Erfahrungsbericht von T_Goose
Sieht es morgen so aus?
Pro:
die Spezialeffekte, versteckte Botschaften, schauspielerische Leistung, das Thema allgemein
Kontra:
etwas flache Story
Empfehlung:
Ja
.:: Story ::.
Jack Hall ( Dennis Quaid ) ist ein anerkannter Klimaforscher, der eine erschreckende Theorie aufstellt, dass es durch die globale Erderwärmung zu einem rasanten Klimawandel kommt, der eine neue Eiszeit heraufbeschören kann, die sich über die gesamte Nordhalbkugel ausbreitet. Nur wenige glauben ihm, vor allen aber der amerikanische Vizepräsident Becker ( Kenneth Welsh ) betitelt seine Aussagen als Märchen.
Doch schon wenig später, spielt das Wetter auf der ganzen Welt verrückt und Jack scheint in seinen Vorahnungen bestätigt zu sein. In Indien schneit es, in Tokio fallen tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel und Los Angeles wird von duzenden Tornados heimgesucht. Jack verständigt seine Forscher Kollegen Professor Rapson ( Ian Holm ) in Schottland, der Jacks Befürchtungen nur bestätigen kann. Der globale Klimawandel und die somit drohende Eiszeit, steht unmittelbar bevor und die nun beginnenden Unwetter sind erst die Vorboten.
Jacks Sohn Sam ( Jake Gyllenhaal ) ist unterdessen mit seiner Freundin Laura Chapman ( Emmy Rossum ) und Jason Evans ( Dash Mihok ) in New York, bei einer Wissensolympiade. Bereits auf dem Hinflug bekommen sie die ersten Vorboten der Unwetter mit. Doch an ein Umkehren ist nicht mehr zu denken, da sowohl Fluglinien als auch Bahnverbindung unterbrochen sind, ganz zu schweigen von den verstopften Straßen. So bleibt den drei nichts anderes übrig, als in New York zu bleiben, das von einer Eiswelle erfasst wurde. Viel schlimmer ist allerdings, dass sich eine gigantische Flutwelle auf die Stadt zu bewegt. Jack, Laura und Jason schaffen es gerade noch, sich mit anderen in der alten Bibliothek in Manhattan zu retten und so den Fluten zu entkommen.
Aus der Bibliothek gelingt es Jack endlich, seinen Vater zu erreichen. Er gibt seinem Sohn noch schnell ein paar nützliche Tipps und beschließt, auch von seinem schlechten Gewissen verfolgt, sich mit zwei seiner Mitarbeiter nach New York zu kommen, um seinen Sohn zu retten. Dabei begeben sie sich auf einen waghalsige und gefährliche Tour...
.:: Meinung ::.
Die Story klingt nicht gerade tiefgründig, was auch voll und ganz zutreffend ist, aber es geht meiner Meinung nach mehr um den Inhalt und die gezeigten Spezialeffekte, und diese sind mehr als gelungen. Das ist es auch, was ich von „The Day after Tomorrow“ erwartet hatte, daher hat es mich auch nur wenig überrascht. Eine Katastrophe wird heraufbeschworen, trifft dann auch zu und es entwickelt sich ein Wettlauf mit dem Überleben.
Klimaforscher sind sich einig, dass die globale Erderwärmung zu solch einem Szenario führen könnte, allerdings ist dies nicht in dem im Film gezeigten Tempo möglich. Wenn überhaupt, dauert ein solcher Vorgang Jahrzehnte bis es zu solch einer Katastrophe komme könnte, im Film dauert dies allerdings nur wenige Tage. Doch hier muss ich Roland Emmerich voll und ganz recht geben, dass eine andere Darstellung nicht möglich gewesen wäre. Zum einen, hätte der Film unnötig lange gedauert und zum Anderen wäre die gesamte Dramatik und Verzweiflung nicht rübergekommen. So saß ich wirklich geschockt im Kinosessel, als sich die Erde innerhalb weniger Tage in eine Eiswüste verwandelt hat. Das waren schon erschreckende Bilder, die einen zum Nachdenken anregen. Auch das ist wieder eine sehr guter Grund, warum auf einen schnellen Ablauf Wert gelegt wurde.
Gestört hat mich nur, dass die gesamte Geschichte lediglich auf New York projiziert wurde, obwohl doch die gesamte Nordhalbkugel von der Katastrophe betroffen ist.
So verlief der Film in einem guten Tempo und bei mir kam über die gesamten 123 Minuten keine Langeweile auf. Nach einer kurzen Einleitung, in der die betroffenen Hauptcharaktere nähergebracht wurden, ging es gleich von einer Katastrophe zur nächsten. Die Länge finde ich ausgezeichnet gewählt und auch die Alterfreigabe von 12 Jahren halte ich für absolut gerechtfertigt. Es sterben zwar eine ganze Menge Menschen in dem Film, allerdings wird der Tot nicht ausführlich gezeigt, sondern meistens sogar ausgeblendet. Lediglich in einer Szene, als ein Hubschrauberpilot nach draußen geht und in Sekundenschnelle erfriert, ist zu sehen und lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen.
Auf Stars wurde in dem Film fast gänzlich verzichtet, lediglich Dennis Quaid war mir ein Begriff. Doch ich empfand diese Besetzung als sehr gelungen, da so keiner zu einem echten Helden gekürt werden konnte und es sich um ganz gewöhnliche Menschen wie Du und ich handelt. Hat mir sehr gut gefallen. Und außerdem sind die Stars des Films ganz klar die Spezialeffekte, da geht kein Weg dran vorbei! Somit ist es meiner Meinung nach nur verständlich, dass die Schauspieler eher in den Hintergrund rücken. Wie sie sich aber geschlagen haben, werde ich etwas weiter unten noch näher erläutern.
Wie bereits gesagt, sind die gezeigten Effekte allesamt genial! Da ist es ganz egal, ob es nun die duzende Tornados sind, die über Los Angeles hinwegfegen und verwüsten, oder aber die Aufnahmen aus der internationalen Raumstation ISS, die drei gigantische Wirbelstürme auf der Erde zeigen. Die Bilder sind einfach atemberaubend, und zeigen ihre volle zerstörerische Kraft. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob so viele Tornados auf einem so engen Fleck über L.A. sein können, aber es war beeindruckend. Den Flug mit dem Helikopter durch die Tornados fand ich zwar eher unglaubwürdig, aber es sah spektakulär aus.
Auch die gigantische Flutwelle, die einen Großteil von New York unter Wasser gesetzt hat, hat mir den Atem verschlagen. Das Wasser sieht derart echt aus, dass man das Ende wirklich kommen sieht. Auch wenn es wie im Film gezeigt wird nicht möglich ist, dass eine Flutwelle von Tornados ausgelöst wird, fand ich diese Szene mehr als gelungen. Als später ein riesiger Öltanker führungslos durch die überfluteten Straßen von New York, wird die Authensität nochmals unterstrichen.
Am besten fand ich es aber, als ein enormer Temperatursturz eingesetzt hat und die New Yorker Skyline in sekundenschnelle von oben nach unten gefroren ist. Einfach atemberaubend, wie das Chrysler Building mit Eiskristallen besetzt wurde und zu Eis erstarrte. Da war ich doch ein wenig froh darüber, dass es im Kino warm war ;-)
Die Effekte sind sehr realistisch und von aller erster Güte und ich denke, dass es hier schon deutlich wird, warum sie den Schauspielern den Rang ablaufen.
Doch der Film hat noch ein paar zusätzliche, versteckte Botschaften zu bieten, die ich ebenfalls sehr gelungen fand. Zum einen ist das der Vizepräsident Becker, der nichts von der bevorstehenden Katastrophe wissen will. Er hat dabei eine gewisse Ähnlichkeit mit dem aktuelle Vizepräsident der USA Dick Cheaney, was meiner Meinung nach sehr gut passt.
Da die Amerikaner ihr Land evakuieren müssen, fliehen sie nach Mexiko!!! Allein das ist schon eine unglaubliche Idee, doch es wird noch besser. Die Mexikaner schließen die Grenze und so müssen sich Tausende Amerikaner illegal durch die Rio Grande nach Mexiko begeben. So schnell kann sich die Situation ändern.
Es gibt natürlich noch ein paar mehr Botschaften, die ich aber nicht alle verraten möchte. Ich fand es aber sehr gut, dass sie im Film zu sehen waren, da sie einen, besonders die amerikanische Bevölkerung, zum Nachdenken anregen.
.:: Schauspieler ::.
Dennis Quaid ( Jack Hall )
Die Rolle des Klimaforscheres Jack Hall finde ich sehr gut gelungen. Er ist ein echter Workaholic und schafft es, das bevorstehende Szenario vorherzusagen. Auch wenn er anfangs keinen davon überzeugen kann, will er sie trotzdem davon überzeugen und schafft dies auch. Viel wichtiger finde ich aber den Part, dass er wegen seines schlechten Gewissens seinen Sohn vor der Katastrophe retten will. Auch wenn es ausweglos zu sein scheint, kommt er dank seiner Willensstärke an sein Ziel.
Ich finde, dass Quaid die Rolle sehr gut ausfüllt und somit auch zu einem gewissen teil der Held des Films ist.
Jake Gyllenhaal ( Sam Hall )
Jake Gyllenhaal ist mir ein gänzlich unbekannter Schauspieler. Er spielt den sympathischen Sam, der mit seinen Freunden bei dem Wissenswettbewerb in New York ist. Er wirkt auf mich etwas schüchtern, doch er entwickelt sich im Laufe des Films zu einem kleinen Helden, da er das Kommando für die Überlebenden in der Bibliothek an sich nimmt und sie so vor dem Tod rettet. Auch kommt die kleine Lovestory zu Laura durch, die in dem Film selbstverständlich auch nicht fehlen darf. Ich finde, dass er seine Rolle sehr gut spielt und bestimmt nicht zum Letzten Mal vor der Kamera stand.
Sela Ward ( Dr. Lucy Hall )
Lucy Hall ist Ärztin und fürsorgliche Mutter für Sam. Sie tut alles, damit es ihrem Liebling gut geht. Sie ist zwar nicht oft zu sehen, doch wenn, dann zeigt sie ihre fürsorgliche Seite. Als ihr Krankenhaus evakuiert wird, bleibt sie allein bei einem kranken Jungen, da sie ihn nicht allein lassen kann. Ihre Rolle wäre zwar nicht unbedingt von Nöten gewesen, aber sie zeigt somit auch andere Schicksale. Ich finde ihre Rolle durchweg gelungen.
Emmy Rossum ( Laura Chapman )
Auch sie war mir bisher unbekannt. Sie spielt die schlaue Laura Chapman, die mit ihren Ratschlägen immer hilfreich zur Seite steht. Sie spielt ihre Rolle sehr überzeugend und bringt ihre Emotionen sehr gut rüber, was mir sehr gut gefallen hat.
.:: Daten zum Film ::.
Land / Jahr : USA 2004
Titel : The Day after Tomorrow
Verleih : 20th Century Fox
Länge : 123 Minuten
FSK : ab 12 Jahren
Drehbuch und Regie : Roland Emmerich
Schauspieler : Dennis Quaid ( Jack Hall ), Jake Gyllenhaal ( Sam Hall ), Sela Ward ( Dr. Lucy Hall ), Emmy Rossum ( Laura Chapman ), Dash Mihok ( Jason Evans ), Arjay Smith ( Brian Parks ), Ian Holm ( Terry Rapson ), Jay O. Sanders ( Frank Harris ), Kenneth Welsh ( Vizepräsident Becker )
Kinostart : 27.05.2004
Internet: http://www.thedayaftertomorrow.com/
.:: Fazit ::.
Ich finde „The Day after Tomorrow“ absolut gelungen, auch wenn die Story etwas flach ist. Doch dafür konnten mich die Effekte mehr als überzeugen und haben so für eine vollkommen gelungene Vorstellung gesorgt. Der Film ist absolut schnelllebig und es kommt keinerlei Langweile auf und die versteckten Botschaften sorgen dafür, dass der Film doch noch einen tieferen Sinn hat. Daher finde ich Roland Emmerichs Werk mehr als empfehlenswert und vergebe somit auch die vollen 5 Sterne. Wenn ihr den Film noch nicht gesehen haben sollt, dann müsst ihr dies schleunigst nachholen. Es lohnt sich!
Ich danke für eure Aufmerksamkeit.
Ciao T_Goose
29 Bewertungen, 3 Kommentare
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04.06.2004, 01:10 Uhr von kleenerknuffi
Bewertung: sehr hilfreichDa war ich Dienstag auch drinnen. Tolle Special Effects. Und die Kritik und Ironie des Films fand ich auch gut gelungen. LIebe Grüße Bine
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04.06.2004, 00:30 Uhr von nicostumpf
Bewertung: sehr hilfreichIn den Film geh ich kommenden Dienstag auch noch rein... muss ja echt der Oberhammer sein, nachdem was ich bisher drüber gehört und gelesen habe...
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03.06.2004, 23:40 Uhr von heti88
Bewertung: sehr hilfreichDen Film muss ich mir auch noch reinziehen. Sehr informativer und gelungener Bericht. Weiter so. Würd mich echt freuen wenn du bei mir vorbeischauen würdest. Mfg Heti
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