... denn zum Küssen sind sie da (DVD) Testbericht

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ab 14,57
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Erfahrungsbericht von kleenerknuffi

Der die Mädchen küsst

Pro:

Spannend, Story, Hauptdarsteller

Kontra:

Fast kein Bonusmaterial auf der DVD, Cross Beziehungen zu seiner Familie und der weiblichen Hauptfigur stark verändert gegenüber Buch

Empfehlung:

Ja

James Patterson ist einer der erfolgreichsten Thrillerautoren der USA.
Seine wohl bisher bekannteste Romanfigur, die schon viele Fälle Pattersons gelöst hat, ist die des Polizeipsychologen Dr. Alex Cross.
Schon zwei Mal ist Morgan Freeman in die Rolle des Detectives geschlüpft.
Seinen ersten Einsatz hatte er 1997 in „… denn zum Küssen sind sie da“, bevor 2001 sein zweiter Einsatz in „Das Netz der Spinne“ kam.




>>Inhalt<<
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Detective Dr. Alex Cross (Morgan Freeman) ist Polizeipsychologe, dem es auch bei schwierigen Fällen gelingt Erfolg zu haben.

Dann geschieht das Unfassbare. Seine Nichte Naomi (Gina Ravera) wird von einem Psychopaten, der sich selbst Casanova nennt, entführt. Dieser „sammelt“ der in einem geheimen Versteck junge, intelligente und hübsche Frauen. Deshalb fährt Cross nach North Carolina um bei den Ermittlungen zu helfen.

Zusammen mit dem Polizisten Nick Ruskin (Cary Elwes) und Davey Sikes (Alex Mc Arthur) untersucht Cross die Leiche einer jungen Frau. Es ist das dritte Todesopfer des Casanovas.

Da nun Casanovas achte Zelle in seinem Versteck leer ist, sucht er sich nun ein neues Opfer.
Seine Wahl fällt auf die Ärztin Kate Mc Tiernen (Ashley Judd), die er zuerst in ihrem Haus überfällt und sie dann in sein Versteck im Wald verschleppt.

Er erklärt ihr auch gleich die Regeln, an die sie sich halten muss, da er sie sonst, wie schon die drei Regelbrecherinnen vorher, töten wird.

Doch Kate lässt sich von ihm nicht unterkriegen. Sie wagt die Flucht obwohl er sie unter Drogen gesetzt hat. Nach einer Verfolgungsjagd gelingt ihr ganz knapp im letzten Moment die Flucht.

Kate wird in ein Krankenhaus gebracht, wo sie gesund gepflegt und von Cross vernommen wird. Sie will nicht einfach nur tatenlos dasitzen und warten, bis die Polizei den Täter irgendwann einmal vielleicht erwischt. Sie will bei der Rettung der zurück gebliebenen Frauen helfen und arbeitet deshalb mit Cross und der Polizei zusammen.

Cross hat den Verdacht, dass es sich bei Casanova um einen Schönheitschirurgen Namens William Rudolph (Tony Goldwyn) handelt.
Und dieser steht unter Verdacht nicht nur in North Carolina sein Unwesen zu treiben, sonder auch noch in Los Angeles als „Gentelman“ Frauen zu entführen und zu töten.

Alex und Karen fliegen nach L.A. um Rudolph zu fassen und seine Opfer zu befreien.


Können sie Rudolph verhaften?
Ist er Casanova und/oder der Gentelman?
Können sie die Frauen retten?



>>Schauspieler<<

Morgan Freeman (Im Netz der Spinne, Deep Impact, Dreamcatcher, Sieben) spielt den Polizeipsychologen Dr. Alex Cross. Dieser hilft bei den Ermittlungen im „Casanova“ Fall, wie sein Nichte Naomi eines seiner Entführungsopfer ist.
Als ich zum ersten Mal hörte, dass James Pattersons Roman verfilmt werden sollte, dachte ich zuerst an Schauspieler, die im Alter das Romanhelden sind, also so Mitte Vierzig. Hauptfavorit war für mich (da Cross laut den Romanen sehr attraktiv ist) Denzel Washington. Doch obwohl Morgan Freeman sehr viel älter ist, kann er die Rolle völlig glaubhaft spielen. Er zeigt eine gewohnt gute schauspielerische Leistung und lässt seinen Filmcharakter intelligent und überlegend wirken.

Ashley Judd (Männerzirkus, Doppelmord, Twisted, High Crimes) spielt die Ärztin Kate Mc Tiernan. Diese wird von Casanova entführt. Ihr gelingt als einzige seiner Opfer die Flucht. Dann hilft sie Cross bei der Suche nach ihm.
Ashley Judd kann in ihrer Rolle als intelligente und willensstarke Karen vollkommen überzeugen und spielt alle Facetten ihres Filmcharakters (verzweifelt oder auch wütend) glaubhaft.



>>Infos zur DVD<<


Originaltitel: Kiss the girls
USA: 1997
FSK: 16
Spieldauer: 111 min.
Studio: Paramount
Preis: ca. 9,99 €

Darsteller:

Alex Cross (Morgan Freeman)
Kate Mc Tiernan (Ashley Judd)
Casanova/Nick Riskin (Cary Elwes)
Gentekman/Will Rudolph (Tony Goldwyn)
Kyle Craig (Jay O. Sanders)
Sikes (Alex Mc Arthur
Naomi Cross (Gina Ravera)


Regie: Gary Fleder (Das Urteil, Sag kein Wort)
Drehbuch: David Klass (Walking tall, Desperate Measures)
Buch: James Patterson (Der 1. Mord, Der Tag an dem der Wind Dich trägt)
Produzenten: David Brown (Im Netz der Spinne, Chocolat)
Joe Wizan (Im Netz der Spinne, Ein schräges Paar)
Musik: Mark Isham (Twisted, Der Cooler)
Schnitt: Wiliam Steinkamp (Das Urteil Sag kein Wort)
Kamera: Aaron Schneider (Simon Birch, Dead Gilrs)

Bildformat: 2.35:1 anamorph

Tonformat: Dolby Digital 5.1

Sprache: Deutsch, Englisch

Untertitel: 15 verschiedene: Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Finnisch, Holländisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch

Extras:

+ Original US Kino Trailer (ca. 2:10 min.) englisch ohne Untertitel


>>Bild- und Tonqualität<<


Die Bildqualität der DVD ist sehr gut und scharf. Das Bild ist sehr kontrastreich (was bei den vielen dunkleren Szenen wichtig ist) und auch die Farben wirken gesättigt.

Die Tonqualität der DVD ist gut und klar. Die Lautstärke der Dialoge und der Musik ist ungefähr gleichlaut, so dass man nicht während des Films ständig die Lautstärke regeln muss.



>>Meine Meinung und Fazit<<


„… denn zum küssen sind sie da“ ist ein spannender Thriller ohne Längen, der den Zuschauer fast zwei Stunden fesseln kann.

Der Film zeigt mit den Psychopaten „Casanova“ und „Gentleman“ die seelischen Abgründe von Serienmördern.
Und dabei zeigt er auch noch, wie unterschiedlich bei beiden ihr böses/krankes Ich ist.

Der eine hält seine Opfer „nur“ gefangen und empfindet Glück dabei sie besitzen zu können. Er tötet seine Gefangenen „nur“ wenn sie versuchen zu fliehen oder gegen eine andere seiner Regeln verstößt.

Der andere ist ein Sadist und findet Gefallen am Töten und Verstümmeln seiner Opfer (er sägt ihnen die Füße ab).

Doch so unterschiedlich sie auch sind, so haben sie doch beide das grundlegende Bedürfnis Macht über Frauen auszuüben, sie zu unterwerfen und zu demütigen. Also das typische Motiv von Sexualstraftätern.
Dabei stimmen sie ihre Entführungen zeitlich aufeinander ab. Sie schicken sich Fotos mit ihren „Eroberungen“. Es scheint, als wäre dies alles nur ein Spiel für sie. Ein Wettstreit in dem sich beide mit der Schönheit und Besonderheiten der entführten Frauen gegenseitig zu überbieten versuchen.

Ihnen entgehen steht der Polizeipsychologe Dr. Alex Cross, der in einem Wettlauf gegen die zeit versucht seine Nichte Naomi und die anderen Frauen zu retten.
Er erkennt schnell, dass alle entführen Frauen etwas Besonderes sind. Denn jede von ihnen ist entweder intelligent, schön oder in etwas besonders begabt (so wie Naomi eine begnadete Geigerin ist).

Der Zuschauer erlebt während des Films, wie es Cross mit seiner Kombinationsgabe und seinem Wissen über die menschliche Psyche gelingt nach und nach die einzelnen Puzzelteile zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen und somit die Frauen findet.
Und doch ist auch für ihn am Ende (wie für den Zuschauer) die Identität von „Casanova“ überraschend.

Ihm zur Seite steht die intelligente, starke und schöne Ärztin Karen Mc Tiernen, die für das moderne Frauenbild (unabhängig und stark) steht . Eine Frau, die trotz ihres Martyriums (entführt, eingesperrt, unter Drogen gestellt und schwer verletzt nach ihrer Flucht) die Kraft hat weiterzumachen, sich ihren Ängsten zu stellen und niemals aufzugeben.

Den Schauspielern der Films gelingt es ihren jeweiligen Filmcharakter überzeugend darzustellen.
Ob Morgan Freemann, der Polizeipsychologen Alex Cross besonnen und doch gleichzeitig besorgt wegen des Verbleibs seiner Nichte spielt.
Ashley Judd als Karen Mc Tiernen, die zwischen Verzweiflung und Kampfgeist hin und her schwankt. Das gelingt ihr so gut, dass der Zuschauer mit ihr mitleidet wenn sie entführt, eingesperrt und unter Drogen gesetzt am Ende zu sein scheint.
Aber auch Carey Elwes und Tony Goldwyn als psychopatische Mörder machen ihre Sache mehr als gut und können in ihren Rollen den Zuschauer überzeugen.

Die Filmmusik passt immer zur jeweiligen Szene. Sie trägt zur Atmosphäre des Films und der Spannung bei.

Die Drehorte wirken so, wie man sich dies bei einem Thriller vorstellt. Ob nun der dichte Wald bei „Casanovas“ Versteck. Oder dieses selbst, das aus einem dunklen Kellerverlies besteht. Alles wirkt und kann zur düsteren Stimmung des Films beisteuern.

Der Film selbst setzt weniger auf blutige Schockeffekte, so wie brutale Szenen, sondern mehr auf die psychische Spannung.
Schon die Anfangsszene mit der Geschichte der ersten Liebe von einem der beiden Killer ist grausam, verstörend und berührt den Zuschauer.


Da ich das Buch, welches die Vorlage zu diesem Film ist, schon vorm Ansehen des Films gelesen hatte, fielen mir schon einige auffällige Änderungen des Films im Bezug auf seine Vorlage auf.

So arbeiten „Casanova“ und der „Gentelman“ im Buch viel enger zusammen als man es im Film zu sehen bekommt. Im Buch könnte man sie als eingespieltes und erfahrenes Team bezeichnen, während man beim Film eher den Eindruck einer oberflächlichen Zusammenarbeit hat.

Der Film kommt mit viel weniger physischer und psychischer Gewalt aus, als es Patterson in seinen Büchern beschreibt.
So erleidet Karen im Film während ihrer Entführung und Gefangenschaft fast keine Verletzungen (außer die bei ihrer Flucht), doch im Buch wird sie von „Casanova“ brutal vergewaltigt.
Und während sie nach ihrer Flucht im Film in Sicherheit ist, wird sie im Buch von den beiden Killern in ihrem Haus überfallen und von beiden fast totgeschlagen.

Das Finale des Films ist auch anders als das Ende des Buchs. Wobei aber hier das Filmende trotzdem gut und spannend inszeniert wurde.

Auch was die zwischenmenschlichen Beziehungen von Alex Cross betrifft, ein Punkt, der James Patterson in seinen Büchern immer unheimlich wichtig ist um zu zeigen, welch emotionaler Mensch Cross ist (und das wohl auch seine menschlichen Emotionen mit zu seinem Erfolg beitragen) unterscheidet sich hier der Film doch gewaltig.

Da ist zum einen die Familie von Cross.
In Pattersons Büchern erfährt der Leser immer wieder wir stark die Bindung zwischen dem Psychologen, seinen beiden (später drei) Kindern und seiner Großmutter ist Dabei spürt man, dass sie ihm immer wieder die Kraft zum weitermachen geben.
Doch im Gegensatz dazu spielt diese wichtige Bindung im Film praktisch keine Rolle.

Zum anderen ist da Cross Beziehung zur Ärztin Karen Mc Tiernen.
Denn während sich im Buch zwischen den beiden während der Ermittlungen eine Freundschaft entwickelt, die sich in Vertrautheit wandelt und am Ende in einer tiefen Liebe gipfelt (die auch in späteren Alex Cross Roman immer wieder Erwähnung findet, und von daher wohl auch nicht so unwichtig gewesen sein kann) ist im Film nur ein Mal eine Situation in der man eine engere Bindung erahnen kann.
Diese Änderung erinnert mich stark an die unterschiedliche Darstellung der Beziehung zwischen Lincoln Ryme und Amilia Sachs in „Der Knochenjäger“. Auch dort wurde die Liebe der beiden im Buch deutlich beschrieben (schließlich sind beide ja auch in den Folgeromanen noch ein Paar und wollen Kinder), doch im Film wurde sie nur ganz leicht angedeutet.
Da fragt man sich schon wieso, wo doch Hollywood sonst auch immer in jeden Film passend oder unpassend Liebesszenen einbaut.


Die DVD verfügt über eine sehr gute Bild- und eine gute Tonqualität, hat aber außer dem Kinotrailer kein Bonusmaterial. Dafür erhält man die DVD fast überall für unter 10,- Euro.


„…denn zum küssen sind sie da“ ist allen zu empfehlen, die spannende Thriller mögen.



>>Bewertung<<


Der Film selbst erhält von mir wegen der Spannung, der Schauspieler, den aber teilweise großen Änderungen zum Buch 4 von 5 Punkten.

Die DVD selbst erhält von mir wegen der sehr guten Bild- und guten Tonqualität, dem günstigen Preis, dem aber fehlenden Bonusmaterials 3,5 von 5 Punkten.

Dies ergibt in der Gesamtwertung 4 von 5 Sternen.

Den Kauf der DVD kann ich für unter 10,- Euro empfehlen.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Euch allen noch einen schönen Tag

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