Erfahrungsbericht von Mangaia
Überflüssiges aus Hollywood - Windtalkers
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hallo liebe yopi-Mitglieder,
ich möchte Euch einen weiteren Film vorstellen, den ich während meines Aufenthaltes in Bangkok gesehen habe, den neusten Film von Nicolas Cage, „Windtalkers\". Ich habe ihn mir als VCD, die ich in Bangkok günstig erstanden habe, angesehen.
Daten zum Film:
#############
Hersteller : Metro-Goldwin-Payer Pictures
Haupt-Darsteller : Nicolas Cage als Joe Enders
Christian Slater als Ox Henderson
Adam Beach als Ben Yahzee
Roger Willie als Charlie Whitehorse
Noah Emmerich als Charles Rogers
Regisseur : John Woo
Länge des Films : ca. 134 Min.
Genre : Kriegsfilm
Kinostart war in Deutschland am 01.08.2002
Weitere Informationen zu diesem Film findet Ihr auf den offiziellen Webseiten :
http://www.windtalkers-derfilm.de
http://www.mgm.com/windtalkers
historischer Hintergrund :
#####################
Im Juni 1944 wählten die Amerikaner als nächstes Ziel ihres Inselspringens im Pazifik die südliche Mariannen-Gruppe aus. Die drei Hauptziele waren Guam, Saipan und Tinian. Die Inseln waren stark besetzt, konnten aber nicht umgangen werden, da sie zum einen als Stützpunkte zum weiterem Vorgehen gegen die Philippinen und die Flugplätze auf den drei Inseln für die Fernbomber gebraucht wurden, um von hier aus Terrorangriffe gegen die japanischen Städte fliegen zu können. Da die Amerikaner einen hartnäckigen Widerstand der Japaner erwarteten führten die Amerikaner die Landungsoperationen im großen Stil durch.
Die Operation wurde von Admiral Spruance geleitet. Die amerikanischen Kräfte zählten 7 große + 8 leichte Flugzeugträger, insgesamt 820 Flugzeuge, 11 Gleitträger mit weiteren 169 Flugzeugen, und weiteren 540 Schiffen, darunter Schlachtschiffen, Kreuzern, Zerstörern, Landungsboote usw. Zur Landung standen 127.000 Mann Marines und Heerestruppen bereit.
Als erstes wurde die Insel Saipan an 14.06.1944 angegriffen. Es gelang die Japaner zu überraschen und fast alle deren Flugzeuge schon am Boden zu zerstören. Die Landung selber verlief planmäßig, aber ca. 32.000 japanische Soldaten verteidigten die Insel hartnäckig. Die amerikanischen Verluste waren so schwer, dass die Reserven eingesetzt werden mussten und die Landungen auf den anderen Mariannen-Inseln verschoben werden mussten. Die Kämpfe auf Saipan dauerten einen Monat und kosteten die Amerikaner 16.500 Mann an Toten und Verwundeten. Die japanischen Verluste beliefen sich auf nahezu 100% an Gefallenen.
Handlung:
########
Nicolas Cage spielt den Soldaten Joe Enders, der ein Jahr zuvor, 1943, bei Kämpfen mit den Japanern schwer verletzt wurde. Seitdem hat er Probleme mit seinem Gleichgewicht. Trotzdem möchte er wieder sofort an die Front, weil sein einziger Lebenssinn darin besteht, Soldat zu sein. Er ignoriert hierfür sogar die medizinischen Tests. Sein Vorgesetzter aber
versetzt ihn nur an die Front unter der Bedingung, dass er als Begleiter eines „Code-Talker\" (auch Windtalker ) Verwendung findet.
Mit den „Code-Talkers\" hat es folgende Bewandtnis :
Es gelang den Japanern immer wieder die geheimen Dechiffriercodes der Amerikaner zu knacken. Deshalb suchten die Amerikaner nach einen sicheren Code. Man fand diesen letztendlich in den Navajo-Indianern. Der Trick dabei war, es handelt sich gar nicht um einen
Dechiffriercode, sondern rein um deren Sprache. Diese wird nur von den Indianer selbst gesprochen. Die jeweiligen Kampfgruppen der Amerikaner führen Navajo-Indianer mit sich, die untereinander in Kontakt stehen. Aufgabe deren Begleiter ist es, bei Gefahr einer Gefangennahme der Indianer, diese zu erschießen.
Joe Enders wird als Begleiter dem Navajo-Indianer Ben Jahzee zugeteilt. Eine zweite Gruppe besteht aus dem Begeleitsoldaten Ox Henderson und dem Navajo-Indianer Charlie Whitehorse.
Joe ist mit seiner Aufgabe sehr unzufrieden und ist frustriert. Er verhält sich gegenüber dem ihm zugeteilten Navajo-Indianer Ben sehr distanziert. Im Gegensatz zur zweiten Gruppe. Ox Henderson ist sehr bemüht um die Freundschaft zu Charlie Whitehorse und versucht sich Wissen über deren Kultur anzueignen. Allmählich aber entwickelt sich eine Freundschaft
zwischen Joe und Ben.
Ansonsten besteht die Handlung aus unzähligen Kampfszenen.
Meine Meinung:
#############
zu Handlung und Ablauf:
Die Handlung ist, wie Ihr an meiner obigen Beschreibung ersehen könnt, ziemlich dürftig. Man hätte bedeutend mehr, aus der Story machen können. Es wird zuwenig auf die Rolle der Indianer im Einsatz für die Armee eingegangen. Auf deren Probleme in Amerika wird gar nicht eingegangen. Wohl aus gutem Grund. Auch hätte man mehr aus der Beziehung
zwischen den Indianern und ihren Begleitern machen können.Nach Anspruch und Niveau braucht man hier nicht zu suchen. Der Film verzettelt sich in endlosen Kampfszenen. Der Regisseur John Woo verstand sich
mehr auf den Einsatz von Gewaltszenen und vielen Explosionen.
Ein roter Pfaden war nur an der ab und zu eingeblendeten Karte von Saipan, auf der der
Vormarsch der Amerikaner zu sehen war, zu erkennen.
Normalerweise mag ich Kriegsfilme sehr gerne sehen, aber diesen Film wollte ich schon nach 30 Minuten beenden. Habe ihn nur zuenden gesehen, um diesen Bericht schreiben zu können.
Von einem Anti-Kriegsfilm kann hier keine Rede sein.
Ganz im Gegenteil. Es handelt sich um den typischen US-Kriegsfilm, indem aufgezeigt werden soll, dass die US-Amerikaner erstens sowieso immer die guten und zum Anderen auch immer die überlegeneren Menschen sind. In den Gewaltszenen werden die Japaner auf
diskriminierende Weise dahingeschlachtet. Der Tod eines Amerikaners wird vom Regisseur auf so tragische Weise dargestellt, dass mein meinen könnte, er fordere den Zuschauer zum Weinen auf , während auf die japanischen Soldaten überhaupt nicht eingegangen wird, als handelt es sich um eine Kampf Menschen 1. gegen 2 oder darunter liegender Klasse.
Natürlich sind die Amerikaner in jedem Gefecht überlegen, egal, ob sie in einen Hinterhalt geraten, die Japaner überlegen sind ....
Die Darsteller:
Die Darsteller haben ihre Rollen gut ausgefüllt. Allerdings waren die Rollen, die sie darstellten so blass, dass alles schauspielerische Talent wenig nützt.
Es gab eine einzige Frauenrolle, gespielt von Rita Swelton, die so kurz vorkam, dass man sie hätte weglassen können. Es handelte sich wohl nur um die „Quotenrolle\".
Gute Filme können nicht lange genug sein, aber die 134 Min., die dieser Film ging, waren entschieden zu lang.
Fazit:
Die Grundidee des Films, Navajo-Indianer im 2. Weltkrieg, klang recht vielversprechend. Allerdings wird auf sie kaum eingegangen.Dieser Film ist nicht nur absolut überflüssig, aufgrund seiner diskriminierenden Gewaltszenen sollte er sogar verboten werden.
Der 11. September darf kein Freibrief für die Amerikaner sein, ihren menschenverachtenden
Patriotismus in die Welt zu verbreiten.Es macht wenig Sinn, bei uns Diskussionen über Spiele wie CounterStrike anzufangen, und dann solche Filme zu zeigen. Da bringt auch die Altersfreigabe von 18 Jahren nur wenig.
Ich bin froh, mir den Film günstig besorgt zu haben, da waren meine finanziellen Verluste nicht allzu schmerzhaft.
Euer
Michael_Jabs
@Glückstadt, den 12.09.2002
Anregungen und konstruktive Kritik nehme ich gerne entgegen.
Diesen Bericht veröffentlichte ich bei dooyoo(Mangaia), ecomments(rori) und ciao(Michael_Jabs)
ich möchte Euch einen weiteren Film vorstellen, den ich während meines Aufenthaltes in Bangkok gesehen habe, den neusten Film von Nicolas Cage, „Windtalkers\". Ich habe ihn mir als VCD, die ich in Bangkok günstig erstanden habe, angesehen.
Daten zum Film:
#############
Hersteller : Metro-Goldwin-Payer Pictures
Haupt-Darsteller : Nicolas Cage als Joe Enders
Christian Slater als Ox Henderson
Adam Beach als Ben Yahzee
Roger Willie als Charlie Whitehorse
Noah Emmerich als Charles Rogers
Regisseur : John Woo
Länge des Films : ca. 134 Min.
Genre : Kriegsfilm
Kinostart war in Deutschland am 01.08.2002
Weitere Informationen zu diesem Film findet Ihr auf den offiziellen Webseiten :
http://www.windtalkers-derfilm.de
http://www.mgm.com/windtalkers
historischer Hintergrund :
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Im Juni 1944 wählten die Amerikaner als nächstes Ziel ihres Inselspringens im Pazifik die südliche Mariannen-Gruppe aus. Die drei Hauptziele waren Guam, Saipan und Tinian. Die Inseln waren stark besetzt, konnten aber nicht umgangen werden, da sie zum einen als Stützpunkte zum weiterem Vorgehen gegen die Philippinen und die Flugplätze auf den drei Inseln für die Fernbomber gebraucht wurden, um von hier aus Terrorangriffe gegen die japanischen Städte fliegen zu können. Da die Amerikaner einen hartnäckigen Widerstand der Japaner erwarteten führten die Amerikaner die Landungsoperationen im großen Stil durch.
Die Operation wurde von Admiral Spruance geleitet. Die amerikanischen Kräfte zählten 7 große + 8 leichte Flugzeugträger, insgesamt 820 Flugzeuge, 11 Gleitträger mit weiteren 169 Flugzeugen, und weiteren 540 Schiffen, darunter Schlachtschiffen, Kreuzern, Zerstörern, Landungsboote usw. Zur Landung standen 127.000 Mann Marines und Heerestruppen bereit.
Als erstes wurde die Insel Saipan an 14.06.1944 angegriffen. Es gelang die Japaner zu überraschen und fast alle deren Flugzeuge schon am Boden zu zerstören. Die Landung selber verlief planmäßig, aber ca. 32.000 japanische Soldaten verteidigten die Insel hartnäckig. Die amerikanischen Verluste waren so schwer, dass die Reserven eingesetzt werden mussten und die Landungen auf den anderen Mariannen-Inseln verschoben werden mussten. Die Kämpfe auf Saipan dauerten einen Monat und kosteten die Amerikaner 16.500 Mann an Toten und Verwundeten. Die japanischen Verluste beliefen sich auf nahezu 100% an Gefallenen.
Handlung:
########
Nicolas Cage spielt den Soldaten Joe Enders, der ein Jahr zuvor, 1943, bei Kämpfen mit den Japanern schwer verletzt wurde. Seitdem hat er Probleme mit seinem Gleichgewicht. Trotzdem möchte er wieder sofort an die Front, weil sein einziger Lebenssinn darin besteht, Soldat zu sein. Er ignoriert hierfür sogar die medizinischen Tests. Sein Vorgesetzter aber
versetzt ihn nur an die Front unter der Bedingung, dass er als Begleiter eines „Code-Talker\" (auch Windtalker ) Verwendung findet.
Mit den „Code-Talkers\" hat es folgende Bewandtnis :
Es gelang den Japanern immer wieder die geheimen Dechiffriercodes der Amerikaner zu knacken. Deshalb suchten die Amerikaner nach einen sicheren Code. Man fand diesen letztendlich in den Navajo-Indianern. Der Trick dabei war, es handelt sich gar nicht um einen
Dechiffriercode, sondern rein um deren Sprache. Diese wird nur von den Indianer selbst gesprochen. Die jeweiligen Kampfgruppen der Amerikaner führen Navajo-Indianer mit sich, die untereinander in Kontakt stehen. Aufgabe deren Begleiter ist es, bei Gefahr einer Gefangennahme der Indianer, diese zu erschießen.
Joe Enders wird als Begleiter dem Navajo-Indianer Ben Jahzee zugeteilt. Eine zweite Gruppe besteht aus dem Begeleitsoldaten Ox Henderson und dem Navajo-Indianer Charlie Whitehorse.
Joe ist mit seiner Aufgabe sehr unzufrieden und ist frustriert. Er verhält sich gegenüber dem ihm zugeteilten Navajo-Indianer Ben sehr distanziert. Im Gegensatz zur zweiten Gruppe. Ox Henderson ist sehr bemüht um die Freundschaft zu Charlie Whitehorse und versucht sich Wissen über deren Kultur anzueignen. Allmählich aber entwickelt sich eine Freundschaft
zwischen Joe und Ben.
Ansonsten besteht die Handlung aus unzähligen Kampfszenen.
Meine Meinung:
#############
zu Handlung und Ablauf:
Die Handlung ist, wie Ihr an meiner obigen Beschreibung ersehen könnt, ziemlich dürftig. Man hätte bedeutend mehr, aus der Story machen können. Es wird zuwenig auf die Rolle der Indianer im Einsatz für die Armee eingegangen. Auf deren Probleme in Amerika wird gar nicht eingegangen. Wohl aus gutem Grund. Auch hätte man mehr aus der Beziehung
zwischen den Indianern und ihren Begleitern machen können.Nach Anspruch und Niveau braucht man hier nicht zu suchen. Der Film verzettelt sich in endlosen Kampfszenen. Der Regisseur John Woo verstand sich
mehr auf den Einsatz von Gewaltszenen und vielen Explosionen.
Ein roter Pfaden war nur an der ab und zu eingeblendeten Karte von Saipan, auf der der
Vormarsch der Amerikaner zu sehen war, zu erkennen.
Normalerweise mag ich Kriegsfilme sehr gerne sehen, aber diesen Film wollte ich schon nach 30 Minuten beenden. Habe ihn nur zuenden gesehen, um diesen Bericht schreiben zu können.
Von einem Anti-Kriegsfilm kann hier keine Rede sein.
Ganz im Gegenteil. Es handelt sich um den typischen US-Kriegsfilm, indem aufgezeigt werden soll, dass die US-Amerikaner erstens sowieso immer die guten und zum Anderen auch immer die überlegeneren Menschen sind. In den Gewaltszenen werden die Japaner auf
diskriminierende Weise dahingeschlachtet. Der Tod eines Amerikaners wird vom Regisseur auf so tragische Weise dargestellt, dass mein meinen könnte, er fordere den Zuschauer zum Weinen auf , während auf die japanischen Soldaten überhaupt nicht eingegangen wird, als handelt es sich um eine Kampf Menschen 1. gegen 2 oder darunter liegender Klasse.
Natürlich sind die Amerikaner in jedem Gefecht überlegen, egal, ob sie in einen Hinterhalt geraten, die Japaner überlegen sind ....
Die Darsteller:
Die Darsteller haben ihre Rollen gut ausgefüllt. Allerdings waren die Rollen, die sie darstellten so blass, dass alles schauspielerische Talent wenig nützt.
Es gab eine einzige Frauenrolle, gespielt von Rita Swelton, die so kurz vorkam, dass man sie hätte weglassen können. Es handelte sich wohl nur um die „Quotenrolle\".
Gute Filme können nicht lange genug sein, aber die 134 Min., die dieser Film ging, waren entschieden zu lang.
Fazit:
Die Grundidee des Films, Navajo-Indianer im 2. Weltkrieg, klang recht vielversprechend. Allerdings wird auf sie kaum eingegangen.Dieser Film ist nicht nur absolut überflüssig, aufgrund seiner diskriminierenden Gewaltszenen sollte er sogar verboten werden.
Der 11. September darf kein Freibrief für die Amerikaner sein, ihren menschenverachtenden
Patriotismus in die Welt zu verbreiten.Es macht wenig Sinn, bei uns Diskussionen über Spiele wie CounterStrike anzufangen, und dann solche Filme zu zeigen. Da bringt auch die Altersfreigabe von 18 Jahren nur wenig.
Ich bin froh, mir den Film günstig besorgt zu haben, da waren meine finanziellen Verluste nicht allzu schmerzhaft.
Euer
Michael_Jabs
@Glückstadt, den 12.09.2002
Anregungen und konstruktive Kritik nehme ich gerne entgegen.
Diesen Bericht veröffentlichte ich bei dooyoo(Mangaia), ecomments(rori) und ciao(Michael_Jabs)
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