New Jack City (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2011
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher
In the Ghetto!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute schreibe ich mal wieder über einen älteren Film, wo manche sagen werden, was schaut der sich denn alles an. Der Film heißt \"New Jack City\" und hat einige klangvolle Namen anzubieten allen voran Wesley Snipes.
Erst einmal aber ein paar Worte von mir zum Inhalt dieses Films.
Der Inhalt
--------
In den Ghettos von New York führt der Gangster Nino Brown (Wesley Snipes) eine kleine Gang, die Cash Money Brothers, von Gangstern und Dealern an, die mit eher mittelmäßigem Erfolg durch die Straßen krebst. Doch Nino Brown strebt nach höherem. Er will der gefürchtetste Gangsterboss von New York werden. Als ihm eines Tages die neue Droge Crack in die Hände fällt sieht er seine Zeit gekommen. Er nimmt ein ganzes Hochhaus ein, vertreibt alle Mieter von dort, erklärt das Hochhaus zu seinem neuen Hauptquartier und überschwemmt von dort ganz das ganze Ghetto mit Crack. Und er wird reich und setzt Millionen um. Nur die italienische Mafia, welche die neue Konkurrenz nicht akzeptieren will, macht ihm ein paar kleine Probleme. Doch die Polizei ist hilflos und kann dem Treiben nur zusehen.
Dies will aber Inspector Stone (Mario van Peebles) nicht mehr länger. Er heuert die beiden suspendierten Cops Scotty Appleton (Ice-T) und Nick Peretti (Judd Nelson) an, um Nino Brown das Handwerk zu legen. Doch Scotty Appleton und Nick Peretti haben erst einmal Probleme mit sich selbst. Beide sind Einzelgänger, zusätzlich steht die unterschiedliche Hautfarbe zwischen beiden.
Um Nino Brown das Handwerk zu legen kommt Scotty Appleton auf die Idee den Ex-Crack-Süchtigen Pookie (Chris Rock) in die Gang von Nino Brown einzuschleusen. Dort mit dieser Maßnahme nimmt eine fatale Geschichte sein Leid.
Soviel zum Inhalt des Films, für mehr müsst ihr euch den Film schon selbst ansehen, jetzt aber meine Meinung
Meine Meinung
--------
Regisseur Mario van Peebles, der hier auch sein Debüt als Darsteller gab, ist bekannt dafür dass er die Themen des Ghettos zum Mittelpunkt seiner Filme macht. In diesen Film hat er gleich mehrere gepackt. Der Film erzählt die Geschichte eines aussichtslosen Kampf gegen die Drogen, der Film erzählt etwas über die Konflikte zwischen 2 Polizisten, der eine schwarz der andere weiß, der Film erzählt etwas über einen Konflikt zwischen 2 Gangstern um eine Frau, der Film erzählt etwas über Freundschaft, über Einzelgänger, über den Kampf eines Mannes gegen die Droge und über Selbstjustiz.
Der Film packt fast jedes Thema an, das er hätte anpacken können. Und hier kann ich nur sagen, dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Zu überfrachtet wirkt der Film teilweise und vor allem zu unkonsequent werden einige \"Geschichten\" des Films dargestellt. Als Beispiel hierfür die Geschichte der beiden Cops. Gleich beim ersten Aufeinandertreffen treten ihre Probleme zu Tage, die nun eins der Hauptprobleme des Films zu werden scheinen. Aber weit gefehlt: Eine halbe Stunde lang merkt man nichts mehr von diesem Konflikt, bis man ihn fast vergessen hat, vor lauter anderen Geschichten im Film, und er plötzlich wieder zu Tage tritt, nur um am Ende natürlich in der großen Versöhnung und Verbrüderung zu landen.
Auch zu Beginn offenbart der Film große Schwächen. Man wird in die einzelnen Personen eingeführt, man sieht den Aufstieg des Gangsters Nino Brown. Doch leider entwickelt der Zuschauer kein Zeitgefühl dabei. Nach einer halben Stunde fragt man sich, ob im Film denn jetzt ein Jahr vergangen ist, oder doch nur ein Tag und diese Frage wird sich auch nicht mehr beantworten. Dies hat mich doch sehr gestört.
Aber nicht alles ist schlecht an dem Film. Sehr gut gefällt mir Wesley Snipes als Gangsterboss, der über allem steht, immer mit einem Hauch Größenwahn versehen ist und für die Polizei unantastbar ist.
Auch noch sehr gut, fand ich Chris Rock, der hier noch sehr jung ist (der Film stammt aus dem Jahr 1990) und noch nicht für komödiantische Einlagen zuständig ist, sondern noch eine ernstere Rolle spielt. Und diese spielt er gut. Man sieht in als Crack-Süchtigen und nimmt ihm die Rolle ab. Auch sein Kampf gegen die Droge Crack ist von ihm sehr gut dargestellt und auch von Regisseur van Peebles bestens in Szene gesetzt. Dies sind sehr starke Momente im Film, vor allem noch wie sich die Freundschaft zum Polizisten Scotty entwickelt, der ihn dadurch, dass er ihn schwer angeschossen hat, erst zum Crack gebracht hat, der ihn dann aber wieder rettet, aber dann wieder zum Crack bringt. Dies ist wirklich stark inszeniert, auch wenn ich über die Leistung von Ice-T lieber den Mantel des Schweigens hülle.
Sehr stark, unerwartet und vor allem deutlich die Probleme aufzeigend, die es gibt, ist das Ende. Dies hat den Film meiner Meinung nach gerettet, denn sonst wäre er fast sogar katastrophal gewesen.
Der Film ist streckenweise äußerst brutal, doch dies schlägt sich meiner Meinung nach nicht negativ auf den nieder, denn er ist realistisch brutal, und das muss man Regisseur van Peebles zu gute halten: Er hat es geschafft mit diesem Film auf Probleme im New York Ende der 80er aufmerksam zu machen. Er zeigt die Brutalität der Straße ungeschminkt, er zeigt äußerst realistisch die grausame Wirkung der Droge Crack, welche abhängiger macht als jede andere Droge und den Körper zerstört. Und er zeigt das Verzweifeln von Polizei und Justiz, das am Ende einen alten Mann zur Waffe greifen lässt.
Wenn der Anfang gelungener wäre und van Peebles vielleicht einige Nebenplots aus der Handlung herausgestrichen hätte, oder zumindest stärker auf die einzelnen Plots eingegangen wäre, hätte dies ein wirklich guter Film werden können.
So ist es ein Film geworden der sehr viele Höhen hat, aber leider genauso viel Tiefen und somit gerade mal auf eine durchschnittliche Bewertung kommt. Eine Empfehlung will ich aber trotzdem aussprechen, da es ein solider Action-Film ist, der zudem ein klares Signal gegen Drogen setzt und für Fans der entsprechenden Musik (welcher werdet ihr schon wissen) auch einen guten Soundtrack parat hat.
New Jack City bekommt von mir 6 von 10 möglichen Punkten!
Zum Abschluss meines Berichts die Statistiken zum Film:
Titel Deutschland: New Jack City
Originaltitel: New Jack City
Genre: Actiondrama
USA 1990, FSK 16, Laufzeit: 94 Min
Darsteller: Wesley Snipes (Nino Brown), Ice-T (Scotty Appleton), Allen Payne (Gee Money), Chris Rock (Pookie), Mario van Peebles (Inspector Stone), Nick Peretti (Judd Nelson), Michael Michele (Selina), Bill Nunn (Duh Duh Duh Man), Russell Wong (Park), Vanessa Williams (Keisha), Anthony DeSando (Frankie Needles), Christopher Williams (Kareem Akbar), Nick Ashford (Reverend Oates), John Aprea (Don Armeteo)
Regie: Mario van Peebles
Produzenten: George Jackson, Doug McHenry
Drehbuch: Thomas Lee Wright, Barry Michael Cooper
Musik: Michel Colombier
Kamera: Francis Kenny
Schnitt: Steven Kemper
Kostüme: Bernard Johnson
© Björn Becher 2002
Erst einmal aber ein paar Worte von mir zum Inhalt dieses Films.
Der Inhalt
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In den Ghettos von New York führt der Gangster Nino Brown (Wesley Snipes) eine kleine Gang, die Cash Money Brothers, von Gangstern und Dealern an, die mit eher mittelmäßigem Erfolg durch die Straßen krebst. Doch Nino Brown strebt nach höherem. Er will der gefürchtetste Gangsterboss von New York werden. Als ihm eines Tages die neue Droge Crack in die Hände fällt sieht er seine Zeit gekommen. Er nimmt ein ganzes Hochhaus ein, vertreibt alle Mieter von dort, erklärt das Hochhaus zu seinem neuen Hauptquartier und überschwemmt von dort ganz das ganze Ghetto mit Crack. Und er wird reich und setzt Millionen um. Nur die italienische Mafia, welche die neue Konkurrenz nicht akzeptieren will, macht ihm ein paar kleine Probleme. Doch die Polizei ist hilflos und kann dem Treiben nur zusehen.
Dies will aber Inspector Stone (Mario van Peebles) nicht mehr länger. Er heuert die beiden suspendierten Cops Scotty Appleton (Ice-T) und Nick Peretti (Judd Nelson) an, um Nino Brown das Handwerk zu legen. Doch Scotty Appleton und Nick Peretti haben erst einmal Probleme mit sich selbst. Beide sind Einzelgänger, zusätzlich steht die unterschiedliche Hautfarbe zwischen beiden.
Um Nino Brown das Handwerk zu legen kommt Scotty Appleton auf die Idee den Ex-Crack-Süchtigen Pookie (Chris Rock) in die Gang von Nino Brown einzuschleusen. Dort mit dieser Maßnahme nimmt eine fatale Geschichte sein Leid.
Soviel zum Inhalt des Films, für mehr müsst ihr euch den Film schon selbst ansehen, jetzt aber meine Meinung
Meine Meinung
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Regisseur Mario van Peebles, der hier auch sein Debüt als Darsteller gab, ist bekannt dafür dass er die Themen des Ghettos zum Mittelpunkt seiner Filme macht. In diesen Film hat er gleich mehrere gepackt. Der Film erzählt die Geschichte eines aussichtslosen Kampf gegen die Drogen, der Film erzählt etwas über die Konflikte zwischen 2 Polizisten, der eine schwarz der andere weiß, der Film erzählt etwas über einen Konflikt zwischen 2 Gangstern um eine Frau, der Film erzählt etwas über Freundschaft, über Einzelgänger, über den Kampf eines Mannes gegen die Droge und über Selbstjustiz.
Der Film packt fast jedes Thema an, das er hätte anpacken können. Und hier kann ich nur sagen, dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Zu überfrachtet wirkt der Film teilweise und vor allem zu unkonsequent werden einige \"Geschichten\" des Films dargestellt. Als Beispiel hierfür die Geschichte der beiden Cops. Gleich beim ersten Aufeinandertreffen treten ihre Probleme zu Tage, die nun eins der Hauptprobleme des Films zu werden scheinen. Aber weit gefehlt: Eine halbe Stunde lang merkt man nichts mehr von diesem Konflikt, bis man ihn fast vergessen hat, vor lauter anderen Geschichten im Film, und er plötzlich wieder zu Tage tritt, nur um am Ende natürlich in der großen Versöhnung und Verbrüderung zu landen.
Auch zu Beginn offenbart der Film große Schwächen. Man wird in die einzelnen Personen eingeführt, man sieht den Aufstieg des Gangsters Nino Brown. Doch leider entwickelt der Zuschauer kein Zeitgefühl dabei. Nach einer halben Stunde fragt man sich, ob im Film denn jetzt ein Jahr vergangen ist, oder doch nur ein Tag und diese Frage wird sich auch nicht mehr beantworten. Dies hat mich doch sehr gestört.
Aber nicht alles ist schlecht an dem Film. Sehr gut gefällt mir Wesley Snipes als Gangsterboss, der über allem steht, immer mit einem Hauch Größenwahn versehen ist und für die Polizei unantastbar ist.
Auch noch sehr gut, fand ich Chris Rock, der hier noch sehr jung ist (der Film stammt aus dem Jahr 1990) und noch nicht für komödiantische Einlagen zuständig ist, sondern noch eine ernstere Rolle spielt. Und diese spielt er gut. Man sieht in als Crack-Süchtigen und nimmt ihm die Rolle ab. Auch sein Kampf gegen die Droge Crack ist von ihm sehr gut dargestellt und auch von Regisseur van Peebles bestens in Szene gesetzt. Dies sind sehr starke Momente im Film, vor allem noch wie sich die Freundschaft zum Polizisten Scotty entwickelt, der ihn dadurch, dass er ihn schwer angeschossen hat, erst zum Crack gebracht hat, der ihn dann aber wieder rettet, aber dann wieder zum Crack bringt. Dies ist wirklich stark inszeniert, auch wenn ich über die Leistung von Ice-T lieber den Mantel des Schweigens hülle.
Sehr stark, unerwartet und vor allem deutlich die Probleme aufzeigend, die es gibt, ist das Ende. Dies hat den Film meiner Meinung nach gerettet, denn sonst wäre er fast sogar katastrophal gewesen.
Der Film ist streckenweise äußerst brutal, doch dies schlägt sich meiner Meinung nach nicht negativ auf den nieder, denn er ist realistisch brutal, und das muss man Regisseur van Peebles zu gute halten: Er hat es geschafft mit diesem Film auf Probleme im New York Ende der 80er aufmerksam zu machen. Er zeigt die Brutalität der Straße ungeschminkt, er zeigt äußerst realistisch die grausame Wirkung der Droge Crack, welche abhängiger macht als jede andere Droge und den Körper zerstört. Und er zeigt das Verzweifeln von Polizei und Justiz, das am Ende einen alten Mann zur Waffe greifen lässt.
Wenn der Anfang gelungener wäre und van Peebles vielleicht einige Nebenplots aus der Handlung herausgestrichen hätte, oder zumindest stärker auf die einzelnen Plots eingegangen wäre, hätte dies ein wirklich guter Film werden können.
So ist es ein Film geworden der sehr viele Höhen hat, aber leider genauso viel Tiefen und somit gerade mal auf eine durchschnittliche Bewertung kommt. Eine Empfehlung will ich aber trotzdem aussprechen, da es ein solider Action-Film ist, der zudem ein klares Signal gegen Drogen setzt und für Fans der entsprechenden Musik (welcher werdet ihr schon wissen) auch einen guten Soundtrack parat hat.
New Jack City bekommt von mir 6 von 10 möglichen Punkten!
Zum Abschluss meines Berichts die Statistiken zum Film:
Titel Deutschland: New Jack City
Originaltitel: New Jack City
Genre: Actiondrama
USA 1990, FSK 16, Laufzeit: 94 Min
Darsteller: Wesley Snipes (Nino Brown), Ice-T (Scotty Appleton), Allen Payne (Gee Money), Chris Rock (Pookie), Mario van Peebles (Inspector Stone), Nick Peretti (Judd Nelson), Michael Michele (Selina), Bill Nunn (Duh Duh Duh Man), Russell Wong (Park), Vanessa Williams (Keisha), Anthony DeSando (Frankie Needles), Christopher Williams (Kareem Akbar), Nick Ashford (Reverend Oates), John Aprea (Don Armeteo)
Regie: Mario van Peebles
Produzenten: George Jackson, Doug McHenry
Drehbuch: Thomas Lee Wright, Barry Michael Cooper
Musik: Michel Colombier
Kamera: Francis Kenny
Schnitt: Steven Kemper
Kostüme: Bernard Johnson
© Björn Becher 2002
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