Philips HQ 8170 Testbericht

Philips-hq-8170
ab 60,72
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Summe aller Bewertungen
  • Rasur:  sehr gut
  • Handhabung & Komfort:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Fliegender Holländer

4
  • Rasur:  sehr gut
  • Handhabung & Komfort:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  gut

Pro:

Zuverlässig, Leise, Leicht und vor allem gründlich

Kontra:

Mögliche Folgekosten (Scherköpfe und Reinigungsflüssigkeit)

Empfehlung:

Ja

Zu den eher lästigen Pflichten im Leben eines Mannes gehört das Entfernen des Gesichtsgestrüpps. Die Indios in der Amazonasregion empfehlen bei Wildwuchs Brandrodung mit anschließender mehrjähriger Brachlage. Im heimischen Badezimmer stoßen solche sicherlich höchst effektiven - aber in diesem eng begrenzten Environment nichtsdestoweniger wenig erprobte und somit umstrittene - Methoden zumeist bei der holden Göttergattin auf wenig Gegenliebe. Also Jungs: Dreht die Acetylenpulle wacker zu. Wenigstens bis Frauchen das Nudelholz wieder aus der Hand, sowie sich die leuchtend rote Gesichtsfarbe gelegt hat. Brav.

Auf dem Weg in den Baumarkt um mit 'nen Eimer frischer Farbe die verkokelte Badezimmertapete zu übertünchen kann man(n) nebenbei über seine Sünden und das Ursache-Wirkung-Prinzip nachdenken. Vollbart? Hmmmm. Das war mal ganz nett in den wilden Jahren. Heute ist man zum leicht abwasch- und biologisch abbaubaren Laschmann umgemodelt worden ... äääh pardon... gereift. Glatt rasiert. Natürlich. Am gründlichsten ist weiterhin die gute alte Nassrasur. Auch klar. Ist den meisten aber zu umständlich, oder zu nass, oder zu wasauchimmer. Wenn's schnell gehen muss ist ein elektrischer Rasierer also stets ein guter Kompromiss. Die friedliche Koexistenz zwischen Gillette und Philips funktioniert hier beispielsweise seit Jahren ganz prächtig.

Beschaffungskriminalität
Die Frage ob Braun oder Philips und deren teils grundverschiedener Rasiertechnik hat schon fast etwas von religiösem Glaubensbekenntnis. Teutonisch-zackig via Scherfolie oder doch lieber die 3 rotierenden (Käs-)Köppe aus Holland? Das klärt sich beim männlichen Teenager meist schon, wenn er heimlich mit Papis Rasierer dem ersten Milchflaum zu Leibe rückt. Oft übernimmt der Junior Vorliebe und sogar Marke. Oder es schreckt ab. So wie bei mir. Meine ohnehin empfindliche Haut kommt auf das Philishave-System seit jeher besser zurecht. Zudem mag ich das Handling des "Faustkeils", muss irgendwie ein rudimentäres Überbleibsel aus prähistorischer Zeit in der männlichen Psyche sein...

Bisher benutzte ich einen Rasierer aus der HQ-5 Serie ("Reflex-Action"), welche vor einigen Jahren noch das Nonplusultra darstellte. Schlecht ist das Gerät trotz seines Alters keineswegs. Blöd nur, wenn beim ansonsten funktionierenden Philischäfer die Scherköpfe so langsam mit immer stumpfer werdenden Waffen gegen die Stoppeln kämpfen. Nach fast 6 Jahren sei ihnen das aber verziehen. Ein 3er-Set Ersatz kostet allerdings mal eben 45 Euro. Da lohnt sich der schiefe Seitenblick auf das Regal nebenan. Dort kokettieren - für etwas Aufgeld - die moderneren Brüder mit allerhand mehr oder weniger brauchbaren Features, die man immer schon gern gehabt hätte. Muss ja nicht das ultramoderne Top-Modell sein. Oder doch? Der Gedanke an das Nudelholz ernüchtert und diszipliniert gleichermaßen.

Heute ist man bei Philips längst bei HQ-9 ("Smart Touch") angelangt. Die Geräte sind zwar mit allerhand Schickimicki und fast allem Zipp und Zapp ausgerüstet, doch brauche ich deren Funktions-Overkill nicht wirklich. "Zu teuer für den Nutzwert", beschloss der Familienrat einstimmig. Interessant schien aber der Preisverfall der vorherigen Serie HQ-8 ("Speed XL"), die bereits mit vielen Features der 9er-Serie ausgestattet ist, u.a. die 3 einzeln aufgehängten und beweglichen Scherköpfe, welche je drei separate Scherringe beherbergen. Die neueren Rasierer sind überdies allesamt wasserdicht und können dadurch ausgewaschen werden. Das waren meine Minimalanforderungen für einen Wechsel, denn alles andere (Netz/Akkubetrieb, mehrstufige Ladeanzeige, Ergonomie) kann selbst mein betagter 5er mindestens ebenso gut erfüllen.

Eigentlich war ein Rasierer ohne eine Reinigungsstation geplant, da ich die Dinger für relativ überflüssig halte. Dennoch war bei dem dann endgültig gekauften HQ8170 CC (für "Clean Center") ein solches im Bundle. Der Handelspreis für die "nackte" Version liegt je nach Anbieter zwischen 139.- und 169.- Euro. Ein Preisvergleich lohnt sich also auf jeden Fall. Den Vogel schoss KARSTADT (im Rhein-Ruhr-Zentrum) mit vergleichsweise unverschämten 209.- € für Rasierer samt Reinigungsstation ab. Den Zuschlag erhielt schließlich die Mülheimer METRO-Filiale, wo eine 20%-Rabattaktion den Preis von 179.- auf ziemlich genau 120 Euro drückte. Wohlgemerkt ebenfalls für die teurere CC-Version - sie hatten schlichtweg keine mehr ohne.

Handling
Die berühmte Keil-Form hat sich in all den Jahren zum Glück nicht groß geändert. Zumindest bei den Modellen der oberen Qualitäts- und Preisklasse, wie eben dem HQ 8170. Ein derart geformter Rasierer liegt ergonomisch unvergleichlich bequem und in der Hand. Man muss aber bei der Genauigkeit gegenüber Scherfolienrasierern Abstriche machen, gewöhnt sich aber daran, dass ein Philips mit seiner typischen Scherkopfanordnung von allein nicht ganz so genau an Kanten rasiert. Es erfordert Geschick und Erfahrung ihn etwa an den Kotletten so präzise zu führen, dass eine klare und gerade Kante dabei herauskommt. Das betrifft nicht den (schon obligatorischen) ausklappbaren Langhaarschneider, der zieht einen gewohnt gradlinigen Strich.

Durch die separat gefederten Cut&Lift Scherköpfe und ihre gegeneinander kippbare Sockel folgt der Rasierapparat willig selbst verwinkelten Konturen. Problemzonen wie Kinn und Kiefer sind mit wenigen Zügen ebenso glatt, wie die vergleichsweise popelig-einfachen Flächen der Wangen. Dort sind die jeweils 3 Scherringe pro Kopf besonders fix und erfordern nur minimal bis gar keine Nacharbeit. Das bedeutet umgekehrt logischerweise auch weniger Hautirritationen - grade für Allergiker ein nicht unwichtiger Faktor. Im Normalfall ist ein störrischer Drei-Tage-Bart in höchstens 2 Minuten vernichtend geschlagen.

Ein neuer Rasierapparat verlangt übrigens stets nach einer gewissen Eingewöhnungszeit für die Haut. Mal mehr, mal weniger. Mir langten diesmal sogar nur 4 Tage. Als langjähriger Philips-User hat man es sicherlich leichter, als ein Komplettumsteiger von einer anderen Marke/System. 1 bis 2 Wochen sollte man kalkulieren. In dieser Zeit sind Rötungen und Juckreiz direkt nach der Rasur nicht selten. Ansonsten gilt der verwendete Chirurgen-Stahl als vollkommen allergenfrei. Es kann allerdings dennoch sein, dass die Irritationen nicht aufhören - dann mag die Haut das Rasiersystem offensichtlich überhaupt nicht und der Griff zu einem anderen Hersteller ist anzuraten.

Der 8170 wirkt mit 150 Gramm erstaunlich leicht, was hauptsächlich wohl der allerorts fortschreitenden Akku-Technik zu verdanken ist. Beim Powerpack kommt überdies nur noch Lithium-Bauweise in die Tüte, das bietet nach einer Ladezeit von maximal 1 Stunde in diesem Fall ausreichende Reserven für rund 40 Minuten netzunabhängige Rasierzeit. Das entspricht über den Daumen 18 - 20 Tage bei täglichem Gebrauch von ca. 2 Minuten. Die Herstellerangabe deckt sich mit der Realität sehr genau.

Über den aktuellen Ladezustand informiert eine 5-stufige LED-Reihe jeweils beim Ein- und Ausschalten. Zum Laden wird das mitgelieferte Steckernetzteil verwendet, welches selbstverständlich auch dazu dient, den Rasierer am Netz zu betreiben oder das CC (sofern vorhanden) mit Saft zu versorgen. Der Antrieb präsentiert sich angenehm leise. Nur ein leises Sirren, sowie ein blau leuchtender Einschaltknopf künden von Aktivität. Beides erwies sich bisher als extrem Ehefrau-kompatibel.

Zwei weitere Dioden gemahnen zur Reinigung der Scherköpfe und raten bei Verschleiß gar zum Austausch. Vermutlich wird dies über eine Widerstands- und/oder Drehzahlmessung realisiert - leider schweigt das Handbuch darüber. Ersatz fällt preislich in den gewohnten Rahmen: Für 3 HQ-9 Komplett-Scherköpfe (HQ-8 und 9 verwenden den gleichen Typus) ist man mit 45 Euro dabei. Wie schnell man allerdings die Köpfe ausgenudelt hat, hängt verständlicherweise von Bartbeschaffenheit sowie den individuellen Rasiergewohnheiten ab und kann dementsprechend nicht pauschal beantwortet werden. Da ich beispielsweise sehr häufig eher einen Nassrasierer als den elektrischen benutze, halten sie bei mir entsprechend lang. Gründliche und regelmäßige Reinigung nach jeder Rasur vorausgesetzt. Viel schlimmer als die Barthaare sind eigentlich die angesammelten Hautfette und -schuppen in der Fangkammer.

Die Reinigungsstation mag im Prinzip überkandidelt sein, doch genau dort spielt sie ihre Vorteile aus. Sie reinigt, desinfiziert und schmiert den kompletten Kopf. Das hat auch seine Schattenseiten. Ein Hauptbestandteil des Flüssigreinigers ist u.a. Alkohol. Der verdunstet bekanntlich gern, was alleine schon dazu führt, dass nachgefüllt und somit auch -gekauft werden muss. Ganz zu schweigen, dass die Lorke im Tank irgendwann ganz einfach versifft ist und besser komplett ausgetauscht wird. Philips gibt 14 Tage als Richtwert bei "regelmäßiger Nutzung" an - augenscheinlich ein lukratives Geschäft. In der Regel reicht es jedoch den aufgeklappten Kopf des Rasierers unter fließend Wasser (warm) abzuspülen, auszupinseln und das CC nur gelegentlich zu bemühen.

Fazit
Der HQ 8170 ist ein ausgereifter Oberklasse-Rasierer, der nicht das Rad neu erfindet. Bei Philips setzt man auf das Erfolgsrezept "Evolution statt Revolution". Dank der neueren 9er-Serie fällt der Preis der nicht minder guten Vorgängerserie mittlerweile in immer interessantere Regionen. Wem Rasierer jenseits der 100 Euro-Marke nicht zusagen, kann beispielsweise auch auf die günstigeren HQ 8100 bis 8160 ausweichen. Das erprobte Schersystem ist bei allen 8ern gleich, nur die Ausstattungsmerkmale variieren bei den einzelnen Modellen eben. Kommt halt drauf an, was man will. Die Reinigungsstation braucht man hingegen nicht zwingend, sie ist zwar ganz praktisch jedoch bei häufigem Einsatz auch ein versteckter Kostentreiber.

So Long

Der Bart-ist-ab-Pharao

38 Bewertungen, 14 Kommentare

  • frankensteins

    24.10.2008, 01:37 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    ganz liebe Grüße Werner

  • panico

    12.05.2007, 13:06 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • Clarinetta2

    01.05.2007, 13:37 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh+LG Clarinetta

  • anonym

    17.03.2007, 21:19 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße ;o)

  • Binki

    16.03.2007, 14:19 Uhr von Binki
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°° liebe Grüße von der Binki °°°

  • Sayenna

    15.03.2007, 09:44 Uhr von Sayenna
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :-)

  • LadySimara

    14.03.2007, 23:18 Uhr von LadySimara
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~~*Liebe Grüße Steffi*~~~

  • sandrad198

    14.03.2007, 22:24 Uhr von sandrad198
    Bewertung: sehr hilfreich

    **sh+lg** Sandra :o)

  • lena016

    14.03.2007, 22:07 Uhr von lena016
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG

  • Maximo01985

    14.03.2007, 20:36 Uhr von Maximo01985
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich LG Markus

  • swissflyer

    14.03.2007, 19:55 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°° SH & LG °°° Patrik :o)

  • spidey06

    14.03.2007, 19:54 Uhr von spidey06
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Doreen

  • Sabate

    14.03.2007, 19:15 Uhr von Sabate
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Todd

  • martinek2

    14.03.2007, 19:14 Uhr von martinek2
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Alice