The Green Mile (DVD) Testbericht

ab 6,21
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Erfahrungsbericht von kassandra

Eine fast unglaubliche Geschichte

Pro:

siehe Bericht

Kontra:

siehe Bericht

Empfehlung:

Ja

Vor einigen Jahren hatte ich Langeweile und war auf der Suche nach einem guten Buch. Meine Tochter brachte mir von ihrer Freundin den ersten Band der „Grünen Meile“ von Stephen King mit. Stephen King ist nicht unbedingt mein Lieblingsschriftsteller, aber wie gesagt: die Langeweile war groß. Ich hatte das Büchlein in knapp 3 Stunden durch und war nur noch darauf aus, die Fortsetzung zu lesen. Damals wusste ich noch nicht, dass es 5 Fortsetzungsbände davon gab (heute gibt’s das auch in einem Buch). Ich musste die Nachfolgebände im Buchhandel bestellen und ewig darauf warten, die Fortsetzung zu lesen.

Als ich dann erfuhr, dass das Buch verfilmt wurde, noch dazu mit Tom Hanks in der Hauptrolle, stand für mich fest: Den Film schaust Du Dir im Kino an! Daraus ist dann leider nichts geworden, als der Film in den Kino’s hier in Deutschland lief, war ich krank. Also musste ich warten, bis die „Grüne Meile“ auf Video zu haben war. Mittlerweile habe ich den Film mindestens schon 10 Mal gesehen und ich bin immer wieder begeistert.

Der Film erzählt in Rückblenden die Erlebnisse des Paul Edgecombe, gespielt von Tom Hanks. Er ist Gefängniswärter und verantwortlich für den Todestrakt des Gefängnisses in Cold Mountain, aufgrund der grünlichen Farbe (wie Limetten) des Linoleumbelages in diesem Todestrakt die grüne Meile genannt. Und: er ist auch verantwortlich für die dort durchzuführenden Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl, genannt „Old Sparky“. Es ist auch die Geschichte des Schwarzen John Coffey – phantastisch gespielt von Michael Duncan -, geistig ein wenig zurückgeblieben, aber von Gott mit der Gabe „zu helfen“ versehen. Ein Riese, der ständig den Kopf einziehen muß, wenn er durch Türen geht, der aber Angst im Dunkeln hat und bei seiner Einlieferung im Gefängnis fragt, ob das Licht nachts anbleibt. Er wird verantwortlich gemacht für die Vergewaltigung und den Mord an zwei kleinen Mädchen. Diese Morde hatte er zwar nicht begangen, aber da er mit den beiden Mädchen im Arm gefunden wurde, wurde er zum Tod auf den elektrischen Stuhl verurteilt.

Die eigentliche Geschichte beginnt mit der äußerst schmerzhaften Harnleiterentzündung, die Paul Edgecombe tagelang quält. Coffey heilt ihn, indem er ganz einfach die Hände auflegt. Fast sieht es so aus, als würde er die Krankheit einatmen. Und dann atmet er sie wieder aus. Paul ist fassungslos, genießt aber den

Und da ist dann noch die Maus, Mr. Jingles, die eines abends auf der „Grünen Meile“ spaziert, von den Wärtern gefüttert wird und schließlich in der Zelle des Gefangenen Eduard Delacroix in einer Zigarrenkiste ihr Zuhause findet. Delacroix hat in den letzten Tagen seines Lebens in der Maus einen Gefährten gefunden. Er bringt ihr kleine Kunststücke bei, so kann die Maus eine Garnspule rollen. Nach der Hinrichtung Delacroix ist die Maus verschwunden.

Als ein anderer Gefängniswärter, Percy Wetmore, die Maus Mr. Jingles bei einem ihrer abendlichen Spaziergänge auf der „Grünen Meile“ zertritt, erweckt Coffey mit seinen Händen die Maus wieder zum Leben. Daraufhin beschließt Edgecombe, mit Hilfe seiner Kollegen und nach Ausschaltung des Wärters Wetmore, Coffey aus dem Gefängnis zu schmuggeln und zu der Frau des Gefängnisdirektors, die an einem Hirntumor leidet, zu bringen, um die Frau zu heilen. Nach der Heilung durch Coffey wird der wieder in seine Zelle verbracht.

Zwischen Paul Edgecombe und John Coffey entwickelt sich fast eine Freundschaft. Die Zweifel, die Edgecombe an Coffey Schuld hegt, werden immer größer und er versucht, mehr über Coffey und den Mord an den beiden kleinen Mädchen zu erfahren. Coffey hat auch die Gabe, seine Gedanken und Gefühle auf andere Menschen zu übertragen, indem er ihre Hand drückt. So gelingt es ihm, Paul Edgecombe zu zeigen, wer die beiden Mädchen wirklich umgebracht hat. Der Mörder ist ein anderer Insasse von Cold Mountain, der sich selbst Wild Bill nennt.

In der Gestalt des Percy Wetmore, fantastisch gespielt von Doug Hutchison, wird aber auch die Brutalität und Perversität von Gefängniswärtern dargestellt. Bleiben die anderen Wärter human, versuchen, den Gefangenen wenigstens so viel Respekt entgegenzubringen, dass sie trotz allem ihre Menschenwürde nicht verlieren, ist er derjenige, der ständig schikaniert. Einmal, indem er mit seinem Stock einem Gefangenen drei Finger bricht, zum anderen, indem er die Maus Mr. Jingles zertritt. Höhepunkt Wetmore’s Perversität ist sein Wunsch, selbst eine Hinrichtung zu leiten, die er dadurch, dass er dem Todeskandidaten Eduard Delacroix einen trocken Schwamm statt eines nassen unter die stromführende Kappe legt, zum Desaster für alle Beteiligten werden lässt. Es scheint nicht paradox, dass Percy Wetmore doch noch in Briar Ridge, einer Irrenanstalt landet, allerdings als Kranker und nicht als Aufseher, wie er sich das gewünscht hat. Es scheint wie eine Bestrafung für seine Taten.

Der Film endet, wie sollte es anders ein, mit der Hinrichtung von John Coffey. Für mich ergreifend zu sehen, dass es allen beteiligten Gefängniswärtern schwer gefallen ist, diesen Mann hinzurichten.

Es ist ein Film ohne Happyend. Oder doch nicht? Paul Edgecombe erzählt die Geschichte als über 100jähiger einer Freundin. Er zeigt ihr den noch lebenden Mr. Jingels, den er, nachdem er seinen Job als Gefängniswärter aufgegeben hat, fand. John Coffey’s Hände hatten beiden, Paul Edgecombe und der Maus, ein verdammt langes Leben gegeben. Sein langes Leben und das Warten auf den Tod betrachtet Paul als Strafe dafür, dass er ein Wunder Gottes hingerichtet hat.


Fazit:

So, wie Paul Edgecombe anfängt, darüber nachzudenken, ob Coffey wirklich schuldig und ob es richtig ist, Coffey hinzurichten, so habe auch ich angefangen, darüber nachzudenken, wie das Rechtssystem in der USA funktioniert und ob die Todesstrafe – auch in Bezug auf die heutige Zeit – wirklich angebracht ist.

Es war schön zu sehen, dass es dem Regisseur Frank Darabont gelungen ist, sich nahe an das Buch zu halten. Ein Film zum immer wieder ansehen – 180 Minuten spannende Unterhaltung. Wenn man sich als Erwachsener ein Stück Kindheitsphantasie bewahrt hat und vor allem den Glauben an das Gute im Menschen ist dieser Film ein Highlight.

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