Die Piratenbraut (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 06/2008
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Klingt besser als er aussieht
Pro:
Die Filmmusik von John Debney ist wirklich toll
Kontra:
Der Rest kann leider nicht mit John Debneys toller Filmmusik mithalten; Geena Davis als Piratin ist in meinen Augen eine ganz große Fehlbesetzung
Empfehlung:
Ja
Die Frage nach dem Warum lässt sich in diesem Falle aber gar nicht so einfach beantworten. Tatsächlich mauserte sich „Die Piratenbraut“ mit den Jahren dann nämlich noch ganz gewaltig: Das, was im Kino kaum jemand hatte sehen wollen, erfreute und erfreut sich im Heimkino umso größerer Beliebtheit. Was „Die Piratenbraut“ im Kino nicht eingespielt hatte, holte sie mit den Jahren durch Vermietung und Verkauf endverbraucherfreundlicher Bildtonträgern wieder herein. Im Klartext: „Die Piratenbraut“ scheint ein Film zu sein, den viele Leute sich lieber zu Hause ansehen wollten als im Kino (So was kommt vor: Der bekannteste „sleeper“, der erst in der Zweitvermarktung so richtig zu seiner vollen Form auflief, ist wahrscheinlich Frank Darabonts „Die Verurteilten“ (1992), der zeitweise den Rekord als der in Videotheken am häufigsten verlangte Leihfilm hielt).
Auch ich gehöre zu den Leuten, die „Die Piratenbraut“ im Kino nicht sehen wollten, die den Film dann aber im Nachhinein doch noch kennen gelernt haben. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich den Film zum ersten Mal gesehen, als er im Fernsehen ausgestrahlt wurde, und ich fand ihn sogar ziemlich unterhaltsam. Das hat aber wohl auch ein bisschen mit den besondern Umständen zu tun, unter denen ich „Die Piratenbraut“ kennen gelernt habe. Soweit ich mich erinnere, lief der Film eines schönen Frühlingsabends im Fernsehen. Das spielt insofern eine Rolle, als die Brauerei Einbeck ihr Maibock-Bier eben nicht das ganze Jahr über braut, sondern nur im Frühjahr.
Ich finde zwar nicht, dass Geena Davis, die im Film die Hauptrolle spielt, eine atemberaubende Schönheit ist, aber unsympathisch ist sie mir nun auch nicht gerade (in „Beetlejuice“ habe ich sie zum Beispiel gern gesehen). Die Rede lang, der Sinn kurz: Nach sechs Bouteillen Einbecker Mai-Urbock hatte ich mir Geena Davis noch ein bisschen sympathischer und Geena Davis als Piratenbraut sogar regelrecht schöngetrunken.
Ich glaube, dass genau hier der Seehase im Pfeffer liegt: Ich mag Geena Davis, aber als Piratenbraut Morgan Adams finde ich sie wirklich spektakulär fehlbesetzt. Regisseur Renny Harlin muss das anders gesehen haben, aber das muss man ihm nachsehen: Liebe macht bekanntlich blind, und immerhin ist Harlin damals noch mit seiner Hauptdarstellerin verheiratet gewesen. Vielleicht ist die Piratenbraut ursprünglich nicht einmal eine Braut gewesen, sondern eher ein Bräutigam – und man hat das Drehbuch den Eheleuten Harlin und Davis zuliebe geändert, weil’s schlicht opportun erschien?
Ich weiß von mindestens einer Piratin, die es wirklich gegeben hat: „pirate queen“ Grace O’Malley, die im 16. Jahrhundert vor den Britischen Inseln ihr Unwesen trieb, muss eine Ehrfurcht gebietende Person gewesen sein, denn immerhin heißt es, selbst Königin Elizabeth I. habe vor der Piratin einen Hofknicks gemacht. Allerdings stelle ich mir so eine Piratenkönigin wohl nicht unbedingt wie Geena Davis vor. Vor meinem geistigen Auge taucht da eher jemand vom Schlage einer Bette Midler auf (meinethalben darf’s auch Sophie Marceau sein; die hat schon als Musketier-Tochter keine schlechte Figur gemacht).
Geena Davis fehlt es, finde ich, am letzten Quentchen Burschikosität, vielleicht auch einfach an Ausstrahlung oder schlicht an dem, was man wohl Präsenz nennt: Es gibt im Film zwar kaum eine Szene, in der Geena Davis nicht auftaucht, aber irgendwie ist darunter kaum eine Szene, in der mich Geena Davis wirklich überzeugt. Und dabei ist Davis noch die sprichwörtlich Einäugige unter den Blinden, denn ihre Ko-Darsteller wirken auf mich sogar noch eine Spur blässlicher. Das gilt selbst für „Dawg“ Adams (Frank Langella), der zum einen Morgans Onkel, zum anderen aber ihr Gegenspieler ist, da er Morgans Vater auf dem Gewissen hat. Leider wirkt Langella wie die Karikatur des bösen Piraten, und leider ist auch Matthew Modine als Davis’ “love interest“ William Shaw unterm Strich eine ziemlich uninteressante Figur.
Dabei lässt sich alles durchaus vielversprechend an. Zum Auftakt gibt’s eine von Action-Spezialist Harlin mit ordentlich Remmidemmi in Szene gesetzte Verfolgungsjagd, hübsch anzusehende Bilder von Berittenen, dazu geht die Sonne rot im Meer unter, in der Bucht ankert ein Segelschiff, und auch sonst wird kein Klischee ausgelassen.
Irgendwann, so gegen Halbzeit, geht der Piratenbraut dann aber doch die Luft aus: Irgendwie hat man das alles so oder ähnlich doch schon ein paar Mal gesehen und sich dabei auch gut amüsiert. Warum das diesmal nicht auch so ist, kann man nicht einmal genau sagen: Liegt’s daran, dass Geena Davis und der Rest der Besetzung letztlich einfach nicht überzeugen? Oder hätte man vielleicht im Schnitt noch etwas retten können?
Die Zutaten stimmen ja, aber leider ist „Die Piratenbraut“ nie mehr als die Summe seiner Teile: Irgendwie mutet das alles an, als habe man versucht, gewissenhaft jedes Piraten-Klischee abzuklappern und abzuhaken. Was dabei herausgekommen ist, ist ein Film, der es nie über das Mittelmaß hinausbringt. Einzig John Debneys Musik ragt da heraus: „Die Piratenbraut“ ist ein Film, der auf CD weitaus großartiger klingt, als er auf der Leinwand aussieht.
D i e _ D V D
Zunächst auf einer DVD bar jedes Zusatzmaterials veröffentlicht, gibt es “Cutthroat Island” (Originaltitel) mittlerweile auf einer DVD des Labels Kinowelt, die neben dem Hauptfilm in vier Sprachen (Englisch und Deutsch im Tonformat Dolby 5.1, Spanisch und Italienisch im Format Dolby Surround) außerdem eine für Fans interessante Zusatzausstattung bietet.
Neben einem eigens für die DVD produzierten Audiokommentar von Regisseur Renny Harlin wartet der Silberling mit Making of, Interviews, einem „Behind the Scenes“ und diversen Storyboards auf; außerdem gibt’s den obligaten Kinotrailer sowie optionale Untertitel auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Türkisch. Mit Musik unterlegte animierte Menüs runden den positiven Gesamteindruck ab, den die DVD hinterlässt.
R e s ü m e e
„Die Piratenbraut” bietet rund zwei Stunden langes, konventionelles Popcornkino, das leider nie zur vollen Form aufläuft und letztlich mehr verspricht, als es einlösen kann. Wer den Film mag, ist mit der DVD von Kinowelt allerdings gut bedient: Bild und Ton des im 16:9-Format präsentierten Films überzeugen ebenso wie die Zusatzausstattung.
26 Bewertungen, 9 Kommentare
-
03.01.2007, 02:39 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
-
01.04.2006, 10:14 Uhr von Lotosblüte
Bewertung: sehr hilfreichIch mag diesen Depp(en) nicht... <br/>lg
-
31.03.2006, 23:28 Uhr von Suggababe2
Bewertung: sehr hilfreichsh :-) Lg Micha :-)
-
31.03.2006, 03:03 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :o))))
-
30.03.2006, 22:28 Uhr von snnoppii
Bewertung: sehr hilfreich-*-*-SH*-*-*- von mir mach weiter so :-) gruß Svenne
-
30.03.2006, 18:30 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichDanke für die Warnung.
-
30.03.2006, 18:20 Uhr von angeltearz82
Bewertung: sehr hilfreichsh und liebe Grüße, Angel
-
30.03.2006, 16:19 Uhr von MarkusH18
Bewertung: sehr hilfreichToller und informativer Bericht, deshalb ein "sehr hilfreich"!! Weiter so! Gruß Markus!!
-
30.03.2006, 16:10 Uhr von Sommergirl
Bewertung: sehr hilfreichich fand den Film eigentlich recht gut
Bewerten / Kommentar schreiben