Reeker (DVD) Testbericht




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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Mädchen, Bier und... scheiße.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
===“Reeker“=== in gut sehen möchte, der solle sich XY ansehen. Doof nur, dass ich damit quasi beiden Filmen den vermeintlichen Knall-Effekt, die Überraschung am Ende, die Erklärung, das große Tadaaaaaaaaaaaa wegnehme.
Generell beginnt _“Reeker“_ mit einer grandiosen Darbietung an schwarzen Humor. „ich sehe was, was du nicht siehst“ ist ein altbekanntes Kinderspiel; gemein wird es erst, wenn der Knabe mit dem Zusatz „und es beginnt mit R“ auf das Reh hinweist, welches Mamilein übersah und somit wenige Sekunden später überfährt. Eltern, die hinsichtlich der blutverschmierten Scheibe und dem sonstig lädierten Auto lediglich die Erleichterung
_„Gott sei Dank ist das ein Mietwagen“_
verbalisieren spüren, scheinen generell ausgebufft ~ eine Eigenschaft, die jedoch wenig später bei Sichtung des in der Mitte entzweigerissenen Hundes wie auch dem halbierten Schädels von Vatilein kurzerhand verfliegt.
Fürwahr ~ der Auftakt zu dem 87minütigen Schreckensfilm gestaltet sich makaber. Und das bleibt dann auch irgendwie so. Ein paar fies-fetzige Dialoge, Momente, die eine gewisse Situationskomik involvieren, trotzdessen sie zugleich mit der offensichtlichen Vorliebe der Macher für abgetrennte Gliedmaßen und / oder komplett halbierte Menschen spielen. Sogar der Abspanntext schreckt vor einer gelungenen humoristischen Selbstveralberung nicht zurück (vgl. hierzu Foto 1); ein Aspekt, der vermutlich dem Großteil der Filmgucker verborgen bleiben wird.
Klingt bis dato ganz spaßig. Stetig von mir ohnehin geschätzt die profane Entwicklung der eigentlich Ausgangssituation „eine Gruppe alleine im“. Hier sind es dann mal (wieder) 5 Studenten, die sich (ebenfalls mal wieder) auf den Weg zu einer Rave-Party machen (wollen) und deren Karre mitten im vermeintlichen Nirgendwo (zur absoluten Nicht-Überraschung, versteht sich) schlapp macht.
A bisserl gruselig tatsächlich der Umstand, dass der Trupp eigentlich bereits das zweite Mal an dieser Gaststätte Halt macht, diese jedoch von jetzt auf gleich regelrecht ausgestorben wirkt. Keine Gäste, stattdessen verdorbene Essensreste sowie ein TV-Gerät, welches keinerlei Empfang mehr hat. Statt wie geplant Trip (Scott Whyte), dessen Name sein eigenes Programm ist, aufgrund seines unnetten Verhaltens auszusetzen, bleiben die Studenten kurzerhand vor Ort und tun das, was von Anfang an auf der Hand lag. Nelson (Derek Richardson) verkrümelt sich mit Cookie (Arielle Kebbel) auf ein Knutschzimmer; während die bodenständigere (und natüüüüüüüüüüüüüürlich weitaus vernünftigere) Gretchen (Tina Illman) mit dem erblindeten Jack (Devon Gummersfall) lieber im Zelt campiert. Blind, jawoll. Jene Idee erweist sich meines Empfindens nach in einem Buhu-Film als besonders raffiniert ~ eine Weisheit, der sich bereits Stephen King in seinem Buch bzw. Film _„The Stand“_ bediente. Und ja, auch hier gibt es dem Film das gewisse Etwas, eine weitere Tiefe, eine kleine Gemeinheit... und tragischerweise hier und dort ein paar übertriebene Darbietungen Marke „wer muss schon sehen, wenn er riechen kann“.
Nur mal so als Selbsttest: wie hochkonzentriert muss man sein, um Rücken an Schulter mit jemanden (nicht einmal unbedingt blinden) zu stehen und ad hoc zu wissen, in welche Richtung man sich drehen soll, wenn dieser _„12 Uhr“_ schreit?
Ein Witz ohne Witz aber dennoch irgendwie witzig der Umstand, dass Cookie ihre Lebensweisheiten Marke
„Dass muss man als Signal verstehen. Den Augenblick genießen, In einer Minute kann alles vorbei sein. Solange man kann, sollte man Spaß haben“
von sich gibt und dies eigentlich die letzten klugen Worte sind, die sie je geäußert haben soll. Von dem urtypischen _„ich komme gleich wieder“_ mal abgesehen.
Vermutlich um einen gewissen Spannungsaufbau zu gewährleisten (anders würde es noch weniger Sinn machen) blieb Trips kurz vor Ausflugsbeginn erfolgter Drogendiebstahl nicht unbemerkt ~ der Dealer begibt sich auf Verfolgungsjagd, während weiterhin der Wohnwagenfahrer (Michael Ironside) seine Frau sucht und wenig später etwas von Sterbenden faselt.
Insgesamt jedoch tappt der Zuschauer gefühlte Ewigkeiten vollends im Dunkeln, um was es nun eigentlich gehen soll und was es darüber hinaus mit der Familie der ersten Szene auf sich hatte. Dass Cookie auf'm Töpfchen massakriert wird, sieht im gezeigten Bild fatalerweise eher bescheuert aus, als dass man sich nun endlich auf eine Idee einlassen könnte.
Um das Elend zu verkürzen: der moderne Gevatter Tod hat seine Sense gegen ein Bohr-Schneid-Gedöns-Werkzeug ausgetauscht, und besticht den Liebhaber der blutigen Szenerien durch eine eigne Vorliebe für möglichst viel Gematsche, Gekröse und einer – tada! - obskuren Maske, die an eine Mischung von Michael, Jason und sonstwem erinnert.
Aha.
Im Sinne von: och nö!
Zu Gute halten muss man _“Reeker“_ durchaus, dass die beklemmende Atmosphäre gelungen ist, vorbeihuschende Gestalten den schreckhaften Zuschauer zu knabbern geben und der Hauch Mystik die perfekte Symbiose zu den auflockernden Gesprächen aka
~ „Wenigstens kannst du noch sehen.“
~ „Wenigstens kannst du noch wichsen“.
~ „Nimm doch die andere Hand...?!“
beitragen. Obschon manche jener Dialoge genauso dümmlich sind, wie man sie vermuten mag, verleihen jene dem Horrorstreifen eine Art „gewisses Etwas“, was das Prozedere von den anderen (Mach)werken abhebt. Allerdings nur ein bisschen.
Nach der bereits erwähnten Langatmigkeit fühlt man sich, kaum das man das mordende Dings sieht – man ahnt es kaum – veralbert. Die Erwartungshaltung, hier erneut eine Erklärung im Sinne von einer Seuche geliefert zu bekommen, zumal fast schon aufdringlich sichtbar stetig eine Art Gas/Nebel umherwabert, kurz bevor das Dingsda angreift, wird NICHT bedient ~ was in der Tat eine gute Überlegung gewesen sein könnte.
Tatsächlich zieht der Ausgang, die große kleine Aufklärung sozusagen, den Karren der gefühlten Beleidigung an die Intelligenz des Zuschauers, wieder ein wenig aus dem Dreck. Allerdings zu wenig, um von mir persönlich mehr als 2 Bewertungssternchen zu ernten.
Soll heißen: die Idee ist fürwahr gut, doch viel zu aufgebauscht, zu intensiv auf „Hauptsache blutig“ ausgelegt und dabei auf diverse Logiklöcher zu achten.
Wer wirklich versucht, zuvor gesehene Bildchen durch die dargebrachte „Auflösung“ verstandesmäßig einzuordnen und somit die ein oder andere Begründung für gewisser Albernheiten zu erkennen... der wird enttäuscht. Es passt zwar hinten und vorne, aber eben doch eher dergestalt, dass ich zwangsläufig an mich als Kind denken musste, die die nicht-passenden Puzzlesteine brachial in die falschen Stellen quetschte, nur um irgendwie fertig zu werden.
Sehr gut möglich, dass die mannigfaltigen überspitzten Darstellungen sehr absichtlich sehr blöd auf die Leinwand geworfen wurden und es freiwillig albern aussehen soll, wie Gevatter Tod himself cyborg-mäßig umherlatscht, schwebt und oder sich förmlich beamt... doch manchmal ist eine einfachere Kostümierung einfach besser.
===Summa summarum=== kann sich, wer will, noch ein paar DVD-Extras ansehen, die durch die Bank nach mehr klingen als sie darstellen. Öffnet man die Sparte '''Interviews''', erwartet man sonstwas, wenn man all die Namen der Personen liest, die hier zu Wort kommen ~ tatsächlich gibt jedoch jeder der 6 Leutchen grade mal einen einzigen Satz von sich, so dass dieses Extra eine Länge von 3min aufweist.
Kracher, nicht wahr?
Ähnlich verhält es sich mit dem '''Behind the Scenes''' (2 min), während das '''Making of''' hingegen 11min dauert. Die Fotogalerie ist weniger interessant als die Handvoll '''Trailer''', während ich persönlich keinerlei Drang verspüre, mir den '''Audiokommentar''' anzutun.
Oder doch?
Denn eigentlich will ich es _wirklich_ gerne verstehen, ob der bereits erwähnte außergewöhnliche Abspanntext eine Art Eingeständnis impliziert, hier nicht etwas be, sondern eher auslachenswertes geschaffen zu haben.
Ergo des Ergos: kann man mal gucken, muss man aber nu wirklich nicht.
2 Sterne, keine Empfehlung.
34 Bewertungen, 7 Kommentare
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15.11.2011, 12:47 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollHier kommt das versprochene BW.
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14.11.2011, 22:39 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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14.11.2011, 15:32 Uhr von Luna2010
Bewertung: sehr hilfreichToll beschrieben, ich freue mich auf Gegenlesungen
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14.11.2011, 15:32 Uhr von giselamaria
Bewertung: sehr hilfreichgut beschrieben :-) - aber Horror möchte ich nicht unbedingt auch noch lesen, wo um mich herum genug horror ist ;-))))))) - LG gisela
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14.11.2011, 15:09 Uhr von anjaangelina123
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, freue mich über Gegenlesungen.
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14.11.2011, 14:17 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichWWW Wunderschöne Wochenstarts-Wünsche! LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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14.11.2011, 13:53 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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