanzer über Europa. Wahrhaftig keine Kleinigkeiten, die Emmerich da inzeniert.
Natürlich ist die Thematik in eine Geschichte gepackt. Da ist der Klimaforscher Jack Hall, dargestellt von Dennis Quaid, übrigens dem einzigsten bekannten Darsteller in diesem Film, der schon seit längerem eine Theorie zum Thema Klimawandel hat. Er liegt mit seiner Meinung ständig im Clinch mit dem amerikanischen Vizepräsidenten. Keiner glaubt im so recht. Dabei hat er erst vor Kurzem unter Einsatz seines Lebens erleben müssen, wie sich eine riesige Eisscholle gelöst hat und nun abschmelzend die Meere unsicher macht.
In Neu Dheli, dem Austragungsort einer internationalen Klimakonferenz, schneit es. In Tokio fallen Hagelkörner vom Himmel, die Menschen töten. Durch Sonden im Atlantik wird festgestellt, daß sich die Wassertemperatur um 13° gesenkt hat, ein klares Indiz dafür, daß die nordatlantische Meeresströmung nicht mehr aktiv ist. Es bilden sich verheerende Wirbelstürme, die Los Angeles und viele andere Ort der Nordhalbkugel verwüsten. Riesige Flutwellen bewegen sich auf Amerikas Atlantikküste zu. Dazu fallen die Temperaturen in dramatische Minusrekorde. Halls Sohn, der an einer Wissensolympiade teilnimmt, die in New York ausgetragen wird, erlebt bereits auf dem Hinflug nach New York einen Beinaheabsturz, als das Flugzeug die Sturmfronten durchkreuzt. Ich erwähnte weiter oben, daß die Klimathematik in eine Geschichte gepackt ist. Nun die Geschichte ist, daß Hall nun die weite Reise nach New York antritt, um seinen Sohn zu retten. Ziemlich dünn für einen 120 Millionen Dollar Film, aber die eigentliche Geschichte ist nicht die von Jack und seinem Sohn, sondern sind die Bilder die gezeigt werden. Und da hat Emmerich nun wieder mal ganz tief in die Trickkiste greifen lassen.
Die Umsetzung der Klimakatastrophe in bewegte Bilder ist brilliant geworden. Die Sequenzen, in denen mehrere Wirbelstürme Los Angeles verwüsten, oder New York vom Hochwasser durchflossen wird sind gigantisch. Am Ende steht die Freiheitsstatue, die ja nun wirklich in Filmen schon einiges mitgemacht hat, bis zum Hals im Wasser. Und das friert dann auch noch. Denn alles, was in die Flugbahn des Auges des Sturms gerät wird zutiefst gefroren, hier konzentrieren sich die Temperatur zu vorher nie gekannten Minusrekorden. Alles gefriert binnen wenigen Augenblicken, und die Bilder von einfrierenden Hochhäusern in Manhatten sind genial.
Ansonsten werden so ziemlich alle Klichees abgegrast, über die die Filmgeschichte verfügt. Die sozialen Randschichten werden genauso integriert wie die klassischen Vater-Sohn Differenzen. Nicht fehlen, darf der Freund der sich für seine Begleiter opfert, damit die ihre Mission weiter fortsetzen können. Billig finde ich das. Der Film, besser gesagt das Thema, auf dem er basiert hat genug Potential um ohne die alten Strickmuster auszukommen. Ein Film, der sich an dieses Thema rantraut, braucht meiner Meinung nach kein Happy End. Das wird es in Wirklichkeit auch nicht geben.
Wie bereits erwähnt, gibt es neben Quaid keine weiteren bekannten Gesichter. Sicherlich eine Kostenfrage zum einen, zum anderen aber würden zuviele bekannte Schauspieler auch stören. Man erinnere sich an die Siebziger in denen es vor Erdbeben, herrenlosen Flugzeugen und sonstigen Katastrophen nur so wimmelte. Und immer wieder begegneten uns Charlton Heston und Komplizen. Gut, daß uns das bei diesem Film erspart bleibt.
Der Film macht nachdenklich. Ich habe mir danach überlegt, wie lange es dauert, bis die gezeigte Situation eintritt. Da wir ja nicht gerade schonend mit unserer Atmosphäre umgehen, könnte das Gezeigte durchaus irgendwann eintreten. Klimaanomalien haben wir ja schon genug erlebt. Selbst hier in Deutschland bleiben wir nicht davor verschont. Man denke an den heißen Sommer im letzten Jahr, man erinnere sich an die häufigen Hochwasser an unseren großen Flüssen. Und auch international gibt es eine Menge Vorkommnisse. Insofern passt der Film sehr gut zum Zeitgeschehen.
Ich denke Emmerich will mit seinem Film die Nationen aufrütteln. Er zeigt uns im Zeitraffer, was passieren kann und wie es dann aussehen wird auf der Welt. Vielleicht ist ja noch Zeit, das Gesehene abzuwenden. Glaubt man den Klimaforschern der Realität, ist es dazu bereits zu spät......
Abschließend bewerte ich den Film mit 3 Sternen. Er hat natürlich super Bilder, und als Dokumentation wäre er sicher super. Als Spielfilm, der mit einer Story unterhalten soll, ist er flach wie eine Briefmarke.
In diesem Sinne
© 18.06.2004, Josef_D
22 Bewertungen, 2 Kommentare
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19.06.2004, 15:26 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDer Film fing toll an, zwischendurch erschreckende Möglichkeiten aufgezeigt, wie es klimatisch weiter gehen könnte, aber zu wenig Handlung für meinen Geschmack, kein Tiefgang.
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18.06.2004, 14:47 Uhr von Stormwatch2k3
Bewertung: sehr hilfreichNaja, nach den ganzen Katastrophen (Tornados in L.A. etc.) wird er irgendwie langweilig. Ist irgendwie ein wenig unausgewogen gestaltet. Am Anfang hämmern die Effekte auf einen ein und ab dem letzten Drittel kann man dann nur noch Dennis Quaid bei sei
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