Heat (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Neo(n)-Western in eiskalter Optik
Pro:
der Filminhalt
Kontra:
die äußerst karg ausgestattete DVD wird dem tollen Film leider nicht gerecht
Empfehlung:
Ja
Mann nimmt sich gehörig Zeit dafür, eine Geschichte zu erzählen, in deren Mittelpunkt zwei Figuren stehen, die auf den ersten Blick Welten voneinander trennen - und die auf den zweiten Blick nur auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen. 'All I am is what I'm going after' bekennt Hanna in einer Szene gegen Ende des Films, und die Selbstbeschreibung des aufbrausenden Cops Hanna trifft auch auf den berechnenden McCauley zu, der das Ausrauben von Banken ebenso als Profession betrachtet wie sein Gegenspieler das Aufspüren und zur Strecke bringen von Gesetzesbrechern.
Spätestens, wenn 'Heat' (zu deutsch etwa 'die Schmiere' oder 'die Bullen') mit der Szene, in der sich Hanna und McCauley in einem Diner Auge in Auge gegenüber sitzen, einen seiner Höhepunkte erreicht, entpuppt Manns breit angelegtes Gangster-Epos sich als moderner Western, in dem das Klischee der Stadt, die 'nicht groß genug für zwei' ist ebenso wenig fehlen darf wie ein Shootout auf der Hauptstraße sowie ein dramatischer Showdown, deren Choreographien sich deutlich erkennbar an Edelwestern wie 'Rio Bravo' und 'High Noon' anlehnen. Letztlich ist 'Heat' eine klassische 'Wild West'-Geschichte, die Regisseur und Drehbuchautor Mann und Kameramann Dante Spinotti in Bilder kleiden, die an Imposanz wie an Unwirtlichkeit den Schauplätzen des klassischen Westerns in nichts nachstehen.
In 'Heat' bilden nicht bizarre Felsformationen und Canyons die Kulisse für Duelle zwischen Gesetzeshütern und Bankräuberbande, sondern die Straßenschluchten von LA - und die blauen Bohnen werden nicht aus Revolvern der Marke Smith & Wesson abgeschossen, sondern aus Schnellfeuergewehren. Also - 'Nichts Neues im Weste(r)n' ... ? Vielleicht - aber schließlich sind da ja Robert de Niro und Al Pacino, die mit ihren Darstellungen den Beweis dafür antreten, dass 'type casting' nicht immer ehrenrührig sein muss, sprich: die Rollen des kühl kalkulierenden Kopfs der Gangsterbande und des Sheriff aus Berufung sind mit de Niro und Pacino ideal besetzt.
DVD mit etwas flauem Bild und ohne nennenswerten Mehrwert
Darüber hinaus ist 'Heat' grandios fotografiert und mit einem Soundtrack unterlegt, der die bläulich kalte Optik von 'Heat' musikalisch kongenial untermalt - und wenn auch die DVD gerade in dunkel gehaltenen Szenen nicht immer ein makelloses Bild und darüber hinaus keinen erwähnenswerten Mehrwert bietet, gibt es meines Erachtens nur eine Empfehlung: Nichts wie 'rein ins heimische Film-Archiv mit 'Heat' - und der Gangsterballade einen Ehrenplatz neben 'Butch Cassidy and the Sundance Kid', 'Bonnie and Clyde' und 'Es war einmal in Amerika' einräumen. Vier Sterne für einen sehenswerten Film und drei Sterne für eine DVD, deren minimalistische Ausstattung typisch für das Gros der Veröffentlichungen des Labels Warner Bros. ist - unterm Strich ergibt das bei mir nach oben aufgerundete vier Sterne.
27 Bewertungen, 8 Kommentare
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01.01.2007, 14:50 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & noch ein frohes neues Jahr 07´ lg Sarah
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25.03.2006, 21:12 Uhr von Kranich
Bewertung: sehr hilfreichsh - *lg und danke für gute rückbewertungen* :-))
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21.03.2006, 13:25 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichAHA !! . . . . . und ich sage und schreibe immer ‚AHA’, wenn ich mal wieder was Neues gelernt hab’. Und bei diesem Bericht habe ich viel für mich Neues erfahren.
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20.03.2006, 19:01 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Anett
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20.03.2006, 18:41 Uhr von WreckRin
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich, würde mich über Gegenlesungen freuen
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20.03.2006, 17:41 Uhr von gensinrw
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß, Gensinrw
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20.03.2006, 17:35 Uhr von Naffy
Bewertung: sehr hilfreich<b><u><i>Gruß Naffy</i></b></u>
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20.03.2006, 17:34 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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