The Green Mile (VHS) Testbericht

The-green-mile-vhs-drama
ab 9,95
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Erfahrungsbericht von Prisca

Besorg´dir ein Paket taschentücher ....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Besorge dir viele Taschentücher,“ hat meine Arbeitskollegin letzte Woche zu mir gesagt, als ich ihr erzählt habe, das es mir gelungen ist The green Mile als Video zu ersteigern. Ich war skeptisch, kannte ich doch das Buch und irgendwie hat mich das nicht so angesprochen. Aber immerhin, jeder spricht von diesem Film und ich hatte ihn immer noch nicht gesehen. Als ich das günstige Angebot bei Ebay sah, habe ich eben zugeschlagen.

„Besorge dir viele Taschentücher!“ Na, wenn sie denn meint. Taschentücher kann man sowieso immer gebrauchen! Ich also Taschentücher gekauft und in meinen wohlverdienten Urlaub gestartet.

Die ersten Tage bin ich nicht zum Videogucken gekommen. Aber dann – es war mal wieder Bügeltag ( und ich gucke immer Fernsehen, wenn ich bügele!) - war es so weit. Ich mir also meinen Video geschnappt – und los ging’s.

Und wie es losging. Gleich zu Beginn des Films lief es mir kalt den Rücken herunter. Einige Männer mit Gewehren bewaffnet rennen durch einen Wald. Sie scheinen zwei vermisste Kinder zu suchen. Und dann hören sie es. Lautes, klagendes Schreien. Sofort wenden sie sich in die Richtung – und was finden sie vor? Einen riesigen, schwarzen Mann, der die beiden Mädchen links und rechts im Arm hält. Die Kinder und er selbst sind blutbeschmiert. Er hat den Kopf in den Nacken gelegt und schreit... er schreit verzweifelt, gequält. Die Männer stürzen zu ihm, schlagen auf ihn ein – er schreit....

Das war der Moment, in dem ich mein Bügeleisen ausgeschaltet habe, mich auf mein Sofa gesetzt habe ( sicherheitshalber meine Taschentücher in Reichweite – denn schon diese Szene ist mir an die Nieren gegangen, so toll war sie gespielt) und da bin ich dann auch 181 Minuten gefesselt sitzengeblieben.

Zum weiteren Inhalt des Films: Er spielt im Jahre 1935 in Amerika. Paul Edgecomb (mal wieder eine tolle Rolle von Tom Hanks) ist Leiter des Todestrakts einer Strafanstalt. Er bewacht die zu Tode Verurteilten und begleitet sie schließlich auf ihren letzten Gang über die „grüne Meile“ (so genannt, weil der Fußboden eine grüne Farbe hatte!)bis hin zum elektrischen Stuhl. Er gibt den Befehl: „Stufe zwei“ – was bedeutet, dass nun der Strom durch den Körper des Verurteilten fließt, bis er tot ist!

Paul Edgecomb verhält sich fair den Gefangenen gegenüber. Er und seine Leute wissen: Wir dürfen nicht schreien, keine Unruhe schaffen – sonst drehen uns die Gefangenen durch! Er sieht aber in den Verurteilten trotz ihrer Straftaten in erster Linie auch den Menschen – nicht nur den Verbrecher. Unruhe bringt nur ein junger Aufseher (Percy) herein – er ist ein Sadist, quält die Gefangenen mit Worten, und will offensichtlich nur eines : „... einmal einen Menschen braten sehen...“

Paul Edgecomb leidet gerade unter einer schweren Blasenentzündung, als John Coffey eingeliefert wird. John Coffey – der große, schwarze Mann mit den beiden Kindern – ihr erinnert euch?! Man hat ihn wegen Mordes dieser beiden Mädchen zum Tode verurteilt. Zunächst sind alle geschockt von seiner Größe, seiner Kraft – aber Paul erkennt schnell, was J. Coffey wirklich ist – ein hilfloser, etwas naiver Mann – der Angst vor dem Dunkel hat! Zu seiner Tat sagt er nur „ Ich wollte helfen, aber es war zu spät!“

Der Film schildert sehr eindrucksvoll einige kleine Geschehnisse im Gefängnis, eine Maus taucht auf und verschwindet wieder spurlos - Percy quält die Gefangenen weiterhin mit seinen kleinen „Spielereien“ – ein neuer Gefangener kommt = ein gefährlicher Psychopath, der zunächst von allen unterschätzt wird, aber schnell sein wahres Gesicht zeigt. Er würgt einen der Aufseher fast zu Tode.

In dieser Situation erleidet Paul wegen seiner Blaseninfektion fast einen Zusammenbruch. J. Coffey ruft ihn an seine Zelle, hält ihn fest – Lichter flackern, eine Lampe zerplatzt – J. Coffey weicht von Paul Edgecomb zurück, beginnt zu husten...und hustet einen Schwarm Fliegen? heraus. Paul ist erstarrt – es dauert, bis er bemerkt – meine Schmerzen sind, ich bin gesund.

„Was hast du gemacht?“ „Ich hab´ geholfen, Boss. Und jetzt bin ich ganz müde!“

Zu diesem Zeitpunkt beginnen bei Paul die Zweifel an J. Coffeys Schuld. Wie hatte er gesagt? „Ich wollte helfen, aber es war zu spät!“


Nein, mehr werde ich euch jetzt nicht über den Inhalt verraten ( die Inhaltsangabe bezieht sich vielleicht auf das erste Drittel des Films) – der Film geht ohnehin 3 Stunden und keine Minute davon ist langweilig oder unwichtig, wie sollte ich euch das hier beschreiben? Diesen Film muss man einfach gesehen haben. Er ist einfach alles – spannend, traurig, manchmal findet man sogar einen Hauch von Humor. Er geht aber stellenweise auch ganz schön an die Nieren. Ich denke da hauptsächlich an die Hinrichtungsszenen – die sind schon sehr realistisch dargestellt. Trotzdem würde ich nicht sagen, der Film ist unnötig grausam - jedenfalls nicht grausamer, als das Leben selbst es ist!

Die Darsteller sind durchweg Klasse - die bekannten wie auch die unbekannten - die großen als auch die kleinen Rollen! Die Musik unterstreicht die Stimmung im Film, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen! Die Story ist lang und manchmal etwas mysteriös - aber sie wird niemals langweilig oder unverstäöndlich! Man ist wie gefesselt von dieser Geschichte, die teilweise in schonungslos offenen Bildern erzählt wird!

Und wer es nun noch wissen möchte: Ja, ich habe meine Taschentücher gebraucht! So habe ich zum Ende eines Films schon lange nicht mehr geheult!

Ich möchte euch noch ein paar abschließende Informationen zum Film geben:
The green mile ist eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Stephen King. Das Video kostet bei amazon immer noch 17,99 Euro - das finde ich für einen Film, der immerhin schon einige Jahre alt ist und sogar schon im Fernsehen lief eigentlich recht viel – aber wie gesagt, wenn man Glück hat, kann man ihn für wesentlich weniger ersteigern. Sollte ihr in der glücklichen Lage sein, einen DVD Player euer eigen zu nennen, würde ich euch zu der DVD Version raten, die kostet nämlich bei amazon nur noch 9,99 Euro! Seltsam, aber wahr!
Der Film läuft 181 Minuten und hat eine FSK von 12 Jahren ( was ich ehrlich gesagt aufgrund der Hinrichtungsszenen nicht ganz nachvollziehen kann).

Neugierig geworden? Ich hoffe es – denn wer diesen Film nicht gesehen hat, der hat viel versäumt!

(Wem diese Meinung bekannt vorkomt: Schon möglich - ich habe sie vor längerer zeit bereits bei Ciao eingestellt!)

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