Epic - Verborgenes Königreich (DVD) Testbericht

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ab 4,61
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2013
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Ich will, dass du aufhörst... dass du normal bist."

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 6 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Atmosphäre, Charme, Humor, Tempo, Emotion, Bonusmaterial, Bilder, Dialoge, alles, alles, alles .

Kontra:

Taschentücher liegen wie immer viel zu weit weg .

Empfehlung:

Ja

Wenn ein Frosch verschleppt wird, ist es meines Erachtens nach durchweg amüsant, wenn sich in diesem Kontext der nachfolgende Dialog abspielt:

~ „Wahrscheinlich fragst du dich, warum ich dich hergebeten habe.“
~ „Ich schätze mal, nicht um zu sehen, ob ich ein Prinz bin. Das mit dem Kuss kannst du vergessen.
~ „Ja, erst werf ich dich an die Wand.“
~ „Ein Komiker. Super. Ein witziger Psychopath.“

Nichtsdestominder ist es nahezu grotesk, welche „Übersetzung“ eben dieses Dialogs der zugeschaltete Untertitel liefert:

~ „Ich wurde mit Speeren im Rücken hierher verschleppt. Das nennst du eine Einladung?“
~ „Ich hab dir deine Beine gelassen.“
~ „Komik. Super. Ein komischer Psychopath.“

So oder so ~ von dem rund 98minütigen animierten Film

“Epic ~ Verborgenes Königreich“

bin ich totalitär begeistert. Der entsprechende Trailer war mir bekannt, versprach ein knuffig-witziges Filmvergnügen ~ und wird dem Hauptfilm keineswegs gerecht. Die story rund um die Teenagerin Mary Katherine (dt. Stimme: Josefine Preuß), die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem schrulligen Vater, Professor Bomba (dt. Stimme: Stefan Krause), zieht, geht bereits frühzeitig unter die Haut.

Vollends besessen von seinen Forschungen hat der Professor kaum Zeit für seine Tochter; ebenfalls wird angedeutet, dass die Ehe Dank der Überzeugungen, es würden im Wald winzige, menschenähnliche Lebewesen existieren, zu Bruch ging. Der dreibeinige Mops Ozzy sorgt für die ein oder andere diffuse Szene, während er im Grunde genommen noch eine ganz besondere Rolle spielen darf.

Parallel und im tatsächlichen Sinne geht es der Kampf der Natur ~ auf der einen Seite steht die Königin Tara (dt. Stimme: Alexandra Wilcke), die die Welt zum blühen bringt, auf der anderen Seite Mandrake (dt. Stimme: Christoph Waltz), der für die Fäulnis und den Verfall zuständig ist. Genau an dem Tag, als Königin Tara ihre Nachfolgerin bestimmen soll, scheint es Mandrakes Gefolge zu gelingen, die Macht an sich zu reißen... während Mary Katherine, die sich selbst nur noch M.K. nennt, Dank illustrer Umstände mitten in die Szenerie gerät.

Kurz, nachdem sie durch die Magie der Königin geschrumpft ist, kümmern sich die königlichen Beschützer, die sog. Leafman darum, die von Mandrake gestohlene Blütenknospe, die für die königliche Nachfolgerin wichtig ist, zurückzuerobern.

Im absoluten Vordergrund stehen hier nicht nur zwangsläufig M.K., sondern ebenso der Leafman-Anführer Ronin (dt. Stimme: Tobias Kluckert), der mitsamt seinem quasi-Pflegesohn Nod (dt. Stimme: Raúl Richter), einer Nackt- (Oliver Kalkofe) sowie einer Weinbergschnecke (dt. Stimme: Oliver Welke) für aberwitzige wie auch sehr gefühlvolle Momente sorgen wird.

Zu der Filmhandlung an sich mag ich gar nicht weiter ausholen. „Epic“ reißt den Zuschauer ad hoc in seinen Bann, brilliert und besticht und fasziniert mit brachialen, förmlich epischen Bildern, die man sich für alle Zeiten auf die Netzhaut brennen möchte.

Ein ganz klein wenig mag „Epic“ an das innewohnende Konstrukt von „Regina Regenbogen“ erinnern, geht es auch dort um die gegensätzlichen Wünsche zweier Kontrahenten, die Welt entweder bunt oder eben grau zu gestalten. Besonders hervorzuheben jedoch, dass das Bonusmaterial einen leicht verständlichen Ausflug in die Welt der Flora und Faune bereithält, um den Zuschauer über die Wichtigkeit des Verfalls in Kenntnis zu setzen.

In dem Hauptfilm hingegen kommt dieser Aspekt nicht zu tragen ~ vielmehr geht Mandrakes Wirken, blühend(st)e Gegenden in abgestorbene Blüten, Bäume und Wiesen zu verwandeln, tief unter die Haut und sorgte in meinem persönlichen Fall nicht nur einmal für Gänsehaut.

Generell berührt „Epic“ an unverhofft häufigen Stellen durch seine Tiefgründig- wie reiner Verletzlichkeit. Regelrecht großgeschrieben wird hier der Verlust von Familienmitgliedern, geliebten Menschen respektive Wesen wie aufgegebene Träume.

„Epic“ rührt an mehreren Stellen zu Tränen, während dementgegen wahrlich geniale und oftmals derbe Humoreinlagen zu bestaunen sind. Dialoge wie

„Hast du ein Problem mit mir?"
„Also nicht das ich wüsste."
„Was war das da gerade? Ein kleines Pläuschchen? Ist ja niedlich. Hast du auch was zu melden?"
„Hab ich irgendwas verpasst?“
„Es gibt einen Ehrenkodex... in der Welt der Männer. Und der lautet etwa so: Ich hab sie zuerst gesehen.“
„Du bist ne Schnecke.“
„Und? Glaubst du, sie will dich? Sieh dich doch mal an, Kumpel. Ach so.. das kannst du ja gar nicht.. weil deine Augen ganz tief in deinem Schädel drinstecken. Was ist los, Flachfresse? Fängst du gleich an zu heulen? Rufst du nach deiner flachfressigen Mami?“

lockern die bombastiche und nicht zuletzt temporeiche Atmosphäre immerfort auf, so dass man sich vermutlich keine anderen Kombi als die von Drehbuchautor William Joyce und Regisseur Chris Wedge hätte wünschen können.

Ein wenig perplex stimmte mich im ersten Augenblick der Auftritt der Raupe Nim Galuu (dt. Stimme: Reiner Schöne), welche wie nebenbei an „Alice in Wunderland“ denken lässt und fürwahr ein Liedchen anstimmte. Zu meiner persönlichen Freude gipfeln jedoch auch diese wenigen Sekunden in einem durchaus makabaren Scherz, während „Epic“ ohnehin als recht turbulent-actionreiche Unterhaltung mit mannigfaltiger Situationskomik bezeichnen darf.

Wie einfach die Story an für sich gestrickt wurde, wie logisch der Ausgang generell erscheint und wie wenige buchstäbliche Überraschungen hinsichtlich des Verlaufs somit geboten wurden, vergisst man meiner Meinung nach gänzlich. Naturgemäß gibt es auch hier ein gewisses „Zeitproblem“, dessenbezüglich ich jedoch erneut beide Augen zudrücke.

Viel zu imposant erscheinen mir die Bildgewalten, die stetig für die zutreffende Atmosphäre sorgen. So logisch es erscheint, dass die „guten“ auf bunten Vögeln fliegen, während die „bösen“ sich der düster wirkenden Fledermäusen bedienen, wird meiner Erfahrung nach hier und dort wird die Erwartungshaltung betreffend weiterer Lebewesen völlig auf den Kopf gestellt.

Die immens detailreiche Kulisse lädt immer wieder zum Staunen ein, während Leute wie ich automatisch beginnen, sich die ein oder andere Bebilderung als Fototapete zu wünschen ~ und sich doch für keine einzige entscheiden könnten.

Wer sich wirklich durch und durch analytisch mit dem Werk auseinandersetzen will, der wird sich ab einem gewissen Zeitpunkt zwangsläufig fragen müssen, von welchen Motiven Mandrake anfänglich eigentlich getrieben wird. Um eine resolute schwarz-weiß-Zeichnung kommt „Epic“ gewiss nicht umhin ~ ein Umstand, den ich jedoch offen gestanden von solchen Werken oftmals nicht anders erwarte.

Die DVD selbst

startet mit einem Trailer und geht sodann in eine Art einmaliges Menü-Intro über. In diesem informieren die Schnecken über die DVD-Ausstattung und geben den Tipp, sich nach dem Genuss des Hauptfilmes anschließend das Bonusmaterial anzusehen.

Die echten Bewohner des Waldes verfügt über eine Länge von knapp 5 Minuten und geht titelgebend auf die Lebewesen ein, die Pate für die Filmfiguren standen. In einer illustren Kombination von Filmbildern wie authentischen Tieraufnahmen lernt ein jeder Zuschauer das ein oder andere hinzu ~ und / oder kann sich einfach so richtig begeistern lassen.

Thematisiert werden hier Raupen, Kolibris, Grackeln (eine Sterling-Art), Fledermäuse, Schnecken ~ ferner wird die Neugier des Zuschauers einer jeden Altersklasse erweckt, sich selbst genauer mit der Natur zu befassen.
Der Kreislauf des Leben im Waldes klärt in 3 Minuten über Fäulnis, Verwesung und der daraus entstehenden neuen Lebensmöglichkeit auf ~ auch hier wechseln sich „echte“ Bilder mit animierten ab, während der Erklärungsmonolog fetzig vorgetragen und mit mitreißender Musik untermalt wird.

Zu guter Letzt steht auf lediglich der Kinotrailer von „Epic“ zur Verfügung, während die DVD über vier verschiedene Sprachauswahlmöglichkeiten (englisch, spanisch, katalanisch, deutsch) nebst Untertiteln (englisch, katalanisch, deutsch, türkisch) verfügt.

Auf die Unterschiedlichkeit zwischen gesprochenen und geschriebenen bin ich bereits eingegangen, während ich nichtsdestotrotz wiederholt betonen möchte, wie zugkräftig sich die zum Teil sehr schlagkräftigen Dialoge, der makabere wie gefühlvolle Witz und nicht zuletzt die emotionalen Wendungen darstellen.
Hinsichtlich des Bildes würde ich mich vor Lob überschlagen, sofern ich die richtigen Worte finden würde.
Schätzungsweise wirkt „Epic“ auf einer Alternative zu meinem 50cm Röhrenfernseher noch gewaltiger, als ich es am gestrigen Abend erleben durfte.

Und doch bin ich hin und weg.

Summa summarum

hat mich „Epic“ über alle Maßen in seinen Bann gezogen. Der große Detail- und Einfallsreichtum, mit der die Welt des Waldes illustriert wird, ist meines Empfindens nach mehr als phänomenal, so dass ich mich kaum je sattsehen könnte.
Selbst der Abspann des Hauptfilmes bietet Aufnahmen, die durchweg fesseln, faszinieren und Herzenswärme verursachen.

In der Tat hätte ich persönlich mit einem solchen Wechselbad der Gefühle nicht gerechnet, als ich die DVD in den heimischen Player legte und bin nach wie vor ein wenig sprachlos bzw. verfüge nicht über einen treffsicheren Sprachschatz, um „Epic“ so zu beschreiben, wie es ihm gerecht werden könnte.
Was bleibt, ist somit eine abschließend prägnante Kauf-, Guck-, und wiederholte Anschauempfehlung für jedermann.

10 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    09.10.2013, 18:02 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Prima beschrieben - über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen! GLG

  • bella.17@live.de

    09.10.2013, 14:16 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Annabelle sendet dir liebe Grüße

  • xRonx

    09.10.2013, 11:41 Uhr von xRonx
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß xRonx