eXistenZ (DVD) Testbericht

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Existenz-dvd-science-fiction-film
ab 7,15
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Erfahrungsbericht von vonFalkenberg

Virtuelle Eingeweide

Pro:

Realitätsverwirrende Handlung voller Wendungen

Kontra:

Manchmal etwas eklig

Empfehlung:

Ja

Die Spieleentwicklerin Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) stellt einer Gruppe Playtester ihr neuestes Werk Namens „eXistenZ“ vor, als ein Zuschauer plötzlich einen Mordanschlag auf sie verübt. Verletzt entkommt sie dank der Hilfe des Marketingmitarbeiters Ted (Jude Law). Während des Anschlags wird die Konsole beschädigt, und Allegra will sofort einen Testlauf des Spieles starten. Auf ihrer Konsole befindet sich das einzige vollständige Exemplar des neuen Spieles, welches den Gegenwert von 5 Jahren Entwicklung und 38 Millionen Dollar Entwicklungskosten darstellt.

Damit Ted ihr bei dem Test helfen kann benötigt er einen externen Anschluss an seine Wirbelsäule namens „Bio-Port“. Die Konsolen sind aus organischem Nervengewebe gefertigt und werden mittels einer an eine Nabelschnur erinnernde Leitung in die Bio-Ports eingestöpselt. Das Legen eines Bio-Ports ist inzwischen aber so weit automatisiert, das dieser Service von einer Unmenge Leuten durchgeführt werden, welche eigentlich keine Lizenz für diese Tätigkeit besitzen.

Einer dieser illegalen Handwerker ist der Tankwart „Gas“ (großartig gespielt von Willem Dafoe). Unter eher dubiosen hygienischen Verhältnissen setzt er dem armen Ted einen Bio-Port ein, wobei allerdings als Nebenwirkung eine vorrübergehende Lähmung der Beine auftritt. Gas erzählt Allegra, das jemand ein Kopfgeld von 5 Millionen Dollar für ihren Tod ausgesetzt hat. Nach einigen weiteren Problemen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde, um nicht jede Spannung kaputt zu machen, (und weil bei all den unerwarteten Wendungen des Filmes sowieso nur eine komplette Nacherzählung der Handlung dem Film gerecht würde) gehen Ted und Allegra virtuell ins Spiel eXistenZ, wo sie von einer Gefahr in die Nächste geraten.

Absolut eindrucksvoll ist die Gestaltung der Biotechnologie in diesem Film. Die verwendeten Spielkonsolen bestehen aus dem Nervengewebe mutierter Amphibien und scheinen ein Eigenleben zu besitzen. Um Metalldetektoren zu umgehen werden Pistolen schon mal aus Knochen gefertigt und verschießen stilecht Zähne. Am meisten begeisterte mich aber die Vielzahl von mutiertem Viehzeug im Film, welches wirklich an jeder Ecke auftauchte und sich sozusagen wie ein roter Faden durch den Film schlängelte.

„Realität“ ist DAS Thema des Filmes. Ted und Allegra stöpseln sich auch im Spiel wieder in eine Konsole ein und tauchen so immer tiefer in virtuelle Welten. Bald ist die reale Welt von den Simulationen kaum noch zu unterscheiden und man zweifelt langsam an der gesamten Umwelt. Dies wird durch Regisseur David Cronenberg dadurch unterstützt, dass er altbekannte Requisiten gegen den Strich gebürstet benutzt. Aus einem stinknormalen Schuh wird ein Konsolenkoffer, und aus den Überresten einer chinesischen Mahlzeit eine gefährliche Waffe. (Hier darf jetzt jeder seinen Lieblingswitz über SARS einfügen...)

Cronenberg hat ganz offensichtlich ein Faible für widerwärtiges organisches Material in seinen Filmen. Das dürfte spätestens seit seiner „Fliege-Verfilmung nicht überraschen, und auch hier tut er sein Bestes, um seinen Ruf als Regisseur mit einem Händchen für das Eklige zu verteidigen. Ständig wird selbst dann in Schlachtabfällen gewühlt, wenn der Zuschauer eigentlich gerade auf eine beginnende Sex-Szene eingestimmt wurde.

Der Film eXistenZ hat mir gut gefallen und kann durchaus weiter empfohlen werden. Aber was hat denn nun die DVD zu bieten? Der (deutsche oder englische) Ton ist wie derzeit üblich in Dolby Digital 5.1 sowie Dolby Surround und dementsprechend von überzeugender Qualität. Untertitel sind ebenfalls in Deutsch oder Englisch vorhanden.

Als Extras gibt es den offensichtlich obligatorischen Trailer und ein „Making of“. Überzeugender fand ich allerdings die wirklich lange Dokumentation über die Produktionsdesignerin Carol Spier.
Passenderweise gibt es zu einem Film über ein Computerspiel auch noch einen DVD-Rom-Part mit einer Spieldemo zu „Shadowman“, welche natürlich nur auf Computern läuft und die ich mir gar nicht erst angetan habe.

Fazit: Durchaus empfehlenswert!

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