Die Truman Show (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Erfahrungsbericht von w.gruentjens
Echter Mensch - unechte Welt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
DIE TRUMAN SHOW zeigt uns, ähnlich wie MATRIX, das Leben in einer künstlichen Welt; nur ist die Welt nicht eine künstliche computergesteuerte Gebärmutter (lat. MATRIX), sondern eine künstliche Welt der Medien, wie wir sie von GZSZ, VERBOTENE LIEBE usw. kennen.
IRGENDWANN in der Zukunft reicht es den Medienmogulen nämlich nicht mehr, drittklassige Schauspieler schlechte Texte mit blödsinnigen Storys sprechen und spielen zu lassen, nein, in der Zukunft werden sich die Medienleute etwas GANZ NEUES überlegen:
Sie nehmen wirkliche Menschen, aber nicht erwachsene wirkliche Menschen wie bei BIG BROTHER, sondern sie kaufen einer Familie ein ungeborenes Baby ab, um es zum Superstar des Fernsehens zu machen. So wird es einmal sein. Dann haben sie eine SEIFENOPER DES WIRKLICHEN MANNES (engl. TRUE MANS SHOW). Ob das allerdings etwas mit dem Film THE TRUMAN SHOW zu tun hat, und wenn ja, was, das möge der gewogene Leser besser selbst herausfinden.
INHALT UND GEHALT
Truman ist ein junger Mann Ende der Zwanzig, der sein Leben lebt, der morgens aufsteht, in den Dienst geht, seine Erlebnisse hat, der isst, der schläft, der ganz zufrieden mit seinem Leben ist und der Zeitungen mit hübschen Mädchengesichtern sammelt, weil er sich ein Bild von seiner großen Liebe machen will.
Was er nicht schlecht findet: Es sind immer dieselben Nachbarn, die auf die gleiche Weise grüßen, es fahren immer dieselben Autos herum, und die Welt, in der er lebt, ist angenehm.
Aber eins stört ihn: Es gibt keine weiteren Ausflüge, keine Reisen, und bei Fahrten an die Stadtgrenze kommen immer wieder Straßensperren und Umleitungen; und alle Versuche, einen Flug zu buchen, werden vereitelt.
WAS ER NICHT WEIß, ist, dass er der größte Star der Welt ist. Sein ganzes Leben, jede Minute, in der er lebt, in der er isst, arbeitet und schläft, wird im Fernsehen übertragen, und jeder Mensch, der ihm begegnet, mit ihm arbeitet, ihn grüßt oder an ihm vorüber fährt, ist ein Schauspieler. Jeder Freund, Kollege, Nachbar – alle sind Schauspieler, nur dazu da, um seinem Leben einen Verlauf zu geben, den der Regisseur der Sendung und die Drehbuchschreiber geplant haben.
Auch als sich schließlich eine der Schauspielerinnen in ihn verliebt und ihm zuraunt, dass sein ganzes Leben nur eine Show ist, wird schnell eine andere Schauspielerin eingesetzt, die sich vordrängt und ihn schließlich heiratet.
Die Ereignisse werden schließlich immer dramatischer, denn zuerst ahnt er nur, dann erfährt er, dann wehrt er sich, dann versucht er zu fliehen. Und das lassen sich Regisseur und Autoren natürlich nicht gefallen.
Wird es ihm gelingen, die Grenze seiner Welt zu erreichen, oder wird ihn vorher der Regisseur sterben lassen? Und welche odysseehaften Irrfahrten hat er zu überwinden, wenn er den Weg zur Grenze seiner Welt sucht? Und wenn er sie erreichen sollte, wird er dann mit dem Regisseur verhandeln und seine Bedingungen stellen, oder wird er versuchen, sie zu verlassen? Und wenn er versuchen sollte, sie zu verlassen, wie wird es ihm dann gelingen?
Ehe alle diese Fragen gelöst werden, erfahren wir aber einen Szenenwechsel:
Sein Serien-Vater, den man vor Jahren in der Serie hat sterben lassen, taucht jetzt eigenmächtig wieder auf. Zunächst wird versucht, das zu vermeiden, weil es ungeplant war, und der \"Vater\" wird mit massiver Gewalt in einen Bus geschoben. Später im Film aber wird ausführlich gezeigt, wie der Vater mit Hilfe der Regie, Musik, Kameraeinsatz und allem, was zu einem Film gehört, auf den Sohn zugeht und sie sich wiederfinden. Hier gipfelt der Film in der Erkenntnis, dass sein ganzes Leben Serienkitsch ist.
Die Frau, die ihn eigentlich liebt, versucht zwar immer wieder, den Regisseur davon zu überzeugen, dass er ihm sein Leben nimmt, aber dieser findet, Truman sei einer, der sehr wohl seinen Käfig akzeptieren und lieben würde.
Um ihn davon zu überzeugen, dass es sich um kein Komplott handelt, sondern alles echt sei, sagt der Regisseur Christof Trumans \"Freund\" sogar die Worte übers Mikrophon vor, die er lügen soll, um Truman davon zu überzeugen, dass es keine Verschwörung gegen ihn sei.
Dieser hat aber inzwischen immer deutlicher erkannt, dass alles Schein ist, und versucht immer auf neuen Wegen zu fliehen. So wird der Film allmählich zu einem Drama, das schon Züge eines Politthrillers an sich hat.
Auf seinen verzweifelten Versuchen zu fliehen gerät er in immer neue Abenteuer, und wir erfahren durch die Verbindung zu Regie und Schauspielern, wie sehr sein Leben manipuliert wird. Es wird ausführlich gezeigt, wie Regie, Kamera, Schauspieler eingesetzt werden, um ihn zu manipulieren und fürs Fernsehen interessant sein zu lassen.
Der Regisseur wirkt schließlich wie ein Gott, der über Leben und Tod, Heirat, Zeugung und Schicksal befindet. Er tut das so kaltschnäuzig und verteidigt das mit so warmen Worten, dass uns deutlich wird, wie verlogen er und damit die Medienwelt ist.
QUALITÄT
Die Regie von Peter Weir, der uns schon mit \"Der Club der toten Dichter\" ein Meisterwerk vorgelegt hat, lässt nichts zu wünschen übrig. Er setzt die Stilmittel wie Perspektive, Rückblicke und Intensität von Kamera, Schauspiel und Umgebung so gekonnt ein, dass der Film deutlich machen kann, was er will. Die Musik ist angemessen, meist aus klassischen und romantischen Stücken (Mozart und Chopin z. B.) entnommen, nie übertrieben.
Der Hauptdarsteller Jim Carey verleiht der Rolle die unglaublich passenden Eigenschaften eines halb unbeholfenen, in der künstlichen Welt aufgewachsenen jungen Mannes und halb eines netten Kumpels, den man ins Herz schließen kann. Er, den man sonst nur aus eher seichten Komödien kennt, läuft hier zu einer Form auf, die der Problematik der Figur, die er spielt, in der Kombination von Harmlosigkeit und Kampfeswillen gerecht wird.
All dies spielt sich ab im Rahmen eines Dramas, das man wie einen spannenden Unterhaltungsfilm, der sogar ein thrillerhaftes Ende hat, sehen kann.
In Wirklichkeit aber ist es ein Film, der uns zum Nachdenken anregen soll, denn wir sollen uns fragen: Wohin führt die Medienwelt noch? Wie weit werden Zuschauer, aber auch Schauspieler manipuliert?
FAZIT:
Dieser Film schildert, wohin es mit der Medien- und Serienwelt kommen kann, und er schildert den verzweifelten Kampf eines Medienopfers dagegen.
Dies ist ein Film, der sehr interessant ist, der Spannung, Witz und Geist hat, und der trotzdem hinter der Fassade eines guten Dramas viel Philosophie verbirgt und zum Nachdenken Anlass gibt, ein Film, den man auch im Unterricht zum Anlass von Diskussionen und Interpretationen nehmen kann, der aber trotzdem leicht zu sehen ist.
Viel Spaß mit einem guten Film!
IRGENDWANN in der Zukunft reicht es den Medienmogulen nämlich nicht mehr, drittklassige Schauspieler schlechte Texte mit blödsinnigen Storys sprechen und spielen zu lassen, nein, in der Zukunft werden sich die Medienleute etwas GANZ NEUES überlegen:
Sie nehmen wirkliche Menschen, aber nicht erwachsene wirkliche Menschen wie bei BIG BROTHER, sondern sie kaufen einer Familie ein ungeborenes Baby ab, um es zum Superstar des Fernsehens zu machen. So wird es einmal sein. Dann haben sie eine SEIFENOPER DES WIRKLICHEN MANNES (engl. TRUE MANS SHOW). Ob das allerdings etwas mit dem Film THE TRUMAN SHOW zu tun hat, und wenn ja, was, das möge der gewogene Leser besser selbst herausfinden.
INHALT UND GEHALT
Truman ist ein junger Mann Ende der Zwanzig, der sein Leben lebt, der morgens aufsteht, in den Dienst geht, seine Erlebnisse hat, der isst, der schläft, der ganz zufrieden mit seinem Leben ist und der Zeitungen mit hübschen Mädchengesichtern sammelt, weil er sich ein Bild von seiner großen Liebe machen will.
Was er nicht schlecht findet: Es sind immer dieselben Nachbarn, die auf die gleiche Weise grüßen, es fahren immer dieselben Autos herum, und die Welt, in der er lebt, ist angenehm.
Aber eins stört ihn: Es gibt keine weiteren Ausflüge, keine Reisen, und bei Fahrten an die Stadtgrenze kommen immer wieder Straßensperren und Umleitungen; und alle Versuche, einen Flug zu buchen, werden vereitelt.
WAS ER NICHT WEIß, ist, dass er der größte Star der Welt ist. Sein ganzes Leben, jede Minute, in der er lebt, in der er isst, arbeitet und schläft, wird im Fernsehen übertragen, und jeder Mensch, der ihm begegnet, mit ihm arbeitet, ihn grüßt oder an ihm vorüber fährt, ist ein Schauspieler. Jeder Freund, Kollege, Nachbar – alle sind Schauspieler, nur dazu da, um seinem Leben einen Verlauf zu geben, den der Regisseur der Sendung und die Drehbuchschreiber geplant haben.
Auch als sich schließlich eine der Schauspielerinnen in ihn verliebt und ihm zuraunt, dass sein ganzes Leben nur eine Show ist, wird schnell eine andere Schauspielerin eingesetzt, die sich vordrängt und ihn schließlich heiratet.
Die Ereignisse werden schließlich immer dramatischer, denn zuerst ahnt er nur, dann erfährt er, dann wehrt er sich, dann versucht er zu fliehen. Und das lassen sich Regisseur und Autoren natürlich nicht gefallen.
Wird es ihm gelingen, die Grenze seiner Welt zu erreichen, oder wird ihn vorher der Regisseur sterben lassen? Und welche odysseehaften Irrfahrten hat er zu überwinden, wenn er den Weg zur Grenze seiner Welt sucht? Und wenn er sie erreichen sollte, wird er dann mit dem Regisseur verhandeln und seine Bedingungen stellen, oder wird er versuchen, sie zu verlassen? Und wenn er versuchen sollte, sie zu verlassen, wie wird es ihm dann gelingen?
Ehe alle diese Fragen gelöst werden, erfahren wir aber einen Szenenwechsel:
Sein Serien-Vater, den man vor Jahren in der Serie hat sterben lassen, taucht jetzt eigenmächtig wieder auf. Zunächst wird versucht, das zu vermeiden, weil es ungeplant war, und der \"Vater\" wird mit massiver Gewalt in einen Bus geschoben. Später im Film aber wird ausführlich gezeigt, wie der Vater mit Hilfe der Regie, Musik, Kameraeinsatz und allem, was zu einem Film gehört, auf den Sohn zugeht und sie sich wiederfinden. Hier gipfelt der Film in der Erkenntnis, dass sein ganzes Leben Serienkitsch ist.
Die Frau, die ihn eigentlich liebt, versucht zwar immer wieder, den Regisseur davon zu überzeugen, dass er ihm sein Leben nimmt, aber dieser findet, Truman sei einer, der sehr wohl seinen Käfig akzeptieren und lieben würde.
Um ihn davon zu überzeugen, dass es sich um kein Komplott handelt, sondern alles echt sei, sagt der Regisseur Christof Trumans \"Freund\" sogar die Worte übers Mikrophon vor, die er lügen soll, um Truman davon zu überzeugen, dass es keine Verschwörung gegen ihn sei.
Dieser hat aber inzwischen immer deutlicher erkannt, dass alles Schein ist, und versucht immer auf neuen Wegen zu fliehen. So wird der Film allmählich zu einem Drama, das schon Züge eines Politthrillers an sich hat.
Auf seinen verzweifelten Versuchen zu fliehen gerät er in immer neue Abenteuer, und wir erfahren durch die Verbindung zu Regie und Schauspielern, wie sehr sein Leben manipuliert wird. Es wird ausführlich gezeigt, wie Regie, Kamera, Schauspieler eingesetzt werden, um ihn zu manipulieren und fürs Fernsehen interessant sein zu lassen.
Der Regisseur wirkt schließlich wie ein Gott, der über Leben und Tod, Heirat, Zeugung und Schicksal befindet. Er tut das so kaltschnäuzig und verteidigt das mit so warmen Worten, dass uns deutlich wird, wie verlogen er und damit die Medienwelt ist.
QUALITÄT
Die Regie von Peter Weir, der uns schon mit \"Der Club der toten Dichter\" ein Meisterwerk vorgelegt hat, lässt nichts zu wünschen übrig. Er setzt die Stilmittel wie Perspektive, Rückblicke und Intensität von Kamera, Schauspiel und Umgebung so gekonnt ein, dass der Film deutlich machen kann, was er will. Die Musik ist angemessen, meist aus klassischen und romantischen Stücken (Mozart und Chopin z. B.) entnommen, nie übertrieben.
Der Hauptdarsteller Jim Carey verleiht der Rolle die unglaublich passenden Eigenschaften eines halb unbeholfenen, in der künstlichen Welt aufgewachsenen jungen Mannes und halb eines netten Kumpels, den man ins Herz schließen kann. Er, den man sonst nur aus eher seichten Komödien kennt, läuft hier zu einer Form auf, die der Problematik der Figur, die er spielt, in der Kombination von Harmlosigkeit und Kampfeswillen gerecht wird.
All dies spielt sich ab im Rahmen eines Dramas, das man wie einen spannenden Unterhaltungsfilm, der sogar ein thrillerhaftes Ende hat, sehen kann.
In Wirklichkeit aber ist es ein Film, der uns zum Nachdenken anregen soll, denn wir sollen uns fragen: Wohin führt die Medienwelt noch? Wie weit werden Zuschauer, aber auch Schauspieler manipuliert?
FAZIT:
Dieser Film schildert, wohin es mit der Medien- und Serienwelt kommen kann, und er schildert den verzweifelten Kampf eines Medienopfers dagegen.
Dies ist ein Film, der sehr interessant ist, der Spannung, Witz und Geist hat, und der trotzdem hinter der Fassade eines guten Dramas viel Philosophie verbirgt und zum Nachdenken Anlass gibt, ein Film, den man auch im Unterricht zum Anlass von Diskussionen und Interpretationen nehmen kann, der aber trotzdem leicht zu sehen ist.
Viel Spaß mit einem guten Film!
52 Bewertungen, 1 Kommentar
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14.11.2007, 19:07 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichprima Bericht
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