Die Wand (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2013
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Davon wird mich erst der Tod befreien."
Pro:
viele Buchpassagen wurden berücksichtigt, beeindruckende Aufnahmen
Kontra:
"Hörbuch" - Flair arg "speziell", etliche Fragen bleiben offen
Empfehlung:
Ja
„Im Lauf des vergangenen Winters sind mir einige Tage abhanden gekommen. Auch den Wochentag kann ich nicht angeben. Ich glaube aber, dass dies nicht sehr wichtig ist. Ich bin angewiesen auf spärliche Notizen. Spärlich, weil ich ja nie damit rechnete, diesen Bericht zu schreiben. Und ich fürchte, dass sich in meiner Erinnerung vieles anders ausnimmt, als ich es wirklich erlebt habe. Dieser Mangel haftet wohl allen Berichten an. Ich schreibe nicht aus Freude am Schreiben. Es hat sich eben so für mich ergeben, dass ich schreiben muss, wenn ich nicht den Verstand verlieren will. Es ist ja keiner da, der für mich denken und sorgen könnte. Ich bin ganz allein.“
Was als vermeintlicher Einführungsmonolog seitens der namenlosen und förmlichen Einzeldarstellerin betrachtet werden könnte, führt den Zuschauer in Wahrhaftigkeit vielmehr in eine gewöhnungsbedürftige Umsetzung, die ich persönlich gerne als „bebildertes Hörbuch“ bezeichnen würde.
Bereits als mir gewahr wurde, dass Marlen Haushofers Roman
Völlig gefesselt von den eingangs zitierten Gedanken der Protagonistin wurde mir rasch gewahr, dass nahezu der gesamte Film ohne direkte Sprache auskommen durfte. Vielmehr darf der Zuschauer Anteilnehmen, wie die Frau (Martina Gedeck) diverse Erinnerungen durch den Kopf gehen, um diese einzig für sich selbst zu Papier zu bringen.
Der Handlungsrahmen ist rasch zusammengefasst: nachdem das befreundete Paar Hugo (Karlheinz Hackl) und Luise (Ulrike Beimpold) von ihrem Aufbruch aus der Jagdhütte in die Stadt nicht zurückgekehrt sind, macht sich die Frau am nächsten Tag gemeinsam mit Hund Luchs auf den Weg. Gestoppt werden diese von einer unsichtbaren Wand, die sich rund um das Tal zieht. Obschon die Frau den ein oder anderen Versuch unternimmt, aus ihrem Gefängnis zu entrinnen, wird ihr alsbald klar, dass kein Mensch mehr übrig zu sein scheint, der die Wand von der anderen Seite aus entdeckt haben könnte.
Die kurzweilige Freude, an einer abgelegenen Hütte ein älteres Paar zu entdecken, löst sich rasch in Luft auf, als die Frau erneut an die Wand stößt und erkennen muss, dass der Mann (Hans-Michael Rehberg) wie auch die Frau (Julia Gschnitzer) versteinert sind.
Pflichtbewusst dem Hund wie im weiteren Verlauf anfänglich einer Kuh gegenüber weigert sich die Frau, Selbstmord zu begehen und erledigt stattdessen alle anfallenden Arbeiten in und um die Jagdhütte herum. Wider ihrer Abneigung muss sie lernen, über Tod und Leben diverser Tiere zu entscheiden und sich aller Verzweiflung zum Trotz immerfort zu kümmern....
dürfte meiner These nach kaum für jedermann geeignet sein. Im Grunde genommen geschieht inmitten von „Die Wand“ nicht viel, außer das der potentielle Interessiert quasi die literarische Vorlage vorgelesen bekommt, während man in mannigfaltigen Großaufnahmen in das melancholische Gesicht der oftmals stummen Erzählerin gucken darf, die über ihre Zeilen verharrt, sinniert und vereinzelt trotz herrschendem Tageslicht ein Kerzlein anzündet.
Generell besticht „Die Wand“ durch vielerlei Gedankengüter, die sich in den Zuschauer respektive Zuhörer manifestieren:
„Aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden. Er stürzt am Tier vorbei in einen Abgrund.“
wie auch
„Ich weiß nicht einmal, was Ehre ist. Geboren werden und sterben ist nicht ehrenhaft. Es geschieht jeder Kreatur...und bedeutet darüber hinaus gar nichts.“
und nicht zuletzt der Gewissheit der Frau, das einzige Geschöpf zu sein, was nicht auf diese Seite der Wand gehört, laden den Filmgucker zum eigenen sinnieren ein.
Wer weder hierfür noch für die diversen und zweifellos traumhaften Naturbilder Begeisterung aufbringen kann, der sollte von „Die Wand“ gewiss Abstand bewahren. Weder wird in dem 103minütigen Werk auf eine Ursache oder gar andere Sicht auf die „Situation“ eingegangen, während man ferner zu keinem Zeitpunkt in Erfahrung bringt, was mit der übrigen Welt geschehen ist.
An dessen statt sieht man einzig und allein die jeweiligen Tagesabläufe der Frau, die mehr und mehr mit der Natur verschmilzt und ihr bisheriges Leben als völlig lächerlich ansieht.
Der Film endet zu einem Zeitpunkt, der ca. 3 Jahre nach dem plötzlichen Auftauchen der Wand seinen Auftritt haben dürfte ~ und endet im Grunde lediglich deswegen, weil der Filmfigur das Papier ausgegangen ist, mit dem sie ihre Notizen verfasste.
Ich schätze, eben jene Fragezeichen, die zu keiner Zeit auch nur einer Beantwortung zugeführt werden sollten wird vielerlei Filmgucker enttäuschen, verstimmen oder gar ärgern; während ich persönlich hingegen eher dem großen Verschweigen rund um das komplette „Hygieneartikel“-Thema aufgesessen bin. Es geht mir gewiss nicht darum, die Protagonistin unbedingt nackend im Fluss vorzufinden; andererseits hätte der Lebensmittelanbau, die zwangsläufige Umstellung auf natürliche Waschmittel wie auch hinsichtlich expliziter Frauenprodukte durchaus ihren Platz finden können, sollen oder gar müssen.
Der große Knackpunkt des ursprünglichen Romans, dass der Mensch durchaus in der Lage ist, wieder eins mit der Natur zu werden, kommt meines persönlichen Empfindens nach genauso marginal aus sich heraus wie die Art Verzweiflung, die die Hauptdarstellerin in mehreren Szenen zu verkörpern versucht. Fast zu einfach wirkt die ihre Anpassung an die neue Situation, die Einsamkeit, Isolation und körperliche Arbeit, während man sich gleichermaßen damit abfinden muss, nichts, aber auch gar nichts über ihr „früheres“ Leben oder gar nur ihre zwischenmenschliche Beziehung zu dem verschwundenen Paar zu erfahren.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird „Die Wand“ von diversen Zuschauern als durchgehend „langweilig“ empfunden werden, während andere vollends imponiert ob der eingeflochtenen Zivilisationskritik der Erzählung sein dürften.
Nicht minder sehenswert des Weiteren das
Jenes meine ich nicht einmal böse; spürt man durchaus ihre eigene Begeisterung für die Marlen Haushofers Publikation wie den Film selbst. Ähnlich wie sie war, ist und bleibt wohl auch Regisseur und zugleich Drehbuchautor Julian Pölsler von dem Werk beeindruckt, der seinerseits über die Dreharbeiten, die sage und schreibe neun Kameramänner (J.R.P. Altmann, Christian Berger, Markus Fraunholz, Martin Gschlacht, Bernhard Keller, Helmut Pirnat, Hans Selikovsky, Thomas Tröger, Richi Wagner) miteinbezog, spricht.
De facto irritierte mich seine Aussage, dass letztendlich die Entscheidung getroffen wurde, in dem gesamten Film auf eine direkte Sprache zu verzichten aus dem Umstand heraus, dass dies schlicht und ergreifend nicht ganz korrekt ist. Obzwar durchaus nur sehr wenige einzelne Sätze gesprochen werden, findet Kommunikation sehr wohl statt.
Für mich persönlich überaus faszinierend, dass der bayrische Gebirgsschweißhund „Luchs“ Julian Pölsler selbst gehört und überdies ebenfalls in dem weiteren Bonusmaterial-Punkt Die Deutschlandpremiere zu sehen ist.
Überdies gibt es neben der deutschen Vertonung keine weitere sprachliche Alternative, Untertitel gibt es entsprechend ebenfalls lediglich den hiersprachigen.
Wer die DVD einlegt, wird sich eventuell ähnlich wie ich darüber wundern, dass der typische Warntext bzgl. öffentlicher Vorführung etc. pp. tatsächlich vorgelesen statt stumm eingeblendet wird.
Nachdem man diesen brav verfolgt hat, gibt es ein paar Trailer, die man, sofern man mag, allerdings via Fernbedienung kinderleicht überspringen kann.
Weitere Trailer finden sich überdies unter den entsprechenden Menüpunkt.
Besonderes hervorzuheben wie verlockend die Besonderheit des Wendecovers. Wie üblich verzichtet die Innenseite auf die FSK-Angabe, verfügt in diesem Fall bemerkenswerterweise überdies um eine alternative Covergestaltung. Und ja, solcherlei hat was. Auch, wenn man einräumen muss, dass jene Spielerei anhand des drumherumPappschubers''' nur selten sichtbar sein wird.
Hinsichtlich der FSK12 Einstufung stehe ich zwar hinter der Ansicht, dass diese Altersklasse keinerlei seelischen Schaden von der Filmsichtung davontragen wird, gehe nichtsdestominder dennoch davon aus, dass eher ältere Zuschauer etwas mit der andersartigen Verfilmung anfangen können.
Dass zwischen der meinerseitigen Lektüre des Buches und der Sichtung des Leinwandspektakels mehrere Jahre lagen, tat dem Szenario gewiss nur gut, da jeder, der sich von A bis Z an sämtliche Ereignisse erinnern wird, kaum eine waschechte Spannung inmitten der Filmbilder entdecken wird.
Die Atmosphäre stützt sich vorrangig auf die naturgegebene Abgeschiedenheit dieser Welt wie die nüchterne Off-Sprache der weiblichen Erzählerin, die zu guter Letzt auch seitens der Zuschauer wohl oder übel ihrem Schicksal überlassen wird. Zuschauerliche (An)Spannung entsteht meiner Erfahrung nach eher dadurch, dass weitere Unglücke frühzeitig angekündigt respektive vorweggenommen werden und man sich sodann in der Verfassung befindet, unbedingt erfahren zu wollen, wie es zu dieser tragischen Wendung gekommen ist.
Ist einem hingegen konträr dazu beinahe jedes Detail der innewohnenden Handlungspunkte noch allzu bekannt, bleibt dem Filmgucker eigentlich nur noch, die zum Teil phänomenalen Landschafts-, Alm-, Wald-, und Tieraufnahmen zu bewundern.
Meiner Meinung nach ist es den Machern definitiv gelungen, Marlen Haushofers erstklassig-beklemmenden Roman vorbildlich zu bebildern... ob dies dementgegen wirklich Not tat, habe ich für mich selbst noch nicht so ganz entschieden. Arg überspitzt formuliert hätte es vermutlich mit der Hörbuchfassung gelangt, zumal viele Kleinigkeiten naturgemäß völlig unter den Tisch fallen gelassen werden mussten und die Hauptdarstellerin hier und dort in einer arg spärlichen Gesichtsausdruckspalette verharrt.
Mit gewissem Wohlwollen kann man dies dahingehend interpretieren, dass jenes als ausgebuffte Absicht fungiert, den Filmguckern das Gefühl, eher mit der natürlichen Umgebung statt den menschlichen Gewohnheiten zu verschmelzen, zu verdeutlichen.
So oder so: „Die Wand“ ist nicht nur als Buch, sondern ebenso als Film, durchaus „speziell“ zu titulieren und eher für introvertierte Zuschauer geeignet, die sich sodann umso mehr in die Geschichte fallen lassen können wie zuhause fühlen dürfen.
Was als vermeintlicher Einführungsmonolog seitens der namenlosen und förmlichen Einzeldarstellerin betrachtet werden könnte, führt den Zuschauer in Wahrhaftigkeit vielmehr in eine gewöhnungsbedürftige Umsetzung, die ich persönlich gerne als „bebildertes Hörbuch“ bezeichnen würde.
Bereits als mir gewahr wurde, dass Marlen Haushofers Roman
“Die Wand“
verfilmt werden sollte, erfüllte mich diese Information mit Skepsis. Seinerzeit von dem Buch völlig überwältigt konnte ich mir kaum vorstellen, wie dies möglich sein sollte. Mag sein, dass mir der (wenn auch hinkende) Vergleich zu „Castaway“ in den Sinn kam ~ zur Debatte stand jedoch nie, ob ich mir die DVD je kaufen würde, so dass diese schließlich am gestrigen Nachmittag in mein Heim sowie am Abend in mein entsprechendes Abspielgerät wanderte.Völlig gefesselt von den eingangs zitierten Gedanken der Protagonistin wurde mir rasch gewahr, dass nahezu der gesamte Film ohne direkte Sprache auskommen durfte. Vielmehr darf der Zuschauer Anteilnehmen, wie die Frau (Martina Gedeck) diverse Erinnerungen durch den Kopf gehen, um diese einzig für sich selbst zu Papier zu bringen.
Der Handlungsrahmen ist rasch zusammengefasst: nachdem das befreundete Paar Hugo (Karlheinz Hackl) und Luise (Ulrike Beimpold) von ihrem Aufbruch aus der Jagdhütte in die Stadt nicht zurückgekehrt sind, macht sich die Frau am nächsten Tag gemeinsam mit Hund Luchs auf den Weg. Gestoppt werden diese von einer unsichtbaren Wand, die sich rund um das Tal zieht. Obschon die Frau den ein oder anderen Versuch unternimmt, aus ihrem Gefängnis zu entrinnen, wird ihr alsbald klar, dass kein Mensch mehr übrig zu sein scheint, der die Wand von der anderen Seite aus entdeckt haben könnte.
Die kurzweilige Freude, an einer abgelegenen Hütte ein älteres Paar zu entdecken, löst sich rasch in Luft auf, als die Frau erneut an die Wand stößt und erkennen muss, dass der Mann (Hans-Michael Rehberg) wie auch die Frau (Julia Gschnitzer) versteinert sind.
Pflichtbewusst dem Hund wie im weiteren Verlauf anfänglich einer Kuh gegenüber weigert sich die Frau, Selbstmord zu begehen und erledigt stattdessen alle anfallenden Arbeiten in und um die Jagdhütte herum. Wider ihrer Abneigung muss sie lernen, über Tod und Leben diverser Tiere zu entscheiden und sich aller Verzweiflung zum Trotz immerfort zu kümmern....
Die Umsetzung
dürfte meiner These nach kaum für jedermann geeignet sein. Im Grunde genommen geschieht inmitten von „Die Wand“ nicht viel, außer das der potentielle Interessiert quasi die literarische Vorlage vorgelesen bekommt, während man in mannigfaltigen Großaufnahmen in das melancholische Gesicht der oftmals stummen Erzählerin gucken darf, die über ihre Zeilen verharrt, sinniert und vereinzelt trotz herrschendem Tageslicht ein Kerzlein anzündet.
Generell besticht „Die Wand“ durch vielerlei Gedankengüter, die sich in den Zuschauer respektive Zuhörer manifestieren:
„Aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden. Er stürzt am Tier vorbei in einen Abgrund.“
wie auch
„Ich weiß nicht einmal, was Ehre ist. Geboren werden und sterben ist nicht ehrenhaft. Es geschieht jeder Kreatur...und bedeutet darüber hinaus gar nichts.“
und nicht zuletzt der Gewissheit der Frau, das einzige Geschöpf zu sein, was nicht auf diese Seite der Wand gehört, laden den Filmgucker zum eigenen sinnieren ein.
Wer weder hierfür noch für die diversen und zweifellos traumhaften Naturbilder Begeisterung aufbringen kann, der sollte von „Die Wand“ gewiss Abstand bewahren. Weder wird in dem 103minütigen Werk auf eine Ursache oder gar andere Sicht auf die „Situation“ eingegangen, während man ferner zu keinem Zeitpunkt in Erfahrung bringt, was mit der übrigen Welt geschehen ist.
An dessen statt sieht man einzig und allein die jeweiligen Tagesabläufe der Frau, die mehr und mehr mit der Natur verschmilzt und ihr bisheriges Leben als völlig lächerlich ansieht.
Der Film endet zu einem Zeitpunkt, der ca. 3 Jahre nach dem plötzlichen Auftauchen der Wand seinen Auftritt haben dürfte ~ und endet im Grunde lediglich deswegen, weil der Filmfigur das Papier ausgegangen ist, mit dem sie ihre Notizen verfasste.
Ich schätze, eben jene Fragezeichen, die zu keiner Zeit auch nur einer Beantwortung zugeführt werden sollten wird vielerlei Filmgucker enttäuschen, verstimmen oder gar ärgern; während ich persönlich hingegen eher dem großen Verschweigen rund um das komplette „Hygieneartikel“-Thema aufgesessen bin. Es geht mir gewiss nicht darum, die Protagonistin unbedingt nackend im Fluss vorzufinden; andererseits hätte der Lebensmittelanbau, die zwangsläufige Umstellung auf natürliche Waschmittel wie auch hinsichtlich expliziter Frauenprodukte durchaus ihren Platz finden können, sollen oder gar müssen.
Der große Knackpunkt des ursprünglichen Romans, dass der Mensch durchaus in der Lage ist, wieder eins mit der Natur zu werden, kommt meines persönlichen Empfindens nach genauso marginal aus sich heraus wie die Art Verzweiflung, die die Hauptdarstellerin in mehreren Szenen zu verkörpern versucht. Fast zu einfach wirkt die ihre Anpassung an die neue Situation, die Einsamkeit, Isolation und körperliche Arbeit, während man sich gleichermaßen damit abfinden muss, nichts, aber auch gar nichts über ihr „früheres“ Leben oder gar nur ihre zwischenmenschliche Beziehung zu dem verschwundenen Paar zu erfahren.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird „Die Wand“ von diversen Zuschauern als durchgehend „langweilig“ empfunden werden, während andere vollends imponiert ob der eingeflochtenen Zivilisationskritik der Erzählung sein dürften.
Nicht minder sehenswert des Weiteren das
Bonusmaterial
welche markanterweise im Gegensatz zum Hauptfilm nicht mit einem entsprechenden Untertitel ausgestattet wurde. Inmitten der Interviews kommt zum einen Martina Gedeck zu Wort, die jedoch eher wild herumstammelt als einen geraden Satz in die Kamera spricht.Jenes meine ich nicht einmal böse; spürt man durchaus ihre eigene Begeisterung für die Marlen Haushofers Publikation wie den Film selbst. Ähnlich wie sie war, ist und bleibt wohl auch Regisseur und zugleich Drehbuchautor Julian Pölsler von dem Werk beeindruckt, der seinerseits über die Dreharbeiten, die sage und schreibe neun Kameramänner (J.R.P. Altmann, Christian Berger, Markus Fraunholz, Martin Gschlacht, Bernhard Keller, Helmut Pirnat, Hans Selikovsky, Thomas Tröger, Richi Wagner) miteinbezog, spricht.
De facto irritierte mich seine Aussage, dass letztendlich die Entscheidung getroffen wurde, in dem gesamten Film auf eine direkte Sprache zu verzichten aus dem Umstand heraus, dass dies schlicht und ergreifend nicht ganz korrekt ist. Obzwar durchaus nur sehr wenige einzelne Sätze gesprochen werden, findet Kommunikation sehr wohl statt.
Für mich persönlich überaus faszinierend, dass der bayrische Gebirgsschweißhund „Luchs“ Julian Pölsler selbst gehört und überdies ebenfalls in dem weiteren Bonusmaterial-Punkt Die Deutschlandpremiere zu sehen ist.
Die DVD selbst
verfügt - was in Bezug auf die gesamte Filmumsetzung für mich persönlich außerordentlich sarkastisch klingt - über eine Hörfilmfassung für Sehbehinderte, die sich vermutlich kaum von dem unterscheiden wird, was als „normal-Fassung“ dargeboten wird.Überdies gibt es neben der deutschen Vertonung keine weitere sprachliche Alternative, Untertitel gibt es entsprechend ebenfalls lediglich den hiersprachigen.
Wer die DVD einlegt, wird sich eventuell ähnlich wie ich darüber wundern, dass der typische Warntext bzgl. öffentlicher Vorführung etc. pp. tatsächlich vorgelesen statt stumm eingeblendet wird.
Nachdem man diesen brav verfolgt hat, gibt es ein paar Trailer, die man, sofern man mag, allerdings via Fernbedienung kinderleicht überspringen kann.
Weitere Trailer finden sich überdies unter den entsprechenden Menüpunkt.
Besonderes hervorzuheben wie verlockend die Besonderheit des Wendecovers. Wie üblich verzichtet die Innenseite auf die FSK-Angabe, verfügt in diesem Fall bemerkenswerterweise überdies um eine alternative Covergestaltung. Und ja, solcherlei hat was. Auch, wenn man einräumen muss, dass jene Spielerei anhand des drumherumPappschubers''' nur selten sichtbar sein wird.
Hinsichtlich der FSK12 Einstufung stehe ich zwar hinter der Ansicht, dass diese Altersklasse keinerlei seelischen Schaden von der Filmsichtung davontragen wird, gehe nichtsdestominder dennoch davon aus, dass eher ältere Zuschauer etwas mit der andersartigen Verfilmung anfangen können.
Summa summarum
hat mich „Die Wand“ zwar einerseits durchaus für sich einnehmen können, fasziniert, bewogen wie gefesselt, andererseits bin ich gleichwohl nicht sicher, ob ich mir diese DVD je noch einmal ansehen werde.Dass zwischen der meinerseitigen Lektüre des Buches und der Sichtung des Leinwandspektakels mehrere Jahre lagen, tat dem Szenario gewiss nur gut, da jeder, der sich von A bis Z an sämtliche Ereignisse erinnern wird, kaum eine waschechte Spannung inmitten der Filmbilder entdecken wird.
Die Atmosphäre stützt sich vorrangig auf die naturgegebene Abgeschiedenheit dieser Welt wie die nüchterne Off-Sprache der weiblichen Erzählerin, die zu guter Letzt auch seitens der Zuschauer wohl oder übel ihrem Schicksal überlassen wird. Zuschauerliche (An)Spannung entsteht meiner Erfahrung nach eher dadurch, dass weitere Unglücke frühzeitig angekündigt respektive vorweggenommen werden und man sich sodann in der Verfassung befindet, unbedingt erfahren zu wollen, wie es zu dieser tragischen Wendung gekommen ist.
Ist einem hingegen konträr dazu beinahe jedes Detail der innewohnenden Handlungspunkte noch allzu bekannt, bleibt dem Filmgucker eigentlich nur noch, die zum Teil phänomenalen Landschafts-, Alm-, Wald-, und Tieraufnahmen zu bewundern.
Meiner Meinung nach ist es den Machern definitiv gelungen, Marlen Haushofers erstklassig-beklemmenden Roman vorbildlich zu bebildern... ob dies dementgegen wirklich Not tat, habe ich für mich selbst noch nicht so ganz entschieden. Arg überspitzt formuliert hätte es vermutlich mit der Hörbuchfassung gelangt, zumal viele Kleinigkeiten naturgemäß völlig unter den Tisch fallen gelassen werden mussten und die Hauptdarstellerin hier und dort in einer arg spärlichen Gesichtsausdruckspalette verharrt.
Mit gewissem Wohlwollen kann man dies dahingehend interpretieren, dass jenes als ausgebuffte Absicht fungiert, den Filmguckern das Gefühl, eher mit der natürlichen Umgebung statt den menschlichen Gewohnheiten zu verschmelzen, zu verdeutlichen.
So oder so: „Die Wand“ ist nicht nur als Buch, sondern ebenso als Film, durchaus „speziell“ zu titulieren und eher für introvertierte Zuschauer geeignet, die sich sodann umso mehr in die Geschichte fallen lassen können wie zuhause fühlen dürfen.
18 Bewertungen, 3 Kommentare
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01.06.2013, 11:25 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: besonders wertvollvor Jahren habe ich mal das Buch ausführlich gelesen, den Film werde ich mir unbedingt anschauen-toppbericht-bw
-
27.05.2013, 14:33 Uhr von Little-Peach
Bewertung: besonders wertvollbw :-)
-
27.05.2013, 14:09 Uhr von kabel_rinchen_binder
Bewertung: besonders wertvollEin besonders wertvoller Bericht! Über Gegenlesung freue ich mich immer sehr:) Liebe Grüße!
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