The Insider (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Prisca
Zwei Mann gegen einen Tabakriesen!
Pro:
auf seine Art durchaus spannend
Kontra:
man muss sich schon drauf konzentrieren - es ist KEIN Thriller!
Empfehlung:
Ja
Heute geht\'s mal wieder um eine DVD. Der Film ist schon etwas älter, nämlich aus dem Jahr 1999. Aber deswegen ist er nicht weniger interessant, zumal er auf einer wahren Begebenheit beruht., die Dinge ins Rollen gebracht hat, die noch heute nachwirken. Aber ich will euch gar nicht lange mit geheimnisvollen Andeutungen auf die Folter spannen. Es soll um den Film
** INSIDER **
gehen. Wie, der Titel sagt euch nichts? Garnichts? Um ehrlich zu sein, wundert mich das nicht, denn dieser Film hat sich trotz einer Topbesetzung ( Al Pacino und Russel Crowe) an der Kinokasse als echter Flop erwiesen: ein Einspielergebnis von knapp 30 Millionen Dollar - und das bei SIEBEN Oscarnominierungen!!! - in den USA ist wirklich nicht gerade berauschend!
Gerade dieser Widerspruch macht den Film aber für mich interessant, wie kann das sein, das er von den Kritikern so hoch angesehen wird, das er gleich für sieben Oscars nominiert ist (auch wenn er keinen bekommen hat, die Konkurrenz im Jahr 2000 war einfach zu groß) und das Publikum sich trotzdem kaum dafür interessiert?!
Ich werde einfach mal mit der
** INHALTSANGABE **
beginnen und versuchen, euch diesen Film so etwas näher zu bringen, nachher erfahrt ihr dann noch mehr von meinen ganz persönlichen Eindrücken!
Lowell Bergman ist Journalist - ein erfolgreicher Journalist, der seine Berichte für das TV Nachrichtenmagazin \" 60 Minutes\" schreibt. Er gilt als gewissenhaft, beinahe besessen - für eine gute Story würde er fast alles tun.
Es Tages lernt er durch Zufall Jeffrey Wigand kennen: Familienvater, Chemiker. Er wurde gerade von seinem Arbeitgeber Brown & Williamson (ein großer Zigarettenkonzern) entlassen, weil er ein wenig unbequem geworden ist. Weil er Fragen stellt, wo man besser den Mund halten sollte! Weil er leicht mal aufbraust, wenn er sich im Recht glaubt!
Jeffrey könnte so einiges erzählen über die Machenschaften der Tabakindustrie, aber da gibt es eine Verschwiegenheitsklausel, die ihn an den großen Konzern bindet. Als Lowell Bergmann wegen einer kleinen Nachfrage zu einem Bericht mit ihm Kontakt aufnimmt, ist er zunächst nicht bereit mehr als 08/15 Auskünfte zu geben.
Aber bei Brown & Williamson schlagen alle Alarmglocken, als sie von diesem Kontakt erfahren. Sie versuchen, Wigand unter Druck zu setzen: wenn er die Verschwiegenheitsklausel bricht, werden sie seine Abfindung streichen, die Krankenkassenbeiträge nicht mehr weiterzahlen! Wigand ist Familienvater, seine kleine Tochter leidet unter schwerem Asthma, er ist angewiesen auf das Geld ...
... also schweigt er! Aber er wird auch wütend, denn er lässt sich nicht gern so unter Druck setzen!
Lowell Bergman spürt mit dem Instinkt des (Nachrichten)Jägers, das Wigand eine interessante Geschichte erzählen könnte und er lässt nicht locker ... bis Wigand schließlich nachgibt und zu erzählen beginnt ....
Wie sich die Geschichte weiter entwickelt - ob Brown & Williamson schließlich doch am längeren Hebel sitzen oder ob es zu einem Interview mit Jeffrey Wiegand kommt .... ja, das müsst ihr euch schon selber ansehen ... oder einfach weiterlesen, ich verrate euch jetzt nämlich einiges über meine
** GEDANKEN UND GEFÜHLE **
zu diesem Film ... und es kann gut sein, das ihr daraus noch ein wenig mehr über die weitere Handlung erfahrt!
Zunächst einmal ist wohl festzustellen, das sich die Handlung nicht so spannend liest wie man es für einen Thriller erwartet (und genau diesem Genre wird dieser Film zugeordnet!). In meinen Augen ist er das auch nicht wirklich, es gibt nur sehr wenige Szenen, die ich dem Thrillergenre zuordnen würde. Ansonsten ist der Film sehr erzählerisch, sehr ruhig, sehr dialoglastig ... spannend ist er aber trotzdem auf seine Art. Allerdings muss man am Ball bleiben - man kann nicht einfach mal zwischendurch abschalten (was man bei einem echten Thriller ja durchaus ab und an mal kann). Die Spannung in diesem Film liegt eindeutig in der Geschichte selbst und die lebt in den Dialogen! Wenn man hier nicht wirklich zuhört, dann verpasst man wohlmöglich gerade die Schlüsselsätze, die die nächsten Szenen dann für den Zuschauer so spannend rüberkommen lassen.
Da dieser Film eine Lauflänge von über zwei Stunden hat, ist das nicht immer ganz einfach - zumal es durchaus Szenen gibt, bei denen man allein von den Bildern her gern abschalten möchte. Da kommt es schon mal vor, das fünf Minuten lang ein Konferenzzimmer gezeigt wird, in dem eigentlich nichts geschieht. Da sitzen ein paar Menschen um einen Tisch und sie reden und reden und reden ... Allein von der Szene her ganz klar etwas zum gähnen ... WENN man nicht richtig zuhört! Denn in den Gesprächen liegt die eigentliche Story des Films.
Ich denke, gerade diese Machart des Films (und vielleicht auch die in meinen Augen falsche Einordnung in das Thrillergenre) hat mit dazu beigetragen, das dieser Film nicht die Zuschauer bekommen hat, die er eigentlich verdient hätte. Man geht mit einer gewissen Erwartung in diesen Film - und muss dann feststellen, das hier etwas ganz anderes geboten wird! Etwas ungewöhnliches! Etwas, das mir sehr gut gefallen hat - aber wie gesagt, es kann sich vielleicht nicht jeder auf diese Art Film einlassen und ich verstehe es durchaus, das manche diesen Film einfach als gähnend langweilig bezeichnen ... handlungsmüßig passiert wirklich nicht so viel!
Trotzdem: ICH war von diesem Film begeistert! Wenn man genau hinsieht (hinhört!) dann wird man feststellen, das er eigentlich sogar zwei Geschichten erzählt, jede für sich sehr interessant! Da ist einmal die (wahre) Geschichte um Jeffrey Wigand, der sich mit einem großen Tabakkonzern anlegt - der erste Fall in der Geschichte der Tabakindustrie, der einen Tabakriesen richtig in die Bedrängnis brachte (es sollten noch viele folgen ... und wenn ihr die aktuellen Nachrichten verfolgt, dann werdet ihr feststellen, das es diese Fälle HEUTE noch immer gibt)
Zum anderen wird aber auch die Geschichte der Medien erzählt, wie beschafft sich ein Reporter seine Informationen, wie weit steht er hinter seinen Informanten ... oder lässt er sie gar fallen, wenn das Eisen dann doch zu heiß wird?! Am Anfang des Filmes wird diese Geschichte mehr angerissen, da steht ganz klar der Fall Jeffrey Wiegand im Vordergrund. Zum Ende hin sind aber beide Geschichten sehr eng miteinander verbunden und man schaut mal so richtig hinter die Kulissen eines großen Nachrichtensenders!
Wie schon erwähnt, dieser Fall beruht auf einer wahren Begebenheit - trotzdem muss man dazu sagen, das im Film (besonders im letzten Drittel) doch einiges verändert wurde, um die Geschichte medienwirksam ausschlachten zu können. Ich finde nicht, das es der Grundgeschichte geschadet hat - im Gegenteil - wir haben hier einen rundherum fesselnden, realistisch wirkenden Film!
Wenn ich über diesen Film schreibe, komme ich nicht daran vorbei, auch ein paar Worte zu den
** SCHAUSPIELERN **
zu verlieren.
Der Film steht und fällt mit zwei Hauptcharakteren:
Al Pacino als Lowell Bergman. Einfach genial! Nun mag ich Al Pacino sowieso, er spielt nie die Superhelden, seine Figuren sind immer ein wenig zerrissen, ein wenig haltlos, es sind die Kämpfer, die schließlich doch oft verlieren. Genauso so eine Figur ist Lowell Bergman. Ein Einzelkämpfer - immer auf der Suche nach einer guten Story, für die er fast alles tun würde. Dabei wirkt er ein wenig rücksichtslos und zu allem entschlossen ... trotzdem besitzt er eine gewisse Ethik, niemals würde er einen Informanten verraten!
Diese Figur ist wie geschaffen für Al Pacino. Wieder mal eine Rolle, die er nicht einfach nur zu spielen scheint, nein, er verschmilzt förmlich mit seinem Charakter.
Ihm zur Seite steht in diesem Film Russel Crowe als Jeffery Wigand. Ein noch recht unbekannter Russel Crowe (Der Gladiator erschien erst ein Jahr später) der aber schon hier zeigt, was in ihm steckt. Nämlich ein Vollblutschauspieler, der sich jeder Rolle anzupassen vermag.
Er spielt den Wissenschaftler Wigand einfach nur gekonnt. Gerade in einem solchen Film, der so wenig an Handlung aufzuweisen hat kommt es sehr auf die kleinen Gesten, auf die Mimik an. Wenn das nicht stimmt, dann wirkt die ganze Rolle und damit der komplette Film unecht, gestellt. Da ich diesen Film sehr gut fand könnt ihr euch vielleicht denken, das Gestik und Mimik bei Russel Crowe stimmen! Man nimmt ihm Jeffrey Wigand einfach ab: seine Ängste in Bezug auf seine Familie, seinen Zorn, weil er sich von Brown & Williamson so unter Druck gesetzt sieht, die Entschlossenheit mit der er schließlich an die Öffentlichkeit geht ....
Es gibt noch einige kleine Rollen in diesen Film: Christopher Plummer als Mike Wallace (Freund und Mentor von Lowell bergman) - Diane Venora als Liane Wigand (Wigands Frau) - weiterhin Namen wie: Gina Gershon, Michael Gambon, Richard Scruggs ... unbekannte Namen, ja! Und es sind nur kleine Rollen, aber sie sind wichtig, um diesen Film komplett zu machen! Sie sind durchweg sehr lebendig und realistisch besetzt, da wirkt nichts hölzern oder unecht! Da spielt es keine Rolle mehr, ob die Namen nun bekannt sind oder nicht! Das (Zusammen)Spiel stimmt! Der Film stimmt! Was will man mehr?!
Kommen wir jetzt zu den
** FAKTEN **
rund um Film und DVD.
Gedreht wurde der Film 1999, 2003 ist er auf DVD erschienen.
Regie: Michael Mann
Lauflänge: 151 Minuten
FSK: 6 Jahre - na ja - darüber kann man streiten. Ganz sicher ist dieser Film nichts für Sechsjährige, ich würde sogar mal sagen, selbst mit 12 Jahren wird man sich bei diesem Film einfach nur langweilen! Das hat aber weniger mit brutaler Darstellung (die gibt es einfach nicht) als mit dem Film selbst zu tun, darum ist im Grunde gegen diese Altersfreigabe nichts zu sagen!
Und jetzt die Angaben zur DVD:
Preis: zwischen 6,-- Euro und 10,-- Euro habe ich den Film im Internet gefunden. Umgucken lohnt sich, bevor man zuschlägt!
Sprachen: deutsch und englisch, beides liegt in dolby digital 5.1 vor
Untertitel: deutsch
Bildformat: 16:9, 2.35:1
Bild und Ton sind eigentlich ganz in Ordnung. das Bild weist an einigen Stellen kleinere Schwächen auf (was aber auch an meiner Verleihversion liegen kann). Der Ton kommt klar und deutlich rüber - die Musik unterstützt den Film, überlagert aber die Dialoge nicht, was ich gerade in einem so dialoglastigen Film für wichtig halte!
Und jetzt die Extras. Tcha, ein wenig traurig ist das ja schon, was man uns da anbietet.
Der obligatorische Kinotrailer ist vorhanden, ebenso Filmographien von Al Pacino, Russel Crowe, Christopher Plummer und Michael Mann. Hier von sollte man sich aber nicht allzu viel versprechen, es handelt sich hier einfach um Listen mit den gedrehten Filmen!
Es folgt ein Making of, das immerhin ganze sechs Minuten lang ist. Es ist ein wenig oberflächlich und wenig informativ, interessant höchstens die kurzen Interviews mit den realen Lowell Bergman und Jeffrey Wigand, aber diese Szenen sind wirklich verschwindend klein!
Hinter \"Produktionsnotizen\" verstecken sich lediglich zwei Seiten mit recht lieblos dahin geschriebenen Hintergrundinfos - das hätte man sich fast schenken können ...
ebenso wie \"Behind a scene\" - hier wird in wenigen Minuten eine Szene des Films näher beleuchtet ... na ja!
Alles in allem ein wenig mager, was man uns hier als Extras verkaufen will. Gerade wo es sich doch um eine reale Begebenheit handelt sollte man doch dazu in der Lage sein, einiges mehr an Extras bieten zu können!
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zum DVD Cover: es erweckt den Anschein, als hätte der Film sieben Oscars bekommen, was aber so nicht stimmt! Es waren \"nur\" sieben Oscar Nominierungen, bekommen hat er leider keinen davon!
** MEIN FAZIT **
Ein Film, der in meinen Augen in dem Genre \"Thriller\" an der völlig falschen Stelle steht! Dadurch werden Erwartungen geweckt, die er dann nicht zu erfüllen vermag und die Zuschauer sind enttäuscht!
Schade, denn dieser Film ist es eigentlich wert, das man ihn sich mal ansieht! Er besitzt einiges an Tiefe - die Darsteller geben wirklich alles .... das sich Michael Mann hier nicht immer an die Realität gehalten hat, tut dem Film meiner Meinung nach keinen Abbruch! Interessant bleibt die Geschichte allemal!
Ein wenig enttäuscht hat mich die DVD mit ihren wenigen Extras - dafür gibt es dann auch den Punktabzug! Den Film selbst kann ich euch für eine stille Stunde (oder auch für zweieinhalb **gg**) nur empfehlen!
@ Prisca - September 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo
** INSIDER **
gehen. Wie, der Titel sagt euch nichts? Garnichts? Um ehrlich zu sein, wundert mich das nicht, denn dieser Film hat sich trotz einer Topbesetzung ( Al Pacino und Russel Crowe) an der Kinokasse als echter Flop erwiesen: ein Einspielergebnis von knapp 30 Millionen Dollar - und das bei SIEBEN Oscarnominierungen!!! - in den USA ist wirklich nicht gerade berauschend!
Gerade dieser Widerspruch macht den Film aber für mich interessant, wie kann das sein, das er von den Kritikern so hoch angesehen wird, das er gleich für sieben Oscars nominiert ist (auch wenn er keinen bekommen hat, die Konkurrenz im Jahr 2000 war einfach zu groß) und das Publikum sich trotzdem kaum dafür interessiert?!
Ich werde einfach mal mit der
** INHALTSANGABE **
beginnen und versuchen, euch diesen Film so etwas näher zu bringen, nachher erfahrt ihr dann noch mehr von meinen ganz persönlichen Eindrücken!
Lowell Bergman ist Journalist - ein erfolgreicher Journalist, der seine Berichte für das TV Nachrichtenmagazin \" 60 Minutes\" schreibt. Er gilt als gewissenhaft, beinahe besessen - für eine gute Story würde er fast alles tun.
Es Tages lernt er durch Zufall Jeffrey Wigand kennen: Familienvater, Chemiker. Er wurde gerade von seinem Arbeitgeber Brown & Williamson (ein großer Zigarettenkonzern) entlassen, weil er ein wenig unbequem geworden ist. Weil er Fragen stellt, wo man besser den Mund halten sollte! Weil er leicht mal aufbraust, wenn er sich im Recht glaubt!
Jeffrey könnte so einiges erzählen über die Machenschaften der Tabakindustrie, aber da gibt es eine Verschwiegenheitsklausel, die ihn an den großen Konzern bindet. Als Lowell Bergmann wegen einer kleinen Nachfrage zu einem Bericht mit ihm Kontakt aufnimmt, ist er zunächst nicht bereit mehr als 08/15 Auskünfte zu geben.
Aber bei Brown & Williamson schlagen alle Alarmglocken, als sie von diesem Kontakt erfahren. Sie versuchen, Wigand unter Druck zu setzen: wenn er die Verschwiegenheitsklausel bricht, werden sie seine Abfindung streichen, die Krankenkassenbeiträge nicht mehr weiterzahlen! Wigand ist Familienvater, seine kleine Tochter leidet unter schwerem Asthma, er ist angewiesen auf das Geld ...
... also schweigt er! Aber er wird auch wütend, denn er lässt sich nicht gern so unter Druck setzen!
Lowell Bergman spürt mit dem Instinkt des (Nachrichten)Jägers, das Wigand eine interessante Geschichte erzählen könnte und er lässt nicht locker ... bis Wigand schließlich nachgibt und zu erzählen beginnt ....
Wie sich die Geschichte weiter entwickelt - ob Brown & Williamson schließlich doch am längeren Hebel sitzen oder ob es zu einem Interview mit Jeffrey Wiegand kommt .... ja, das müsst ihr euch schon selber ansehen ... oder einfach weiterlesen, ich verrate euch jetzt nämlich einiges über meine
** GEDANKEN UND GEFÜHLE **
zu diesem Film ... und es kann gut sein, das ihr daraus noch ein wenig mehr über die weitere Handlung erfahrt!
Zunächst einmal ist wohl festzustellen, das sich die Handlung nicht so spannend liest wie man es für einen Thriller erwartet (und genau diesem Genre wird dieser Film zugeordnet!). In meinen Augen ist er das auch nicht wirklich, es gibt nur sehr wenige Szenen, die ich dem Thrillergenre zuordnen würde. Ansonsten ist der Film sehr erzählerisch, sehr ruhig, sehr dialoglastig ... spannend ist er aber trotzdem auf seine Art. Allerdings muss man am Ball bleiben - man kann nicht einfach mal zwischendurch abschalten (was man bei einem echten Thriller ja durchaus ab und an mal kann). Die Spannung in diesem Film liegt eindeutig in der Geschichte selbst und die lebt in den Dialogen! Wenn man hier nicht wirklich zuhört, dann verpasst man wohlmöglich gerade die Schlüsselsätze, die die nächsten Szenen dann für den Zuschauer so spannend rüberkommen lassen.
Da dieser Film eine Lauflänge von über zwei Stunden hat, ist das nicht immer ganz einfach - zumal es durchaus Szenen gibt, bei denen man allein von den Bildern her gern abschalten möchte. Da kommt es schon mal vor, das fünf Minuten lang ein Konferenzzimmer gezeigt wird, in dem eigentlich nichts geschieht. Da sitzen ein paar Menschen um einen Tisch und sie reden und reden und reden ... Allein von der Szene her ganz klar etwas zum gähnen ... WENN man nicht richtig zuhört! Denn in den Gesprächen liegt die eigentliche Story des Films.
Ich denke, gerade diese Machart des Films (und vielleicht auch die in meinen Augen falsche Einordnung in das Thrillergenre) hat mit dazu beigetragen, das dieser Film nicht die Zuschauer bekommen hat, die er eigentlich verdient hätte. Man geht mit einer gewissen Erwartung in diesen Film - und muss dann feststellen, das hier etwas ganz anderes geboten wird! Etwas ungewöhnliches! Etwas, das mir sehr gut gefallen hat - aber wie gesagt, es kann sich vielleicht nicht jeder auf diese Art Film einlassen und ich verstehe es durchaus, das manche diesen Film einfach als gähnend langweilig bezeichnen ... handlungsmüßig passiert wirklich nicht so viel!
Trotzdem: ICH war von diesem Film begeistert! Wenn man genau hinsieht (hinhört!) dann wird man feststellen, das er eigentlich sogar zwei Geschichten erzählt, jede für sich sehr interessant! Da ist einmal die (wahre) Geschichte um Jeffrey Wigand, der sich mit einem großen Tabakkonzern anlegt - der erste Fall in der Geschichte der Tabakindustrie, der einen Tabakriesen richtig in die Bedrängnis brachte (es sollten noch viele folgen ... und wenn ihr die aktuellen Nachrichten verfolgt, dann werdet ihr feststellen, das es diese Fälle HEUTE noch immer gibt)
Zum anderen wird aber auch die Geschichte der Medien erzählt, wie beschafft sich ein Reporter seine Informationen, wie weit steht er hinter seinen Informanten ... oder lässt er sie gar fallen, wenn das Eisen dann doch zu heiß wird?! Am Anfang des Filmes wird diese Geschichte mehr angerissen, da steht ganz klar der Fall Jeffrey Wiegand im Vordergrund. Zum Ende hin sind aber beide Geschichten sehr eng miteinander verbunden und man schaut mal so richtig hinter die Kulissen eines großen Nachrichtensenders!
Wie schon erwähnt, dieser Fall beruht auf einer wahren Begebenheit - trotzdem muss man dazu sagen, das im Film (besonders im letzten Drittel) doch einiges verändert wurde, um die Geschichte medienwirksam ausschlachten zu können. Ich finde nicht, das es der Grundgeschichte geschadet hat - im Gegenteil - wir haben hier einen rundherum fesselnden, realistisch wirkenden Film!
Wenn ich über diesen Film schreibe, komme ich nicht daran vorbei, auch ein paar Worte zu den
** SCHAUSPIELERN **
zu verlieren.
Der Film steht und fällt mit zwei Hauptcharakteren:
Al Pacino als Lowell Bergman. Einfach genial! Nun mag ich Al Pacino sowieso, er spielt nie die Superhelden, seine Figuren sind immer ein wenig zerrissen, ein wenig haltlos, es sind die Kämpfer, die schließlich doch oft verlieren. Genauso so eine Figur ist Lowell Bergman. Ein Einzelkämpfer - immer auf der Suche nach einer guten Story, für die er fast alles tun würde. Dabei wirkt er ein wenig rücksichtslos und zu allem entschlossen ... trotzdem besitzt er eine gewisse Ethik, niemals würde er einen Informanten verraten!
Diese Figur ist wie geschaffen für Al Pacino. Wieder mal eine Rolle, die er nicht einfach nur zu spielen scheint, nein, er verschmilzt förmlich mit seinem Charakter.
Ihm zur Seite steht in diesem Film Russel Crowe als Jeffery Wigand. Ein noch recht unbekannter Russel Crowe (Der Gladiator erschien erst ein Jahr später) der aber schon hier zeigt, was in ihm steckt. Nämlich ein Vollblutschauspieler, der sich jeder Rolle anzupassen vermag.
Er spielt den Wissenschaftler Wigand einfach nur gekonnt. Gerade in einem solchen Film, der so wenig an Handlung aufzuweisen hat kommt es sehr auf die kleinen Gesten, auf die Mimik an. Wenn das nicht stimmt, dann wirkt die ganze Rolle und damit der komplette Film unecht, gestellt. Da ich diesen Film sehr gut fand könnt ihr euch vielleicht denken, das Gestik und Mimik bei Russel Crowe stimmen! Man nimmt ihm Jeffrey Wigand einfach ab: seine Ängste in Bezug auf seine Familie, seinen Zorn, weil er sich von Brown & Williamson so unter Druck gesetzt sieht, die Entschlossenheit mit der er schließlich an die Öffentlichkeit geht ....
Es gibt noch einige kleine Rollen in diesen Film: Christopher Plummer als Mike Wallace (Freund und Mentor von Lowell bergman) - Diane Venora als Liane Wigand (Wigands Frau) - weiterhin Namen wie: Gina Gershon, Michael Gambon, Richard Scruggs ... unbekannte Namen, ja! Und es sind nur kleine Rollen, aber sie sind wichtig, um diesen Film komplett zu machen! Sie sind durchweg sehr lebendig und realistisch besetzt, da wirkt nichts hölzern oder unecht! Da spielt es keine Rolle mehr, ob die Namen nun bekannt sind oder nicht! Das (Zusammen)Spiel stimmt! Der Film stimmt! Was will man mehr?!
Kommen wir jetzt zu den
** FAKTEN **
rund um Film und DVD.
Gedreht wurde der Film 1999, 2003 ist er auf DVD erschienen.
Regie: Michael Mann
Lauflänge: 151 Minuten
FSK: 6 Jahre - na ja - darüber kann man streiten. Ganz sicher ist dieser Film nichts für Sechsjährige, ich würde sogar mal sagen, selbst mit 12 Jahren wird man sich bei diesem Film einfach nur langweilen! Das hat aber weniger mit brutaler Darstellung (die gibt es einfach nicht) als mit dem Film selbst zu tun, darum ist im Grunde gegen diese Altersfreigabe nichts zu sagen!
Und jetzt die Angaben zur DVD:
Preis: zwischen 6,-- Euro und 10,-- Euro habe ich den Film im Internet gefunden. Umgucken lohnt sich, bevor man zuschlägt!
Sprachen: deutsch und englisch, beides liegt in dolby digital 5.1 vor
Untertitel: deutsch
Bildformat: 16:9, 2.35:1
Bild und Ton sind eigentlich ganz in Ordnung. das Bild weist an einigen Stellen kleinere Schwächen auf (was aber auch an meiner Verleihversion liegen kann). Der Ton kommt klar und deutlich rüber - die Musik unterstützt den Film, überlagert aber die Dialoge nicht, was ich gerade in einem so dialoglastigen Film für wichtig halte!
Und jetzt die Extras. Tcha, ein wenig traurig ist das ja schon, was man uns da anbietet.
Der obligatorische Kinotrailer ist vorhanden, ebenso Filmographien von Al Pacino, Russel Crowe, Christopher Plummer und Michael Mann. Hier von sollte man sich aber nicht allzu viel versprechen, es handelt sich hier einfach um Listen mit den gedrehten Filmen!
Es folgt ein Making of, das immerhin ganze sechs Minuten lang ist. Es ist ein wenig oberflächlich und wenig informativ, interessant höchstens die kurzen Interviews mit den realen Lowell Bergman und Jeffrey Wigand, aber diese Szenen sind wirklich verschwindend klein!
Hinter \"Produktionsnotizen\" verstecken sich lediglich zwei Seiten mit recht lieblos dahin geschriebenen Hintergrundinfos - das hätte man sich fast schenken können ...
ebenso wie \"Behind a scene\" - hier wird in wenigen Minuten eine Szene des Films näher beleuchtet ... na ja!
Alles in allem ein wenig mager, was man uns hier als Extras verkaufen will. Gerade wo es sich doch um eine reale Begebenheit handelt sollte man doch dazu in der Lage sein, einiges mehr an Extras bieten zu können!
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zum DVD Cover: es erweckt den Anschein, als hätte der Film sieben Oscars bekommen, was aber so nicht stimmt! Es waren \"nur\" sieben Oscar Nominierungen, bekommen hat er leider keinen davon!
** MEIN FAZIT **
Ein Film, der in meinen Augen in dem Genre \"Thriller\" an der völlig falschen Stelle steht! Dadurch werden Erwartungen geweckt, die er dann nicht zu erfüllen vermag und die Zuschauer sind enttäuscht!
Schade, denn dieser Film ist es eigentlich wert, das man ihn sich mal ansieht! Er besitzt einiges an Tiefe - die Darsteller geben wirklich alles .... das sich Michael Mann hier nicht immer an die Realität gehalten hat, tut dem Film meiner Meinung nach keinen Abbruch! Interessant bleibt die Geschichte allemal!
Ein wenig enttäuscht hat mich die DVD mit ihren wenigen Extras - dafür gibt es dann auch den Punktabzug! Den Film selbst kann ich euch für eine stille Stunde (oder auch für zweieinhalb **gg**) nur empfehlen!
@ Prisca - September 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo
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