Erfahrungsbericht von P.Nibel
Fettarm...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
ist der Streifen "Schwer verliebt" nun eigentlich nicht. Und doch habe ich das Gefühl, dass die für das Drehbuch, die Produktion und die Regie verantwortlichen Farrelly-Brüder, Bobby und Peter, diesmal recht kalorienbewusst gearbeitet haben.
Es hat sicher eine Bedeutung, dass über die neue Komödie der Farrelly´s sehr kontrovers diskutiert wird. Die einen hassen diesen Film, da "Schwer verliebt" beleibtere, korpulente oder einfach unattraktive Menschen eindeutig durch zynische Gags und Späße diskriminiert. Zur Erheiterung Nicht-Betroffener, jedoch angeblich zum Leid Betroffener.
Andere wieder sind von diesem Film ob seiner Originalität und verhältnismäßigen Tiefe begeistert. P_Nibel. Endlich macht man medienwirksam darauf aufmerksam, wie krank doch unsere Schönheitsgesellschaft ist. Das man dabei noch lachen kann, perfekt. Zur Erheiterung vernünftiger Menschen, jedoch angeblich zum Leid der persiflierten Charaktere.
Ganz andere wiederum sind der Auffassung, dass "Schwer verliebt" kaum als Gagkomödie á la "Dumm und Dümmer", "Verrückt nach Mary" oder "Ich, Beide & Sie" durchgeht sondern eher einer lächerliche Liebesstory gleicht.
Nun, ich meine, dass jeder der oben beschriebenen etwas Recht hat. Der Film ist eine zarte Mischung aus all diesen Meinungsbereichen. Und gerade das macht ihn so interessant und hebt ihn somit von der Masse niveauloser 2002-Komödien ab.
Ach, ihr wisst gar nicht worum es eigentlich geht? Nun denn, dann werde ich die Story kurz zum besseren Verständnis umreißen, denn wer traut heutzutage schon noch den üblich übertriebenen Werbetrailern:
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Hal Larsen (nett gespielt durch Jack Black) ist kurz gesagt ein Macho, recht sexistisch veranlagt und zudem auf nichts anderes als Äußerlichkeiten beim anderen Geschlecht fixiert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wäre Hal nur nicht derart unattraktiv: klein, dick, ohne Charme und noch dazu ein echter Loser. Er klagt dem TV-Prediger Tony Robbins rein zufällig sein Leid. P_Nibel. Dieser bemerkt sehr schnell, was Hal für ein Typ ist und wo sein eigentliches Problem liegt: Die absolute Überbewertung äußerlicher Erscheinungen und die Fixierung auf reine Schönheit, konkret Riesentitten, heißer Arsch, hübsches Gesicht.
Durch eine Hypnose des Predigers ändert sich für Hal schlagartig das Leben. Denn nun sieht er nur noch die innere Schönheit eines Menschen. Egal ob dürr, dick oder irgendwie entstellt - die innere Schönheit kehrt sich für Hal nach außen. Verständlich, dass seine Mitmenschen ob seiner vermeintlichen "Geschmacksverirrungen" verwirrt sind. Der Spaß beginnt.
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Obgleich ich eine platte Fette-sind-doof-Komödie erwartet habe - und mich schon gewaltig darauf gefreut habe, einen derartigen Verriß-Schinken abgrundtief negativ zu bewerten - haben es die Farrelly-Brüder doch noch geschafft, mich eines anderen zu überzeugen.
Zwar ist gerade dieses Thema verlockend, auf Kosten anderer hämischen und zynischen Spaß zu haben, doch diesmal haben sich die bekannten Niveaulos-Regisseure zurückgehalten und sich redlich bemüht, das Gegenteil zu bewirken. Nicht die fettsüchtige Hauptfigur des Filmes Rosemary Shanahan (Gwyneth Paltrow), sondern eben gerade der sexistische Loser Hal Larsen (Jack Black) ist hier die Witzfigur. Ergo haben die Farrellys diesmal die Niveau-Messlatte doch etwas höher gehängt.
Ja, es ist schwierig, aus diesem Thema einen niveau- und zudem noch humorvollen Film zu schnitzen. P_Nibel. Aber den Regie-Brüdern ist es fast gelungen. Das verlangt nach Lob. Der Gedanke zählt. Die Umsetzung ist zumindest teilweise gelungen. Hin und wieder spürt man deutlich den Drang der Regisseure, den Film wieder ins stockalberne Genre abgleiten zu lassen.
Doch glücklicherweise werden diese Abrutscher häufig wieder abgefangen.
Erstaunlich ist es allemal, wie wandlungsfähig die Farrellys sind. Denn neben Produktion und Regie zeichnen sich die beiden Spaßvögel auch für das Drehbuch verantwortlich: Okay, zugegeben, das Thema "Gesellschaft der Schönen" wird zwar nur an der Oberfläche leicht angekratzt aber immerhin ein netter Versuch, der vielleicht den einen oder anderen Kinogänger ab 6 Jahren die Augen öffnet. Wenn nicht dieser Altersgruppe dann doch wenigstens der jugendlichen Generation, denen in ihrem modernen Leben überall nur die Profilierung von Äußerlichkeiten indoktriniert wird.
Auch den vorzüglichen Make-Up-Effekten, den realistischen Fettleib-Kostüme von Gwyneth Paltrow und gerade der guten schauspielerischen Leistung der Dame ist es zu verdanken, dass aus "Schwer verliebt" eigentlich eine gekonnte Hommage an die - in unserer Gesellschaft leider zu häufig drangsalierten oder diskriminierten - Schwergewichtler unter uns und eine Verarsche der - leider viel zu zahlreichen - Volldeppen, für die wahre Werte kein Bedeutung haben, geworden ist. Kurzum, ein gut gemeinter Film der wirklich mehr Stärken als Schwächen hat.
Ein dickes THANK YOU nach Amerika, dem Land mit den meisten Übergewichtigen und doch schönsten, reichsten und mächtigsten Menschen der Welt.
Euer [ ]hässlicher/[ ]schöner* P_Nibel
* bitte Zutreffendes ankreuzen
Es hat sicher eine Bedeutung, dass über die neue Komödie der Farrelly´s sehr kontrovers diskutiert wird. Die einen hassen diesen Film, da "Schwer verliebt" beleibtere, korpulente oder einfach unattraktive Menschen eindeutig durch zynische Gags und Späße diskriminiert. Zur Erheiterung Nicht-Betroffener, jedoch angeblich zum Leid Betroffener.
Andere wieder sind von diesem Film ob seiner Originalität und verhältnismäßigen Tiefe begeistert. P_Nibel. Endlich macht man medienwirksam darauf aufmerksam, wie krank doch unsere Schönheitsgesellschaft ist. Das man dabei noch lachen kann, perfekt. Zur Erheiterung vernünftiger Menschen, jedoch angeblich zum Leid der persiflierten Charaktere.
Ganz andere wiederum sind der Auffassung, dass "Schwer verliebt" kaum als Gagkomödie á la "Dumm und Dümmer", "Verrückt nach Mary" oder "Ich, Beide & Sie" durchgeht sondern eher einer lächerliche Liebesstory gleicht.
Nun, ich meine, dass jeder der oben beschriebenen etwas Recht hat. Der Film ist eine zarte Mischung aus all diesen Meinungsbereichen. Und gerade das macht ihn so interessant und hebt ihn somit von der Masse niveauloser 2002-Komödien ab.
Ach, ihr wisst gar nicht worum es eigentlich geht? Nun denn, dann werde ich die Story kurz zum besseren Verständnis umreißen, denn wer traut heutzutage schon noch den üblich übertriebenen Werbetrailern:
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Hal Larsen (nett gespielt durch Jack Black) ist kurz gesagt ein Macho, recht sexistisch veranlagt und zudem auf nichts anderes als Äußerlichkeiten beim anderen Geschlecht fixiert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wäre Hal nur nicht derart unattraktiv: klein, dick, ohne Charme und noch dazu ein echter Loser. Er klagt dem TV-Prediger Tony Robbins rein zufällig sein Leid. P_Nibel. Dieser bemerkt sehr schnell, was Hal für ein Typ ist und wo sein eigentliches Problem liegt: Die absolute Überbewertung äußerlicher Erscheinungen und die Fixierung auf reine Schönheit, konkret Riesentitten, heißer Arsch, hübsches Gesicht.
Durch eine Hypnose des Predigers ändert sich für Hal schlagartig das Leben. Denn nun sieht er nur noch die innere Schönheit eines Menschen. Egal ob dürr, dick oder irgendwie entstellt - die innere Schönheit kehrt sich für Hal nach außen. Verständlich, dass seine Mitmenschen ob seiner vermeintlichen "Geschmacksverirrungen" verwirrt sind. Der Spaß beginnt.
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Obgleich ich eine platte Fette-sind-doof-Komödie erwartet habe - und mich schon gewaltig darauf gefreut habe, einen derartigen Verriß-Schinken abgrundtief negativ zu bewerten - haben es die Farrelly-Brüder doch noch geschafft, mich eines anderen zu überzeugen.
Zwar ist gerade dieses Thema verlockend, auf Kosten anderer hämischen und zynischen Spaß zu haben, doch diesmal haben sich die bekannten Niveaulos-Regisseure zurückgehalten und sich redlich bemüht, das Gegenteil zu bewirken. Nicht die fettsüchtige Hauptfigur des Filmes Rosemary Shanahan (Gwyneth Paltrow), sondern eben gerade der sexistische Loser Hal Larsen (Jack Black) ist hier die Witzfigur. Ergo haben die Farrellys diesmal die Niveau-Messlatte doch etwas höher gehängt.
Ja, es ist schwierig, aus diesem Thema einen niveau- und zudem noch humorvollen Film zu schnitzen. P_Nibel. Aber den Regie-Brüdern ist es fast gelungen. Das verlangt nach Lob. Der Gedanke zählt. Die Umsetzung ist zumindest teilweise gelungen. Hin und wieder spürt man deutlich den Drang der Regisseure, den Film wieder ins stockalberne Genre abgleiten zu lassen.
Doch glücklicherweise werden diese Abrutscher häufig wieder abgefangen.
Erstaunlich ist es allemal, wie wandlungsfähig die Farrellys sind. Denn neben Produktion und Regie zeichnen sich die beiden Spaßvögel auch für das Drehbuch verantwortlich: Okay, zugegeben, das Thema "Gesellschaft der Schönen" wird zwar nur an der Oberfläche leicht angekratzt aber immerhin ein netter Versuch, der vielleicht den einen oder anderen Kinogänger ab 6 Jahren die Augen öffnet. Wenn nicht dieser Altersgruppe dann doch wenigstens der jugendlichen Generation, denen in ihrem modernen Leben überall nur die Profilierung von Äußerlichkeiten indoktriniert wird.
Auch den vorzüglichen Make-Up-Effekten, den realistischen Fettleib-Kostüme von Gwyneth Paltrow und gerade der guten schauspielerischen Leistung der Dame ist es zu verdanken, dass aus "Schwer verliebt" eigentlich eine gekonnte Hommage an die - in unserer Gesellschaft leider zu häufig drangsalierten oder diskriminierten - Schwergewichtler unter uns und eine Verarsche der - leider viel zu zahlreichen - Volldeppen, für die wahre Werte kein Bedeutung haben, geworden ist. Kurzum, ein gut gemeinter Film der wirklich mehr Stärken als Schwächen hat.
Ein dickes THANK YOU nach Amerika, dem Land mit den meisten Übergewichtigen und doch schönsten, reichsten und mächtigsten Menschen der Welt.
Euer [ ]hässlicher/[ ]schöner* P_Nibel
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22 Bewertungen, 1 Kommentar
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13.05.2002, 20:49 Uhr von DrDuke
Bewertung: sehr hilfreichFind den Film richtig klasse
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