The Deep End - Trügerische Stille (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von TokeiIhto

In die Enge getrieben

Pro:

Realistischer Thriller, Spannung, Tilda Swinton

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Gestern war bei uns mal wieder Fernsehabend angesagt. Eine Komödie sollte es diesmal aber nicht sein. Viel lieber etwas aufregendes und spannendes. In unserem Premiere Magazin wurden wir dann auch schnell fündig und unsere Wahl fiel auf einen Psychothriller aus dem Jahre 2001:

The Deep End - Trügerische Stille
USA 2001 - 97 Min.


Handlung

Familie Hall lebt in einem großen Haus direkt am idyllischen Lake Tahoe in Nevada. Margaret Hall (Tilda Swinton) wohnt hier zusammen mit ihren drei Kindern und ihrem Schwiegervater. Leider muss sie die meiste Zeit auf die Anwesenheit ihres Mannes verzichten, der bei den U.S. Marines das "Land verteidigt". Mit ihrem ältesten Sohn Beau (Jonathan Tucker) hat sie große Probleme, da er in den Einfluss eines schmierigen Nachtclubbesitzers gerät. Erst einige Wochen ist es her, dass der 17-jährige Beau bei einem schweren Verkehrsunfall zusammen mit seinem Freund fast ums Leben gekommen wäre. Beide waren volltrunken. Margaret beschließt, ins Zockerparadies Reno zu fahren, um den dort ansässigen Nachtclubbesitzer zu bitten ihren Sohn in Ruhe zu lassen. Für einen gewissen Geldbetrag als Entschädigung wäre dieser auch bereit, ihren Forderungen nachzukommen.

Am nächsten Morgen findet sie am Strand vor ihrem Haus die Leiche des Nachtclubbesitzers. Beau wirkt verstört und hat blaue Flecken im Gesicht. Margaret nimmt die Sache in die Hand, packt die Leiche in ihr Boot und versenkt sie im See. Danach fährt sie dessen Auto in die Stadt und stellt es auf einem Parkplatz ab. Sie selbst fährt mit einem Taxi zurück. Die Gefahr für ihren Sohn scheint zunächst gebannt.

Aber der Schein trügt. Am nächsten Tag taucht ein Unbekannter bei den Halls auf. Alek Spera (Goran Visnjic), so der Name des Mannes, will Margaret erpressen. Er legt ihr ein Videotape vor, das ihren Sohn beim gleichgeschlechtlichen Sex mit dem Nachtclubbesitzer zeigt. Spera fordert 50.000 Dollar, ansonsten würde die Polizei das Band bekommen und der Verdacht unweigerlich auf ihren Sohn fallen. Da auch die Leiche inzwischen gefunden worden ist und von Mord die Rede ist, befindet sich Margaret in Zugzwang. Zum Beschaffen des Geldes wird ihr vom Erpresser gerade mal 24 Stunden Zeit gegeben.

Doch ohne die Unterschrift ihres abwesenden Mannes schafft sie es trotz aller verzweifelter Bemühungen nicht, das Geld aufzutreiben. Weitere Sorgen lassen aber nicht auf sich warten. Der gesundheitlich angeschlagene Schwiegervater, der von all dem aber nichts ahnt, bricht tags darauf im Haus zusammen - Herzattacke - wenige Sekunden später steht der erboste, um sein Erpressungsgeld geprellte Alek Spera vor der Tür....


Schauspieler

Hauptdarsteller:
- Tilda Swinton als Margaret Hall
- Goran Visnjic als Alek Spera
- Jonathan Tucker als Beau Hall

Nebendarsteller:
- Peter Donat
- Josh Lucas
- Raymond J. Barry
- Tamara Hope
- Jordon Dorrance


Meinung zu Film und Schauspielern

Unter der Regie von Scott McGehee und David Siegel entstand ein großartiger Triller. Die Spannung ruht vor allem auf folgenden zwei Pfeilern:
1. nur der Zuschauer weiß, dass es sich um einen Unfall und nicht um Mord handelt.
2. die immer verzwickter werdende Situation für Margaret.

Die ständige Präsenz des Wassers und die oft blau eingefärbten Bilder geben dem Film einen kühlen Unterton. Die sich ständig zuspitzende Situation der Mutter, die ihre Familie vor großem Unheil schützen möchte, lassen den Zuschauer gebannt mitzittern.

Für mich einer der besten Thriller der letzten 10 Jahre, da der Film seine Spannung aus der Handlung und nicht aus der digitalen Trickkiste bezieht. Die Geschichte wird langsam in schönen Bildern aufgebaut. Immer mehr und auch sehr realistisch und nachvollziehbar wird die Spannungsschraube gekonnt angezogen.

Und dann ist da noch die fantastische Tilda Swinton! Die britische Schauspielerin ist leider nicht sehr bekannt. Vollkommen zu Unrecht, wie "The Deep End" eindrücklich beweist. Mit ihrer grandiosen Mimik und Gestik trägt sie diesen Film fast alleine. Die 1961 in London geborene und in Schottland aufgewachsene Schauspielerin vermittelt in ihrer Rolle ganz vortrefflich, wie weit eine Mutter geht, um ihr Kind zu schützen.

Auch der mir bisher gänzlich unbekannte Goran Visnjic als Erpresser Alek Spera macht seine Sache mehr als nur gut. Er muss in seiner Rolle den zunächst skrupellosen und später immer mehr von moralischen Bedenken zerrissenen Ganoven spielen. Mich hat der aus der Serie "Emergency Room" bekannte Schauspieler dabei wirklich überzeugt.

"The Deep End" ist ein leiser Thriller. Langsam und sehr logisch wird die Handlung aufgebaut. Einige Kritiker haben dies als langweilig oder langatmig empfunden. Für mich ist dieser Aufbau aber ein Teil dessen, was diesen großen Film ausmacht. Langsam, ganz langsam aber bestimmt gerät das geordnete Leben der Margaret Hall immer mehr aus den Fugen. Alleine, ohne ihren auf hoher See befindlichen Ehemann ist sie gezwungen, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Dies wird zudem noch so lebensnah und realistisch dargestellt, dass man den Eindruck gewinnt, dies könne jedem passieren.

Dieser großartige Krimi bekommt von mir die vollen 5 Sterne und die Empfehlung an alle:
Unbedingt anschauen.



Gute Unterhaltung!


°°Vielen Dank fürs lesen, bewerten und eventuelle Kommentare°°



© TokeiIhto/TschetanSapa

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