Oblivion (DVD) Testbericht
D
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2013
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Treice564
Oblivion
Pro:
Cruise
Kontra:
3D
Empfehlung:
Ja
Inhalt
Nach einem Atomkrieg mit Aliens ist die Erde unbewohnbar. Die Überlebenden fliegen in einer Raumstation um den Planeten, auf dem nur noch Techniker Energieressourcen abbauen und Aliens bekämpfen. Einer von ihnen hat seltsame Erinnerungen, denen er auf den Grund gehen will. Ein in nahezu allen Details "recycelter" Science-Fiction-Film, der temporeich ins Szene gesetzt ist und nicht mit Schauwerten geizt, hinter seiner funkelnden Oberfläche aber kaum interessante thematische Auseinandersetzungen zu erkennen gibt.
Kritik
Zukunftsängste.
Es hat einen Atomkrieg mit Außerirdischen gegeben; die Erde ist unbewohnbar wie eine Industriebrache. Überlebende fliegen in einer dreieckigen Raumstation um den Planeten. Tom Cruise spielt einen Techniker, der auf der Erde stationiert ist, um Energieressourcen abzubauen. Obwohl ein irrer Aufwand mit der Projektion von Wetter betrieben wird, kommt die Sonne nie ins Bild. Man könnte sonst ja auf die Idee kommen, dass die genug Energie für alle abstrahlt. Aber "Oblivion" ist ein Science-Fiction-Film: die Zukunft ist hier nichts Anderes als eine Konstruktion, die die Gegenwart und ihre Ängste thematisiert. Die Energie wird kurioserweise durch das Abpumpen von Wasser gewonnen, weshalb sich neben Atom- und Energiekrieg auch noch der ums Wasser thematisieren lässt. Die Guten kämpfen gegen Drohnen; später stellt sich aber heraus, dass die Guten die Bösen sind und umgekehrt. Daraus lernen man, dass Drohnen auch nur eine feige Variante des Tötens sind. Die Drohnen sind spezialisiert auf das Töten von Aliens, die mit schwarzen Taliban-Kutten herumlaufen und in Höhlen hausen. Der Kampf der Aliens gegen die Drohnen ist allerdings - wie im wirklichen Leben - durchaus erfolgreich. Aus den Trümmern der Drohnen bauen sie sogar gefährliche Atomwaffen.
Raubkopie I Don Siegel hat 1956 mit "Invasion der Körperfresser" einen genialen Wurf gelandet, der die Paranoia der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft in ein Science-Ficiton-Gewand kleidete. Die Aliens, die für ihre Zwecke Menschen züchten, haben ihren Außenposten in dem fliegenden Dreieck, wo in großen Bienenwaben der Nachwuchs reift. Jack Harper (Tom Cruise) ist so ein gedächtnisloser Klon. Da Technik nach Ablauf der Garantie gerne defekt wird, bekommt er Erinnerungen, die eigentlich gelöscht sein sollten. Nach und nach bekommt er heraus, dass unter den Taliban-Kutten Menschen stecken und er ein Klon ist.
Raubkopie IIRaubkopien sind nicht nur ein großes Problem der Unterhaltungsindustrie, sie sind auch ihr innerer Motor. Das gilt vor allem für Story und Production Design. Das zerstörte New York von "Planet der Affen", die Amnesie von "Total Recall", der Replikant aus "Blade Runner", die vertikale Dichotomie von "Metropolis" - das sind neben "Invasion der Körperfresser" die auffälligsten Recyclingprodukte. Dass hier nun ein ganzer Planet recycelt werden soll, ist eine besondere Ironie; neu daran ist aber nur der neueste Stand der Gadgets: noch bessere VFX, die neue Flying Cam, die Tiefenschärfe digitaler 4K-Bilder (Sony Cine-Alta F65). Selbst die Gags sind recycelt: In der Dreiecksgeschichte von "Total Recall" lässt sich Arnold Schwarzenegger scheiden, indem er seine Frau erschießt, in "Oblivion" lässt sich die Klon-Frau von Tom Cruise scheiden, indem sie ihn auf der verstrahlten Erde zurücklässt.
Bücher In den Ruinen der New York Library hausen die Guten. Tom Cruise rettet dort ein Buch mit römischen Sinnsprüchen. Lesen ist bekanntlich gefährlich. Er klappt das Buch auf und stolpert gleich über Horaz: "Dulce et decorum est pro patria mori/Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben." Mit diesem Spruch wird er zum frei handelnden, amerikanischen Individuum, das den Ameisenstaat in die Luft sprengt. Altphilologen ist der Spruch schon lange unheimlich. Aus dem Mund des Deserteurs und Auftragsdichters Horaz kann es auch eine Sottise sein, wenn man die lateinischen Verschleifungstechniken beherrscht: "Dulcet decorumst…" Walden Mitten in den Trümmer- und Wüstenlandschaften gibt es eine typisch amerikanische Idylle wie Walden Pond. Hier sammeln sich am Ende die Überlebenden, um den amerikanischen Traum neu zu träumen. Seit über 200 Jahren legitimiert die Utopie jede Metzelei. Und an diesem Ort schläft Tom Cruise einmal mitten im Film ein, sodass man nicht recht weiß, ob der Film nicht auch der Traum eines Junkies auf den Spuren von Thoreau ist.
Malerei In den Bunkern der Guten gibt es auch eine Gemäldegalerie. Das zentral herausgestellte Gemälde "Christina's World" von Andrew Wyeth zeigt die Rückenansicht einer Dame mit rosa Kleid im Gras vor einer Farm im Mittelwesten, grau in grau. Zweifelsohne das Meisterwerk von Wyeth, das an Hopper herankommt. Ein bedrohlicher Realismus, der, gottlob, die Idylle von Walden relativiert. Schließlich: In den Ruinen der New York Library hausen die Guten. Harper rettet dort ein Buch mit römischen Sinnsprüchen. Lesen ist bekanntlich gefährlich. Er klappt das Buch auf und stolpert über Horaz: "Dulce et decorum est pro patria mori: Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben." Mit diesem Spruch wird er zum frei handelnden Individuum, das den Ameisenstaat in die Luft sprengt. Altphilologen ist der Spruch schon lange unheimlich. Aus dem Mund des Deserteurs und Auftragsdichters Horaz kann es auch eine Sottise sein, wenn man die lateinischen Verschleifungstechniken beherrscht: "Dulcet decorumst…" .
Nach einem Atomkrieg mit Aliens ist die Erde unbewohnbar. Die Überlebenden fliegen in einer Raumstation um den Planeten, auf dem nur noch Techniker Energieressourcen abbauen und Aliens bekämpfen. Einer von ihnen hat seltsame Erinnerungen, denen er auf den Grund gehen will. Ein in nahezu allen Details "recycelter" Science-Fiction-Film, der temporeich ins Szene gesetzt ist und nicht mit Schauwerten geizt, hinter seiner funkelnden Oberfläche aber kaum interessante thematische Auseinandersetzungen zu erkennen gibt.
Kritik
Zukunftsängste.
Es hat einen Atomkrieg mit Außerirdischen gegeben; die Erde ist unbewohnbar wie eine Industriebrache. Überlebende fliegen in einer dreieckigen Raumstation um den Planeten. Tom Cruise spielt einen Techniker, der auf der Erde stationiert ist, um Energieressourcen abzubauen. Obwohl ein irrer Aufwand mit der Projektion von Wetter betrieben wird, kommt die Sonne nie ins Bild. Man könnte sonst ja auf die Idee kommen, dass die genug Energie für alle abstrahlt. Aber "Oblivion" ist ein Science-Fiction-Film: die Zukunft ist hier nichts Anderes als eine Konstruktion, die die Gegenwart und ihre Ängste thematisiert. Die Energie wird kurioserweise durch das Abpumpen von Wasser gewonnen, weshalb sich neben Atom- und Energiekrieg auch noch der ums Wasser thematisieren lässt. Die Guten kämpfen gegen Drohnen; später stellt sich aber heraus, dass die Guten die Bösen sind und umgekehrt. Daraus lernen man, dass Drohnen auch nur eine feige Variante des Tötens sind. Die Drohnen sind spezialisiert auf das Töten von Aliens, die mit schwarzen Taliban-Kutten herumlaufen und in Höhlen hausen. Der Kampf der Aliens gegen die Drohnen ist allerdings - wie im wirklichen Leben - durchaus erfolgreich. Aus den Trümmern der Drohnen bauen sie sogar gefährliche Atomwaffen.
Raubkopie I Don Siegel hat 1956 mit "Invasion der Körperfresser" einen genialen Wurf gelandet, der die Paranoia der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft in ein Science-Ficiton-Gewand kleidete. Die Aliens, die für ihre Zwecke Menschen züchten, haben ihren Außenposten in dem fliegenden Dreieck, wo in großen Bienenwaben der Nachwuchs reift. Jack Harper (Tom Cruise) ist so ein gedächtnisloser Klon. Da Technik nach Ablauf der Garantie gerne defekt wird, bekommt er Erinnerungen, die eigentlich gelöscht sein sollten. Nach und nach bekommt er heraus, dass unter den Taliban-Kutten Menschen stecken und er ein Klon ist.
Raubkopie IIRaubkopien sind nicht nur ein großes Problem der Unterhaltungsindustrie, sie sind auch ihr innerer Motor. Das gilt vor allem für Story und Production Design. Das zerstörte New York von "Planet der Affen", die Amnesie von "Total Recall", der Replikant aus "Blade Runner", die vertikale Dichotomie von "Metropolis" - das sind neben "Invasion der Körperfresser" die auffälligsten Recyclingprodukte. Dass hier nun ein ganzer Planet recycelt werden soll, ist eine besondere Ironie; neu daran ist aber nur der neueste Stand der Gadgets: noch bessere VFX, die neue Flying Cam, die Tiefenschärfe digitaler 4K-Bilder (Sony Cine-Alta F65). Selbst die Gags sind recycelt: In der Dreiecksgeschichte von "Total Recall" lässt sich Arnold Schwarzenegger scheiden, indem er seine Frau erschießt, in "Oblivion" lässt sich die Klon-Frau von Tom Cruise scheiden, indem sie ihn auf der verstrahlten Erde zurücklässt.
Bücher In den Ruinen der New York Library hausen die Guten. Tom Cruise rettet dort ein Buch mit römischen Sinnsprüchen. Lesen ist bekanntlich gefährlich. Er klappt das Buch auf und stolpert gleich über Horaz: "Dulce et decorum est pro patria mori/Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben." Mit diesem Spruch wird er zum frei handelnden, amerikanischen Individuum, das den Ameisenstaat in die Luft sprengt. Altphilologen ist der Spruch schon lange unheimlich. Aus dem Mund des Deserteurs und Auftragsdichters Horaz kann es auch eine Sottise sein, wenn man die lateinischen Verschleifungstechniken beherrscht: "Dulcet decorumst…" Walden Mitten in den Trümmer- und Wüstenlandschaften gibt es eine typisch amerikanische Idylle wie Walden Pond. Hier sammeln sich am Ende die Überlebenden, um den amerikanischen Traum neu zu träumen. Seit über 200 Jahren legitimiert die Utopie jede Metzelei. Und an diesem Ort schläft Tom Cruise einmal mitten im Film ein, sodass man nicht recht weiß, ob der Film nicht auch der Traum eines Junkies auf den Spuren von Thoreau ist.
Malerei In den Bunkern der Guten gibt es auch eine Gemäldegalerie. Das zentral herausgestellte Gemälde "Christina's World" von Andrew Wyeth zeigt die Rückenansicht einer Dame mit rosa Kleid im Gras vor einer Farm im Mittelwesten, grau in grau. Zweifelsohne das Meisterwerk von Wyeth, das an Hopper herankommt. Ein bedrohlicher Realismus, der, gottlob, die Idylle von Walden relativiert. Schließlich: In den Ruinen der New York Library hausen die Guten. Harper rettet dort ein Buch mit römischen Sinnsprüchen. Lesen ist bekanntlich gefährlich. Er klappt das Buch auf und stolpert über Horaz: "Dulce et decorum est pro patria mori: Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben." Mit diesem Spruch wird er zum frei handelnden Individuum, das den Ameisenstaat in die Luft sprengt. Altphilologen ist der Spruch schon lange unheimlich. Aus dem Mund des Deserteurs und Auftragsdichters Horaz kann es auch eine Sottise sein, wenn man die lateinischen Verschleifungstechniken beherrscht: "Dulcet decorumst…" .
6 Bewertungen, 1 Kommentar
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14.05.2013, 19:04 Uhr von JesterNeo
Bewertung: off topicEbenfalls ein PLAGIAT!
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