Lord of War - Händler des Todes (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 03/2010
Erfahrungsbericht von atrachte
Händler des Todes
Pro:
Nicholas Cage, Jared Leto , interessante Thematik, gute Storyumsetzung, teils der schwarze Humor,
Kontra:
Ethan Hawke, der Film bleibt recht Emotionslos,
Empfehlung:
Ja
Nachdem er sieht wie zwei Mafiosi erschossen werden, ist Yuri Orlov (Nicolas Cage) zwar geschockt aber auch von Waffen angezogen. Er will versuchen mit Waffen Geld zu verdienen, und aus der Armut in New York zu entkommen. Bei seinen ersten Deal ist er zwar noch sehr Nervös, doch er bringt den Deal über di Bühne und entschließt das Geschäft weiter zu verfolgen. Er holt bald schon seinen Bruder Vitaly (Jared Leto) mit ins Boot. Die Geschäfte laufen recht gut, doch die beiden Brüder dealen eher im kleinen Stil. Irgendwann hält Vitaly den emotionalen Druck nicht mehr Stand und driftet in die Drogensucht ab.
Jahre später.
Mittlerweile ist Yuri mit seiner Traumfrau Ava (Bridget Moynahan) verheiratet, beide haben auch einen gemeinsamen Sohn. Yuri finanziert seiner Familie viel, obwohl er zu wenig Geld hat. Somit macht er viele Schulden. Vitaly hat mittlerweile einen Entzug hinter sich, scheint aber den Verstand verloren zu haben. Ausser ihm weiß niemand aus der Familie wie Yuri sein Leben finanziert. Yuri´s große Zeit schlägt mit den Fall der Berliner Mauer und dem später beendeten kalten Krieg. Die ehemalige Sowjetunion braucht die alten, stationierten Waffen nicht mehr und somit kommt Yuri an sie, nicht zuletzt dank seinen Onkel welcher ein Offizier ist. Nun verkauft er seine Ware im großen Stil, bevorzugt in afrikanische Länder. Doch neben den Rivalen im Geschäft ist ihm auch ein Interpool Agent namens Jack Valentine aus den Färsen, und will ihm das Handwerk legen.
Meine Meinung zu "Lord of War":
Schon der Anfang von "Lord of War" zeigt, das eine ernste Thematik behandelt wird. Man sieht ein Meer von Patronenhülsen. Inmitten steht Nicholas Cage im feinen Anzug und mit Aktenkoffer. Cage, welcher den Waffenhändler Yuri Orlov spielt, blickt zu brennenden Häusern. Dann dreht er sich um und erzählt dem Zuschauer das jeder zwölfte Mensch eine Waffe besitzt. Anschließend fragt er, mit einem Grinsen auf dem Gesicht, wie man die restlichen Menschen bewaffnen kann. Nach diesem Start folgt eine weitere Sequenz, deren CGI Herkunft fast zu klar wirkt, die die ernste Thematik noch einmal unterstreicht. Man verfolgt den Weg einer Kugel, von der Fabrik, bis zu dem Moment als sie in den Kopf eines Kindersoldaten gefeuert wird.
Der leicht bedrückende Anfang macht auf jeden Fall klar, das der Film auf eine Art zwar Unterhalten will, dabei aber auch aufklären möchte. Und somit beginnt die Geschichte des Yuri Orlov, dessen Familie aus Ungarn stammt, aber geflohen ist. Seit dem leben sie in Amerika, in New York um genauer zu sein. Yuri´s Familie hatte niemals viel, doch es reichte zum Überleben. Eines Tages sieht er einen Mord mit eigenen Augen. Sofort ist er von Waffen fasziniert und möchte sie fortan an den Mann bringen. Schnell macht Orlov Geld mit seinem Geschäft, in welches auch sein Bruder Anfangs verwickelt ist. Was mir sehr gut gefallen hat, war das Yuri Orlov seine Geschichte nacherzählt, er also immer wieder zum Zuschauer spricht. Die Story ist zwar gut Umgesetzt worden, wirkt Stellenweise aber sehr Geradlinig und Vorhersehbar.
Dafür bietet die Story aber mal etwas neues. Denn im Film steht nicht die Action im Vordergrund, sondern der Charakter Yuri Orlov und welchen Weg er seinem Leben gewidmet hat, nämlich den eines Waffenhändlers welcher seine Ware an den Mann bringt wie man es sonst nur von Drogendealern kennt. Zwar hat er auf der einen Seite Mitleid mit den Menschen die durch seine Waffen sterben, doch sein eigener Wohlstand ist ihm wichtiger. So will er oftmals nicht sehen was geschieht. Sein Bruder Vitaly ist da anders. Anfangs ist er oftmals bei den Waffendeals dabei. Immer wieder macht er seinen Bruder Yuri darauf aufmerksam was mit seinen Waffen gemacht wird, bis Vitaly am Kokain hängen bleibt und nach einen Entzug den Verstand verliert. Er konnte den Druck, und vor allem das schlechte Gewissen niemals überwinden, was Yuri hingegen zu meistern scheint. Doch auch Yuri fängt an, an seinen Machenschaften zu zerbrechen. Er zerstört damit seine Familie, die von nichts weiß, aber vieles ahnt.
Den Film in ein Genre einzuordnen ist schwer. Zwar gibt es gelegentlich, kleinere Actionsequenzen, doch ein Actionfilm ist "Lord of War" nicht. Vielmehr wirkt er Biografisch, was Yuri Orlov angeht, und Dokumentarisch. Denn die Szenen wurden teilweise so eingefangen das sie einem Dokumentarfilm gleich kommen. Hinzu kommen die Informationen die man im Laufe des Filmes erfährt. Auf Grund der Tatsache das Orlov seine Lebensgeschichte selbst erzählt und immer wieder im Hintergrund zu hören ist, verzichtet der Film auch nicht darauf dass Orlov gelegentlich einige zynische Witze ablässt, welche Freunde des derben, schwarzen Humors aber gefallen werden. Angesichts der Thematik, könnten einige den schwarzen Humor aber als Geschmacklos abstempeln. So werden einige bei dem Film auch durchaus mal die Lippen zu einen leichten Lächeln formen, was aber bei dem Grossteil der Zuschauer nicht der Fall sein wird.
Leider schafft es der Film aber gänzlich Emotionslos zu sein. Man fühlt nicht wirklich mit wenn Yuri seine Familie zerstört, oder wenn Vitaly am Kokain zu Grunde geht. Das einzige was im Film berührt sind die Szenen in denen man sieht das Orlov´s Ware tötet. Teilweise gibt es so die ein oder andere brutalere Szene, die einem kurz den Atem stoppen lässt. Doch auch nicht-brutalo Szenen, etwa wenn ein sich Dutzend afrikanischer Kindersoldaten vor ihren Diktator aufstellen, schaffen es zu wirken da man weiß das dies die Realität ist. Auf Grund der Thematik ist der Film nicht wirklich was für die meisten zwölfjährigen, daher ist die Freigabe ab 16 auch gut gewählt.
Mit Nicholas Cage hat man eigentlich den idealen Darsteller für die Rolle des Yuri Orlov gefunden. Yuri Orlov ist Waffenhändler geworden um der Armut zu entfliehen. Das Geschäft läuft für ihn sehr gut, besonders nach dem Ende des kalten Krieges. Zwar weiß er das mit seinen Waffen Kriege geführt werden, besonders in afrikanischen Ländern, aber er verschließt die Augen lieber. Nicholas Cage hat seine Rolle, des emotionslose Waffenhändlers, sehr gut gespielt und man nimmt ihn die Gleichgültigkeit für die anderen Menschen ab. Vitaly Orlov, der Bruder von Yuri, ist da anders. Zwar hilft er seinem Bruder anfangs bei den Deals, doch irgendwann kommt der Moment an dem er alles nicht mehr aushält und sich in die Drogensucht stürzt, um den schlechten Gewissen zu entkommen. Auch Jared Leto´s Leistung als Vitaly gefällt mir gut, er ist neben Cage, eigentlich der einzige Darsteller welcher noch halbwegs Emotionen im Film aufkommen lässt. Sehr enttäuscht bin ich von Ethan Hawke, welcher den Jack Valentine spielt. Valentine ist bereits seit Jahren hinter Orlov her, schafft es aber nicht ihm etwas nach zu weisen. Hawke wirkt in seiner Rolle viel zu Blass, zudem scheint die Rolle des Jack Valentine sowieso nicht besonders wichtig für die Drehbuchschreiber gewesen zu sein, obwohl Valentine eigentlich der gute im Film ist und somit auch der gute Gegenspieler ist. Hätte man die Rolle mehr ausgebaut wäre Hawke´s Leistung sicherlich besser ausgefallen. Yuri´s Frau Ava wird von Bridget Moynahan gespielt. Sie kommt aus ähnlichen Verhältnissen wie Yuri, hat es aber geschafft durch das Modelgeschäft Geld zu verdienen und aus der Armut zu entfliehen. Für Yuri gibt sie ihr Leben allerdings. Von seinen Geschäften weiß sie nichts, ahnt aber das Yuri sein Geld nicht mit legalen Geschäften verdient. Auch Bridget Moynahan konnte mich nicht wirklich überzeugen da sie nicht das nötige Etwas rüberbringt. Irgendwie scheint sie mir ein wenig Fehlbesetzt. Die restlichen Darsteller liefern teilweise auch nur mittelmäßige Leistungen ab. Somit sind Nicholas Cage und Jared Leto die einzigen Darsteller die voll überzeugen können und mit ihren Rollen die wenigen emotionalen Momente des Filmes spielen.
Original Filmtitel:
Lord of War (2006)
Länge des Filmes:
Ca. 122 Minuten
Schauspieler:
Nicholas Cage (Yuri Orlov)
Jared Leto (Vitaly Orlov)
Bridget Moynahan (Ava Fontaine)
Ethan Hawke (Jack Valentine)
Regisseur:
Andrew Niccol
FSK:
Ab 16 Jahren
Verleiher:
Twenty Century Fox
Fazit:
"Lord of War" ist einer der ersten guten Film des Jahres. Vor allem die Mischung aus schwarzen Humor, biografischer Erzählweise und Dokumentarstil machen den Film aus, was aber nicht jedem gefallen wird. Actionfans sind hier auf jeden Fall falsch am Platz, denn Schießereien und Explosionen am laufenden Bande fehlen, wenn sie auch vorkommen. Und das ist auch gut so, denn es steht der Charakter Yuri Orlov und seine Geschichte im Vordergrund. Man sieht einen Mann welcher mit Waffen an Reichtum kommt, so wie es wohl auch Heutzutage der Fall ist. Denn woher sonst kommen Waffen in Bürgerkriegen wenn nicht von Menschen wie Yuri Orlov. Nicholas Cage spielt seine Rolle sehr gut, die anderen Darsteller bleiben dabei ein wenig auf der Strecke. Besonders Ethan Hawke wirkt sehr Plastisch, so als wäre er gar nicht anwesend. In allen ein guter Film welcher von mir vier Sterne bekommt und eine Sehempfehlung.
8 Punkte für den Film "Lord of War" und somit vier Ciao Sterne als Wertung
Homepage von "Lord of War":
http://lordofwar-derfilm.de/lordofwar/
Homepage des Verleihers Twenty Century Fox:
http://www.foxmovies.com/index.html
Link zur IMDB Seite von "Lord of War":
http://imdb.com/title/tt0399295/fullcredits
40 Bewertungen, 15 Kommentare
-
20.01.2007, 23:46 Uhr von bodenseestern
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße Petra
-
08.10.2006, 03:38 Uhr von convex
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich ...LG, convex
-
29.07.2006, 12:23 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichEin Schöner Bericht von Dir.LG Bernd
-
01.07.2006, 14:10 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico :-)
-
22.06.2006, 00:57 Uhr von _knuddelmonster88_
Bewertung: sehr hilfreichIch finde es echt schade, dass sich hier keiner mehr so richtig für Yopi interessiert, man kann lesen so viel man will und bekommt nicht mal Gegenbewertungen. Irgendwann sehe ich es auch nicht mehr ein nur 1% Gegenlesungen zu bekommen im Vergleich zu dem,
-
22.06.2006, 00:23 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
-
21.06.2006, 22:18 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
-
21.06.2006, 21:27 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreich~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~
-
21.06.2006, 21:20 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼
-
21.06.2006, 21:01 Uhr von schokofan
Bewertung: sehr hilfreichein sh und glg Dagmar
-
21.06.2006, 20:56 Uhr von iii
Bewertung: sehr hilfreich+++ sehr hilfreich +++
-
21.06.2006, 20:56 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichDanke für den Tipp vom längeren . . . "grins"
-
21.06.2006, 20:42 Uhr von Moenchen24
Bewertung: sehr hilfreich*~*~*huhu ein sh von mir für deinen tollen Bericht und LG *~*~*
-
21.06.2006, 20:33 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
-
21.06.2006, 20:29 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
Bewerten / Kommentar schreiben