Jurassic Attack (DVD) Testbericht

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Jurassic-attack-dvd
ab 6,46
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Besser, manches bleibt in der Versenkung."

3
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

endcooles Augenzwinkern des Truppenführers, keine nervigen Charaktere, unverhoffter Tiefsinn

Kontra:

eutet zig Dinge an, führt diese Gedanken jedoch mitnichten zu Ende; diverse Unstimmigkeiten

Empfehlung:

Nein

… sagte Bob (der leider im Abspann unerwähnt bleibt).

Und nur wenige Augenblicke später war er selbst hinfort.
~ Man dürfte annehmen, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt durchaus langweilig werden könnte, sich regelmäßig recht ähnlich gestrickte Filme anzusehen. Dem ist tatsächlich der Fall ~ und dennoch gibt es sie, die schrulligen Außenseiter des Trashs, die sich somit in die paradiesische Mittelmäßigkeit einordnen und deren Sichtung zumindest kurzweiliger wie unterhaltsamer Natur ist.
Eine echte Perle unter den ernsthaften Filmbeiträgen stellt

“Jurassic Attack“


indes zweifellos nicht dar. Der Verlauf der nahezu gesamten Handlung gestaltet sich als überaus vorhersehbar, geht es wie so oft um einen Militäreinsatz, der mit nicht einkalkulierten Hindernissen konfrontiert wird.
Der Befehl von Colonel Carter (Corin Nemec) lautet schlicht und ergreifend, die seitens des Rebellen-Chefs Marquez (Israel Sáez de Miguel) entführte Bio-Expertin Angeles Ibanez (Natascha Berg) zu befreien. Unter der Führung von Captain John Steakley (Gary Stretch) scheint der Männertruppe mitsamt tougher Frauenquotenerfüllerin Sarah Haldeman (Alicia Ziegler) dies auch recht flugs zu gelingen ~ allerdings hat niemand damit gerechnet, dass der Helikopter, der die Jungs zurück zur Station befördern soll, im letzten Moment zum Absturz befördert wird.

Zu diesem Zeitpunkt weiß der Filmgucker schon längst, dass es im Dschungel vor Dinosauriern nur so wimmelt ~ der Trupp wiederum braucht eine ganze Weile länger, um dies herauszufinden. Was – meines Erachtens nach – nicht wirklich sonderlich glaubhaft umgesetzt wurde.

Ein wenig schwierig ferner der Aspekt der in die Story hineingepressten Erklärungsfragmente, die jedoch umso wirrer erscheinen, je öfter sie von verschiedenen Akteuren erwähnt werden. Hier und dort ist die Rede von einer Kontamination, von einer bio-chemischen Waffe, von Experimenten... ebenfalls heißt es zwischenzeitlich, dass der gesamte Trupp inzwischen verseucht sein müsste und somit die beste Idee wäre, das komplette Gebiet in Grund und
Boden stampfen zu lassen.

Markanterweise nimmt „Jurassic Attack“ im weiteren Verlauf selbst keinen Anteil mehr an diesen Theorien respektive Ausführungen und verschenkt somit ein paar Möglichkeiten, das Werk ein wenig atmosphärischer bishin beklemmender zu gestalten.

Generell „leidet“ die Stimmung anhand der Qualität nebst Überzeugungskraft der Spezialeffekte. Überdeutlich ist hier erkennbar, dass die computeranimierten Dinos nachträglich ins Bild eingefügt wurden, während die Blutsprötzer doch arg an die ersten Ego-Shooter überhaupt erinnern.
Szenen, in denen einer der vermeintlichen Helden wie wild im Kreis

umherballert, während vereinzelt sogar die Schussgeräusche vergessen wurden, und jener sodann ad hoc stirbt, als ein pfeilschnell auftauchender Manns-Großer Dino ihn lediglich anhutzt... sind in der Tat nicht das, was ich sonderlich ernst nehmen könnte oder gar dazu führt, dass sich auch nur ein einziger Zuschauer panisch ans Sofakissen krallen wird.

Vielmehr wird der ein oder andere zwangsläufig dazu übergehen, anhand des Umstands, dass die gesamte Spielfilmlänge über stetig einer der (Anti?-)Helden sich von der Truppe entfernt und sodann alleine ins tiefste Gebüsch trappst, sich fragen, mit welcher Art Profis „Jurassic Attack“ den Zuschauer bei Laune zu halten versuchte.

Wie locker-flockig das Szenario an manchen Passagen sogar absichtlich sein sollte, beweist vorrangig die Figur des quasi-Aussteigers Professor Roxton (Michael Worth). Mit ihm gehen ein paar amüsante (oder doch nur überdrehte?) Momente einher, während man „Jurassic Attack“ durchaus eine tiefgründige Ethik zu Gute halten muss. Völlig unverhofft konnte ich mich über eine in der ungefähren 70ten Minute platzierten gelungen-knackig-kernigen Moralpredigt freuen, die durchaus zum Nachdenken animiert.
Und das, meine Damen und Herren, ist zweifellos der absolute Pluspunkt in den sonst so austauschbaren Genrefilm.

Dialoge wie

~ „Keiner von uns wird je wieder so etwas erleben.“
~ „Ja, weil wir dann tot sind.“

sorgen ebenfalls für gewisse Stimmung in dem Filmchen, wogegen die

DVD selbst


potentielle Spontankäufer durchaus verärgern könnte.

Sprich: nicht genug damit, dass die DVD rotzfrech mit dem Aufdruck „unzensiert und ungeschnitten“ wirbt, während man sich nach Sichtung des Dino-Filmchens durchaus fragen wird, was genau hier auch nur Gefahr lief, der Zensur zum Opfer zu fallen ~ vielmehr schießt die Covergestaltung derartig den Vogel ab, dass ein paar Flugsaurier in die Luft gepappt wurden. Flugsaurier, die im Film selbst hingegen überhaupt keine Rolle spielen. Weder wird einer erwähnt, noch beobachtet, noch in weiter Ferne gesichtet und schon gar nicht auch nur die bloße Befürchtung ausformuliert, dass es welche geben könnte. Nada. Niente. Nix Flappflapp.

In Bezug auf die DVD-Ausstattung kann sich, wer will, vor dem Film eine halbe handvoll Trailer wie auch den Originaltrailer (in deutsch oder englisch) zum Hauptfilm selbst anschauen; waschechtes Bonusmaterial hält die Silberscheibe indes nicht parat. Der Unterpunkt „Set-up“ involviert die Spracheinstellungen, in denen man ausschließlich die Wahl zwischen deutsch und englisch hat.

Zu meiner eigenen Überraschung bemerkte ich die Untertitel (deutsch, englisch, niederländisch) erst, als ich die DVD in das Laufwerk des Laptops einlegte ~ via Tastendruck, während der Film bereits im haushaltsüblichen DVD-Player läuft, konnte ich dementgegen keinen Untertitel zuschalten. Somit liegt die Vermutung nahe, dass man jenen vor Start des Hauptfilms über das Menü aktivieren bzw. zwischendurch in das Menü wechseln muss. Ob dies an meiner DVD-Player-Variante (LG DVX 482) oder doch der DVD selbst liegt, kann ich persönlich an dieser Stelle naturgemäß nicht beantworten.
Fakt ist: auch inmitten von „Jurassic Attack“ kann man sich über die Unterschiedlichkeit zwischen gesprochenen Wort wie eingeblendeten Untertitel amüsieren oder – je nach Fasson – ärgern. So wird beispielsweise aus

„Kommt her, ihr Mistviecher“

ein saloppes, an den Mitmenschen gewandtes

„Wirf mir Munition rüber.“

Immerhin: in dem Moment, in dem jemand „Arschloch“ sagt, darf diese Äußerung auch im Textfeld eine solche bleiben.

Hinsichtlich Bild und Ton habe ich bereits erwähnt, dass einige wenige Male die Schussgeräusche fehlen, während man ferner allzu deutlich die in mehreren Schichten übereinander gelagerten Bilder selbst ohne vom Optiker verschriebene Sehhilfe erkennen kann. Wer davon ausgeht, dass ein T-Rex einen entsprechend großen Schatten aufweisen müsste, wird inmitten von „Jurassic Attack“ des Gegenteils belehrt, während man insgesamt eine höhere Authentizität vermissen darf. Überaus schmuck zwar, wie schön bunt die Triceratops gestaltet wurden ~ deutlich weniger Pluspunkte sammelt der Film anhand wechselseitig zu schnell erlegbarer Tiere versus den Momenten, in denen sie eigentlich nur die Szenerie betreten müssen, um den menschlichen Eindringlingen den Brustkorb zu zerpflücken.

So kommt es vor, dass manche Darsteller etwas zu übereifrig hinfielen oder tot spielten, wenn ein Dino sie auch nur gestreift haben dürfte ~ ein Umstand, der in der Tat auch mal ganz nett anzusehen ist, und nur gaaaaaanz marginal von der Unprofessionalität seitens der Macher zeugt.

Zweifelsfrei wurde optisch aus der Umgebung das bestmöglichste herausgeholt. Nebst satten, klaren und kräftigen Farben gibt es sogar ein Postkartenmotiv zu bestaunen, während man sich an die PC-Dinos durchaus gewöhnen kann. Mehr noch, wenn man völlig außen vor lässt, dass „Jurassic Attack“ de facto im Jahre 2012 kredenzt wurde und nicht, wie es durch die Bank den Anschein erweckt, bereits etliche Jahre auf dem Buckel hat.
Die FSK16 Einstufung basiert meiner Theorie nach nicht auf schockschweren dramaturgischen Momenten, in denen man vor lauter (An-)Spannung kaum zu atmen wagt; sondern vielmehr auf den immer wieder gern genommenen „Körper von Gegenstand durchbohrt“ Spielereien.

Summa summarum


gestaltet es sich als durchweg erfrischend, dass „Jurassic Attack“ lediglich über eine Spielzeit von kernigen 80Minuten verfügt. Allen voran überzeugt Gary Stretch als Captain des Trupps, erinnert hier und dort ein wenig an Burt Reynolds und besticht nicht zuletzt durch seinen Charme wie sein betörend-endcooles Augenzwinkern an stets richtiger Stelle.

Für den doch recht anspruchslosen Filmgenuss zwischendurch eignet sich „Jurassic Attack“ meiner Meinung nach durchaus, gleichwohl man sich den Kauf der DVD absolut sparen kann.

Mit der Art und Weise der Spezialeffekte kann ich für meinen Teil durchaus leben, vermisste jedoch eine Auflösung bzw. Weiterführung des Gedanken, ob der Rettungstrupp zu guter letzt nun eigentlich verseucht wurde und somit „etwas einschleppen“ oder nicht. Was genau von der typischerweise nur mit Unterwäsche bekleideten Entführten erwartet wurde, bleibt ebenso offen wie weiter Kleinigkeiten, mit denen man sich nach Genuss des wahrhaftig sehr gelungenen Schlussmomentes dessen ungeachtet gar nicht mehr weiter beschäftigen möchte.

Soll heißen: „Jurassic Attack“ ist ein Film, den man sich gut und gerne mal anschaut, während eben jenes Prozesses über das ein oder andere sich selbst oder doch eher den Protagonisten die Hände vor den Kopf schlagen mag und unterm Strich ahnt, dass man den Machern wie Darstellern ihr verdientes Geld von Herzen gönnt, sich aber künftig nicht weiter mit dem Produkt befassen möchte.

Ergo des Ergos: einmal gucken reicht allemal; lehnt man diesen Film hingegen von Grund auf ab, verpasst man alldieweil nu echt nichts.

13 Bewertungen, 5 Kommentare

  • sirikit06

    29.10.2013, 19:33 Uhr von sirikit06
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • bella.17@live.de

    29.10.2013, 16:46 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Annabelle sendet dir liebe Grüße.

  • Haustierhalterin

    29.10.2013, 15:54 Uhr von Haustierhalterin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich lese gegen - Du auch? :)

  • Little-Peach

    29.10.2013, 15:21 Uhr von Little-Peach
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :))

  • monagirl

    29.10.2013, 15:02 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön berichtet von dir. LG Mona.