Wahnsinnig verliebt (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von schalkman

...and you know: she\'s a little bit dangerous...

Pro:

toller Film; überraschender Fortlauf; offenes Ende; gute schauspielerische Leistung

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Den Film \"Wahnsinnig verliebt\" mit Audrey Tautou wollte ich schon eine kleine Ewigkeit lang mal sehen. Als ich nun vor einigen Tagen die Chance bekam und \"die böse Amélie\" sehen konnte, zögerte ich keine Sekunde...

1. Handlung
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Angelique (Audrey Tautou) ist eine junge Kunststudentin, die gelegentlich \"Housesitting\" für reichere Familien macht, die für einige Wochen oder Monate ins Ausland gehen. Bei einem dieser \"Housesittings\" lernt sie Loic (Samuel Le Bihan) kennen, ein erfolgreicher, aber verheirateter Kardiologe.

Angelique und Loic haben fortan eine Liason, er verspricht ihr mehr als einmal bald seine Frau zu verlassen, die zu allem Überfluss erst kürzlich ihr noch ungeborenes Kind durch einen Verkehrsunfall verloren hat. Die ständigen Streits machen Angelique Hoffnung bald ein Leben mit Loic führen zu können.

Doch leider macht es Loic ihr nicht so leicht, wie es sein könnte und versetzt sie ein ums andere mal. Sogar einen gemeinsamen Ausflug nach Florenz lässt er sausen. Ständig gibt er neue Versprechen und bricht sie wieder als wären sie nie gewesen...

Das geht sogar so weit, dass Angelique für Loic mordet und sich auch noch selbst umbringen möchte. Genau an diesem Punkt ändert der Film seine Sichtweise der Dinge von Angeliques Standpunkt aus zur Sichtweise von Loic und überrascht den Zuseher komplett...

2. Schauspieler
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Audrey Tautou spielt anfangs eine sehr ähnliche Rolle wie in \"Amélie\", was sie wieder mit diesem bezaubernden Charme tut, mit dem sie mich schon in ihrem ersten großen Film verzaubert hat. Doch nach wenigen Minuten wird dem Zuseher klar, dass es Angelique nicht so einfach hat wie Amélie und gerade in diesem Punkt kann Audrey Tautou zeigen, dass sie auch schauspielerisch mehr zeigen kann. Das selbe Lächeln, dass man am Anfang des Films noch als wunderschön bezeichnen kann, ändert sich bis zum Ende in das Lächeln einer wahnsinnigen.

Samuel Le Bihan war für mich ein unbeschriebenes Blatt - ich hatte den Namen vorher einfach noch nie gehört. Er gibt den bodenständigen Kardiologen, der zwischen seinem Glück und einer unbekannten Bedrohnung hin und her gerissen ist. Alles in allem spielt er ganz gut, man kauft ihm die Rolle durchaus ab.

3. Fakten
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Frankreich 2002
Regie: Laetitia Colombani
Buch: Laetitia Colombani/Caroline Thivel
Länge: 100 Minuten
Genre: Drama/Thriller

Freigegeben ab 12 Jahren

4. Kritik
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Mein Problem hier in der Kritik ist, dass ich nicht zu viel verraten will, deshalb ist auch die Inhaltsangabe so kurz (zumindest für meine Verhältnisse) ausgefallen. Aber ich fürchte, dass ich hier ein bissl mehr über den überraschenden Verlauf preisgeben muss, als ich eigentlich will. Deshalb sollten alle die, die den Film noch sehen wollen diesen Punkt eventuell überspringen.

In der ersten halben Stunde wird der Zuschauer regelrecht dazu gezwungen Loic zu hassen, denn ein ums andere mal versetzt er das arme Mädchen. Man merkt und sieht wie sie an ihm zugrunde geht, wie es sie psychisch und physisch belastet, was für Risiken sie für ihn eingeht, wie sie nur auf kleine Andeutungen reagiert und wie wahnsinnig sie ihn liebt. Jeder geschmiedete Plan - von einem gemeinsamen Abend mit ihm bis hin zum Flug nach Florenz - weckt im Zuseher die Hoffnung, dass sich die Liebe nun endgültig erfüllt, doch jedes mal scheint sich Loic wieder auf seine Frau zurück zu besinnen und lässt Angelique allein zu Hause und allein am Flughafen \"vergammeln\". Das dieses Verhalten Loics schließlich in den Selbstmord treibt scheint wenig überraschend, eher ist es eine logische Konsequenz.

Als der Film sich wendet und das Geschehen aus der Sich Loics zeigt gelingt der jungen Regisseurin ein gekonnter Schachzug, denn der Betrachter ist völlig platt: Anfangs scheint es nur so als verleugne Loic Angelique vor seiner Frau, doch dann wird es zur Gewissheit, dass er dieses Mädchen überhaupt nicht kennt. Er erhält Birefe, Rosen und gemalte Bilder vor ihr - anfangs denkt er, dass es sich um einen dankbaren Patienten handelt, doch bald wird es zur Gewissheit, dass es sich um Stalking oder einen Liebeswahn handelt.

Ich war regelrecht schockiert davon, wie dieses junge, hübsche Mädchen, das künstlerisch auf einem aufsteigenden Ast ist, sich so in eine Liebe hineinsteigern kann ist mir unverständlich. Doch zeigt dieser Film ist nicht nur ein Liebesfilm (besonders die erste halbe bis dreiviertel Stunde), sondern auch noch ein Thriller (die zweite Hälfte des Films) und durchgehend eine Psychoanalyse, was aber eigentlich erst am Ende deutlich wird. Deshalb lohnt ein zweites Schauen des Films auf jeden Fall, denn gerade unter dem psychologischen Gesichtspunkt ist der Film höchstinteressant.

5. Fazit
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Dieser Film ist wirklich klasse. Zwar sind Schauspieler und Regisseurin keine \"großen\" Stars, doch was für ein Meisterwerk von Film sie da hingezaubert haben ist wirklich bemerkenswert. Ein Film der so gut mehere Genres in sich vereint gelingt selten so gut, ist so wenig offensichtlich und gut gelungen. Das offene Ende bekommt dem Film sehr gut und lässt dem Zuseher Raum für seine eigenen Interpretationen, die sich in vielfältige Richtungen ausbreiten können. Ich gebe dem Film daher fünf volle Sterne und eine klare Empfehlung.

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