F - London Highschool-Massaker (Blu-ray) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Unfair ist, wenn irgendetwas ohne Grund passiert."
Pro:
die erste Viertelstunde; beschäftigt einen länger, als man will
Kontra:
keinerlei Bonusmaterial oder Erklärungen im Film, Zusammenhänge fraglich, Logiklöcher
Empfehlung:
Nein
~ „Ich glaube, es sind noch Kinder im Gebäude.“
~ „Das ist ne Schule.“
~ „Eines hat von innen etwas gegen das Fenster geworfen, als ich durch den Flur gegangen bin.“
~ „Was geworfen?“
~ „Einen Milkshake.“
~ „Einen Milkshake?“
~ „Himmel, was sind Sie? Ein Papagei? Ja, einen Milkshake."
~ „Welche Sorte?“
~ „Es freut mich, dass Sie das amüsant finden.“
~ Mit dem letzten Satz zititierten Satz des vorstehenden Dialogs hätte man durchaus mich meinen können, da ich diesen tatsächlich als recht gelungen empfand, wenngleich ich vermutlich dazu sagen sollte, dass ich ein gewisses Faible für „das Grauen lauert und keiner glaubt mir“ Szenerien habe, die sonstig vorrangig in Teenie-Horrorfilmen vorzufinden sind.
Das ich weiterhin schonungslos äußern möchte, dass es sich bei eben jenem Zwist um die für mich nahezu beste Szene des gesamten vermeintlichen Horror-Drama
“F ~ London Highschool Massaker“
handelt, dürfte durchaus für sich sprechen. Wie so oft schlug ich auch bei diesem knapp 75minütigen Film sämtliche Warnungen wie offenherzige Verrisse völlig in den Wind, investierte ein paar Euro für die Gebrauchtware und fand mich immerhin vor vielversprechenden Eingangsmomenten wieder:Nachdem der Lehrer Robert Anderson (David Schofield) einem seiner Schüler die Note „F“ für dessen Klassenarbeit mit durchaus herablassenden Worten, Philip wäre vermutlich besser in der Grundschule aufgehoben, aushändigt, geht dieser auf den Lehrer los.
Ironischerweise zieht dieser gewalttätige Übergriff lächerliche Konsequenzen nach sich: Robert Anderson wird beurlaubt, da er sich nicht an die Vorschriften hielt, keine schlechten Noten zu vergeben.
Elf Monate später scheint Anderson diese Krise lediglich mit Alkohol ansatzweise überwunden zu haben, während seine Ehe zu Bruch ging und seine Tochter Kate (Eliza Bennett) ihm sich zunehmend entfremdet.
Nicht nur den Respekt seitens der Schüler hat die Hauptfigur inzwischen verloren, ebenfalls äußert die Direktorin Sarah Balham (Ruth Gemmell) etwas zu laut, dass es noch keinen gravierenden Grund gibt, ihn endgültig zu entlassen, trotzdessen Anderson immerfort Rundmails betreffend Gewalt gegen Lehrer verschickt.
Noch am gleichen Tag sollen sich die Ereignisse sodann überschlagen: warum auch immer sich im stockfinsteren noch diverser Personen im College befinden, werden diese nacheinander von einer Gruppe Kapuzenshirt-Träger aufs brutalste ~ und einfallsreichste ~ ermordet. Es mag weiterhin niemanden überraschend, dass dies die Gelegenheit sein soll, in dem sich Robert seiner Tochter gegenüber wieder wie ein fürsorglicher Vater zeigen wird...
Die Umsetzung
hat mich gelinde gesagt verstört.
Bedauerlicherweise nicht durch Intensität, Raffinesse oder gar packender Authentizität, sondern vielmehr aufgrund des Umstandes, dass alles, was nach der ersten Viertelstunde an Ereignissen stattfindet, so herrlich wenig mit dem dargebotenen Rest zu tun hat.
Rasch breitete sich in mir der Eindruck aus, dass an für sich ein x-beliebiges großes interpersonelles Konstrukt um die blutigen Aufnahmen herumkonstruiert wurde ~ Hauptsache, der Zuschauer könnte mit ein bis drei Figuren etwas anfangen und sich näher in diese hineinversetzen, während die Täter bis zuletzt buchstäblich gesichtslos bleiben.
Sprich:
Weder hält sich „F – London Highschool Massaker“ mit einem Motiv auf, noch gibt es eine Möglichkeit zur Interpretation, was die Täter anbelangt. Der Titel an sich deutet zwar leicht auf die auslösende Schulnote hin... doch im Grunde genommen bringt dieses „F“ lediglich den Stein der Alkoholsucht ins Rollen und hat wie gesagt mit allem weiteren nichts mehr zu tun.
Großes Manko in der Tat, dass die Angreifer weder einen Unterschied zwischen Hausmeister, Schüler oder Lehrer machen, sondern sich obendrein derartig katzenartig über sämtliches Mobiliar schleichen, dass man sich daran nach einer kurzen Beeindruckt-heit relativ zügig sattgesehen hat und sich stattdessen schlicht und ergreifend einfach nur noch veralbert fühlt.
Die Gewichtung von „F – London Highschool Massaker“ wurde augenscheinlich auf diverse Verstümmelungsszenarien gelegt, wodurch die FSK18 Freigabe früh gerechtfertigt wurde.
Man könnte natürlich hochphilosophisch an die Sache herangehen und somit nicht minder psychologisch interpretieren, dass der Film auf kunstvolle (oder doch eher plumpe?) Art und Weise zeigt, dass es für solche Massaker im Grunde genommen keine gute Erklärung geben kann, man immerfort vor dem Gefühl der Sinnlosigkeit, Ratlosigkeit wie unbequemen Verständnis-Problematik stehen wird, dass man weiterhin weder die Vorgänge noch Motive, die scheinbar völlig aus dem Nichts heraus entstehen, nie wirklich erklären kann.
Könnte man... doch genauso gut könnte man es einfach sein lassen. Oder besser noch: bewusst einen Bogen um diesen Film machen.
Selbst ich persönlich habe in diesem Fall keine allzu große Lust zur Schönrederei; schießt meines Empfindens nach die rotzfreche Behauptung, der Film würde auf einer wahren Geschichte basieren, den Vogel meiner Gutgläubigkeit durch die Wand ab.
Die Chance, grobe Zusammenhänge anhand eines Bonusmaterials aufzuzeigen, wurde meiner Unterstellung nach nicht zufälliger Natur in den Wind geschossen.
Ähnlich empfinden darf man sicherlich die DVD-Aufschrift „Der Publikumshit vom Fantasy Filmfest“.
Aha.
Vorstellen könnte ich mir, dass „F – London Highschool Massaker“ die meisten Reaktionen ausgelöst hat...was jedoch kaum immer etwas Gutes sein muss.
Regisseur Johannes Roberts ließ den Zuschauer nicht nur im Dunklen stehen, was zig offene Fragen wie widersinnige Entwicklungen inmitten des Filmes anbelangt, sondern haut dem Gucker obendrein ein überaus offenes Ende um die Ohren. In der Tat unsagbar blöd, dass eben in jener Szene endlich ein wenig Tiefgründigkeit wie moralische Entscheidungsfreiheit auf den Punkt gebracht wurde.
Obschon ich hin und wieder offene Enden mag, ist dieses hier eher eine Beleidigung an achso-vielem.
Wer will, kann „F – London Highschool Massaker“ noch zu Gute halten, dass immerhin nicht jeder einzelne Mord en detail zu sehen ist, hier und da die Kamera im letzten Moment abschwenkt, während diverse Schockmomente eben doch durch spezielle Großaufnahmen erreicht wurden.
Die DVD selbst
ist wie bereits ausgeführt unbestreitbar zu Recht mit dem roten Label versehen, enttäuscht jedoch ebenfalls bezüglich der Ausstattung auf voller Linie.Neben der Möglichkeit, sich zwischen deutscher wie englischer Vertonung nebst den dazugehörigen Untertiteln zu unterscheiden, bietet die DVD nichts an Bonusmaterial; wenn man von ein paar wild zusammengewürfelten Trailern einmal absieht.
Meines Erachtens nach wurde mit diesem Verzicht auf alles, was der versuchten Ehrenrettung des Filmes hätte dienlich sein können, die Möglichkeit einer nachträglichen anderen Betrachtungsweise des Gesehenen förmlich sträflich verschenkt, wenn nicht gar absichtlich ignoriert.
Bösartigerweise will die meinerseitige Unterstellung, dass die Macher selbst nur zu gut wissen, dass „F – London Highschool Massaker“ lediglich auf die Aktualität artverwandter Gewaltausbruch-an-der-Schule-Publikationen ansprangen und vollends lieblos eine hanebüchene Story zusammenschusteren.
Summa summarum
bin ich von „F – London Highschool Massaker“ nicht wirklich enttäuscht, würde der Begriff der „Empörung“ durchaus besser passen.
Im Grunde genommen könnte es sogar gut sein, dass es sich bei den Angreifern keineswegs um Schüler des Colleges handelt, während sich diese dementgegen erstaunlich gut in dem Gebäude auskennen. Logiklöcher respektive allzu große Zufälle findet man inmitten der 75Minuten zuhauf, während man sich eigentlich schon gar nicht mehr mit der Frage befassen mag, warum um alles in der Welt gegen 19 Uhr überhaupt noch so viele Personen im College anwesend sind, diese obendrein immerzu alleine auf weiter Flur durch die Gegend wackeln und allensamt nichts besseres einfällt, als stetig das zu zelebrieren, was der 08/15-Vorschrift eines x-beliebigen Horrorfilms als Regel, möglichst bald zu sterben, zu Grunde gelegt wurde.
Ergo des Ergos: wer gerne stundenlang versucht, etwas positives aus jedem gesichteten Filmexperiment heraus-zu-sinnieren, wird bei „F – London Highschool Massaker“ munter drauf los legen können.
Wenn man sich nur ein bißchen Mühe gibt, sich das Horror-Drama Marke
„es gibt ja nie wirklich nachvollziehbare Erklärungen, die jeden Zuschauer zufrieden stellen würden... die Ratlosigkeit, die sich nach Attentaten ausbreitet, reflektiert das Leinwandspiel aufs grübelerischste“
schönzureden, kann man mit viel Euphorie sogar noch auf eine zweier-Besternung kommen (und ja, auch ich habe jüngst während dieses Tippvorgangs über eine Auf-Bewertung nachgedacht).
Allen anderen rate ich jedoch vehement von der DVD ab und werde mir selbst mein alt-neues Mantra verinnerlichen, endlich einmal auf aussagekräftige Kritiken zu hören.
17 Bewertungen, 6 Kommentare
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13.02.2013, 12:44 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichAllerbeste Aschermittwochs-Grüße aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)
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12.02.2013, 21:41 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Annabelle. Über Gegenlesung freue ich mich sehr
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12.02.2013, 19:57 Uhr von sirikit06
Bewertung: besonders wertvollWünsche Dir einen schönen Abend! LG
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12.02.2013, 14:58 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht von dir. LG KATJA
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12.02.2013, 14:26 Uhr von monagirl
Bewertung: sehr hilfreichGruß Mona, Freue mich über jede Gegenlesung von dir
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12.02.2013, 14:15 Uhr von knuddelfire
Bewertung: sehr hilfreicheinen schönen Dienstag LG
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