Erfahrungsbericht von grashopper
Super zum anbaggern und für weltweite Blind-Dates aber ein zweischneidiges Schwert
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
ICQ ( I seek you ) war ursprünglich ein weltumspannendes Chatsystem, für das bei icq.com erst ein mal eine SOftaware heruntergeladen werden und installiert werden muss. Das System arbeitet dann schön und rein theoretisch ohne Beeinflussung anderer Internetanwendungen.
ICQ hat inwischen weit über 120 Millionen Adressen - wobei man nie so genau weiss, wieviele User 2, 3, 4 oder gar mehr Pseudos oder Nicks bei ICQ registriert haben.
Also um das System nach der Installation nutzen zu können, muss man sich erst einmal mit ein paar Basisdaten anmelden um eine sog. UIN (User-Identification-Number) zu erhalten. Man muss hier keine Angaben machen und kann von daher selbst gegenüber AOL, die das System betreiben soweit annonym bleiben, als dass eventuell ein User im Bedarfsfall auch mal über seine IP Nummer, mit der er gerade online ist, ermittelt werden könnte.
Rein theoretisch - auch das muss ich immer wieder unterstreichen - ist es recht schwierig, über ICQ von außen Manipulationen auf dem eigenen Rechner zu unternehmen. In der Praxis ist es aber kinderleicht und hier liegt auch ein Wermutstropfen bei ICQ - übrigens im Gegensatz zu AIM.
Für technisch versierte auch noch ein kleiner Hinweis: Windows-User gehen ins Internet über Port 80 - das macht es Hackern recht einfach in einen Rechner reinzuhacken, ICQ belegt dagegen schier unendlich viele Ports ( fast 65000 )- da muss man sich schon etwas mehr als Hacker anstrengen, erst mal den Port zu erwischen, mit dem ein User am ICQ Netzwerk hängt. Aber mit der richtigen Software ist das heute alles kein Problem mehr.
Die Gefahr, die von ICQ ausgeht, ist vielfältig.
Das System dient dazu, weltweit neue Menschen kennzulernen, mit Ihnen zu chatten, sich anzufreunden, sich gegenseitig Bilder und andere Dateien zu schicken und die Welt damit sprichwörtlich zum Dorf zu machen. Da sind auch schon so manche Treffen und Verbindungen entstanden jedoch mindestens auch ein Vielfaches an Enttäuschungen.
ICQ wird außerhalb Nordamerikas vor allem da genutzt, wo AOL nicht direkt vertreten ist. Dazu gehören Länder wie Russland und China, wo ein Computer zu Hause eher die Ausnahme ist und dort eher kommerzielle Interessen bei der Nutzung von ICQ verfolgt werden.
Vor allem Kontakte zu Frauen sind dort meist keine, sondern es werden durchaus nette Bildchen an Chatpartner in USA, Deutschland, England oder Australien versickt, es sitzen jedoch nicht selten männliche Chatter am anderen Ende der Leitung und versuchen, die Angefütterten User auf Internetseiten mit Dialerprogrammen zu locken oder gar noch Weitergehendes.
Der Dateitransfer ( beim Austausch von MP3 Dateien etwa ) ist hingegen eine äußerst angenehme Angelegenheit und durchaus recht schnell, wobei ich bisher kein höheres Tempo, als 384 kbit/sec gemessen habe. Aber inmmerhin, das kann sich schon sehen lassen. Apropos bei der Nutzung dieser ICQ Einrichtung sollte man äußerst vorsichtig sein und Dateitransfers erst vornehmen, wenn man sich sicher ist, dass der Chatpartner auf der andren Seite nicht etwa doch etwas ganz anderes schickt, als man erwartet. Fatale Folgen für den eigenen Rechner und Geldbeutel kann man nicht ausschließen.
Das ganze verharmlost sich quasi von selbst, durch eine sehr einfache Benutzerführung und einige Werkzeuge, die das Auffinden von Chatpartnern leicht machen. Sowohl vom Bedienpanel als auch auf der ICQ.com Seite werden eine Reihe von Möglichkeiten angeboten.
Sicher kann man ICQ einfach so im Hintergrund mitlaufen lassen. Auch das geht kinderleicht. Entweder hat man ICQ so konfiguriert, dass es sich von selbst startet, sobald man selbst ins Internet geht oder man kann es manuell per Mausklick starten, indem man die ICQ Blume auf dem Windows-Desktop anklickt.Irgendwann verändert sich dann die grüne Blume in ein Briefsymbol, das Zeichen, dass irgendwo auf der Welt jemand die eigene ICQ Nummer interessant gefunden hat und mal eine Message sendet. Damit möglichst viele Leute (und vor allem die "Richtigen") Messages schicken, kann man sich eine recht umfangreiche Visitenkarte mit Telefonnummer, Emailadresse und Homepage-Link anlegen, die von anderen Usern durch einfaches Anklicken des Info-Symbols (kleines I auf einem kleinen gelben Quadrat oben rechts auf dem Dialogtextfeld ) ansehen kann. Hier sieht man auch die Ortszeit und die Interessen der Chatpartner, wenn sie sie ( hoffentlich ehrlich) eingegeben haben. Auch können sich Chatpartner per vorher hochgeladenem Bild gegenseitig betrachten. Nur alles mit der Einschränkung - nichts von dem, was da zu lesen und zu sehen ist muss auch wirklich stimmen. Ein perfekteres Medium für Illusionen gibts es wohl kaum ein zweites mal.
Eine andere Möglichkeit, Kontakte zu schaffen, besteht in der Nutzung der "White Pages". Hier kann man andere Chatpartner anhand ihrer Interessen suchen, die sie selbst auf ihren Visitenkarten hinterlassen haben. Oder man hat das Werkzeug "Randomized" - zufälliges Auffinden von anderen Usern, die gerade auch online sind.
Alle diese Werkzeuge sind leicht auffindbar durch Anklicken von sehr übersichtlich gestalteten Menues auf dem ICQ Bedienungspanel, das sich öffnet, sobald man die ICQ - Software gestartet hat.
Übrigens kann man unter "My ICQ " verschiedene Identitäten anlegen, wobei es üblicherweise mit der ICQ Software nicht möglich ist, mit mehr, als einer Identität online zu sein- wenigstens nicht mit einem einzigen Rechner. Es gibt allerdings - wie so häufig - Software für ICQ, die es einem einzigen User ermöglicht, mit beliebig vielen Identitäten gleichzeitig online bei ICQ zu sein.
Die Chats sind personalisiert. Das heisst, es gibt nicht etwa ein einziges großes Fenster, bei dem alle anderen mitlesen können. Das wäre bei den Millionen Usern auch etwas verwirrend , schätze ich mal. Es sind zwei Modi beim Chatfenster möglich, einmal der, bei dem man die Historie des gesamten Chats in einem separaten Fenster einsehen kann oder den sog. Single Mode, bei dem nur die eigene augenblickliche Texteingabe und die letzte Antwort lesbar sind. Die Gesamthistorie aller Chats mit einer einzigen anderen Person ist über das Feld "History" abrufbar. Diese Historie wird auf dem eigenen Rechner gespeichert und zwar in der Regel im ICQ Ordner . Auch hier sollte sich niemand in Sicherheit wiegen, denn es ist keineswegs audgeschlossen, dass Chats nicht simultan noch ganz woanders mitgelesen werden - was grundsätzlich bei jedem Netzwerk möglich ist. Es kommt nur darauf an, ob es in so einem Network Leute mit besonderen Zugriffsrechten gibt - und davon ist ganz sicher auszugehen.
Nachdem ich nun ein wenig beschrieben habe, wie ICQ benutzt werden kann und wo Risiken für die User bestehen, scheint mir wichtig zu sein, einige Verhaltenbsweisen zu nennen, wie die beschriebenen Risiken wenigstens verringert werden können.
1. Es sollten in der Visitenkarte nicht mehr Informationen preis gegeben werden , als notwendig. Das kann man immer noch im Chat tun, wenn man sich sicher ist, mit wem man es auf der anderen Seite überhaupt zu tun hat.
Das wird ganz erheblich zur Verringerung der Emailbombadierungen mit allen möglichen Angeboten oder Dialer-Schnittstellen führen.
2. Die Funktion Dateitransfer sollte nicht grundsätzlich geöffnet sein. Bevor man die erste Datei per ICQ von einem anderen User annimmt, sollte in jedem Fall schon ein Email-Kontakt bestehen und da möglichst nicht über eine Emailadresse, bei der der Nutzer anonym bleiben kann ( z.B. hotmail.com oder yahoo.com ). Auch das Zusenden von Bildern kann dazu führen, dass der Empfänger erkennt, welchen Port man selbst für ICQ benutzt und kann darüber in den eigenen Rechner sogar unbemerkt eindringen und alle beliebigen Dateien (inclusive Passwörtern) lesen.
3. Wer eine eigene Homepage hat und hier Einblick in Zugriffstatistiken hat, sollte diese Funktion nutzen und den Chatpartner einmal einladen, die eigene Seite zu besuchen. Hier sieht man wenigstens, mit welche IP Nummer der andere User hatte. Man sieht also auch, ob ein User wirklich daher von da kommt, wo er es vorgibt. Sollte ein User vorgeben, die Seite nicht sehen zu können oder nicht öffnen zu können und ist angeblich mit einem gebräuchlichen Browser im Internet unterwegs, ist größte Vorsicht angeraten. Es kann - es muss nicht - ein Hinweis darauf sein, dass der Chatpartner Gründe hat, anonym zu bleiben. Dann könnten die im Chat genannten Dinge nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, was je nach Intensität und Inhalt des Chats durchaus von Bedeutung sein kann.
4. Wenn man einen Chatpartner nicht persönlich kennt, sollte man niemals Empfehlungen von Seiten im Internet annehmen, bei denen die Eingabe der eigenen Bankverbindung oder Kreditkartennummer erforderlich ist. Man wird sich vielleicht sonst über Buchungen aus heiterem Himmel wundern, die man überhaupt nicht zuordnen kann. Das kann zudem auch teuer werden.
Seit einiger Zeit wird ICQ leider von Dialer- oder Sexanbietern für SPAM-Messages genutzt, die entweder wie ein zufälliger Irrtum aussehen, das also die Massage nur falsch adressiert wurde oder man bezieht sich sogar auf einen bereits stattgefundenen Kontakt. Hier hat man leider noch nicht einmal die Möglichkeit, sich bei ICQ wirksam zu beschweren, denn dieser Missbrauch läßt sich nicht abschalten. Derartige Faker können jederzeit eine neue UIN beantragen, wenn ICQ das alte Konto dicht gemacht hat. Zu erkennen sind die Faker übrigens daran, dass bei Anklicken des "I" (Info) - Button die Mitteilung "Data-Base Error" erscheint. Da hilft nur die Funktion " User ignorieren" - wenn auch nicht für lange. Wirksamer ist, die Einstellung des ICQ Panels so vorzunehmen, dass nur Mitteilungen von Usern empfangen werden, die als Buddies auf der Kontaktliste stehen. Diese Funktion gibt es allerdings erst bei de neueren ICQ Versionen. Wer sie also nicht hat, sollte die neuste Software installieren.
ICQ selbst berechnet übrigens für die angebotenen Services direkt kein Geld, verdient aber nicht unerheblich an Werbung, die -zugegeben diskret- bei der Nutzung des Systems an den User gebracht wird.
Bei allen Begleiterscheinungen ist ICQ für mich noch immer das interessanteste Werkzeug, weltweit interessante und auch oft sehr liebe Kontakte zu knüpfen. Hier sind schon mehr als nur ein oder zwei ehrliche Freundschaften entstanden - also aus I seek you wurde I found you.
Wer übrigens mal gerne bei mir baggern möchte : # 57378378
28 Bewertungen, 7 Kommentare
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19.10.2002, 01:08 Uhr von Suessig
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht, und schönes Wochenende! vlg Jan
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30.07.2002, 15:28 Uhr von 154143629
Bewertung: weniger hilfreichMan kann sich hervorragend gegen Spam aller Art schützen. Etwa alle URLs von Fremden ignorieren schaltet 99,9 Prozent ab.
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27.05.2002, 02:17 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichDas war für mich interessant, weil ich bisher überhaupt nicht wusste, was ICQ ist.
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26.05.2002, 01:31 Uhr von Kleine_Suesse
Bewertung: sehr hilfreichich habe ICQ, darüber meinen Freund kennengelernt und durch invisible-Einstellungen und 'ne firewall bin ich vor den negativen Nebenwirkungen des icq recht gut geschützt....möchte ihn auch nicht missen
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26.05.2002, 01:11 Uhr von Achmed
Bewertung: sehr hilfreichIch benutze auch ICQ, blos in einer anderen Form. Ich nutze es in im Programm: Trillian
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26.05.2002, 00:51 Uhr von Dolphin2003
Bewertung: sehr hilfreichMein Sohn benutzt das auch. Gruß, DOLPHIN2003
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26.05.2002, 00:47 Uhr von SkillNewbie
Bewertung: sehr hilfreichSehr gelungener Bericht. Habe selbst auch ICQ
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