Das Washington-Dekret (gebundene Ausgabe) / Adler-Olson, Jussi Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr hoch
  • Spannung:  sehr hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von margy

das washington-dekret

5
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr hoch
  • Spannung:  sehr hoch
  • Humor:  kein Humor
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Erwachsene

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Die gebundene 656seitige Ausgabe dieses Buches erschien im Deutschen Taschenbuch Verlag am 1. Februar 2013. Unter der ISBN 978342328005 kostet das Buch 19,90 €. Titel des Originals: Washington dekretet, Übersetzer: Hannes Thiess, Marieke Heimburger.

Buchumschlag:

Der Umschlag des Buches ist schwarz. Darauf zu sehen ist die amerikanische Flagge.

Autor:

Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit den Thrillern ›Erbarmen‹, ›Schändung‹, ›Erlösung‹ und ›Verachtung‹ sowie seinen Romanen ›Das Alphabethaus‹ und ›Das Washington Dekret‹ stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erscheinen in über 30 Ländern, die Filmrechte an der Sonderdezernat-Q-Serie hat Lars von Triers Produktionsfirma Zentropa erworben.

Klappentext:

Durch den kaltblütigen Mord an seiner Ehefrau und dem ungeborenen Kind gerät der neu gewählte amerikanische Präsident Bruce Jansen völlig aus dem Gleichgewicht. Er erlässt das ›Washington Dekret‹ – eine politische Entscheidung, die schwerwiegende Folgen nach sich zieht für die gesamte amerikanische Bevölkerung.
Amerika im Ausnahmezustand …
Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater nun des Mordes angeklagt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA. Mit Hilfe von Freunden versucht sie das Komplott aufzudecken. Alles ruht nun auf ihren Schultern …

Leseprobe:

Prolog

Sechzehn Jahre zuvor

Seit mindestens einer Stunde stand Pete Bukowski unter dem Schild an der Route 460 mitten im Wakefield und starrte in Richtung Jarrat. Das Röhren und Klappern des Buick konnte man immer schon von fern hören. Aber außer dem monotonen Quietschen des Ladenschilds von Plantation Peanuts im trockenen Wind blieb es still.Sein Vater würde heute also nicht kommen.

Schreibstil:

flüssig, sehr gut zu lesen, interessant, spannend, unterhaltsam, schrecklich, entsetzlich

Meinung:

Im Prolog geht es darum, dass Bukowskis Vater ein Helfer des Henkers war und sein Sohn auf ihn wartete, bis der Vater mit seiner Arbeit zu Ende war. Es geht um Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl und der Vater hatte die Aufgabe, die Beine der Verurteilten am Stuhl festzumachen.
Es geht um Willkür innerhalb des Staates und der Justiz, es dreht sich um einen General, der verspottet wird. Die Anweisung dieses Mannes, der macht, was er will und sich an keinen Termin hält, lässt auch andere aus der Haut fahren. 
Natürlich müssten ihm Grenzen gesetzt werden, doch das traut sich wahrscheinlich niemand, denn der Mann hat einen hohen Dienstrang. Es geht um Gemeinheiten, es geht um Feigheit und eine Gesellschaft, die verhöhnt, aber nicht handelt, nichts gegen diese Willkür unternimmt.
Pete, damals noch ein Junge, war diesen Machenschaften ausgeliefert und konnte doch am wenigsten dafür. Sein Vater trank, er, der eigentlich ein Vorbild sein sollte für seinen Sohn. Dieser erwachsene Mann hätte seinem Kind zeigen müssen, dass er Grenzen setzen kann und mit Problemen anders umzugehen weiß als sich im Alkohol zu ertränken. Als Erwachsener wird er einmal so werden, wie sein Vater, ein Feigling.
Der Junge macht sich Hoffnungen, Hoffnungen, die sich nicht erfüllen würden und suchte sich einen Anlass, über den er lachen konnte. Das war es, was er brauchte, nicht den Ärger, den der Vater mit dem Alkohol herunterschüttete.
Dann traf mich der nächste Abschnitt wie ein Schlag, denn aus dem geht ganz klar hervor, dass es um Personen geht, die keine eigene Meinung haben und selbst nicht wissen, was sie wollen. Sie haben keine innere Festigkeit, keine Stabilität. Dabei gehtg es auch um Hass, um Feindschaft, um Rassenunterschiede. 
Es geht um Macht und Machenschaften, es geht darum, Hebel in die Richtung zu bewegen, die für die betreffende Person der beste ist und ihm am meisten "hilft". Es geht um Besessenheit.
Präsident Jansen steht an der Spitze der Macht in den USA. Genau er ist die Person, die sieht, wie seine Frau und das eigene Kind umgebracht werden.  Danach erlässt er ein Dekret. Damit erreicht der Mann einen Zustand in seinem Staat, der einem Bürgerkrieg gleicht.
Fiktiv beschrieben mit realistischen Rollenspielen der beschriebenen Personen wirkt der Roman auf der einen Seite sehr realistisch, dann aber auch unglaubwürdig, gewalttätig, atemberaubend die Szenen, in dem der Machtinhaber das Ruder zu seinen Gunsten herumreißt und Leute aus seinem Arbeitskreis zur Verzweiflung bringt. Eine Frau aus seinem Wirkungskreis muss gar fliehen und wird zur meistgesuchten Frau.
So wie ich manche Lücken fand, die hätten eingearbeitet werden müssen in diesen Roman, so wie Stellen meiner Meinung nach viel zu allgemein gehalten waren, Dinge maßlos übertrieben dargestellt wurden und sich andere Begebenheiten nicht zusammenreimen ließen, so war das  Schreckgespenst Jansen, der Präsident Amerikas.
Er herrscht und ist ein totalitärer Herrscher, er macht, was er will und was ihm einfällt ohne Rücksicht auf Verluste. Die wichtigste Person ist er selbst, neben ihm zählt nichts mehr. Jansen ist ein Mann voller innerer Zweifel, er ist verzweifelt, bringt andere mit seinem Verhalten zur Verzweiflung. So wie er mit seinem Handeln hin- und herschwankt, so sind die restlichen Ungereimtheiten des Romans und die Person und diejenigen, die mit ihm zu tun haben. So wie Jansen mit seinem Handeln und seinem Verhalten übertreibt und die Leute, denen er Befehle erteilt, so ist die Abhandlung der Geschichte.
Es ist faszinierend, das alles innerhalb dieses Thrillers zu finden. Es geht auch nicht nur um eine Frau des Präsidenten, die den Tod durch Mord findet, sondern insgesamt geht es um 2 Frauen, die auf die ähnliche Weise umgebracht werden.
Es geht um einen Präsidenten, der zugleich ein vielfacher Mörder sein könnte und wie die vielen Verurteilten vor ihm auf den elektrischen Stuhl gehört. Gleiches Recht für alle. Er könnte einen Auftrag zu diesen beiden Morden erteilt haben. Spannung kommt auf, denn die Auflösung wollte ich unbedingt wissen.
Natürlich könnte es sein, das dachte ich mir beim Lesen, dass der Mord an seiner Frau, dem der Präsident beiwohnte, tiefe Spuren in ihm und seiner Seele hinterlassen hat.
Was davon war es jetzt?
Auf jeden Fall verhängt der Präsident einige Dekrete, die verwirrten, denn das eine widersprach dem anderen.
Der Roman ist aus der Sicht verschiedener beteiligter Personen geschrieben. Das Ganze könnte auch die USA sein, die Macht ausübt in der ganzen Welt, man denke da nur an den Golfkrieg. Parallelen sah ich auch in Bezug auf den 11.9.2001, der Anschlag auf das World Trade Center.
Mir hat dieser Roman sehr gefallen, doch vieles ist sehr unglaubwürdig. Kann ein Präsident im Alleingang, ohne Mitwirkung seiner Bediensteten so viele Dekrete erlassen oder ist das etwa auch wieder eine Metapher, die sich auf eine kranke Persönlichkeit bezieht?

18 Bewertungen, 8 Kommentare

  • monagirl

    09.04.2013, 11:06 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Mona

  • bella.17@live.de

    09.04.2013, 08:45 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Annabelle.

  • bella.17@live.de

    09.04.2013, 08:45 Uhr von [email protected]

    Liebe Grüße Annabelle.

  • Lucky130

    09.04.2013, 08:27 Uhr von Lucky130
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gut beschrieben!

  • anonym

    09.04.2013, 08:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gut vorgestellt

  • mausi1972

    08.04.2013, 22:33 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße Marion

  • swissghostly

    08.04.2013, 21:01 Uhr von swissghostly
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut beschrieben.

  • katjafranke

    08.04.2013, 21:00 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen lieben Gruß KATJA