Garmin nüvi 350 Testbericht




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Erfahrungsbericht von DerTestator
Mit Garmin ans Ziel...
Pro:
sehr gute Positionierung gute Routenführung leichte Bedienung kompakte Abmessungen Fahrzeughalterung mit Kugelkopf
Kontra:
höhere Lautstärke wünschenswert schlechte Sprachverständlichkeit bei hoher Lautstärke Abklappbare GPS-Antenne stört beim Einbau etwas
Empfehlung:
Nein
Das Garmin nüvi 350T ist ein Paket aus dem Navigationsgerät nüvi 350 mit Fahrzeughalterung, Reiseladegerät und dem TMC-Empfänger Garmin GTM 12. Kauft man diese einzeln, so betragen die Anschaffungskosten derzeit ca. 400 €, das Paket ist derzeit für ca. 300 € erhältlich. Also durchaus ein sehr gutes Angebot.
Zum weiteren Lieferumfang gehört neben einem Lederetui außerdem ein Ladegerät mit gängigen Steckern, u.a. für USA und Großbritannien, ein USB-Kabel zur Verbindung mit dem PC und ein 12V-Bordnetzstecker für das Auto.
Installation
Im Auto ist das Gerät sehr schnell installiert. Die Fahrzeughalterung läßt sich sehr einfach per Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigen. Bei stark gekrümmten Scheiben, z.B. bei Panoramascheiben von Opel und Citroen, muss der Saugnapf kapitulieren oder es muss eine weniger stark gekrümmte Stelle für die Anbringung gewählt werden. Bei stark geneigter Windschutzscheibe muss der sehr flexible Kugelkopf der Halterung ebenfalls aufgeben, da das Gerät hier nicht ausreichend ausgerichtet werden werden kann. Aber eine solche starke Neigung trat bisher nur einmal bei Audi auf. Auf jeden Fall sollte man vor einem Kauf die Eignung am eigenen Fahrzeug prüfen !
Das Gerät kann über besagten Kugelkopf sauber ausgerichtet werden. Über ein recht störrisches weil steifes Ladekabel lässt es sich mit dem Bordnetzstecker verbinden. Damit das Kabel nicht beim Schalten oder Bedienen der Mittelkonsole stört, sollte man ein bis zwei Klettverschluss-Kabelbinder mitnehmen und diese z.B. am Lüftungsgitter der Düsen im Mittelkonsolenbereich befestigen.
Das Kabel des TMC-Empfängers lässt sich einfach unter der Windschutzscheibe mit Saugnäpfen befestigen, diese halten sehr zuverlässig und der gesamte Empfänger stört dank schwarzer Farbe und bei bedachter Verlegung auch nicht das Sichtfeld.
Einschalten und Erstbetrieb
Nach dem ersten Einschalten sollte man zunächst die Firmware-Version prüfen, mit der das Gerät läuft. Auf der Herstellerseite wird ein Programm angeboten, das die Version automatisch ermittelt und mit den aktuellen Versionen abgleicht und gegebenenfalls neue Versionen automatisch installiert. Das ganze dauert keine 3 Minuten und danach kann man eigentlich sofort loslegen. Aber halt ! Erst sollte man im Menüpunkt System seine eigenen Präferenzen einstellen, da man sonst sehr ungewöhnlich navigiert.
Empfehlenswert sind bei einem normalen Pkw folgende Einstellungen :
Kürzeste Zeit
Pkw/Motorrad
Ausschlüsse : Stau, Fähren, unbefestigte Strassen
Danach kann es direkt losgehen.
Ich empfinde die Tests in den Elektronikheftchen ehrlich gesagt als Witz - es wird wohl weniger Vorkommen, das man von Flensburg mal eben nach Rimini fährt oder von Warschau nach Lyon. Deshalb habe ich das Gerät auf verschiedenen lokalen Strecken getestet, was ungefähr dem Einsatzprofil eines Außendienstmitarbeiters oder Bauleiters gleichkommt, der ständig wechselnde Einsatzorte anfahren muss.
Der erste Test führte mich in die Innenstadt Frankfurts. Dort kam ich zuverlässig am Ziel an, ohne das ich größere Schwierigkeiten hatte. Von dort aus ging es Richtung Südosthessen und hier war ich überrascht, wie schnell mich das Gerät zuverlässig aus Frankfurt lotste. Ich behaupte mal von mir, das ich Frankfurt eigentlich sehr gut kenne, aber diesen 'Schleichweg' den das Gerät mir vorgeschlagen hat, erwies sich als wesentlich schneller als alles, was ich bis dahin gekannt hatte. Binnen 20min war ich trotz dichtesten Berufsverkehrs auf den Hauptrouten und diverser Baustellen komplett aus Frankfurt draußen und hatte die ganze Zeit freie Fahrt. Da kannte meine Begeisterung schon kaum Grenzen.
Eine Fahrt in die Wetterau war ebenso erstaunlich, das Gerät schien alle problematischen Stellen von sich aus zu kennen und lotste mich zuverlässig um Problempunkte wie das Gambacher Kreuz herum, wo Konkurrenzprodukte und kostenlose Routenplaner mich gnadenlos hindurchschickten.
Bedienung
Die Bedienung geht recht einfach von der Hand, aber es gibt verbesserungswürdiges : Zum sind die Tasten auf dem Touchscreen einfach zu klein, um schnell Zielorte einzugeben und das kleine Gerät benötigt schon ein wenig Zeit, in seiner Datenbank zu suchen.
Ohne Zieladresse mit Strasse, Hausnummer und Postleitzahl kommt man bei konkreten Zieleingaben nicht weit. Bei den meisten Außendienstlern ist das vorhanden, bei Bauleitern aber häufig nicht, weil Baustellen nunmal öfters mitten in der Pampa liegen. Wünschenswert wäre die Eingabe eines Punktes nach WG84, um an eben diese Stelle navigiert zu werden. Ansonsten kennt das Gerät die meisten Tankstellen und Hotels. Filterfunktionen wären hier auch sehr nett, manchmal hat man mit einem Anbieter ja einen Rahmenvertrag.
Ansonsten erschließt sich die Bedienung intuitiv.
Anzeige
Die Anzeige der Karte ist gut, das Display könnte wirklich größer sein für das Geld, aber sicherlich wird das Nachfolgemodell ein größeres Display haben. Die Anzeige passt sich der Tageszeit an, kann aber auch selbst zwischen Tag- und Nachtmodus umgeschaltet werden. Die Helligkeit der Anzeige lässt sich gut regeln, die Detailierung der Karte ebenfalls und sogar verschiedene Richtungspfeile sind auswählbar.
Alles in allem sehr gut, nur halt - bischen klein.
Sprache
Die Ausgabesprache lässt sich gut wählen. Auch wenn Frauen die schlechteren Navigatoren sind, lasse ich mir die Streckenangaben von der eingebauten Frauenstimme ansagen. Hier wird es ein wenig kritisch, denn die Ansagen sind zwar alle recht exakt und das eingebaute 'Text-To-Speech'-Modul eines der besten überhaupt, aber es krankt hier an der Hardware. Denn ab 75% Lautstärke wird es undeutlich und bei 100% Lautstärke sind die Anweisungen nicht mehr wirklich verständlich. Die Sprachausgabe wird dann sehr blechern und kratzt. Das sollte bei einem so hochwertigen Produkt nicht sein und ein Kopfhörerkabel sollte man dann nicht benutzen müssen.
Das Gerät hat auf jeden Fall seine Schwierigkeiten, gegen ein Autoradio oder Fahrgeräusche im Innenraum anzukämpfen, besonders auf aufgerauhten oder gefrästen Fahrbahnbelägen und älteren oder preisgünstigeren Fahrzeugen.
Auf der Autobahn kommen die Abbiegeansagen etwas spät, jedoch kündigt das Gerät rechtzeitig an, die Spur zu wechseln oder sich nach Möglichkeit entsprechend einzufädeln. Im innerstädtischen Verkehr sollte man sich mehr auf die Karte verlassen als auf die Ansage oder zumindest bei einer Ansage kurz checken, welche Einfahrt gemeint ist.
Positionierung und Kartenmaterial
Das Kartenmaterial sieht aktuell aus und in Sachen Positionierung wird man von Garmin wirklich verwöhnt. Ein Hardcore-Test ergab, das das Gerät selbst mit nur 3 Satelliten auf 2m genau positionieren kann und dann selbst so hochempfindlich ist, das es Bewegungen von weniger als einer Fahrzeuglänge zuverlässig mit Fahrtrichtung angeben und die Position exakt angeben kann. Rückwärtsfahrten, z.B. in Sackgassen, auf Parkplätzen etc. erkennt es ebenfalls. Kommt man von der Route ab oder überfährt eine Abfahrt, so berechnet das Gerät sehr schnell eine Alternativroute und bringt einen zuverlässig ans Ziel.
Traffic Message Channel (TMC)
Die Nachrichten werden über den Empfänger GTM10 zuverlässig empfangen. Hier bildet nur die langsame Übertragungsgeschwindigkeit des TMC (50bps) ein unerfreuliches Limit, es reicht aber aus, um schwere Staus zu umfahren. Anders als manche billige Geräte, die die Schwere einer Behinderung nicht mit einschätzen, tut das Garmin-Gerät dies und erlaubt es, den Fahrer selbst einzuschätzen, um man eine Meldung umfährt oder in sie hineinfährt. Die Schwere wird dabei durch farbliche Balken angezeigt.
Die dynamische Umfahrung funktioniert dabei einwandfrei.
Extras
Nach den Extras habe ich nicht großartig gesehen. Es ist zwar nett, das man MP3 abspielen kann und Hörbücher, aber ehrlich gesagt soll das Gerät mich zuverlässig navigieren und nicht so einen Firlefanz können. Es ist eine nette Spielerei, die einfach niemand wirklich braucht, die den Hersteller nichts kostet, aber die man halt aus Marketinggründen mit einbaut.
Ich habe die Extrafunktionen deshalb nicht weiter getestet. Wer meint, er braucht so etwas, soll sich den Nutzen bitte bei einem Fachhändler vorführen lassen, das sorft sicherlich für Lacher.
Fazit
Das Gerät arbeitet zuverlässig, ist intuitiv zu bedienen und sehr kompakt. Man vermisst ein größeres Display und eine verständlichere Sprachausgabe bei größerer Lautstärke. Positionierung und Kartenmaterial sind toll, TMC funktioniert einwandfrei, jedoch etwas träge, was aber am System und nicht am Gerät liegt. Garmin WebUpdate hält das Gerät ständig auf dem neuesten Stand und die Akkulaufzeit ist mit 4h - dann aber ohne TMC - recht gut. Das Gerät eignet sich sehr gut für Pkws und Lkws, für Motorräder und Fahrräder eher nicht, da das Gerät nicht spritzwasserfest und eine zu kurze Akkulaufzeit hat und der Akku fest eingebaut und nicht austauschbar ist. Hier bieten sich aber die Outdoor-Produkte von Garmin optimal an.
Ein sehr gutes Produkt und meiner Meinung nach sollte man das Geld hier investieren. Wer also das nüvi 350T für unter 300 Euro sieht : Unbedingt zuschlagen !
17 Bewertungen, 7 Kommentare
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20.07.2007, 15:44 Uhr von michaela_black
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich ! Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende wünscht Michaéla !
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20.07.2007, 01:00 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichWieder ein guter Bericht von Dir. Liebe Grüße aus Berlin, Wilfriede
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20.07.2007, 00:01 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichl.g. petra
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19.07.2007, 21:35 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichgut erklärt
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19.07.2007, 20:52 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichlg anja
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19.07.2007, 16:52 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreichLG Anita
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19.07.2007, 16:10 Uhr von TheLick
Bewertung: sehr hilfreichLG TheLick
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