booklooker.de Testbericht

Booklooker-de
Leider kein Preis
verfügbar
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
  • Aufmachung:  sehr gut
  • Übersichtlichkeit:  sehr gut
  • Benutzerfreundlichkeit:  sehr gut
  • Navigation:  sehr gut
  • Funktionsvielfalt:  sehr groß
  • Platzierung von Werbung:  sehr wenig

Erfahrungsbericht von FloVi

Leseratten-Paradies

Pro:

Unkompliziert günstig im Vergleich zu ähnlichen Portalen Spezialisierung auf Bücher

Kontra:

Suchfunktion könnte umfangreicher sein Spezialisierung auf Bücher

Empfehlung:

Ja

Grundsätzliches

Antike Dinge müssen mindestens 100 Jahre alt sein, damit sie sich Antiquität nennen dürfen. Ein Buch muss nicht so lange warten, um in eine Antiquariat aufgenommen zu werden. Diese handeln mit gebrauchten Büchern, von Sheakspeares Erstausgabe von Romeo und Julia bis hin zum neuesten Harry Potter.

Booklooker ist jedoch kein Antiquariat, eher eine Art Vermittler zwischen Anbietern gebrauchter Bücher und den Interessierten an dieser Second-Hand-Literatur.

Doch warum sollte man sich ein Buch kaufen, das bereits durch eine nicht näher bekannte Anzahl von Händen gegangen ist?

Dafür sprechen zwei Gründe:

1. Preis
In Deutschland gibt es eine Buchpreisbindung, in der Kurzfassung heißt das, kein deutscher Händler darf ein Buch zu einem anderen als den vom Verlag festgelegten Preis verkaufen. Da Bücher ein Kulturgut sind, will man so erreichen, dass es eine ausreichende Anzahl von Händlern gibt, die nicht darauf angewiesen sind, Bestseller zu Dumpingpreisen verkaufen zu müssen. Für gebrauchte Bücher gilt diese Beschränkung nicht. Sie können zu dem Preis verkauft werden, den ihr Besitzer für angemessen hält. Im Schnitt kann man so auch recht neue Titel zu etwa der Hälfte des ursprünglichen Preises bekommen.

2. Verfügbarkeit
Vor allem Taschenbücher werden nur in relativ niedrigen Auflagen produziert und sind oft schon nach wenigen Monaten über den regulären Handel nicht mehr zu bekommen. Hier sind die Antiquariate die Retter in der Not. Man kennt das, da kauft man sich ein Buch und findet es ganz toll. Man will mehr von dem Autor lesen, doch die vorherigen Titel sind nicht mehr lieferbar.

Okay, es gibt gute Gründe, aber warum Booklooker?

Die beiden schärfsten Konkurrenten von Booklooker sind vermutlich Abebooks.de, Amazon.de. und eBay.

Um die wirklichen Vorteile von Booklooker gegenüber den ersten verstehen zu können, man deren Bedingungen für Verkäufer gegenüber stellen:

Abebooks:
- Einstellgebühr
- Verkaufsprovision

Amazon
- Gebühr
- Verkaufsprovision

Booklooker
- Verkaufsprovision

Booklooker sind die einzigen, die nicht schon allein durch das Anbieten der Bücher verdienen wollen. Das schlägt sich natürlich auf die Kalkulation der Anbieter aus. Wenn ich bei Amazon allein 1,14 Euro (Stand: März 2004) Gebühr zahlen muss, ist es schwer ein Taschenbuch mal eben für einen Euro anzubieten, ohne vielleicht bei den Versandgebühren zu schummeln.

eBay hat einen anderen entscheidenden Nachteil. Einzeltitel lassen sich dort schlecht verkaufen, weil sie in der Masse der Auktionen meist untergehen. Für den Verkäufer bedeutet das oft ein Verlustgeschäft und so finden sich bei eBay meist nur Titel, deren Verkaufsaussichten besonders gut sin. Oder Buchpakete, die wieder mehr was für Wiederverkäufer sind.

Booklooker für Käufer
Um Einkaufen zu können, muss man sich registrieren, was natürlich kostenlos ist. Die Vorgehensweise ist typisch, man gibt halt seine persönliche Daten an, wählt einen Usernamen und ein Passwort und das war es denn auch schon. Es liegt in der Natur der Sache, dass hier auch Daten wie die Adresse verlangt werden, schließlich muss der Verkäufer auch wissen, wohin er die Bücher senden soll.

Die Startseite präsentiert sich aufgeräumt und überschaubar. Links sind Navigationsblöcke für das Verwalten der Depots und internes wie Kontaktaufnahme. Rechts am Bildschirmrand finden sich die Anzeige für den Warenkorb, eine rudimentäre Suchmöglichkeit nach Buchtitel und Autor. Darunter kann man schon auf die Namen diverser Bestsellerautoren klicken, deren Werke dann agezeigt werden. Diese Namen ändern sich laufend, so dass man immer wieder mal interessante Anregungen findet. Etwas Werbung muss natürlich auch sein, diese beschränkt sich jedoch auf das gute Abschneiden der Site bei einem Meinungsportal ;-)

Das Kaufen von Büchern funktioniert so, wie bei anderen Shops auch. Man kann Titel in den Warenkrob geben und am Ende schließlich die Bestellung abschicken. Nix Spektakuläres, nix Überraschendes. Funktionell und schnell halt.

Allerdings muss man bei jedem Buch darauf achten, dass man nicht von Booklooker kauft, sondern von Dritten, von denen beinahe jeder seine eigenen Lieferbedingungen hat und auch eigene Vorstellungen von angemessenen Versandkosten. Hier heißt es wirklich aufpassen!

Die Detailseite einzelner Titel beschränkt sich hier natürlich nicht nur auf den Inhalt des Buches. Bei Gebrauchtwaren ist natürlich auch der Zustand relevant, der hier von wie neu bis stark abgenutzt reicht. Wenn man unsicher ist, kann man sich die Bewertungen für einen Verkäufer ansehen. Die Erfahrungen anderer Käufer sind sehr hilfreich bei der Einschätzung eines Anbieters, wenn man selbst noch nicht bei diesem bestellt hat.

Die meisten Händler arbeiten mit Vorkasse. Das übliche Prozedere ist also, dass man nach Abschicken der Bestellung eine eMail mit der Bankverbindung des Anbieters bekommt. Nach erfolgter Überweisung schickt der dann die Ware ab, meist als so genannte Büchersendung. Diese Versandart braucht zwar bis zu sieben Werktage, ist jedoch im Vergleich zu anderen Versandarten recht günstig. Schließlich will man das gesparte Geld nicht von den Portokosten wieder aufgefressen sehen.

Oft findet man jedoch auch gewerbliche Antiquariate unter den Verkäufern. Diese versenden nicht selten die Bücher sofort und legen eine Rechnung bei. Allerdings müssen diese auch anders kalkulieren, so dass echte Schnäppchen meist nur bei den Privatanbietern zu finden sind. Manche Versandantiquariate haben für einzelne Titel sogar exorbitant anmutende Preise, die auf Sammlerstücke hinweisen. Also wirklich auf die Preise achten, vor allem, wenn man die Bücher nur lesen will und nicht als Wertanlage betrachtet.

Für Sammler ist die Suchfunktion jedoch definitiv zu eingeschränkt. Hier vermisst man Kriterien, wie etwa das Suchen nach signierten Exemplaren oder das Einschränken der Ergebnisse auf eine bestimmte Auflage.

Booklooker für Verkäufer
Auch Anbieter müssen sich natürlich registrieren wie die Kunden. Eigentlich wird bei Booklooker nicht großartig zwischen Käufern und Verkäufern unterschieden, jeder kann jederzeit seinen Status ändern bzw. beides sein. Um Verkäufer zu werden muss man nichts weiter tun, als ein Buch zum Verkauf anzubieten. Wer ein Buch eingeben will kommt zunächst auf ein Formular mit nur einem einzigen Eingabefeld. Hier kommt die ISBN-Nummer rein, einer internationalen ID für Buchtitel. Normalerweise wird sie mit Bindestrichen unterteilt:

Vor dem ersten Bindestrich steht die Länderkennung. 3 steht hier für Deutschland.
Dann folgt die Verlagskennung, etwa 453 für Heyne oder 404 für Bastei.
Alles danach wird verlagsintern vergeben.

Doch über den ganzen Kram muss man sich keinen Kopf machen, die ISBN wird einfach ohne Bindestriche in dieses Feld eingegeben. In den allermeisten Fällen enthält die nächste Formularseite dann bereits alle Daten über das Buch im Allgemeinen, also Titel, Autor, oft eine Inhaltsbeschreibung und bei neueren Titeln steht auch gleich ein Coverbild zur Verfügung. Der Verkäufer muss dann nur noch spezielle Daten wie den Zustand des Buches eingeben und natürlich auch seinen Verkaufspreis.

Über Nacht werden die Eingaben dann in die Datenbank eingepflegt und die Bücher können von den potentiellen Kunden gefunden werden.

Wird ein Buch bestellt, informiert das System den Verkäufer per E-Mail. Darin enthalten sind alle relevanten Informationen über den Käufer und das bestellte Buch. Natürlich kann ein Interessent zunächst auch eine unverbindliche Anfrage stellen.

Dies erübrigt sich jedoch meistens, wenn der Anbieter alle Infos bereits zur Verfügung stellt. So können eigene AGB\'s und sehr differenzierte Angaben zu den Versandkosten gemacht werden. Zu den Buchdaten gehört beispielsweise auch das Gewicht der Schwarte, so dass bei bei vollständigen Angaben auch gleich das Porto berechnet werden kann.

Für die Vermittlung verlangt Booklooker eine Provision von 8% des Buchpreises. Das ist im Rahmen, Amazon z.B. will trotz der Grundgebühr noch eine Provision von 10% des Verkaufspreises.

Bei dem Gebührenmodell wird auch nicht zwischen einem Privatanbieter mit ein paar Büchern oder dem Versandantiquariat mit mehreren tausend Titeln unterschieden. Hier gilt Gleichbehandlung für alle.

Für die Großanbieter hält Booklooker jedoch noch einen kleinen Service bereit: Liegen die Daten in einem der akzeptioerten Formate vor, kann man auch eine Textdatei an das System schicken, das dann daraus die Titel einpflegt. Das spart natürlich viel Zeit, wenn man große Bestände hat.

Fazit
Ein faires System, bei dem wohl jeder auf seine Kosten kommt.
Uneingeschränkt empfehlenswert!

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