epost.de Testbericht

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Erfahrungsbericht von PaulTiede

Eine Emailadresse fürs Leben

Pro:

jetzt nichts mehr

Kontra:

mittlerweile alles

Empfehlung:

Nein

Eine Zeitlang hat die Post mit dem Slogan Eine Emailadresse fürs Leben Werbung gemacht. Damals machte ich mir keine Gedanken über die Bedeutung des Satzes, heute weiß ich es besser.

Dabei fing das ganze so gut an, ein Leistungspaket wurde den Kunden angeboten, der eigentlich keine Wünsche offen lies, und heute?


Leistungen

ePost bietet drei verschiede Leistungspakete bezüglich dem Versand bzw. Empfang von Emails (entnommen von ePost.de).

ePost Basic:
- Versand und Empfang Ihrer eMails weltweit über das Internet, unabhängig vom Provider
- 9 MB Speicherplatz
- 30 Tage Speicherzeit für Ihre eMails
- 2,5 MB Anhanggröße
- sichere SSL-Verbindung zum ePOST Server
- persönliche Alias-Adresse, unter der Sie auch per eMail zu erreichen sind
- Versand und Empfang Ihrer eMails über WAP
- Abruf von eMails aus anderen Postfächern (POP3-Sammelabruf)
- Adressbuch
- übersichtliches Ordnersystem
- Urlaubsbenachrichtigung

ePost Plus:
- 25 MB Speicherplatz
- unbegrenzte Speicherzeit für Ihre eMails
- 4 MB Anhanggröße
- Versand und Empfang Ihrer eMails über POP3/SMTP und WAP
- eMail-Filter
- automatische Weiterleitung von eMails
- persönliche Alias-Adresse, unter der Sie auch per eMail zu erreichen sind
- Abruf von eMails aus anderen Postfächern (POP3-Sammelabruf)
- Adressbuch
- übersichtliches Ordnersystem
- Urlaubsbenachrichtigung
- sichere SSL-Verbindung zum ePOST Server

ePost Premium:
- 100 MB Speicherplatz
- unbegrenzte Speicherzeit für Ihre eMails
- 9 MB Anhanggröße
- Versand und Empfang Ihrer eMails über POP3/SMTP und WAP
- Unterstützung von IMAP
- 20 SMS pro Monat frei
- eMail-Filter
- automatische Weiterleitung von eMails
- persönliche Alias-Adresse, unter der Sie auch per eMail zu erreichen sind
- Abruf von eMails aus anderen Postfächern (POP3-Sammelabruf)
- Adressbuch
- übersichtliches Ordnersystem
- Urlaubsbenachrichtigung
- sichere SSL-Verbindung zum ePOST Server


Preise

Das ePost Basic Paket ist kostenlos und wird über Werbeeinblendungen finanziert.
Das ePost Plus Paket ist ebenfalls kostenlos, auf den ersten Blick gesehen. Diese „Kostenfreiheit“ erkauft man sich dadurch, dass ePost die Emailadresse und Postadresse (!) zu Werbezwecken an dritte weitergibt.
Für das ePost Premium Paket muss man 2,95 Euro im Monat bezahlen. ePost bucht dabei Halbjährlich immer im Voraus den Betrag von 17,70 Euro vom Konto ab.


Nutzung

Auf den ersten Blick bietet der Dienst eigentlich nichts anderes als andere Emaildienste, von Einnahmequelle im Fall des ePost Plus Pakets mal abgesehen.

Hat man sich jedoch bei ePost angemeldet, so stellt man gravierende Unterschiede fest. Nächst muss man die vorhandene Firewall deaktivieren (bei Norton Personal Firewall), um sich überhaupt einloggen zu können. Tut man dies nicht, so werden nicht nur die Werbung, sondern auch die beiden Einloggfelder nicht eingeblendet (Benutzername und Passwort).

Wer die Firewall nicht deaktivieren will, der kann versuchen sich per SSL einzuloggen. Dies geschieht durch den folgenden Link: https://mail.epost.de/. Hat man Glück, so ist der ePost-SSL-Anmeldeserver auch tatsächlich erreichbar und nicht ausgelastet. Dies geschieht jedoch nicht sehr oft.

Die Posteingangansicht liefert nur Informationen zum Empfänger, Betreff, Datum und Größe der jeweiligen Email. Von wem die Post kommt schient für ePost nicht wichtig zu sein.
Öffnet man eine der Nachrichten, so bekommt man nur den Emailtext als weitere Information zur Gesicht, somit stellt sich die Frage, wem soll ich eigentlich antworten, wenn ich nicht weiß, wer der Absender ist.
Nebenbei, beim Antworten wird/werden in der „An“-Zeile die Empfängeradresse(n) eingeblendet und nicht die Absenderadresse.

Möchte man eine oder mehrere Nachrichten löschen, so bekommt man dies mit einer Fehlermeldung „Keine Auswahl der Mailbox möglich. (32)“ quittiert, und dies schon seid der Umstellung von einem auf drei Leistungspakete, was schon bisschen länger her ist (über ein Jahr).

Den blanken Hohn stellt das Löschen des Accounts dar. Während dieses früher genauso wie das Löschen der Emails nicht funktionierte, wird heute dem Benutzer, der den Account löschen will, vorgegaukelt dies wäre geschehen. Versucht man sich anschließend mit dem angeblich gelöschten Account wieder anzumelden, so ist dies ohne weiteres möglich.


Spam

Spam scheint bei ePost entweder unbekannt zu sein oder kein Problem darzustellen, zum Leidwesen der Benutzer. Täglich wird man von mehreren Spamnachrichten bombardiert, in den seltensten Fällen ist die eigene ePost-Emailadresse der Empfänger. Glaubt man dem Datum der letzten Löschung (14.04.04), so haben sich seit dem über 600 neue Spamnachrichten angesammelt, gelöscht würden an dem Tag über 1200 Nachrichten, wobei die ältesten vorhandenen Spamnachrichten vom 11.03.04 sind.

Nebenbei scheint sich die Post selber nicht an ihre „guten“ Vorsätze zu halten, so bekomme ich schon fast monatlich Werbebriefe von der Philatelie der Deutschen Post. Wer weiß wie viele andere Werbebriefe noch auf das Konto von ePost/der Post gehen.


Amüsantes

Entnommen von der ePost-Seite:
„Warnung! Zurzeit kursieren eMails von vermeintlichen ePOST-eMail-Adressen mit einem Virus im Anhang. In der eMail wird behauptet, dass diese von einem ePOST-Virenscanner überprüft und für unbedenklich erklärt wurde. Dies ist kein Zusatz von ePOST! Bitte öffnen Sie diese Anhänge nicht!“

Pointe: Jeder, der den ePost-Dienst kennt, weißt aber, dass ePost keinen Virenscanner einsetzt.


Fazit

Vor der Umstellung auf drei Leistungspakete war ePost eine Alternative zu den bestehenden Emaildiensten wie z.B. Web.de, GMX oder Hotmail. Heute kann man nur sagen, dass die Post mit diesem Dienst massiv auf Datenfang geht.

Dem Kunden wird ein mangelhaftes Produkt untergeschoben. Lässt man sich darauf ein, so bekommt man als Gegenleitung mindestens die Werbung der Post und deren Kunden in Email- bzw. Briefform zugeschickt, nicht gerade die feine englische Art.
Selbst die bezahlbare Variante kommt nicht an die Angebote anderer Anbieter, wie GMX z.B.

Wer wenigstens in dieser Hinsicht von den Machenschaften der Post verschont bleiben will, der sollte die Finger davon lassen.

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