Django Unchained (DVD) Testbericht

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ab 5,69
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von DukeNukem

Spaghettiwestern mit einer Tarantino-Style-Soße

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren

Pro:

Quentin Tarantino und Western - passt perfekt

Kontra:

Kerry Washington, Schnitte (beides mit Begründung) - Film ist zu kurz, muss länger laufen

Empfehlung:

Ja

Vor vielen Jahren nahm ich im Internet an einigen kleinen Umfragen und Foren teil, in denen es um das Thema „Quentin Tarantinos nächster Film nach „Inglourious Basterds“ ging.Nachdem „Kill Bill Vol. 2“ und eben „Inglourious Basterds“ eigentlich schon mehr Western als andere Genres waren, war der Wunsch nach einem richtigen typischen Italowestern sehr groß.
Umso größer war dann die Freude, als ich im World Wide Web las, dass Quentin jetzt wirklich einen auf die große Leinwand bringen möchte, und zudem auch noch den Titel „Django Unchained“ trägt, der deutlich zum Vorschein bringt, auf welchen Originalfilm er anspielt.

Beinahe täglich verfolgte ich im Internet News hierzu, und freute mich wie ein kleines Kind auf Süßigkeiten über die kleinste Neuigkeit hierüber, solange bis dann endlich eines Tages Trailer, Soundtrack, und Kritiken kamen.
Eins und zwei ließen mich bereits ins Schwärmen und Träumen geraten, aber letzteres hielt mir doch eine Waffe an den Kopf.

Das Menschen, die sich hin und wieder einen Film ansehen, den Film „Django Unchained“ grausig finden, war abzusehen, da diese den Stil Tarantinos, sowie die ganzen Zitate nicht verstehen wollen oder können.
Ein mulmiges Gefühl bekam ich bei den professionellen Kritiken aus Deutschland.
Zugegeben, sie alle waren zwischen durchschnittlich und (sehr) gut bewertet, hatten aber doch mehrere Mankos vorzuweisen, was meine Freude auf Ansehen dieses Filmes ein klein wenig trübte.

Ich werde mir Kritiken, ganz besonders bei einem Film von Quentin Tarantino, nie wieder so zu Herzen nehmen, denn ich ging rein in den Kinosaal, und war die gesamte Länge über nur verzaubert von dieser Magie, welcher der Zauberer Tarantino dort verbreitete.

Hauptdarsteller, Nebendarsteller, und Komparsen spielten sich für Quentin die Seele aus dem Leib, selbst wenn sie nur für Sekunden oder Minuten im Bild waren.

Der Soundtrack übertrifft die bisherigen, wie zum Beispiel die von „Pulp Fiction“, „Jackie Brown“, „Death Proof“ oder „Reservoir Dogs“, bei weitem. Ein genial irrer Mix aus bekannten Italowestern-Melodien, Popsongs, klassischer Klänge und einer neu komponierten Ballade vom Maestro Ennio Morricone.

In der zweiten Hälfte des Films gibt es exzellente überlange Dialogszenen, welche bei Tarantino so richtig die Spannung in ungeahnte Höhen treibt, bei denen es einen bis auf die Knochen splitternden Schauspiel-Kampf von Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio gibt, der unentschieden ausgeht. Beide Schauspieler hätten meiner Meinung nach jeden Preis, den es auf der Welt gibt, verdient.
Das war aber noch nicht alles, denn wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Samuel L. Jackson her, welchem dank seiner hervorragenden Mimik eine böse Aura umgibt, wie es eigentlich nur ein Hannibal Lecter schafft.

„Django Unchained“ ist auch extremst überironisch, aber keinesfalls dümmlich, beziehungsweise mit einer Komödie vergleichend. Nein, im Gegenteil. Ironie, Coolness und extrem blutige brutale comicartige Sequenzen geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand, harmonieren gekonnt miteinander, und verschmelzen gemeinsam mit den altbekannten Stilmitteln eines Spaghettiwestern (Zeitlupen, langsames reinzoomen, schnelles reinzoomen, langsames rauszoomen, sehr große Gesichtsnahaufnahmen um, wie bei Sergio Leone, die einzelnen Gesichtszüge selber als Landschaften darzustellen, …) und dem Tarantino-Style (lange Kamerafahrten, ausschweifende Dialoge, Geschehen links, rechts und im Hintergrund des Bildes, schräg gestelltes Bild, …) zu einem, für mich, gottverdammten Meisterwerk.
„Django Unchained“ ist ein Geschenk Gottes für alle Film-, Western- und Tarantinofans.
Ein waschechter Western und ein waschechter Tarantino, der einen noch extremeren Style vorweist als „Kill Bill“ und „Inglourious Basterds“ zusammen.

Was ich interessant finde:
Obwohl „Django Unchained“ eine Hommage an den Original „Django“ (übrigens: Schauspieler Franco Nero hat eine wunderschöne Gastrolle) von Regisseur Sergio Corbucci sein soll, erinnert mich Tarantinos Werk, mit Ausnahme von kleinen Szenen, nicht so ganz an Corbucci, denn der ist in seiner Erzählkunst doch eher direkter und komprimierter.Beim Ansehen des Streifens von Tarantino entdeckte ich zwei andere Western-Regiegrößen, und zwar Sergio Leone und Clint Eastwood, aufgrund der extremen überlangen Ausschweifungen in Kamerabildern und Dialogen und den dazwischen harmonischen Szenen und der Landschaftsaufnahmen.
In „Django Unchained“ steckt viel von „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Zwei glorreiche Halunken“, und ganz besonders „Erbarmungslos“.
Ein wenig „Open Range – Weites Land“ wurde ebenfalls darüber gestreut.

Ich möchte jetzt noch drei Punkte auflisten, die man eventuell als negativ erachten kann, aber gute Gründe haben, wieso sie so sind, wie sie sind:

Punkt 1: Schauspielerin Kerry Washington als Broomhilda kommt als einzige Frau in diesem von Männern dominiertem Hauptcast schlecht weg, kommt schon klischeehaft als dauerheulende Hilflose daher. Die Szenen, welche Broomhilda’s Charakter Verständnis und Mitgefühl verleihen, wurden angeblich gedreht, vielen aber im fertigen Film der Schere zum Opfer -> Hoffen auf DVD und BluRay.

Punkt 2: Verglichen mit den bisherigen Tarantino-Streifen wirken bei „Django Unchained“ die Schnitte bei einigen Stellen leicht deplatziert, merkwürdig, abrupt abbrechend. Dies liegt daran, dass zum Einen der Film beinahe in Rekordzeit fertig gestellt werden musste, um noch rechtzeitig ins Rennen um die Oscars 2013 zu gehen, und zum Zweiten daran, dass Tarantino selbst am Schneideprozess beteiligt war, gemeinsam mit einem neuen Cutter, da seine langjährige gute Freundin, Cutterin Sally Menke, leider verstarb.

Punkt 3 ist nicht so ganz ernsthaft gemeint:
Ich finde, der Film ist viel zu kurz, er könnte ruhig länger laufen.

Fazit:
Filmgenuss pur!

Leute wie ich, die ihr Leben Filmen und/oder Serien widmen, werden von der Gesellschaft als seltsam und langweilig abgewatscht, aber Quentin Tarantino zeigt uns, wieso wir stolz darauf sein können.

22 Bewertungen, 8 Kommentare

  • XXLALF

    31.01.2013, 10:56 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und liebe grüße

  • TheVegasFever

    31.01.2013, 09:27 Uhr von TheVegasFever
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Bericht über einen genialen Film. Freue mich über Gegenlesung. LG Daniel

  • Miraculix1967

    31.01.2013, 08:27 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Morgendliche Grüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)

  • Janne0033

    31.01.2013, 04:04 Uhr von Janne0033
    Bewertung: sehr hilfreich

    GLG Janne

  • monagirl

    31.01.2013, 00:07 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Mona, Gegenlesung wäre schön

  • mausi1972

    30.01.2013, 23:50 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße Marion

  • bella.17@live.de

    30.01.2013, 22:43 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Annabelle Schaust du auch mal bei mir rein?

  • Lale

    30.01.2013, 22:40 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*