Saw II (DVD) Testbericht

ab 10,03
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2011

5 Sterne
(8)
4 Sterne
(6)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Wenn du erstmal in der Hölle bist, dann kann dir nur noch der Teufel helfen"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

~ Frei nach dem Motto „raus aus der Spießigkeit“ bzw. „wer guckt schon aufs Geld?“ war es diesmal entgegen meiner finanztechnisch gesünderen Gewohnheiten donnerstags soweit, dass ich im Dürener Comet Cinema Platz nahm und voller Spannung und Vorfreude den Beginn des Filmes „Saw 2“ entgegenfieberte ~ verstörend war hierbei, dass es direkt ohne Werbung los ging und man noch mehr ins Geschehen geworfen wurde, wie es die Anfangssequenz ohnehin schon tat.


//DIE STORY, VERKNÜPFT MIT DEM MEINIGEN GEDANKENGUT//

...knüpft nicht wirklich an dem Ende von „Saw“ an.
Vielmehr lässt der Film eigentlich fast völlig offen, wie viel Zeit seit den ersten „Zwingungen zum Suizid“ vergangen ist ~ nichts desto trotz kommt es dem Zuschauer rasch so vor, als würde der zweite Teil nahtlos übergreifen; denn schon zu Anfang werden wir erneut mit einer „Kopffalle“ konfrontiert, die uns auf den ersten Blick rasch an Amandas „Test“ erinnert.

Wenig später aber wird vor allem eines klar: die neue Falle ist nicht nur beim „versagen“ des „Opfers“ brutaler, sondern erfordert auch entgegen des ersten Teiles selbstverstümmlerische Attribute.
Diese Szene dürfte sich schon herumgesprochen haben; und somit verrate ich nicht wirklich was neues, wenn ich schreibe, dass Jigsaw diesmal den Schlüssel nicht im Magen eines weiteren Menschen, sondern vielmehr buchstäblich im Auge des (Video-) Betrachters „versteckt“ hat.

Ohnehin spielen in diesem Fortsetzungsfilm Schlüssel eine tragende, um nicht zu sagen, „Schlüssel“-Rolle ~ und somit startet schon schnell eine muntere Suche nach dem passenden Gegenstück (= Schloss), um aus einem Haus bzw. einem Giftgas zu entkommen.

Wem es hier zu schnell geht; dem sei gesagt: „Saw 2“ funktioniert beinah völlig anders wie der erste Teil. Hier geht es nicht mehr wirklich um die Buße für seine Sünden; sondern... tja, um was eigentlich?

Die Verwirrungstaktik geht hier auf; denn obschon von Anfang an klar ist, dass Detective Eric Matthews die Fast-Hauptperson des ganzen ist, so ist man zu guter Letzt doch überrascht, wie und im welchen Zusammenhang die 8 Gefangenen zueinander stehen. Yep, 8 Gefangene ~ denn um den ganzen Film um ein riesiges „Spiel“ Jigsaw’s zu basteln wurden hier sogleich sämtliche potentielle Opfer in ein Haus gesperrt, aus dem es zwar einen Ausgang gibt, den es aber erst mal zu finden gibt.

Damit das ganze nicht zu sehr an „Cube“ erinnert, wurden hier noch ein paar Spritzen mit einem Gegenmittel versteckt ~ dem Gegenmittel zu dem Giftgas, welches die Entführten seit ihrem Erwachen in dem Haus einatmen und welches sie innerlich auffrisst.

Richtig interessant wird das ganze für Detective Matthews erst, als er von Jigsaw höchstpersönlich darauf aufmerksam gemacht wird, dass sein Sohn Daniel ebenfalls „mitspielt.“ Somit nutzt es reichlich wenig, dass Versteck Jiqsaw bzw. ihn selbst gefunden zu haben ~ denn würde er einfach verhaftet werden, wäre dass das sicherer Todesurteil für alle Entführten. Jigsaws Forderung ist leicht: „hören Sie mir zu, Detective Matthews ~ und ich verspreche Ihnen, dass Sie Ihren Sohn wiedersehen werden.“


//TIEFERGEHENDE DETAILS//

Wie schon gesagt; es dauerte nicht lange, bis mich der Film an „Cube“ bzw. aufgrund der Biochemiechen Waffe an „Hypercube“ erinnerte.
Genau wie dortig wurden in „Saw 2“ alle Beteiligten in einen Raum gesperrt, von dem aus sie in andere Räume gelangen können, wo vereinzelt Fallen justiert wurden.
Genau wie dortig würde sich in „Saw 2“ nach Ablauf einer bestimmten Zeit eine Tür öffnen ~ doof nur, dass die Überlebenschance bis dato gen Null tendiert.
Und genau wie dortig gibt es auch in „Saw 2“ den typischen Alleingänger, der alles besser weiß, besser kann und auf die glorreiche Idee kommt, seine Mitgefangenen zu zwingen, für ihn die Fallen zu testen.

Klingt alles so ziemlich nach Abklatsch, nicht wahr?

Und ja, das ist es im Grunde auch ~ obschon ich keinesfalls sagen würde, dass „Saw 2“ mich enttäuscht hat. Vielmehr muss ich gestehen, dass ich auch noch nicht so recht weiß, was ich davon halten soll, eben weil manches doch recht konfus ist (vor allem: seit wann beinhaltet der Regenbogen die Farbe türkis, oder gar weiss?). Viele Kritiker jubelten ja, dass der 2. Teil besser ist als der erste und auch so viel über den Mörder verrät, bzw. seine Hintergründe. Meiner Meinung nach gabs da nicht so viel neues zu erfahren. Naja, paar Details sicherlich, aber dennoch. Und es stimmt schon, dass es hier vorrangig drum ging, die Fallen besser (blutiger, brutaler, raffinierter) zu gestalten ~ dennoch "ärgert" es mich ein wenig, dass im ersten Teil auf die Message "wenn du überleben willst, hast du eine Chance; du musst nur echt was für tun" gepocht wurde und es hier eben doch Fallen gab, wo keine (?) Chance gegeben war. Es sah fast so aus, als wären von Anfang an (fast) alle zum Tode "verurteilt".

Wirklich schade fand ich, dass wir nicht mal in den Genuss kamen, alle Kassetten zu hören ~ für manche scheint es gar keine gegeben zu haben; und eine andere wurde unbeachtet fortgeworfen. Ein Umstand, der vielleicht das Leben kostete....

Ohnehin beinhalten die Jigsaw-typischen Nachrichten dann und wann Hinweise, die man erst beim zweiten Mal richtig deuten kann – was leider eben auch beinhaltet, dass manch einer den Film selbst ein zweites Mal ansehen muss, um auch alles aufzunehmen, was hier passiert. Aber was heißt „leider“; im Grunde macht es ja eben auch die Besonderheit des Ganzen aus ~ „Saw 2“ ist genau wie „Saw“ auch beim mehrfachen Ansehen noch interessant und vermag es, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, zu schocken, zum nachdenken zu animieren .... ~ und / oder festzustellen, dass eben doch nicht alles so zusammenpasst, wie uns weißgemacht werden soll.

Es ist doch ein erdenkenswerter Zufall, dass immer genau derjenige vor der neuen „Falle“ steht, auf den die zufällig gefundene Kassette ausgerichtet ist. Auch, dass Jigsaw genau abschätzen kann, wie viel Zeit verstreichen würde, bis Matthews endgültig der Kragen platzt und sich mit ihm auf den Weg zum Haus bzw. zu dem Ort macht, wo er seinen Sohn vermutet.

Wendungen gibt es in diesem Fortsetzungsfilm genug, und es ist auf nahezu grandiose Art und Weise gelungen, den Film mit dem ersten Teil zu verknüpfen ~ wer „Saw“ gesehen hat, wird bei „Saw 2“ nicht nur in den Bann des Fortsetzungsfilmes gerissen, sondern gleichzeitig noch mal in die Faszination des ersteren.
Für die, die „Saw“ jedoch nicht gesehen haben, würde ich empfehlen, sich diesen vorher noch anzusehen. Muss nicht, sollte aber ~ ähnlich wie bei „Ring 2“ steht man ohne Kenntnis des ersten Teiles sonst ein wenig mehr im Dunkeln als die Eingeweihten; ferner „funktionieren“ sonst manche der wenigen Rückblenden nicht auf die gewünschte Art und Weise.

Mitverantwortlich dafür, dass „Saw 2“ sich genauso ins Hirn brennt wie der Ursprungsfilm sind natürlich u. a.


//DARSTELLER//

von denen ich jetzt nur die in meinen Augen wichtigsten aufzählen möchte.

Als da wären:
John Cremer alias Jigsaw, der vermeintliche Serienmörder, der sich selbst als solchen nicht sieht und zudem seinen durch die Medien gegebenen Namen verachtet; wird von Tobin Bell dargestellt.
Ich gebe zu, dass ich ihn nicht unbedingt wieder erkannt hätte ~ was nicht nur damit zusammenhängt, dass er im ersten Teil ohnehin fast die ganze Zeit mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden lag; auch die Haare haben mich ein wenig verwirrt.
An und für sich hat Tobin Bell hier nicht viel zu tun, da er quasi 3,9/4 des Filmes auf einem Stuhl sitzt ~ doch Gestik, Mimik und die fast schon nervös machende Ruhe, die er ausstrahlt, wirkten in besonderer Art und Weise auf mich als Zuschauer...

Aus anderen Filmen ist mir persönlich Tobin nicht bekannt.


Donnie Wahlberg, Ex-NKOTB Bandmitglied und Bruder von Mark Wahlberg, ehemals bekannt als „Marky Mark“, der sich jetzt ebenfalls als Schauspieler seine Brötchen verdient, spielt Detective Eric Matthews.
Diese Rolle stellt er genauso überzeugend dar wie die, in der ich ihn als erstes gesehen habe: als Entführer im Film „Kopfgeld“. Donnie Wahlberg schafft es in jeden seiner Rollen perfekt die Mischung aus naiv und „verhindert brutal“ darzustellen. Auch in „Saw 2“ nimmt man ihm gleichzeitig den besorgten Familienvater, den notorischen Fremdgänger und zu guter letzt den verbrecherischen Polizisten ab. Aufgrund seiner Ambivalenz weiß man nicht, ob man Mitleid mit ihm haben soll oder aber letztendlich befindet, dass das ganze „ihm Recht geschieht“.

Weitere Filme: Dreamcatcher, The Sixth Sense sowie den b. b. Kopfgeld.


Daniel, der Sohn Erics, wird gespielt von dessen Namensvetter Erik Knudsen. Obschon Daniel zweifelsohne im Dreh- und Wendepunkt, um nicht sagen zu müssen „Mittelpunkt“ des Filmes steht, konnte und kann ich dieser Rolle nicht viel abgewinnen. Er spielt überzeugend, ja, aber nicht herausragend ~ was aber auch an seinem nicht grade großspurig ausgelegten Text liegen kann.


Xavier, der „vermeintlich und obligatorisch Böse unter den Opfern“ ist mir ebenfalls als Schauspieler gänzlich unbekannt. Nichtsdestotrotz hat er eine authentische Darstellungsweise seiner Rolle als „ihr seit mir alle scheißegal – Typ“, der sich eher gegen die anderen stellt. Dass er von dem Motto „mitgefangen, mitgehangen nicht viel hält“; glaubt man ihn aufs Wort. Und damit der Kontext zu „Cube“ weiterhin gegeben bleibt, füge ich noch hinzu, dass es letztendlich niemanden wundert, dass nicht nur Daniel und Amanda dauernd vor ihm auf der Flucht sind, um ihr Leben zu retten.


Amanda wird wieder von Shawnee Smith dargestellt; und irgendwie, ich weiß nicht warum, wirkt sie ein wenig suspekter als in „Saw“. Nichtmal unbedingt, weil sie wieder mit von der Partie ist, sondern einfach von ihrem ganzen Auftreten her.


Zu guter Letzt möchte ich noch auf die „süße Blonde junge Dame“ verweisen, von der ich leider weder Film- noch wahrhaftigen Namen kenne. Fakt ist, dass sie durch ihre Rolle in „Eine himmlische Familie“ dem ein oder anderen sehr bekannt sein dürfte; und auch in „Saw 2“ hat sie sich binnen Sekunden in mein Herz gespielt. Obschon ich wie gesagt ihren Namen nicht kenne (Beverly Mitchell?) und sie auch nicht wirklich viel Text hat, geht mir ihr Filmtod, vielleicht auch unterstützt vom „wie“ am nahesten.
Ihre Mimik ist die, die stets besonders anspricht. Man – oder zumindest ich – würde ihr am liebsten die ganze Zeit Händchen halten, als sie vermehrt zusammenbricht, stille Tränen vergisst und flüstert: „ich will nicht in diesem Drecksloch sterben! Ich wollte noch so viel sehen, mit so vielen reden – das kann es doch nicht gewesen sein!“

Und dann stirbt sie, und das wars dann.


//ERGO//

Man kann es gar nicht anders zusammenfassend sagen:
“Saw 2“ ist ein Meisterwerk, was zwar nicht wirklich an „Saw“ herankommt, aber dennoch den Zuschauer, sofern er überhaupt wirklich versteht, um was es dort geht, und sich nicht nur blutgeil auf jedwege Horrorszenarien wirft, tagelang in seinem Bann gefangen hält.

Viele Filme wandeln auf dem Grat „gesehen, für gut befunden, und bald wieder vergessen“. Natürlich verschwimmen viele Details in der Erinnerung nach einiger Zeit, da kann ein Buch, Film oder sonst was noch so gut gewesen sein. Dennoch wage ich zu behaupten, dass „Saw“ und eben auch „Saw 2“ seine Spuren hinterlässt ~ und genau das ist wohl auch das wichtigste an dem ganzen Brimborium.

Was nutzt es, wenn beispielsweise Amanda im ersten Teil bekehrt wurde, wenn der Zuschauer – wie eben erneut beispielsweise Amanda – kurz nach dieser „Lektion“ rückfällig wird, „vergisst“ und sich genau wieder an dem Punkt wiederfindet, aus dem er so brutal herausgerissen wurde?

Rein gar nichts.
Und unter Umständen ist das dann eben noch viel schlimmer, als wenn man von Anfang an immer so weitergemacht hätte, wie man eben vor sich hin existierte.


~ Einen negativen touch hinterlässt aber zweifelsohne die ein oder andere Unstimmigkeit, von der ich oben bereits sprach. Insbesondere „meine süße“ – oder von mir aus eben auch Daniel - wirkt wie jemand, der die ganze Tourtour einfach nicht verdient hat; doch aus der mir bekannten „Auflösung“ heraus fällt Daniel irgendwie wieder aus dem „warum er?“ Raster raus.
Bei ihr hingegen stellte sich mir am ehesten die Frage nach dem „warum“; warum sie entführt wurde, warum Jigsaw sie auswählte, warum er sie nicht verschonte. Wer sich auf die Hauptaussage in „Saw“ stützt, wird an diesem Hintergedanken aber ohnehin ins stolpern kommen; eben weil die „Opfer“ hier quasi das zweite mal in etwas hineingerissen werden, für das sie nicht wirklich was können.

Man kann nicht wirklich sagen, dass die Fallen so konstruiert waren, dass es keinen Ausweg gab ~ auch wenn man eine Kassette nicht zu hören bekam denke ich doch, dass die darauf gesprochen Instruktionen bestimmte „Probleme“ hätte verhindern können. Nichtsdestotrotz kreide ich „Saw 2“ an, dass die Frage „wie weit würdest du gehen, um dein eigenes Leben zu retten?“ hier auf eine variierte Form vermittelt wird bzw. zu tragen kommt.

Auch ist der Überraschungseffekt nicht mehr der selbe wie im ersten Teil, was aber natürlich auch nicht mehr wirklich so „funktionieren“ kann. Stattdessen wurden die einzelnen Konstruktionen filigraner ausgearbeitet ~ und gleichwohl zweifelsohne augenfälliger gefilmt und ins Bild gesetzt. Wen der gute alte Hintenrum-Horror aufgrund im ersten Teil offengelegter Karten halt nicht mehr funktionieren kann, greift man zurück auf den noch älteren graderaus-Horror.
Soll heißen: manche Szenen haben es wirklich in sich.
Und da beim ersten Teil schon fleißig geschnitten wurde (die FSK 16 Version ist ganze 7 Minuten kürzer), darf man gespannt sein, wie viel in „Saw 2“ der Schere zum Opfer fällt.

Und natürlich darauf, wie viele Kleinigkeiten, die man erst nach erneuten, beruhigteren Sehen beachtet, einen nahezu entgegenspringen ~ und man sich zu guter Letzt wundert, warum man sich über dies und das eigentlich im Kino nicht gewundert hat.

10 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Zagge1988

    19.09.2006, 16:01 Uhr von Zagge1988
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich freue mich über Gegenlesungen

  • anonym

    17.09.2006, 19:50 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Alusru

    17.09.2006, 18:19 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und gruß uschi.

  • stegi

    17.09.2006, 17:10 Uhr von stegi
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Martin