Ghettogangz - Die Hölle vor Paris (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Cirque du Soleil meets Klopperei
Pro:
anspruchslose, unterhaltsame Actionkost, die mit spektakulären Parkour-Stunts aufwartet.
Kontra:
prinzipiell nichts; da der Film keine Jugendfreigabe bekommen hat, ist die DVD allerdings online nicht ganz so einfach zu bekommen wie andere Titel.
Empfehlung:
Ja
Seinem ganz ursprünglichen Wortsinn nach ist ein banlieue, ganz harmlos, ein Vorort. Allerdings schwingt da noch eine ganze Menge mit. Ein banlieue ist die Art von Vorort, zu der auch Vororte wie Rostock-Lichtenhagen gehören. Mit anderen Worten: ein sozialer Brennpunkt.
Im Banlieue 13 des in nicht allzu ferner Zukunft spielenden Films haben Straßenbanden das Sagen. Die Beamten des letzten Polizeireviers folgen dem Beispiel der Schulen, die ihre Tore längst für immer geschlossen haben. Der Bezirk gilt als unregierbar, und deshalb hat die Stadtverwaltung von Paris die 2 Millionen Einwohner des Banlieue eingemauert: Banlieue 13 ist ein Vorort ohne Ort.
Hoppla – kennen wir dieses Szenario nicht irgendwoher? Na, aber klar: So was war in John Carpenters „Die Klapperschlange“ schon zu Beginn der 80er Jahre zu sehen, und danach hat’s das auch immer mal wieder gegeben. Tja, so ist das eben: Die Zukunft ist ein gefährlicher Ort, von dem niemand je zurückgekehrt.
Recht und Ordnung hält im Banlieue 13 jedenfalls nur noch einer hoch: Leito (Parkours-Erfinder David Belle) ist zwar offensichtlich ein Fan von Tätowierungen, duldet aber keine Graffiti an dem Hochhaus, in dem er wohnt. Auch von Drogenhandel in seiner unmittelbaren Nachbarschaft will der junge Mann nichts wissen. Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, dass Leito ihm den Stoff abknöpft. Das kann dann schon mal ein größerer Batzen sein, wie Drogenboss Taha (Ko-Drehbuchautor Bibi Narceri) zu seiner Verärgerung feststellt:
Leto sei Dank ist Heroin im Wert von einer Million Euro plötzlich gewissermaßen Schnee von gestern. Das kann Pate Taha natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Weil Leito ihm stets einen Schritt voraus ist, kidnappen seine gedungenen Schurken halt dessen kleine Schwester Lola (Dany Verissimo).
Und dann fällt Taha auch noch etwas richtig Großes in die Hände: Eine Bombe, die womöglich noch schärfer ist als Lola (die zwar auch schnell hochgeht, dabei aber nicht 2 Millionen Menschen gleichzeitig gefährlich werden kann), da die Uhr des Zündmechanismus bereits abläuft: Nicht ganz 24 Stunden bleiben Taha, um den Sprengkörper an den Meistbietenden zu verticken. Für die Pariser Behörden, denen das gute Stück abhanden gekommen ist, ist das natürlich keine schöne Situation, zumal Bösewicht Taha die Höllenmaschine kurzerhand mit einer Kurzstreckenrakete verbandelt hat, die er auf das Zentrum von Paris gerichtet hat.
Für Polizist Damien (Cryil Raffaeli) ist also schnelles Handeln geboten. Das Ein-Mann-Himmelfahrtskommando soll Taha ausfindig machen und herausfinden, ob der wirklich eine Bombe zu verkaufen hat. Und weil der Mann dafür einen ortskundigen Führer braucht, möge er sich, bitte sehr, mit Leito zusammentun. Ach, ja: Weil der auch nicht das beste Verhältnis zur Polizei hat, muss Damien natürlich inkognito bleiben. War sonst noch was?
Damien ist wenig begeistert, zumal das Hudeli-hudeli-ratzfatz gegen die tickende Uhr nicht gerade seiner üblichen Arbeitsweise entspricht. 24 Stunden sind nun mal nicht genug Zeit, um sich erst einmal unauffällig mit allen Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen, in aller Ruhe auszukundschaften und sich unauffällig unters Vorort-Volk zu mischen. Prompt macht sich Damien beim Erstkontakt mit Leito verdächtig, und der lässt den Cop erstmal abblitzen.
Wie auch vieles andere im Film dient der kleine Aufschub der Teamarbeit vor allem einem: dem Zweck, in die Handlung möglichst viele Aufhänger für Kloppereien einzubauen.
Die sind durch die Bank perfekt choreographiert und dürften für Genre-Fans der eigentliche Grund sein, „Banlieue 13“ 81 Minuten ihrer Zeit zu widmen. Da ich mich nicht zu ihnen zähle, war mir Cyrill Raffaelli kein Begriff, aber immerhin mit dem Namen David Belle konnte ich etwas anfangen. Der gilt als Erfinder der Trendsportart „Parkour“, die auch im neuen James Bond-Film zur Geltung kommt. Das weiß ich nicht erst, seitdem ich neulich im Fernsehen einen Beitrag über Parkour gesehen habe. Auch da war dann mal wieder von einem von Luc Besson produzierten Film die Rede, und mal wieder fiel der Name des fraglichen Films nicht. Da war ich’s dann leid, habe mich selbst auf die Google-Socken gemacht und bin schnell fündig geworden.
Ob es mir entgangen ist, dass der Film aus dem Jahr 2004 im Kino zu sehen war, oder ob „Ghettogangz“ hierzulande direkt und ohne Umweg über die große Leinwand in die Videothekenregale gewandert ist, weiß ich nicht – ich vermute aber, dass der Film den Sprung ins Cineplex tatsächlich nicht geschafft hat.
Jedenfalls liegt „Ghettogangz“ auf DVD vor, und ich habe mir den Film auf Verdacht zugelegt. Mein Fazit: „Ghettogangz“ ist in meinen Augen ein ambitionierter B-Film, von dem sich vor allem Fans des Kampfkunstkinos angesprochen fühlen dürften. Die Stunts, die die beiden Hauptdarsteller David Belle und Cyrill Raffaelli hier präsentieren, sind wirklich verblüffend. Ich kenne mich im Bereich des Martial Arts-Kintopp zwar nicht aus (meine Kenntnisse enden knapp hinter “Crouching Tiger, Hidden Dragon“), glaube aber, dass die in „Ghettogangz“ gezeigten Leistungen wirklich außergewöhnlich sind und dass Belle und Raffaelli den Artisten eines “Cirque du Soleil“ in nichts nachstehen dürften.
Die Handlung des Films ist, wen wundert’s, Nebensache und steht ganz im Dienst der artistischen Stunts der Hauptdarsteller.
Die DVD
Die DVD bietet französischen Originalton und deutsche Synchronisation; beide Spuren liegen im Format Dolby 5.1 vor. Die Dialoge sind gut verständlich, zahlreiche Klangeffekte und musikalische Hip-Hop-Untermalung sorgen für ordentlich Wumms im Heimkino. Mit knapp einstündigem Making of, einer erweiterten Szene, drei Minuten „Goofs“, einer Slideshow und deutschem wie französischem Trailer erfreulich umfangreich; erwartungsgemäß stehen die spektakulären Stunts im Mittelpunkt des Makings of. Fazit: Action-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.
35 Bewertungen, 12 Kommentare
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04.02.2007, 22:14 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht, lg sigi
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26.01.2007, 15:13 Uhr von Matze1195
Bewertung: sehr hilfreich☼ Sehr hilfreich .•:*¨¨*:•. & .•:*¨¨*:•. liebe Grüße ☼
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25.01.2007, 19:28 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Biggi :-)
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25.01.2007, 18:01 Uhr von creedy18
Bewertung: sehr hilfreichLG Andrea
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25.01.2007, 17:43 Uhr von golfgirl
Bewertung: sehr hilfreich*sh* lg dani
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25.01.2007, 16:09 Uhr von freetibet
Bewertung: sehr hilfreichSie sind außergewöhnlich und vor allem originell - das Kampfkunstkino ist halt doch noch von Dumpfbacken wie van Damme oder Seagal beherrscht. Schönen Gruß.
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25.01.2007, 15:21 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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25.01.2007, 14:37 Uhr von hollakardinahl
Bewertung: sehr hilfreichDas wär was für mich! SH! Viele Grüße!
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25.01.2007, 14:03 Uhr von waltraud.d
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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25.01.2007, 13:21 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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25.01.2007, 12:51 Uhr von bodenseestern
Bewertung: sehr hilfreich+++liebe Grüße Petra+++
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25.01.2007, 12:46 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan ;>))))
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