The Weather Man (DVD) Testbericht

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ab 12,40
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008

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Erfahrungsbericht von Realjackass

Ich bin Fast Food

Pro:

Ehrlich, bewegend, tolle Inszenierung, Schauspieler

Kontra:

Nichts

Empfehlung:

Ja

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+STORY+
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Wetteransager David Spritz (Nicolas Cage) darf mit Anfang 40 bereits auf eine beneidenswerte Karriere zurückblicken, auch seine Zukunft scheint in festen Bahnen zu liegen. Seit Jahren liest der Strahlemann bereits die Wettervoraussichten für Chicago, nun hat er ein lukratives Angebot von "Hello America" erhalten, um künftig in der größten Nachrichtensendung des Landes das Wetter zu präsentieren. So glücklich und gut aufgelegt, wie sich David vor laufenden Kameras gibt, ist er allerdings bei Weitem nicht. Die Trennung von seiner langjährigen Frau Noreen (Hope Davis) hat ihn schwer mitgenommen. Es waren die alltäglichen Banalitäten, die ihrer Beziehung das Aus erklärten und die dafür sorgten, dass nun ein anderer Mann mit David's Frau und seinen Kindern zusammenlebt. Auch die Beziehung zu diesen scheint sich immer mehr dem Gefrierpunkt zu nähern. David's Tochter Shelly (Gemmenne de la Peña) wird in der Schule aufgrund ihres Gewichts verspottet, während sein Sohn Mike (Nicholas Hoult) mit Drogenproblemen konfrontiert wird und an einen zwielichtigen Drogenberater gerät.
David stand schon immer unter der Beobachtung seines Vaters Robert (Michael Caine), der in seinem Leben alles erreicht hat. Nicht nur war er stets ein perfekter Familienmensch und Vater, sondern wurde für seine Bücher auch mit dem Pulitzerpreis und zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet. Da Robert von einem Arzt erst kürzlich eine unheilbare Krankheit attestiert wurde, weiß David, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um seinem Vater zu beweisen, dass er kein Versager ist. Irgendwie will er sein Leben in den Griff bekommen. So versucht er, seine Tochter für ein Hobby zu begeistern und besucht mit Noreen eine Beratung, um ihrer Ehe eine zweite Chance zu geben. Doch egal was David versucht, am Ende sind seine Versuche nur selten von Erfolg gekrönt..


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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: The Weather Man
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2005
Laufzeit: ca. 98 Min.
Freigabe: FSK 6
Regie: Gore Verbinski
Buch: Steve Conrad
Produzent: Todd Black, Jason Blumenthal, Steve Tisch
Kamera: Phedon Papamichael
Schnitt: Craig Wood
Originalmusik: Hans Zimmer
Casting: Denise Chamian

Darsteller:
Nicolas Cage.....David Spritz
Michael Caine.....Robert Spritzel
Hope Davis.....Noreen
Gemmenne de la Peña.....Shelly
Nicholas Hoult.....Mike
Michael Rispoli.....Russ
Gil Bellows.....Don
uvm.


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+BEZUGSMÖGLICHKEITE N+
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"The Weather Man" erschien in Deutschland im Vertrieb von Paramount auf einer, alles in allem, mehr als zufriedenstellenden DVD. Der Hauptfilm liegt im Dolby Digital 5.1 Format auf Deutsch, Englisch und Türkisch vor und weiß durch sein fehlerloses Bild zu besteche. Die Extras wurden sorgsam ausgewählt und geben interessante Einblicke hinter die Kulissen des Films. Folgende Features finden sich auf dem Silberling:
- Erweiterter Ausblick: Das Drehbuch
- Vorhersage: Wie man ein Wetterfrosch wird
- Atmosphärischer Druck: Der Stil
- Relative Luftfeuchtigkeit: Die Charaktere
- Der Passatwind: Die Zusammenarbeit
- US Kinotrailer


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+KRITIK+
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Oftmals sind es die ruhigen, die auf den ersten Blick belanglosen Filme, die einen beim genaueren Hinsehen schwer beeindrucken und, was selten geschieht, nachhaltig beschäftigen. Auch auf die bittere US-Tragikomödie "The Weather Man" mit Nicolas Cage in der Hauptrolle trifft diese Umschreibung auf schmeichelhafte, passgenaue Art und Weise zu. Bereits das Cover verrät einiges über den Film, sehen wir darauf doch besagten Schauspieler, der den fest ins Inventar gehörenden gedankenverlorenen Blick auflegt und der gerade von einem Milchshake getroffen wurde. Melancholie und Humor. Diese beiden gegensätzlichen Pole ziehen sich in Gore Verbinski's Drama aus dem Jahr 2005 derart magisch an, das man jederzeit sofort in den Bann dieses wunderschönen und doch traurig stimmenden Films gerät. Nicht umsonst wird "The Weather Man" gerne mal mit derartigen Meisterwerken wie "American Beauty" und "About Schmidt" verglichen. Schon diese Filme bestachen durch ihre Fähigkeit, den Zuschauer über die Dauer der Laufzeit in die verschiedensten Gefühlslagen zu versetzen und jedem dabei einen Teil seines eigenen Lebens vor Augen zu halten. Und obwohl "The Weather Man" bei einem Einspiel von 20 Millionen $ sicher nicht als Riesenerfolg bezeichnet werden kann, so gehört er doch zu den besten Filmen, die uns die letzten Jahre bescherten.
Das Besondere: Es sind in erster Linie keine herausragenden Spannungselemente, die den Film tragen. Vielmehr schafft es Gore Verbinski, verschiedenste Facetten des Lebens durch die emotionale Sprache von "The Weather Man" wiederzugeben. So simpel die Handlung im Grunde scheint, so perfekt durchkonstruiert ist sie im Detail. Steve Conrad, der die Vorlage lieferte, konnte schon mit den Scripts zu "Walter & Frank - Ein schräges Paar" und "Das Streben nach Glück" auf sich aufmerksam machen und beweist hier ein weiteres Mal seinen perfekten Umgang mit Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Verbinski und Kameramann Phedon Papamichael haben es ausgezeichnet geschafft, die Sprache der Emotionen herauszufiltern und sie in die Optik des Films einzubringen. Erzählt wird "The Weather Man" vor der schneeverhangenenen Großstadtkulisse Chicagos. Zwischen riesigen Stahl & Betonbauten leben tausende von Menschen vor sich her, beschäftigen sich mit ihren Problemen, wird das Individuum nur noch ein Teil der Masse. Nur der Erfolg ist es, der einem in einer derartigen Welt eine Daseinsberechtigung verleiht. Doch wenn David Spritz aus seinem geräumigen Büro in einem großen Wolkenkratzerapartment Chicago überblickt und dabei die Gestiken übt, die er vor der Kamera bei der Ausübung seines Berufs benötigt, dann fühlt er den Erfolg nicht, an den ihn sein guter Verdienst immer wieder erinnert.

Vor der Kamera ist David der grinsende Strahlemann, sozusagen der gute Freund aus dem Fernsehen, den man zwar nicht persönlich kennt, der einem aber wie ein alter Vertrauter erscheint. Lug und Trug, Schein und Sein. Kein Wunder, dass sich die Menschen, denen David im Alltag begnet, nicht selten aggressiv verhalten, wenn sie nicht den Strahlemann aus dem Fernsehen, sondern einen introvertierten, zurückgezogenen Mann kennenlernen. Die Leute erwarten von David eine genaue Voraussage des Wetters, dabei ist er nicht einmal ein gelernter Meteorologe, er liest einfach den Text vom Teleprompter ab. Viele Menschen machen ihn für Ungenauigkeiten in den Vorhersagen verantwortlich, in regelmäßigen Abständen wird David mit Essensresten und Getränkebächern beworfen.
"Always fast food. Fast food. Things that people would rather throw out than finish. It's easy, it tastes all right, but it doesn't really provide you any nourishment. I'm fast food"

Schon die ersten Momente von "The Weather Man" geben Aufschluss darüber, dass der Unterhaltungswert in diesem Film nicht aus groß angelegter Situationskomik oder spannenden Szenen resultiert. Zu dem großartigen Score von Hans Zimmer sehen wir, wie sich die Eisschicht eines zugefrorenen Sees langsam auf und ab bewegt und dabei den Strömungen zu folgen scheint. Auch David Spritz will einem Ziel, einem Ideal folgen. Erst später erkennt er, dass das Leben, genau wie das Wetter, niemals exakt zu berechnen ist. Die Atmosphäre und optische Veranschaulichung, mit der dem Zuschauer diese Erkenntnis nähergebracht wird, ist ebenso einzigartig wie faszinierend. Der Film lebt von seinen kalten Tönen und leblosen Farben, alles spielt sich in einer trostlosen und verfremdeten Welt ab. Der einzige warme, freundliche Ort in dem Film und im Leben des David Spritz scheint das Haus zu sein, in dem seine Familie lebt und in dem er einst lebte, in das er nunmehr aber nur noch von außen hineinsehen kann. Die melancholische Schwere des Films resultiert dabei neben der Optik auch aus den bedrückenden Monologen des Hauptprotagonisten, die erkennen lassen, dass man selbst einiges mit diesem Wettermann gemeinsam hat.
"Here's something that if you want your father to think you're not a silly fuck, don't slap a guy across the face with a glove because if you do that, that's what he will think. Unless you're a noble man or something in the nineteenth century. Which I am not."

Auch, wenn "The Weather Man" gerne mal als Komödie beworben wird, so bleibt einem das Lachen in den onehin nur spärlich vorhandenen humorvollen Szenen meist im Halse stecken. Etwa wenn David dem neuen Freund seiner Exfrau inmitten einer friedvollen Konversation unvermittelt seine Handschuhe ins Gesicht schlägt, mag dies im ersten Moment zwar lustig sein, ist auf subtile Weise aber vielmehr der Ausdruck tiefer, psychischer Einsamkeit und Traurigkeit. "The Weather Man" wird einen sowohl mit einem warmherzigen Gefühl der Hoffnung, andererseits aber auch mit einer depressiven Schwere zurücklassen. Beides resultiert daraus, dass man sich in vielen Szenen selbst zu erkennen glaubt. Der Film schildert das Leben, ohne dabei etwas verschönern zu wollen. Er erzählt von der Wichtigkeit des Familienzusammenhalts und dem Streben nach Perfektion, in einer Welt, in der man sich auf der Suche nach diesem Ideal schnell selbst verlieren kann.
Der Film hat nur wenige Anhaltspunkte, die typisch für ein spezifisches Genre wären, er folgt seinem ganz eigenen Muster. Eine emotionale Aufarbeitung des persönlichen Versagens eines Menschen, der erst zu sich selbst finden muss, um die an sich selbst gestellten Forderungen und Wünsche erfüllen zu können. Die Zielscheiben, auf die David schießt, nachdem er das Bogenschießen für sich entdeckt hat, scheinen dabei die essenziellen Metaphern auszumachen. Als seine Pfeile irgendwann die Mitte treffen und die Eisschicht auf der Zielscheibe durchbrechen, scheint auch David mit sich selbst langsam ins Reine zu kommen. "The Weather Man" wird seine Zuschauer 98 Minuten lang in eine Welt führen, in der sich viele derartige Metaphern finden und in die man regelrecht abtauchen kann. Die melancholische Atmosphäre des Films ist, was das Gesamtwerk so eindrucksvoll erscheinen lässt. Einige der methaporischen Szenen wird man so schnell auch nicht wieder vergessen, etwa wenn der Regen einigen Plastiktieren den Schnee vom Kopf schmelzen lässt, ihnen sozusagen die Last nimmt und den schmelzenden Schnee wie Tränen über die Gesichter der Tiere gleiten lässt.

"This shit life... we must chuck some things. We must chuck them... in this shit life. There's always looking after."
Die Schauspieler wissen ausnahmslos zu überzeugen. Nicolas Cage ist es perfekt gelungen, den innerlich frustrierten und depremierten Wettermann zu mimen. Auf brillante Art und Weise zeigt er die verschiedensten Ebenen des Charakters auf und macht den Zuschauer beinahe schon automatisch mit ihm verbunden.
Eine weitere grandiose Leistung lieferte Sir Michael Caine ab, der den Vater von David spielt. Sein Charakter hat im Grunde ein perfektes Leben geführt, strahlt eine intellektuelle Allwissenheit und Sanftmut aus und behandelt seinen Sohn oftmals wie ein Kind. Kein anderer als Michael Caine hätte diesen Part so treffend rüberbringen können.


++++++
+FAZIT+
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"The Weather Man" ist eine beeindruckende Reise durch die Gefühlswelt eines Mannes, der einen in vielen Situationen an sich selbst denken lässt. Dadurch, dass die emotionale Sprache des Films durch seine grandiosen Bildkompositionen und eine ganz eigene, melancholische Atmosphäre vermittelt wird, entsteht schnell ein Gefühl tiefer Schwere und Verbundenheit zu dem Geschehen, dem man sich von da an nicht mehr entziehen kann. "The Weather Man" ist tragisch, intelligent, top besetzt und auf eine bittere Weise humorvoll. Wer etwas für Tragikomödien übrig hat, darf dieses Meisterwerk nicht versäumen.
10/10 Punkten.

Mfg
Realjackass

21 Bewertungen, 8 Kommentare

  • try_or_die87

    26.06.2008, 19:12 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Regensburg

  • Markusgeiger86

    04.01.2008, 13:38 Uhr von Markusgeiger86
    Bewertung: sehr hilfreich

    mfg, Markus

  • moniseiki

    09.11.2007, 03:30 Uhr von moniseiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***SH***LESEN UND GELESEN WERDEN**Liebe grüße moniseiki

  • LittleSparko

    09.11.2007, 03:15 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • Sebastian2211

    09.11.2007, 02:20 Uhr von Sebastian2211
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Sebastian

  • Miraculix1967

    08.11.2007, 22:29 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht! SH und LG Miraculix1967

  • MatthiasHuehr

    08.11.2007, 19:49 Uhr von MatthiasHuehr
    Bewertung: sehr hilfreich

    ciao Matthias

  • Clarinetta2

    08.11.2007, 18:36 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    den werde ich mir anschauen, super + Bericht