envacom Testbericht

envacom
Shop-Informationen
5 Sterne
(0)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von mariokoehler

Lieber den Callando-Spatz in der Hand...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...als den T-Online-Vogel auf dem Dach... soll heißen: lieber Callando als DSL-Flatrate nehmen, als T-DSL Flat von T-Online. Wer weiß, wann der rosa Riese die Preise erneut erhöht.

Mit Argwohn betrachtete ich im August die Email der T-Online Kundenbetreuung. Derartige Elektro-Post verheißt oft nichts Gutes.
Und so war es auch: zum 1. November sollen bei T-Online die Preise erhöht werden. Für meine hochgeliebte DSL Flatrate wären dann 29,95EUR anstatt 25,00EUR fällig. Das hört sich zwar nicht viel an, gemessen am D-Mark-Preis entspricht diese Erhöung aber fast 10,00DM. Das ist schließlich eine halbe Handy-Grundgebühr. Ein Ersatz mußte also her.

Leider gestaltete sich die Suche nach dem neuen Flatrate-Anbieter schwieriger als erwartet. Nur eine Handvoll Anbieter listete der DSL-Vergleich auf. Die meisten waren deutlich teurer, hatten Volumenbegrenzung oder hohe Einrichtungsgebühren. Bis auf callando.dsl. Als ich mich für diesen Anbieter entschied, bestand der Tarif erst knappe zwei Wochen. Und dementsprechend niedrig ist auch meine Kundennummer. Laut Begrüßungsschreiben bin ich der 178. Callando-DSL-Surfer. Kein Wunder also, daß man in den Meinungsbörsen noch nicht allzu viel über diesen Anbieter in Erfahrung bringen kann.

Zumindest die Leistung kann sich sehen lassen. Man wird nicht - wie bei T-Online - mit undurchsichtigen Tarifmodellen zugedröhnt, sondern kann zwischen 3 Tarifen wählen, die sich nur in Mindestlaufzeit und dem Preis unterscheiden. Es gibt keine Volumenbegrenzung. Auch rasselt keine Stoppuhr im Nacken: das Surfen ist zeitlich unbegrenzt. Bis zu 768kBit Downstream und 128kBit Upstream sind möglich - genauso viel wie bei T-DSL Flat. Und in den DSL-FAQs von Callando (die mir sonst nur als Stromanbieter ein Begriff waren) wird immer wieder dafür geworben, auch Power-User offenherzig empfangen zu wollen: Filmdownloader und Co. werden also nicht gekündigt.

Das DSL-Vergnügen ist schon ab 24,95EUR zu haben... selbst dann schon billiger als die T-Online Flatrate heute. Dieser \"Tarif 3\" setzt eine einmonatige Mindestnutzung voraus. Billiger geht es mit den anderen Tarifen: die \"2\" kostet 21,95EUR und muß 3 Monate lang genommen werden, bei der Wahl des Tarifes \"1\" muß man sich ein halbes Jahr an Callando binden, dafür kostet der ganze DSL-Spaß auch nur 19,95EUR monatlich. Eine einmalige Einrichtungsgebühr von 9,95EUR wird aber auf jeden Fall erhoben.
Vorteil der Laufzeiten: die Preise bleiben stabil.

Die Bestellung geht recht einfach vonstatten. Über ein Online-Formular gibt man seine persönlichen Daten ein, ebenso die Kontoverbindung. Selbst einen Wunschtermin kann man machen. Nach wenigen Tagen (bei mir waren es 2) kommt dann schon die Email mit der Auftragsbestätigung. Und keine Woche danach hatte ich Post von Callando im Briefkasten.

Mitgeteilt wurden mir Benutzername und Passwort und eine URL mit einem Zugangstool (das nur ein neues PPPOE-Protokoll installiert). Aussetzer wie bei T-Online gehören damit der Vergangenheit an.

Schwieriger als vermutet lief dann die Installation der DFÜ-Verbindung ab. Das Zugangstool (als .ZIP gepackt) hatte einen Fehler und konnte nicht entpackt werden - selbst nach mehrmaligen Download-Versuchen trat keine Besserung des Problems ein. Hier der Tipp: auf http://www.adsl-support.de findet man (unabhängig von Callando & Co.) immer das aktuellste Protokoll für die Netzwerkkarte.

Die Verbindungen sind in der Tat nicht ganz mit denen der Telekom zu vergleichen. Sofort fiel mir auf, daß die Zugriffszeiten auf Websites etwas länger waren als in T-Online-DSL-Zeiten. Die Übertragungsraten sind wiederum mit denen von T-DSL Flat identisch: mit dem Download Accelerator bringe ich es bis auf knappe 90kB in der Sekunde - wenn die Downloadserver mitspielen. Und das Gute: man surft ohne speicherfressende Dial-In-Software, sondern wählt sich über das DFÜ-Netzwerk ein.

Und wo ist der Haken an der ganzen Sache? - In der Tat gibt es mehrere Haken; der erste ist die Zuverlässigkeit. Während meine T-Online DSL-Flatrate von November 2001 bis August 2002 nicht ein einziges Mal ausgefallen ist, während ich im Internet surfte, konnte ich seit Vertragsabschluß bei Callando schon 3 bis 4 Mal nicht auf das Internet zugreifen - und dann für mindestens 3 Stunden nicht.
Glücklicherweise hatte ich telefonisch bei T-Online meinen Vertrag auf einen Call By Call Tarif ohne Grundgebühr umgestellt - so nutzen mir wenigstens als Notlösung noch meine alten T-Online Zugangsdaten.

Die AGBs von Callando könnten dem Einen oder Anderen ein Dorn im Auge sein. So verpflichtet sich Callando beispielsweise, zu 95% verfügbar zu sein (Jahresmittelwert), was mögliche Ausfälle \"im Rahmen der Serverwartung\" rechtfertigt. Auch ist eine postalische Zusendung der Rechnung NUR bei Zahlung von 3,00EUR pro Rechnung möglich - wo wir uns schon wieder in T-Online Preisdimensionen befinden.

Der Support von Callando erreicht jedoch keine Telekom-Qualität. Die Hotline ist kostenpflichtig (12Ct pro Minute), und für die Beantwortung der Emails gehen schon mal einige Tage ins Land. Faxe werden - enthalten sie kritischen Inhalt - gerne ignoriert (ich fragte nach Ursache häufiger Ausfälle am einem Tag), aber wenn es ums Geld geht (Änderung der Bankverbindung), wurde ein Fax innerhalb von wenigen Stunden beantwortet.

Ein großer Vorteil ist jedoch, daß der DSL-Zugang nicht telefonnummernabhängig ist. Überall, wo es einen T-DSL Anschluß gibt, kann man mit den Callando-DSL-Zugangsdaten surfen.

Fazit: Einen goldenen Mittelweg sucht man sich zweifelsohne mit dem Tarif 2. Dieser ist jetzt bereits etwa 3,00EUR billiger als der von T-Online. Ab November kostet er im Vergleich zu DSL-Flat sogar 8,00EUR weniger. 3 Monate Mindestlaufzeit sind für heutige Entwicklungen noch recht gut überschaubar, und an die Performnce (die fast der von T-Online ebenbürtig ist) habe ich mich schon lange gewöhnt.

Wenn man sich also für den T-Online-Singvogel (bessere Performance, aber teurer) oder den Callando-Spatz entscheiden soll (billiger, aber schlechtere Performance), dann gehe ich nach einem alten Sprichwort vor. Und wer lieber T-Online treu bleiben will, der hat auch keinen Fehler gemacht, denn eines haben die \"Vögel\" gemeinsam: fliegen können sie alle.