Die Truman Show (DVD) Testbericht

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ab 4,57
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Erfahrungsbericht von Everydaygood

mal wieder im TV..

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...und wieder sehr amüsant gewesen, zum Inhalt:

Truman Burbank (Jim Carrey) ist ein 29-jähriger Versicherunsvertreter mit einem unendlich großen Vorrat an guter Laune und einem grauenhaften Kleidergeschmack, der in einer Bilderbuch-Kleinstadt namens Seahaven lebt. Diese Stadt ist einzigartig: Sie liegt in einem riesigen Filmstudio, und ihr einziger \"echter\" Bewohner ist Truman. Alle anderen sind Schauspieler, die in einer rund um die Uhr laufenden Fernsehshow mitwirken, bis hin zu Trumans Mutter (Holland Taylor) und seiner Frau Meryl (Laura Linney). Die Truman-Show wurde von Christof geschaffen, der seit 30 Jahren die Fäden von Trumans Leben in den Händen hält. Als eines Tages der Scheinwerfer, der in Trumans Welt der Sirius ist, herunterfällt, ist das nur eines in einer Kette von Ereignissen, die dazu führen, daß Truman sein Gefängnis erkennt und sich letztendlich auch daraus befreit.

Auch wenn es mir ein wenig schwer fällt, zu glauben, daß man ein so gewaltiges Unternehmen Mitte bis Ende der 60er Jahre auf die Beine stellen konnte, ist das Konzept an sich erschreckend. Ein Mann, bzw. eine Firma, hat absolute Kontrolle über das Leben eines anderen Menschen. Er kann für ihn sogar die Sonne auf- und untergehen lassen. Auch vor Trumans Gefühlen und Ängsten macht der große Manipulator nicht Halt. Alle Menschen in Trumans Umgebung sind nur da, weil sie dafür ihre Gage erhalten. Wer eine echte Beziehung zu Truman entwickelt und aus dem Glied tritt wird rücksichtslos entfernt.

Ed Harris spielt Christof mit Arroganz und Baskenmütze. Man weiß nicht so recht, ob man ihn bewundern oder verachten soll. Er genießt sichtlich seine Allmacht und hat schon lange vergessen, daß er nur ein Regisseur ist. Er hat eine eigene Welt geschaffen und kann nicht glauben, daß Truman die Realität diesem klebrig-süßen Ideal einer perfekten, sauberen Kleinstadt vorzieht. Seine Beziehung zu Truman ist distanziert und wechselt nicht einmal dann auf persönliche Ebene, als Truman erkennt, wer er ist. Selbst dann bleibt Christof eine körperlose Stimme, und er sieht Truman nur auf einem Monitor. Als der dann abgeschaltet wird, hat Christof die Verbindung zu Truman verloren.

Neben der Show an sich sieht das geneigte Publikum auch hinter die Kulissen des gigantischen Studios. Truman hat eine riesige Fangemeinde auf der ganzen Welt. Die Welt nimmt bereitwillig Anteil an seinem Leben, und nur eine kleine Gruppe, angeführt von Sylvia (Natasha McElhone), die selbst in der Serie mitspielte, bis Truman sich in sie zu verlieben drohte, setzt sich für seine Freilassung ein (und was ist eigentlich mit seinen Bürgerrechten?). Die Zuschauer, die über sein Entkommen in frenetischen Jubel ausbrechen, verschwenden keinen Gedanken daran, daß er ohne sie nie in dieser Welt eingesperrt worden wäre. Als es zuende ist, wenden sie sich mit einem Schulterzucken ab und suchen nach der nächsten Medienattraktion.

Jim Carrey hat seine Gesichtszüge und Glieder weitgehend unter Kontrolle und hat wieder einen Schritt weg vom Kasper und hin zum Schauspieler getan. Aus seiner Suche nach der Wahrheit hätte man etwas mehr machen können. Aber sein Showdown mit Christof ist phantastisch. Die Mitwirkenden der Truman-Show bleiben flach und unwirklich, sogar die wichtigeren Charaktere. Dadurch wird dem Zuschauer klar, in was für einer Scheinwelt Truman lebt. Das beste Beispiel dafür ist Meryl, die den Mann, den sie nach Drehbuch lieben soll, nicht einmal leiden kann und sich bei jeder Gelegenheit in die Werbesprüche flüchtet, durch die die Show finanziert wird.

Ein gelungener Film, der das Szenario des vom Fernsehen kontrollierten Menschen noch einen Schritt weiter treibt.

Man stelle sich einmal vor, die ganze Welt - oder wenigstens ein großer Teil davon - könnte uns Tag und Nacht zusehen, was immer wir auch tun. Wer dächte da nicht gleich an George Orwells 1984? Weit gefehlt, denn darum geht es in diesem Fall nicht, es ist zugleich harmloser und viel schlimmer: Aus Profitsucht wird das Leben eines einzelnen Menschen zur 24-Stunden-Liveshow im Fernsehen - natürlich ohne daß der Betreffende selbst etwas davon ahnt, denn die Attraktivität für die Millionen Zuschauer besteht vor allem darin, daß alles \"echt\" und nichts gespielt ist...

Der Versicherungskaufmann Truman Burbank (Jim Carrey) ahnt nicht, daß er schon vor seiner Geburt von dem cleveren Geschäftsmann Christof (Ed Harris) adoptiert wurde, der aus seinem Leben eine Fernsehshow machen will, die 24 Stunden am Tag ohne Werbeunterbrechung gesendet wird. Der Ort, in dem er wohnt, ist mit tausenden von versteckten Kameras bestückt, die Einwohner (inklusive Trumans Eltern und seiner Frau) stecken mit Christof unter einer Decke, und es gelingt ihnen tatsächlich, die Illusion 30 Jahre lang aufrechtzuerhalten. Sehr hilfreich hierbei ist, daß Truman seit seiner Kindheit Angst vor dem Wasser hat und weder imstande ist, über eine Brücke zu fahren noch ein Schiff zu besteigen, seit er miterleben mußte, wie sein Vater bei einer Segeltour ertrank. Um ihn herum wird eine künstliche, von Wasser umgebene Umwelt geschaffen, die verhindern soll, daß er jemals erfährt, daß sein Leben nichts ist als Show.

Wem sich beim bloßen Gedanken an ein solches Szenario die Nackenhaare sträuben, der sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen. Obwohl nicht alles immer plausibel erscheint, ist es beklemmend zu sehen, wohin Profitgier und die Sucht nach Ruhm einen Menschen treiben können. Wobei man Christof noch nicht einmal vorwerfen kann, daß seine Idee besonders verwerflich wäre, da er auf die Millionen Zuschauer angewiesen ist, denn sie sind es letztendlich, die die Show dreißig Jahre lang am Leben erhalten. Er hat eigentlich nur eine \"Marktlücke\" gefunden, indem er eine menschliche Schwäche geschickt für seine Zwecke ausnutzt. Anstatt in der Regenbogenpresse nur über das Privatleben eines mehr oder weniger berühmten Zeitgenossen zu schreiben, bringt er bewegte Bilder auf den Fernsehschirm, die jeden auch an den allerintimsten Ereignissen in Trumans Leben teilhaben lassen. Man fragt sich, was schlimmer ist, diese Vorstellung oder zur Belustigung der Zuschauer eine Menschenjagd zu veranstalten wie in Stephen Kings \"Running Man\". Beide Varianten lassen tief blicken, wozu der menschliche Geist letztendlich fähig ist.

Jim Carrey in der Hauptrolle mag zunächst überraschen, da sie so gar nicht zu seinem sonstigen Image als Grimassenschneider vom Dienst passen will. Er schafft es jedoch schnell, den Zuschauer für sich einzunehmen und Anteilnahme an seinem Schicksal zu erwecken - ganz ohne ein paar seiner \"Gesichter\" geht es dann aber doch nicht ab. Ed Harris ist einfach nur unsympathisch, er entspricht in allem dem Klischee, über Leichen zu gehen, um an sein Ziel zu kommen. Die seelischen Nöte anderer lassen ihn kalt, wenn er nur die Kasse klingeln hört. Der Rest der Besetzung besteht mehr oder minder aus Statisten, die kaum der Erwähnung wert sind, aber für den Film unverzichtbar.

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Clarinetta2

    14.11.2007, 19:07 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima Bericht