Frankenweenie (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2013
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"ich wollte doch nur meinen Hund zurück."
Pro:
große Liebe zum Detail, Filigranität, Emotionalität, filmische Begleitmusik (Danny Elfmann), Bonus
Kontra:
story naturgemäß sehr vorhersehbar, für mich pers . das Ende; eine Prise mehr Humor wünschenswert
Empfehlung:
Ja
Ein Gedanke, den ich persönlich bis in jede Faser meines Körpers nachfühlen konnte, kann und wohl auf ewig können werde ~ gleichwohl mir mitnichten je die Idee käme, ein verstorbenes Lebewesen auszubuddeln, via Experiment zu reanimieren und bei Bedarf die abfallenden Körperteile kurzerhand wieder anzunähen.
Der hierzulande Anfang 2013 erschienene sog. "stop-Motion-Film"
Möglich natürlich, dass Mr. (dt. Stimme: Jakob Riedl) und Mrs. Frankenstein (dt. Stimme: Melanie Manstein) zu Tode kamen und Viktor vor der Hochzeit mit Viktoria (in „Hochzeit mit einer Leiche“) adoptiert wurde ~ so richtig rund läuft das Szenario so oder so nicht ab.
Wie dem aber auch sein mag:
Der Handlungsverlauf ist Dank des Titels durchaus vorhersehbar: kaum, dass der Zuschauer hingerissen ist von dem Zusammenspiel zwischen Hund und Herrchen, kommt das geliebte Tier bei einem tragischen Unfall ums Leben ~ ansatzweise vorhergesagt durch Mr. Whiskers Kater-Kot .
Dank des neuen Physiklehrers Rzykruski (dt. Stimme: Erich Ludwig) und dessen Experimentierwut reißt sich Victor schließlich selbst aus seiner Trauer und Sparky aus dem Reich der Toten.
Dass hiermit jedoch nicht alles gut wird, verdankt der Schüler nicht zuletzt einen ausgeschriebenen Wissenschaftswettbewerb, was deine Mitschüler veranlasst, Victor in seinen Ergebnissen zu übertrumpfen oder diesen zumindest nachzueifern.
Wie es in alten Filmen überaus typisch war, steht zeitgleich ein großes Fest vor der Tür, welches die Einwohner des Städtchens unter der Leitung des Bürgermeisters (dt. Stimme: Alexander Duda) allesamt auf einem großen Platz versammelt, um ja nichts zu verpassen. Was genau sie hier zu sehen bekommen, wurde auf den Programmpunkten allerdings nicht geplant...
Die Umsetzung hätte ich mir offen gesagt amüsanter respektive schwarzhumoriger vorgestellt. Hinsichtlich der schmerzhaften Szenen, in denen der ein oder andere Zuschauer gewiss ein paar Tränchen vergießen kann / wird, habe ich mich hier nicht getäuscht und empfinde diese tiefschürfenden Elemente als durchweg gelungen.
Mir selbst zerreißt es beinahe das Herz, wenn Victors Eltern kurz nach der Beerdigung von Sparky ihren Sohn zu trösten versuchen, Victor jedoch lediglich ein
„Ich will ihn nicht in meinem Herzen. Ich will ihn hier bei mir haben“
von sich gibt, sich zur Seite dreht und Dank der großartigen Kameraarbeit der Zuschauer erkennt, wie ihm eine Träne von der Wange läuft. Du liebe Güte... unter die Haut geht „Frankenweenie“ in der Tat gleich mehrfach, berührt schon allein in einer winzigen Szene, in der Nachbarpudellady Persephone durch ein Loch im Zaun den Tennisball auf Sparkies einstige Seite kullert.
Die menschlichen Charaktere geraten hier und dort nahezu in den Hintergrund, was durchaus von den Machern gewollt sein dürfte. Die Liebe zu den Tieren ist allgegenwärtig ~ wie auch die Frage, ob und wann man loslassen muss. Ohne zuviel vorwegzunehmen: mit dem Ausgang von „Frankenweenie“ bin ich für meinen Teil doch nur sehr bedingt zufrieden und hätte mir in der Tat einen anderen gewünscht.
Besonders hervorzuheben definitiv die hochgradige Liebe zum Detail, mit der sämtliche Figuren geformt wurden. Schätzungsweise wird es nicht nur mir so ergehen, dass mir erst Dank Sichtung des kurzläufigen Bonusmaterials so wirklich bewusst wird, wie viel Arbeit die Entstehung des Filmes machte. Jede Puppe wurde einzeln gefertigt, die Kleidungsstücke genäht, jede Bewegung einzeln abgedreht. Nicht zuletzt durch die großen Schädeln mit den riesigen Kulleraugen fühlen sich die Figuren authentisch an; schließt man manche ins Herz, so wie man andere hingegen eher gruselig oder „nur“ unsympathisch finden darf.
Ohne jeden Zweifel wird ein jeder, der sich „Frankenweenie“ wiederholt anschaut, immer wieder neue Details entdecken, die ihm bei Erstsichtung entgangen sind. Nicht nur diverse Gegenstände sind es, die sich man rasch übersehen könnte, sondern ebenfalls die zarten Farbnuancen inmitten des Schwarz-Weiß-Spektakels, um diverse interpersonellen Höhepunkte zu betonen. Gleichermaßen ist die Story an sich keineswegs ein müder Abklatsch von Mary Shellys „Frankenstein“; stellt vielmehr eine Hommage dar, was sich anhand diverser Namensgebungen (Schildkröte Shelly, Elsa van Helsing,....) hier und dort mit viel Herzwärme erkennen lässt.
Definitiv eindrucksvoll gelang es Regisseur und Drehbuchautor Tim Burton, seinen einstigen Kurzfilm aus dem Jahre 1984 neu umzusetzen. Die Elemente zwischen Gruselstory, Außenseiter-Geschichte und Tierfilm wurden auf imposante Art und Weise mit einander verwoben. Die Skurrilität steht dem Hang zum makaberen in nichts nach, wenngleich ich mir hier und dort doch eine etwas breitgefächerte Prise Humor gewünscht hätte.
Immerhin: gesungen wird inmitten von „Frankenweenie“ quasi nur ein einziges Mal.
Der hier ausgewiesene Punkt Trailershow stellt meines Erachtens nach eher einen zusammengestückelten Werbefilm für Disney allgemein dar, welcher zwar auch Spots zu „Mulan“ involviert, den ich mir zu guter Letzt allerdings lediglich zur Hälfte angeschaut habe.
Wesentlich lobenswerter hier die doch recht umfangreiche Sprachauswahl; lässt sich der Hauptfilm auf deutsch, englisch sowie italienisch genießen, während die Untertitel die Möglichkeit zwischen deutsch, englisch, italienisch, türkisch, dänisch, norwegisch sowie die englische Fassung für Hörgeschädigte bietet.
Gewünscht hätte ich mir in der Tat den Kurzfilm als zusätzliches DVD-Material; „erhalten“ habe ich stattdessen einen durchaus interessanten Blick auf die Frankenweenie Ausstellung. In knapp fünf Minuten erfährt der Interessent hier diverse Hintergründe zur Entstehung des Filmes, kann selbst einen kleinen Blick auf die ComicCon werfen und verspürt, sofern man so gestrickt ist wie ich, ad hoc ein Bedürfnis, die Wander-Ausstellung selbst einmal zu besuchen. Wie viel Arbeit in dem Entstehungsprozess des Trickfilms steckt ist meines Erachtens nach einen gut gelaunten Zusatzpunkt nebst einer ganzen Schippe Respekt wert.
Weiterhin befindet sich auf der DVD das Musikvideo „Pet Sematary“ von Plain White F, in dem die Band quasi vor einer Leinwand, die Szenen des Hauptfilmes zeigt, ihr (gecovertes) Liedgut zum Besten gibt.
Bereits in jenen wenigen Filmszenen ist deutlich erkennbar, dass die FSK12 Freigabe nicht von ungefähr kommt, fühlt sich „Frankenweenie“ stellenweise durchaus gruselig, düster und beklemmend an und sollte somit Kleinkindern nicht vorgesetzt werden. Dass ich ohnehin dagegen bin, Kinder vor Erreichen des Grundschulalters überhaupt vor den Fernseher einzuparken (zu lassen), spielt hierbei gewiss keinerlei Rolle.
Bild und Ton der Silberscheibe sind wie gewohnt vorbildlichst, während es ebenfalls eine 3D Variante des Filmes gibt, die ich persönlich weder gucken kann noch gucken möchte.
Die Umsetzung mag Liebhaber des PC-animierten mitsamt Special-Effects durchzogenen Krach-bumm-peng Hollywoodspektakels im ersten Moment grotesk, mithin merkwürdig oder gar albern erscheinen ~ wer sich jedoch erlaubt, sich auf Tim Burtons besonderen Stil einzulassen, der wird an „Frankenweenie“ gewiss ein Stück seines Herzens verlieren.
Der hierzulande Anfang 2013 erschienene sog. "stop-Motion-Film"
“Frankenweenie“
wurde irreführenderweise hier und dort als quasi Fortsetzung von „Hochzeit mit einer Leiche“ beworben, während andere Texte hingegen von der Vorgeschichte sprachen, was meines Erachtens nach durchaus eher Sinn macht. Weniger passend in der Tat der Umstand, dass Fans des vorgenannten Werkes zwar Viktor (dt. Stimme: Niklas Münnighoff) und seinen Hund Sparky aus eben jenem Kassenschlager kennen werden; es sich im Grunde genommen nur bedingt um die wirklich selben Figuren handeln kann, wirft man einmal einen Blick auf die Eltern respektive den Nachnamen Viktors.Möglich natürlich, dass Mr. (dt. Stimme: Jakob Riedl) und Mrs. Frankenstein (dt. Stimme: Melanie Manstein) zu Tode kamen und Viktor vor der Hochzeit mit Viktoria (in „Hochzeit mit einer Leiche“) adoptiert wurde ~ so richtig rund läuft das Szenario so oder so nicht ab.
Wie dem aber auch sein mag:
Der Handlungsverlauf ist Dank des Titels durchaus vorhersehbar: kaum, dass der Zuschauer hingerissen ist von dem Zusammenspiel zwischen Hund und Herrchen, kommt das geliebte Tier bei einem tragischen Unfall ums Leben ~ ansatzweise vorhergesagt durch Mr. Whiskers Kater-Kot .
Dank des neuen Physiklehrers Rzykruski (dt. Stimme: Erich Ludwig) und dessen Experimentierwut reißt sich Victor schließlich selbst aus seiner Trauer und Sparky aus dem Reich der Toten.
Dass hiermit jedoch nicht alles gut wird, verdankt der Schüler nicht zuletzt einen ausgeschriebenen Wissenschaftswettbewerb, was deine Mitschüler veranlasst, Victor in seinen Ergebnissen zu übertrumpfen oder diesen zumindest nachzueifern.
Wie es in alten Filmen überaus typisch war, steht zeitgleich ein großes Fest vor der Tür, welches die Einwohner des Städtchens unter der Leitung des Bürgermeisters (dt. Stimme: Alexander Duda) allesamt auf einem großen Platz versammelt, um ja nichts zu verpassen. Was genau sie hier zu sehen bekommen, wurde auf den Programmpunkten allerdings nicht geplant...
Die Umsetzung hätte ich mir offen gesagt amüsanter respektive schwarzhumoriger vorgestellt. Hinsichtlich der schmerzhaften Szenen, in denen der ein oder andere Zuschauer gewiss ein paar Tränchen vergießen kann / wird, habe ich mich hier nicht getäuscht und empfinde diese tiefschürfenden Elemente als durchweg gelungen.
Mir selbst zerreißt es beinahe das Herz, wenn Victors Eltern kurz nach der Beerdigung von Sparky ihren Sohn zu trösten versuchen, Victor jedoch lediglich ein
„Ich will ihn nicht in meinem Herzen. Ich will ihn hier bei mir haben“
von sich gibt, sich zur Seite dreht und Dank der großartigen Kameraarbeit der Zuschauer erkennt, wie ihm eine Träne von der Wange läuft. Du liebe Güte... unter die Haut geht „Frankenweenie“ in der Tat gleich mehrfach, berührt schon allein in einer winzigen Szene, in der Nachbarpudellady Persephone durch ein Loch im Zaun den Tennisball auf Sparkies einstige Seite kullert.
Die menschlichen Charaktere geraten hier und dort nahezu in den Hintergrund, was durchaus von den Machern gewollt sein dürfte. Die Liebe zu den Tieren ist allgegenwärtig ~ wie auch die Frage, ob und wann man loslassen muss. Ohne zuviel vorwegzunehmen: mit dem Ausgang von „Frankenweenie“ bin ich für meinen Teil doch nur sehr bedingt zufrieden und hätte mir in der Tat einen anderen gewünscht.
Besonders hervorzuheben definitiv die hochgradige Liebe zum Detail, mit der sämtliche Figuren geformt wurden. Schätzungsweise wird es nicht nur mir so ergehen, dass mir erst Dank Sichtung des kurzläufigen Bonusmaterials so wirklich bewusst wird, wie viel Arbeit die Entstehung des Filmes machte. Jede Puppe wurde einzeln gefertigt, die Kleidungsstücke genäht, jede Bewegung einzeln abgedreht. Nicht zuletzt durch die großen Schädeln mit den riesigen Kulleraugen fühlen sich die Figuren authentisch an; schließt man manche ins Herz, so wie man andere hingegen eher gruselig oder „nur“ unsympathisch finden darf.
Ohne jeden Zweifel wird ein jeder, der sich „Frankenweenie“ wiederholt anschaut, immer wieder neue Details entdecken, die ihm bei Erstsichtung entgangen sind. Nicht nur diverse Gegenstände sind es, die sich man rasch übersehen könnte, sondern ebenfalls die zarten Farbnuancen inmitten des Schwarz-Weiß-Spektakels, um diverse interpersonellen Höhepunkte zu betonen. Gleichermaßen ist die Story an sich keineswegs ein müder Abklatsch von Mary Shellys „Frankenstein“; stellt vielmehr eine Hommage dar, was sich anhand diverser Namensgebungen (Schildkröte Shelly, Elsa van Helsing,....) hier und dort mit viel Herzwärme erkennen lässt.
Definitiv eindrucksvoll gelang es Regisseur und Drehbuchautor Tim Burton, seinen einstigen Kurzfilm aus dem Jahre 1984 neu umzusetzen. Die Elemente zwischen Gruselstory, Außenseiter-Geschichte und Tierfilm wurden auf imposante Art und Weise mit einander verwoben. Die Skurrilität steht dem Hang zum makaberen in nichts nach, wenngleich ich mir hier und dort doch eine etwas breitgefächerte Prise Humor gewünscht hätte.
Immerhin: gesungen wird inmitten von „Frankenweenie“ quasi nur ein einziges Mal.
Die DVD selbst
startet mit ein paar Trailern und führt inmitten des Bonusmaterials ein wenig in die Irre.Der hier ausgewiesene Punkt Trailershow stellt meines Erachtens nach eher einen zusammengestückelten Werbefilm für Disney allgemein dar, welcher zwar auch Spots zu „Mulan“ involviert, den ich mir zu guter Letzt allerdings lediglich zur Hälfte angeschaut habe.
Wesentlich lobenswerter hier die doch recht umfangreiche Sprachauswahl; lässt sich der Hauptfilm auf deutsch, englisch sowie italienisch genießen, während die Untertitel die Möglichkeit zwischen deutsch, englisch, italienisch, türkisch, dänisch, norwegisch sowie die englische Fassung für Hörgeschädigte bietet.
Gewünscht hätte ich mir in der Tat den Kurzfilm als zusätzliches DVD-Material; „erhalten“ habe ich stattdessen einen durchaus interessanten Blick auf die Frankenweenie Ausstellung. In knapp fünf Minuten erfährt der Interessent hier diverse Hintergründe zur Entstehung des Filmes, kann selbst einen kleinen Blick auf die ComicCon werfen und verspürt, sofern man so gestrickt ist wie ich, ad hoc ein Bedürfnis, die Wander-Ausstellung selbst einmal zu besuchen. Wie viel Arbeit in dem Entstehungsprozess des Trickfilms steckt ist meines Erachtens nach einen gut gelaunten Zusatzpunkt nebst einer ganzen Schippe Respekt wert.
Weiterhin befindet sich auf der DVD das Musikvideo „Pet Sematary“ von Plain White F, in dem die Band quasi vor einer Leinwand, die Szenen des Hauptfilmes zeigt, ihr (gecovertes) Liedgut zum Besten gibt.
Bereits in jenen wenigen Filmszenen ist deutlich erkennbar, dass die FSK12 Freigabe nicht von ungefähr kommt, fühlt sich „Frankenweenie“ stellenweise durchaus gruselig, düster und beklemmend an und sollte somit Kleinkindern nicht vorgesetzt werden. Dass ich ohnehin dagegen bin, Kinder vor Erreichen des Grundschulalters überhaupt vor den Fernseher einzuparken (zu lassen), spielt hierbei gewiss keinerlei Rolle.
Bild und Ton der Silberscheibe sind wie gewohnt vorbildlichst, während es ebenfalls eine 3D Variante des Filmes gibt, die ich persönlich weder gucken kann noch gucken möchte.
Summa summarum
beweist „Frankenweenie“ auf ein neues, dass Burton mit seiner Theorie, dass Filme, die (beinahe ausschließlich) in schwarz-weiß gehalten werden, „eine zusätzliche, leicht eigenartige emotionale Tiefe, die in Farbe anders gewesen wäre“ durchaus Recht behalten sollte.Die Umsetzung mag Liebhaber des PC-animierten mitsamt Special-Effects durchzogenen Krach-bumm-peng Hollywoodspektakels im ersten Moment grotesk, mithin merkwürdig oder gar albern erscheinen ~ wer sich jedoch erlaubt, sich auf Tim Burtons besonderen Stil einzulassen, der wird an „Frankenweenie“ gewiss ein Stück seines Herzens verlieren.
8 Bewertungen, 1 Kommentar
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10.10.2013, 06:13 Uhr von xRonx
Bewertung: sehr hilfreichGruß xRonx
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