The Untouchables - Die Unbestechlichen (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von JerryMaguire
Gegen jedes Gesetz - The Untouchables
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Chicago, 1930. Prohibition. Kriminalität. Korruption. Krieg.
Es ist die Zeit der großen Gangster, eine Epoche, die bis heute mit einem Namen verbunden wird.
Al Capone.
Zu Beginn von Brian De Palmas Film, zitiert einer von Capones (dargestellt von Robert De Niro) Untergebenen einen Zeitungsartikel, der die Frage stellt warum ihm (Capone) nicht gleich das Amt des Bürgermeisters übertragen würde, da er ohnehin in der amerikanischen Großstadt Chicago nach Belieben regiert und von vielen als das wahre Oberhaupt der Stadt angesehen oder verhasst wird.
Dieser Ausspruch beschreibt den ganzen Mythos und seine Position innerhalb der Gesellschaft, der das Wesen des Gangsterbosses umhüllt und der Capone zu solch einer schillernden Figur der Gangster-Historie stilisiert.
Zum einen, die Macht, jeden und alles in der Stadt zu kontrollieren. Politiker, Polizisten, Journalisten zu korrumpieren, wenn es nützlich ist, zu ermorden, wenn es nötig wird.
Der Gedanke ein eigenes Imperium zu beherrschen, Menschen wie Schachfiguren zu bewegen und gegeneinander auszuspielen, um seine eigene, unantastbare Machtposition zu erhalten und auszuweiten.
Eine Vorstellung die Capone in die Realität umsetzt.
Zum anderen, der Schein des noblen Ehrenmannes, die Illusion des Gangsters mit Stil und Eleganz, der sich selbst niemals in die Schusslinie bringt und die Drecksarbeit von seinen Anhängern erledigen lässt.
Luxus, das Wissen um die Furcht seiner Gegner und das Bild des nach außen hin sauberen Geschäftsmannes stehen jedoch im Gegensatz zu dem Schmutz und der Gewalt, die seine kriminellen Machenschaften heraufschwören und der Besessenheit nach einem gottähnlichen Leben.
Doch keiner hat den Mut sich mit dem Kriminellen Al Capone anzulegen, denn dies würde bedeuten, sich mit dem Machtgefüge einer ganzen Stadt anzulegen. Chicago ist seine Stadt.
Special Agent Eliot Ness (Kevin Costner) vom Schatzamt unternimmt dennoch den Versuch das Gangstersyndikat auffliegen zu lassen und die Stadt aus den Fesseln der Korruption und der Gewalt, von denen sie umschlossen wird, zu befreien. Als gesetzestreuer Diener des Staates
muss Ness bald feststellen, dass diese Aufgabe wohl mehr Risiko und Einsatz erfordert als er erwartete.
Die Polizei kann ihm nicht helfen, da Capone sie kontrolliert, deshalb stellt er eine kleine Gruppe von furchtlosen Männern zusammen, mit denen er den Kampf aufnehmen will. Der alternde Streifenpolizist Jim Malone (Sean Connery), Rekrut George Stone alias Giuseppe Petri (Andy Garcia) und der Buchprüfer Oscar Wallace (Charles Martin-Smith) gehören zu der vierköpfigen Gruppe und ihnen allen ist bewusst, dass sie sich auf einen beinahe aussichtslosen Weg begeben haben und jeder von ihnen sein eigenes Leben aufs Spiel setzt.
Ihr Ziel ist es Capone vor Gericht zu stellen, wenn nicht wegen Mordes oder schwerer krimineller Vergehen, so zumindest wegen Steuerhinterziehung, um den Gangsterboss für eine zeitlang aus dem Verkehr zu ziehen.
Doch Beweise zu finden und vor allem gegen eine scheinbar vollkommen korrupte Stadt anzugehen, stellt sich schnell als äußerst riskant heraus und zwingt selbst Ness fast zur Aufgabe...
Brian De Palmas 1987 entstandener Film, überzeugt zunächst einmal, wie eigentlich fast jeder seiner Filme, aufgrund der hervorragenden Kameraführung und der visuellen Erscheinung. Exemplarisch dafür steht die Szene am Bahnhof, in der Ness und Stone auf Capones Buchhalter wartend in eine wüste Schiesserei verwickelt werden in deren Verlauf ein Kinderwagen die Treppe der Eingangshalle hinunterrollt.
Dramatisch in Szene gesetzt wirken vor allem die Zeitlupeneinstellungen sehr stark und schaffen eine besonders beklemmende Spannung.
De Palma versteht es außerordentlich gut Teile seiner Handlung durch ungewöhnliche Kameraperspektiven hervorzuheben, oder durch szenische Aufbauten und Aktionsräume der Darsteller, die Machposition der Figuren zu umschreiben.
Ein Beispiel hierfür sei die Eingangszene, in der die Kamera von oben auf das Gesicht von Capone zufährt und neben ihm keiner seiner Untergebenen zu erkennen ist.
Die gesamte Ausstattung des Films erzeugt eine sehr reale Wirkung und versetzt den Zuschauer tatsächlich in das Amerika der 1930er Jahre zurück. Dazu gehören auch die Kostüme der Hauptakteure, neben dem jederzeit sehr elegant gekleideten Capone selbst sogar dessen Handlanger und nicht zuletzt die vier Kämpfer für das Gute.
Die überzeugendsten und stärksten schauspielerischen Leistungen liefern Robert De Niro als Al Capone, sowie Sean Connery als Jim Malone ab. Während De Niro das Gangster-Image, das ihm spätestens nach „Der Pate : Teil 2“ und eigentliche bereits seit „Hexenkessel“ (1976) anheftet, um eine weitere Nuance erweitert und wieder einmal vollkommen real wirkt, spielt Sean Connery den weisen Mentor von Ness mit sehr viel Zurückhaltung, gewürzt mit einer Prise Ironie.
Wie oft er schon in die Rolle des lehrenden Altmeisters geschlüpft ist, weiß er selbst wohl am besten, sind mir persönlich jedoch vor allem seine Rollen in „Highlander“ (1986), „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989) als Dr. Jones senior und in „Forrester : Gefunden“ (2000) in bester Erinnerung.
Diesmal ist seine Rolle jedoch weniger kauzig oder verschroben alt angelegt, sondern Connery spielt eigentlich die Schlüsselfigur, die den Kampf für das Gute niemals aufgibt und bis zuletzt am Erreichen des Ziels festhält. Lohn für seine Mühen und eine wirklich starke Leistung war dann auch ein Oscar für Connery als Bester Nebendarsteller 1988.
Trotz allem besteht in Die Unbestechlichen eindeutig das Problem einer zu geringen Fixierung auf die Entwicklung der Charaktere. So bleibt Andy Garcias Figur eher blass, obwohl bei mir den gesamten Film über das starke Interesse bestand mehr über Hintergründe oder Charaktereigenschaften des Polizisten italienischer Abstammung zu erfahren.
So bleibt die Figur des Stone die ganze Laufzeit über lediglich ein treuer Polizist und guter Schütze, ohne Ecken und Kanten oder echtes Profil.
Dasselbe gilt für Oberbösewicht Capone, der meiner Meinung nach einfach zu eindimensional gezeichnet ist und zu keinem Zeitpunkt irgendeine andere Charaktereigenschaft zugesprochen bekommt als einfach nur „Der Böse“ zu sein und zu bleiben.
Die Bösen sind böse und die Guten sind gut und werden es auch immer bleiben!
Schade, dass De Palma so wenig Wert auf die Entwicklung seiner Hauptfiguren legt und bis auf die von Kevin Costner verkörperte Figur des Eliot Ness kein anderer Charakter innere Konflikte zu bewältigen hat, denn die Geschichte des Films ist absolut mitreißend.
Trotzdem möchte ich Die Unbestechlichen jedem empfehlen, der einen spannenden Filmabend mit einem wirklich guten Gangsterfilm genießen möchte, da neben er neben dem großartigen visuellen Genuss, aufgrund der von Ennio Morricone komponierten Musik auch ein richtiges Vergnügen für die Ohren bereithält.
JerryMaguire für
www.ciao.com
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Es ist die Zeit der großen Gangster, eine Epoche, die bis heute mit einem Namen verbunden wird.
Al Capone.
Zu Beginn von Brian De Palmas Film, zitiert einer von Capones (dargestellt von Robert De Niro) Untergebenen einen Zeitungsartikel, der die Frage stellt warum ihm (Capone) nicht gleich das Amt des Bürgermeisters übertragen würde, da er ohnehin in der amerikanischen Großstadt Chicago nach Belieben regiert und von vielen als das wahre Oberhaupt der Stadt angesehen oder verhasst wird.
Dieser Ausspruch beschreibt den ganzen Mythos und seine Position innerhalb der Gesellschaft, der das Wesen des Gangsterbosses umhüllt und der Capone zu solch einer schillernden Figur der Gangster-Historie stilisiert.
Zum einen, die Macht, jeden und alles in der Stadt zu kontrollieren. Politiker, Polizisten, Journalisten zu korrumpieren, wenn es nützlich ist, zu ermorden, wenn es nötig wird.
Der Gedanke ein eigenes Imperium zu beherrschen, Menschen wie Schachfiguren zu bewegen und gegeneinander auszuspielen, um seine eigene, unantastbare Machtposition zu erhalten und auszuweiten.
Eine Vorstellung die Capone in die Realität umsetzt.
Zum anderen, der Schein des noblen Ehrenmannes, die Illusion des Gangsters mit Stil und Eleganz, der sich selbst niemals in die Schusslinie bringt und die Drecksarbeit von seinen Anhängern erledigen lässt.
Luxus, das Wissen um die Furcht seiner Gegner und das Bild des nach außen hin sauberen Geschäftsmannes stehen jedoch im Gegensatz zu dem Schmutz und der Gewalt, die seine kriminellen Machenschaften heraufschwören und der Besessenheit nach einem gottähnlichen Leben.
Doch keiner hat den Mut sich mit dem Kriminellen Al Capone anzulegen, denn dies würde bedeuten, sich mit dem Machtgefüge einer ganzen Stadt anzulegen. Chicago ist seine Stadt.
Special Agent Eliot Ness (Kevin Costner) vom Schatzamt unternimmt dennoch den Versuch das Gangstersyndikat auffliegen zu lassen und die Stadt aus den Fesseln der Korruption und der Gewalt, von denen sie umschlossen wird, zu befreien. Als gesetzestreuer Diener des Staates
muss Ness bald feststellen, dass diese Aufgabe wohl mehr Risiko und Einsatz erfordert als er erwartete.
Die Polizei kann ihm nicht helfen, da Capone sie kontrolliert, deshalb stellt er eine kleine Gruppe von furchtlosen Männern zusammen, mit denen er den Kampf aufnehmen will. Der alternde Streifenpolizist Jim Malone (Sean Connery), Rekrut George Stone alias Giuseppe Petri (Andy Garcia) und der Buchprüfer Oscar Wallace (Charles Martin-Smith) gehören zu der vierköpfigen Gruppe und ihnen allen ist bewusst, dass sie sich auf einen beinahe aussichtslosen Weg begeben haben und jeder von ihnen sein eigenes Leben aufs Spiel setzt.
Ihr Ziel ist es Capone vor Gericht zu stellen, wenn nicht wegen Mordes oder schwerer krimineller Vergehen, so zumindest wegen Steuerhinterziehung, um den Gangsterboss für eine zeitlang aus dem Verkehr zu ziehen.
Doch Beweise zu finden und vor allem gegen eine scheinbar vollkommen korrupte Stadt anzugehen, stellt sich schnell als äußerst riskant heraus und zwingt selbst Ness fast zur Aufgabe...
Brian De Palmas 1987 entstandener Film, überzeugt zunächst einmal, wie eigentlich fast jeder seiner Filme, aufgrund der hervorragenden Kameraführung und der visuellen Erscheinung. Exemplarisch dafür steht die Szene am Bahnhof, in der Ness und Stone auf Capones Buchhalter wartend in eine wüste Schiesserei verwickelt werden in deren Verlauf ein Kinderwagen die Treppe der Eingangshalle hinunterrollt.
Dramatisch in Szene gesetzt wirken vor allem die Zeitlupeneinstellungen sehr stark und schaffen eine besonders beklemmende Spannung.
De Palma versteht es außerordentlich gut Teile seiner Handlung durch ungewöhnliche Kameraperspektiven hervorzuheben, oder durch szenische Aufbauten und Aktionsräume der Darsteller, die Machposition der Figuren zu umschreiben.
Ein Beispiel hierfür sei die Eingangszene, in der die Kamera von oben auf das Gesicht von Capone zufährt und neben ihm keiner seiner Untergebenen zu erkennen ist.
Die gesamte Ausstattung des Films erzeugt eine sehr reale Wirkung und versetzt den Zuschauer tatsächlich in das Amerika der 1930er Jahre zurück. Dazu gehören auch die Kostüme der Hauptakteure, neben dem jederzeit sehr elegant gekleideten Capone selbst sogar dessen Handlanger und nicht zuletzt die vier Kämpfer für das Gute.
Die überzeugendsten und stärksten schauspielerischen Leistungen liefern Robert De Niro als Al Capone, sowie Sean Connery als Jim Malone ab. Während De Niro das Gangster-Image, das ihm spätestens nach „Der Pate : Teil 2“ und eigentliche bereits seit „Hexenkessel“ (1976) anheftet, um eine weitere Nuance erweitert und wieder einmal vollkommen real wirkt, spielt Sean Connery den weisen Mentor von Ness mit sehr viel Zurückhaltung, gewürzt mit einer Prise Ironie.
Wie oft er schon in die Rolle des lehrenden Altmeisters geschlüpft ist, weiß er selbst wohl am besten, sind mir persönlich jedoch vor allem seine Rollen in „Highlander“ (1986), „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989) als Dr. Jones senior und in „Forrester : Gefunden“ (2000) in bester Erinnerung.
Diesmal ist seine Rolle jedoch weniger kauzig oder verschroben alt angelegt, sondern Connery spielt eigentlich die Schlüsselfigur, die den Kampf für das Gute niemals aufgibt und bis zuletzt am Erreichen des Ziels festhält. Lohn für seine Mühen und eine wirklich starke Leistung war dann auch ein Oscar für Connery als Bester Nebendarsteller 1988.
Trotz allem besteht in Die Unbestechlichen eindeutig das Problem einer zu geringen Fixierung auf die Entwicklung der Charaktere. So bleibt Andy Garcias Figur eher blass, obwohl bei mir den gesamten Film über das starke Interesse bestand mehr über Hintergründe oder Charaktereigenschaften des Polizisten italienischer Abstammung zu erfahren.
So bleibt die Figur des Stone die ganze Laufzeit über lediglich ein treuer Polizist und guter Schütze, ohne Ecken und Kanten oder echtes Profil.
Dasselbe gilt für Oberbösewicht Capone, der meiner Meinung nach einfach zu eindimensional gezeichnet ist und zu keinem Zeitpunkt irgendeine andere Charaktereigenschaft zugesprochen bekommt als einfach nur „Der Böse“ zu sein und zu bleiben.
Die Bösen sind böse und die Guten sind gut und werden es auch immer bleiben!
Schade, dass De Palma so wenig Wert auf die Entwicklung seiner Hauptfiguren legt und bis auf die von Kevin Costner verkörperte Figur des Eliot Ness kein anderer Charakter innere Konflikte zu bewältigen hat, denn die Geschichte des Films ist absolut mitreißend.
Trotzdem möchte ich Die Unbestechlichen jedem empfehlen, der einen spannenden Filmabend mit einem wirklich guten Gangsterfilm genießen möchte, da neben er neben dem großartigen visuellen Genuss, aufgrund der von Ennio Morricone komponierten Musik auch ein richtiges Vergnügen für die Ohren bereithält.
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