Schwer verliebt (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von catmother

Verlieben ist trotzdem und immer noch Sache des Gewichts

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Auf dem ewig langen Rückflug von Thailand nach Deutschland mußte ich im vorigen Jahr diesen Film über mich ergehen lassen, den ich freiwillig sicher nicht angesehen hätte. Zu frisch sind noch die Erinnerungen daran, daß auch ich noch vor einem reichlichen Jahr zu viele Pfunde auf den Rippen hatte und ich hasse es, wenn Übergewichtige durch den Kakao gezogen werden. Doch dann blieb ich schließlich dran, denn ab Mitte des Films interessierte mich schon sehr, wie die Geschichte ausgehen würde.


** Die Story **
Hal Larsen (Jack Black) und sein Kumpel Mauricio, beide nicht gerade ein Ausbund an Schönheit, sind stets auf der Pirsch nach gut aussehenden Frauen. Die perfekte „Zehn“ auf der Larsen-Scala muß es schon sein und die berechnen die Herren der Schöpfung mit der Formel: „Aussehen plus Körbchengröße mal Länge der Beine“. Doch alle Baggerversuche der beiden enden meist mit einem dicken Korb.
Nicht nur bei den Frauen versagen Hals Künste; auch beruflich steht er auf wackligen Beinen.

Eines Tages bleibt er in einem Aufzug stecken. Mit ihm der Selbsthilfe-Guru Tony Robbins (Tony Robbins selbst). Nachdem Hal ihm sein Leid geklagt hat, wird er von Robbins hypnotisiert, damit er künftig in jedem Menschen die innere Schönheit erkennen soll.

Von nun an fliegen die Frauen auf ihn und Hal kann es garnicht fassen, daß die Model-Girls plötzlich mehr als die zwei entscheidenden Worte „Verzieh dich“ mit ihm wechseln. Vielmehr scheint es so, daß diese Schönheiten angenehm überrascht sind, von ihm angesprochen zu werden.

In einem Kaufhaus trifft er Rosemary Shanahan (Gwyneth Paltrow), ein richtig nettes und toll aussehendes Mädchen, das beim Friedenskorps arbeitet. Rosemary ist sogar ziemlich schüchtern und zurückhaltend. Zudem kann sie es überhaupt nicht begreifen, wenn Hal ihr Komplimente macht; es scheint sie sogar eher zu verärgern.
Überzeugt, endlich die Traumfrau getroffen zu haben, beginnt der junge Mann, Rosemary den Hof zu machen und schließlich erhört sie ihn.

Nur Mauricio, dem er seine Angebetete auch vorstellt, ist entsetzt und faselt etwas von Verirrung der Sinne. Zugegeben, manches erscheint Hal seltsam (Rosie trägt mit ihrer Traumfigur offensichtlich sehr weite Wäsche, ihr riesiger Appetit oder die häßlichen Bemerkungen über den Elefanten an seiner Seite irritieren ihn schon), aber das sind doch alles nur Schrullen. Selbst der überaus skeptische Vater von Rosie (gespielt von Joe Viterelli) läßt sich schließlich von der Lauterkeit des Verehrers seiner Tochter überzeugen, stellt ihn in seiner Firma ein und hofft auf baldige Hochzeitsglocken.

Allein Mauricio will den Freund nicht ins Unglück rennen lassen und läßt sich von Tony Robbins die Worte sagen, die Hal aufwachen lassen aus seiner Hypnose.


** Filmkritik **
Na ja, ein Meisterwerk ist es nicht gerade. Und wenn auch wohlwollende Kritiker meinen, es wird hier eine Lanze für die Randgruppe der Beleibten gebrochen, kann ich dem nur begrenzt zustimmen. Die Botschaft ist nämlich nicht ganz schlüssig: wenn Hal den wirklichen Menschen, also die Seele hinter dem Äußeren sieht, wieso sind trotzdem noch alle Menschen schön und die Zicken mit der Superfigur dann nicht reizlos? Der Schluß ist so nämlich ziemlich einseitig. Offensichtlich haben alle unansehnlichen Menschen eine schöne Seele und erscheinen damit schön, aber die arroganten und fiesen Supermodels, mit denen der Held vorher zu tun hatte und bei denen er arg abgeblitzt ist, sind mitnichten so häßlich wie ihre Seele.

Insofern scheint mir der Film nur einzig dem Spieltrieb der Farelly-Brüder entsprungen zu sein, die ein bißchen mit pfundigen Masken experimentieren wollten.
Die sind, zugegeben, schon phänomenal. Unter all dem Latex, für das die Maske bei Gwyneth Paltrow angeblich Stunden gebraucht hat, kann man sie trotzdem noch erkennen. Das ist schon eine Leistung, die die sympathische Schauspielerin hier bringt.
Überhaupt, sich für diese Rolle bereit zu erklären, ringt mir Respekt ab. Denn irgendwie bleibt noch lange danach das Bild einer 300 Pfund schweren Paltrow erhalten. Die sensible, aber auch durchaus selbstbewusste Rosemary finde ich übrigens wirklich glaubhaft dargestellt. Ich habe irgendwo gelesen, daß Gwyneth Paltrow einmal mit diesem Kostüm in die Öffentlichkeit gegangen ist und dann tatsächlich von jedermann missachtet wurde. Tja, nur so kann man nachfühlen und vor allem nachspielen, was uns „Molligen“ tagtäglich so passiert (zugegeben, mollig ist für die Kon-fektionsgröße von Rosie sehr verniedlicht).

Jack Black als „schwer Verliebter“ ist mir etwas zu flippig gewesen, als mir wirklich sympathisch zu sein.
Das Happy End, obwohl es sicher wünschenswert und ein Hoffnungsschimmer für Übergewichtige wäre, ist jedoch völlig unglaubwürdig. Leider. Ich bin überzeugt, daß sich solche Typen wie Hal trotzdem nicht mit dem Aussehen einer Frau zufriedengegeben hätten, auch wenn sie hinter das Äußere blicken durften.


** Meine Meinung **
Nicht wirklich witzig, eher tragikomisch, wenn man sich die Realität vor Augen führt. Kann ich so nicht unbedingt empfehlen und schon gar nicht Leuten mit Gewichstproblemen.


** Daten **
Komödie USA 2001
Originaltitel: Shallow Hal
Regie: Peter Farelly, Bobby Farelly
FSK 6

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