Das Versprechen (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Bei meinem Seelenheil."
Pro:
überzeugende Darstellerleistung, Tragik, Gefühl, Atmosphäre, Spannung
Kontra:
kein wirkliches Bonusmaterial, marginal zweifelhaft, dass niemand Jack Glauben schenkt
Empfehlung:
Ja
(Andersen)
So unsauber in eben jener Aufnahme Original, Übersetzung und obendrein Untertitel zusammen passen, so sehr berührt diese Szene nichtsdestoweniger zu Tränen.
Im weiteren Kontext man man sich vielleicht auch gar nicht mehr mit der Frage, warum mitten im Film aus dem O-Ton Wort „Wizzard“, welches anfänglich mit „Riese“ übersetzt wurde, zu guter Letzt dann doch der treffsicherere „Zauberer“ wurde (und nicht zuletzt aus „Igeln“ sogar tatsächlich „Stachelschweine“) beschäftigen ~ verwirrend ist dies generell ohnehin lediglich für den, der sich den unter der Regie von Sean Penn verfilmte Roman seitens Friedrich Dürrenmatt
„Das Versprechen“
im Original anhört. Zu Gute halten kann man dieser (deutschen) Entscheidung immerhin, dass es somit vielleicht ein wenig realistischer wirkt, läuft es nämlich nun darauf hinaus, dass drei von einander unabhängige Kinder eben nicht den gleichen Begriff wählen, um eine Person zu beschreiben.
Dessen allen ungeachtet übte der 119minütige Thriller, der an für sich eher in die Kategorie Melodram zu ordnen ist, eine Faszination auf mich aus, der ich mich auch nach dem dritten Ansehen nach wie vor nicht entziehen kann.
Generell muss man wissen, dass es hier zwar zweifelsfrei um den Mord an der 8jährigen Ginny Larsen (Taryn Knowles) geht, die Atmosphäre sich jedoch eher auf die psychologische Entwicklung stützt, die der eigentlich pensionierte Polizeidetektiv Jerry Black (Jack Nicholson) aufgrund seines Versprechens, den Mörder zu finden, durchläuft respektive durchleidet.
Der allgemeine Tenor des Filmes ist ruhiger, verstörender und überaus beklemmender Natur; obschon der Zuschauer zum einen die blutbesudelte Leiche zu Gesicht bekommt wie auch Zeuge davon wird, wie insbesondere die Ginnys Mutter Margaret (Patricia Clarkson) aufgrund der Nachricht zusammenbricht, geschieht eben jenes unter einer lauter gestellten Musikeinspielung. Auf eben jene Art geht die Überbringung der Todesnachricht unglaublich nahe, frisst sich förmlich unter die Haut und rührt ebenso zu Tränen wie weitere Momente, in denen lediglich ein Dialog stattfindet.
Oberflächlich betrachtet handelt „Das Versprechen“ von Jerry Blacks Zweifeln, in dem vorbestraften und zugleich geistig zurückgebliebenen Indianer Toby Jay Wadenah (Benicio Del Toro) den Mörder gefunden zu haben. Allzu manipulativ geschah die Befragung seitens des jüngeren Polizisten Stan Krolak (Aaron Eckhart), während Jerry darüber hinaus Zusammenhänge zu dem Verschwinden von Jim Olstads (Mickey Rourke) Tochter sieht....
Die Umsetzung
fesselt nicht zuletzt dadurch, dass niemand ~ bis auf der Zuschauer ~ Jerrys Theorien Glauben schenken mag. Für Kollegen wie einstige Vorgesetzte scheint der Fall abgeschlossen, während sich Jerry immer mehr in seine Überlegungen reinstürzt und einen seltsamen psychischen Absturz durchlebt.Man mag der Verfilmung ein wenig vorwerfen, dass die Veränderung Jerrys nicht so recht herauskristallisiert wurde, wie es die Romanvorlage auf den jeweiligen Punkt brachte ~ gleichermaßen dürfte jedoch keinem aufmerksamen Zuschauer entgegen, dass Jerry die ein oder andere fragwürdige Entscheidung trifft und obendrein von gewissen „Stimmen im Kopf“ nahezu bedrängt wird.
Möglicherweise wäre es einen Ticken spannender gewesen, wenn auch der Filmgucker vor die große Frage „Einbildung oder Wahrheit?“ gestellt worden wäre ~ dass „Das Versprechen“ dennoch durchgehend spannend ist und bleibt, während ich mich über keine einzige Langatmigkeit beklagen könnte, ist somit umso löblicher festzuhalten.
Statt nun also wie alle übrigen Personen in dem Film an Jerrys Verstand zu zweifeln, darf der Filmgucker eher dazu übergehen, fassungslos wie empört über die Sturheit der lieben Kollegen zu sein.
Großartig durch die Bank der Aspekt, dass auch ich den Zeitpunkt „verpasste“, an dem es einzusehen galt, dass Jerry nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein scheint.
Ein weiterer Handlungsstrang, der meines Erachtens nach überraschend wie vorhersehbar zugleich daherkommt, stellt Kellnerin Lori (Robin Wright Penn) mitsamt ihrer kleinen Tochter Chrissy (Pauline Roberts) dar.
Die Suche nach dem eigentlichen Täter zieht sich bis zur überaus bitteren Pointe des Filmes hin,vermochte hierbei löblicherweise auf sämtliche etwaige Zähflüssigkeiten zu verzichten.
Kleinere humorvolle Dialoge wie
„Ein zweijähriger Gaul ist wie eine Frau. Kein Mensch weiß, was sie vorhaben. Sie sind verrückt“
nebst manchen rührenden Momenten lockern die be- oder gar erdrückenden Geschehnisse wohlplatziert auf, während die Ausgangssituation gleichwohl niemals aus den Augen gelassen wird.
Und wirklich mehr darf man meines Empfindens nach über „Das Versprechen“ vor jenen, die sich das Werk noch zu Gemüte führen wollen, auch nicht preisgeben.
Die DVD selbst
erstaunt mich persönlich durch ihre FSK12 Freigabe. Obschon das „psychische Wohl“ dieser jüngeren Zuschauer kaum wahrhaftig beeinträchtigt werden dürfte, sind manche Fotografien der Kinderleiche ~ insbesondere wohl für Eltern ~ durchaus härterer Tobak.
Nichtsdestoweniger rate ich für meinen Teil davon ab, jener Guckerfront einen Blick auf „Das Versprechen“ zu gewähren, geschieht hier meines Erachtens nach zu viel „zwischen den Zeilen“, als dass dies von vielen der unreiferen Zuschauern nicht wirklich erkannt werden dürfte.
An Bonusmaterial hält die DVD enttäuschend wenig parat ~ neben dem dazugehörigen trailer gibt es lediglich eine Texttafel über die Besetzung zu bestaunen, während die Sprachauswahl sich auf Deutsch, Englisch wie Französisch beschränkt, weiterhin jedoch 9 anwählbare (wenngleich stellenweise recht „freie“) Untertitel verfügbar sind.
Über Bild und Ton gibt es meines Empfindens nach kaum etwas zu moppern ~ lediglich in wenigen Szenen wirkt das Bild nicht mehr ganz so scharf, was allerdings gleichermaßen auf dem „Gebrauchtwaren“ Umstand des mir vorliegenden Exemplars basieren könnte.
Summa summarum
zeigt das deutsche Fernsehen „Das Versprechen“ immer wieder einmal; wohingegen ich doch eher die DVD empfehlen würde. Dank diverser potentieller Werbeunterbrechungen wird der Zuschauer sonstig zu oft und zu sehr aus der Atmosphäre herausgerissen, die hier durchaus gewichtiger fungiert als es bei vergleichbaren Werken der Fall ist.
Mir selbst sagt „Das Versprechen“ unsagbar zu, hallt bei jedem Gucken nach und sorgt für eine Ungemütlichkeit ob ungeklärter Fragen, der man sich meines Erachtens nach nur schwerlich entziehen kann. Erneut sorgt vorrangig Jack Nicholson, der selbst in wortlosen Aufnahmen all das repräsentiert, was die Figur an einstigen Seelenheil noch inneträgt, für ein überzeugendes Drama, welches völlig zu Unrecht oftmals in einem Atemzug mit „Es geschah am hellichten Tag“ genannt wird.
21 Bewertungen, 10 Kommentare
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23.07.2013, 11:55 Uhr von Juri1877
Bewertung: sehr hilfreichtoll rezensiert wie immer
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26.01.2013, 11:16 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche liebe Wochenend Grüße
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25.01.2013, 22:46 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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25.01.2013, 17:47 Uhr von Befamous
Bewertung: sehr hilfreich«¤•Sehr hilfreicher Bericht :) Liebe Grüße •¤»
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25.01.2013, 17:20 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ein wunderschönes wochenende
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25.01.2013, 15:13 Uhr von Janne0033
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht LG Janne
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25.01.2013, 14:30 Uhr von mausi1972
Bewertung: sehr hilfreichErholsames WE Grüße Marion
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25.01.2013, 14:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße
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25.01.2013, 13:58 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichSchönes Wochenende LG KATJA Würde mich freuen über deine Gegenlesung.
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25.01.2013, 12:54 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß Annabelle Schaust du auch mal bei mir rein?
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