Red Heat (DVD) Testbericht

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ab 21,51
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Erfahrungsbericht von catmother

Ein Russenklopper in Amiland

Pro:

witzig, sarkastisch, coole Sprüche, Belushi und Arnie sind ein unschlagbares Duo

Kontra:

etwas brutal

Empfehlung:

Ja

Ich bin ja durchaus mal ein Freund von guter Action. Vor allem, wenn sie noch dazu witzig ist. Und davon gibt es ja nicht allzu viele Filme, die diese Bedingungen in meinen Augen erfüllen.
Eigentlich wollte ich euch für Samstag einen Filmtip geben, aber die Produktfreigabe kann leider etwas zu spät. So gibt es hier eine Nachlese.


** Die Story **
Hauptmann Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger) von der Moskauer Polizei ist auf Jagd nach dem georgischen Drogendealer Viktor Rosta (Ed O’Ross). Bei der Razzia im Cafe Drushba findet er zwar die Drogen, Rosta kann jedoch fliehen, nachdem er Dankos Freund Juri eiskalt erschoß.

Rosta ist inzwischen in die USA geflohen und versucht auch hier, ein Drogengeschäft aufzubauen. Als bei einer Razzia im Drogenmilieu die ganze Clean Heads Bande verhaftet wird, scheint der Deal jedoch schiefzugehen und so wartet Rosta vergeblich auf sein Kokain. Dann wird er schließlich bei einer Verkehrskontrolle verhaftet, wie die Polizei von Chicago den russischen Behörden mitteilt.

Also wird Danko nach Chicago geschickt, um Viktor nach Rußland zurückzuführen.
Ihm zur Seite stellt das Police-Department die beiden Beamten Art Rizzik (James Belushi) und Sergeant Gallagher ( ), die den Gast begleiten und ihm bei seinem kurzen Aufenthalt zur Seite stehen sollen.

Bei den Habseligkeiten des Gefangenen findet Danko einen Schließfachschlüssel, der ihm Kopfzerbrechen bereitet, zu dem es aber keinen Hinweis gibt. Also machen sich alle bereit für die Übergabe und Ausreise Rostas. Doch die scheitert dann an den Komplizen von Rosta, die noch frei herumlaufen. Gallagher wird erschossen, Danko verletzt, Rosta kann fliehen.

Die einzige Sorgen der Russen ist, sich nicht lächerlich zu machen, weil ihr Beamter versagt hat. Also entziehen sie Danko die Unterstützung. Der macht sich nun mit Ridziks Hilfe, dem er bei einer Schießerei das Leben rettet, auf die Suche nach Rosta und den Drogen, die der nach Rußland schmuggeln will. Leider gibt es bis dahin noch einige Leichen und einigen Schrott auf Chicagos Straßen.


** Darsteller **
Arnold Schwarzenegger (Terminator, Twins) ist hier natürlich der Star des ganzen. Mit eiskalter Mine, Gefühlsregungen wie eine Küchenherd und Brachialgewalt donnert er durch den Film, daß es eine wahre Pracht ist.

James Belushi (Curly Sue, Mein Partner mit der kalten Schnauze) ist das witzige Element im Film. Er ist eine typische Großschnauze mit italienischem Temperament, immer geil, großspurig, voller Vorurteile. Aber er hat stets einen coolen Spruch auf den Lippen, die wahrhaft die Lachmuskeln strapazieren.

Ed O’Ross (Universal Soldiers, Full Metal Jacket) kannte ich bis zu diesem Film noch garicht. Mit dem Gesicht ist er aber auch nur für solche Rollen geeignet, in denen er den richtig fiesen Kerl spielen darf. Schauspielerische Fähigkeiten braucht man dafür ja auch garnicht.

In weiteren Nebenrollen Gina Gershon (Showgirls, Bound – Gefesselt) als Rostas amerikanische Frau Catherine Manzetti, Peter Boyle (Während du schliefst) und Laurence Fishburne (Tina-What’s love got to do with it?) - hier in der Schauspielerliste noch als Larry Fishburne geführt.


** Filmkritik **
Der Film ist ein wahres Feuerwerk an Gewalt und derbem Humor, bei dem sich Regisseur Hill (Nur 48 Stunden, Magnum Heat, Last Man Standing) und Effektspezialisten so richtig ausgetobt haben. Was da alles zu Schrott geht, hätte wohl einen ganzen Wagenpark gefüllt.
Aber bei Filmen mit Arnold Schwarzenegger gehört das wohl zur Grundbotschaft.

Schon die ersten Szenen sind grotesk grausam, als Danko in dem russischen Cafe einem Mann scheinbar das Bein abreißt. Der Zuschauer jault gequält auf, aber es ist nur ein Holzbein, gefüllt mit Kokain. Der Film beginnt also mit einem Showup (ich hab hier mal das Wort einfach erfunden, denn der Showdown kommt ja erst am Ende), und in diesem Tempo geht es weiter bis zum tatsächlichen Showdown, der etwas leicht terminatormäßiges hat. Man verspürt vielleicht sogar etwas wie Wehmut, denn immerhin hat man sich in den zwei Stunden an das ungleiche Team gewöhnt und es vermutlich ganz Klasse gefunden. Von dem Film hätte ich mir sogar eine Fortsetzung gewünscht, wo ich die doch sonst eher für überflüssig halte.

Die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Rechtssystem und Polizeiarbeit im fremden Land ist ja schon öfter Gegenstand von Filmen. Aber einen Russen in Chicago hatten wir noch nicht, soweit ich mich erinnere. Schon allein das ist Grund für vergnügliche Definitionen und Meinungsverschiedenheiten. Wenn Ridzik Danko das verrückte und absurde Rechtssystem der Amis erklären muß, was bei dem Russen logischerweise auf Unverständnis stößt, kommt man vermutlich als Zuschauer selbst zu dem Schluß, daß das mit der Demokratie nicht immer so weit her ist. Da haben es die Russen wohl um einiges einfacher, denn die handhaben vieles einfach radikaler.
So werden die vermeintlichen Gegensätze der Gesellschaften gehörig auf die Schippe genommen: die Amis in ihrer Arroganz, daß sie nicht glauben können, daß die Russen ihnen in irgendwas überlegen sein könnten, Entspannung, Stressbewältigung im Job und Pornofilme – das wiederum hält der Russe für Schwachsinn – und doch müssen sich die beiden Helden zusammenraufen.

Das Prinzip ist erprobt und erfolgversprechend: ein lässiges Plappermaul und ein Schaffer werden zusammengeschweißt und nieten auf dem Weg durch die Geschichte alles um, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Immer im Dienste der Gerechtigkeit oder Wahrheit. Aber es funktioniert. Man amüsiert sich über die allzu einprägsamen Sprüche von Belushi (der schlimmste ist wohl sein Ausdruck für eine Nutte mit großen Brüsten als „Blusenpatrouille Doppelbutter“), die teilweise schon zu geflügelten Worten wurden, man verfolgt atemlos die Materialschlachten und ist gerührt, wenn auch diese zwei so grundverschiedenen Typen irgendwann merken sie auch nur ganz normale Menschen sind mit einem Schicksal, das manchmal ganz schön hart sein kann, und Danko zur ersten Weisheit des Films ausholt mit „Wir sind Polizisten, keine Politiker – wir dürfen uns mögen!“.

Klar ist die Story so vorhersehbar wie eine klare Brühe, aber sie macht Spaß, ist kurzweilig und wunderbar sarkastisch.

Und weil ich gern Sprüche sammle, hier ist der, den ein Schulfreund und Polizist immer zitiert: „Jeder weiß, die Magnum 44 ist die mächtigste Handfeuerwaffe der Welt. Sogar Dirty Harry steht drauf. (Darauf Danko) Wer ist Dirty Harry?“


** Meine Meinung **
Das ist eindeutig kein Film für Liebhaber tiefschürfender und philosophisch angehauchter Dialoge oder feingeistiger Handlung. Hier wird geballert, geflucht und geschwafelt, was das Zeug hält. Aber mal ehrlich, wer erwartet auch von einem Film mit Schwarzenegger und Belushi was anderes.

Ein gekonnt inszenierter Actionfilm, der mit seinem trockenem Humor und sarkastischer Schlagfertigkeit unterhält und amüsiert. Mehr wollte ich gar nicht.


** Daten **
USA 1988
Regie: Walter Hill
Musik James Horner
Produzent: Walter Hill, Gordon Carroll
Story: Walter Hill
FSK 16

15 Bewertungen