Ab durch die Hecke (DVD) Testbericht

ab 5,45
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Junxmutter

Das pralle Leben

Pro:

lustig, witzig, kindgerecht

Kontra:

eigentlich nichts

Empfehlung:

Ja

Ist schon ein Weilchen her, dass wir im Kino waren, aber inzwischen gibt's den Film auch auf DVD.

Mich hatte schon der Trailer aufmerksam gemacht, den ich bei einem Kinobesuch vor Wochen gesehen hatte. Tiere, die Juppies in Suburbia Junkfood klauen. Das war irgendwie komisch.
Und dann sagte gestern noch eine Bekannte, ihr und ihren Kindern hätte der Film gar nicht gefallen, der wäre so was von langweilig gewesen *gähn*
Hm, wir waren geknickt. die Tickets waren gerade 1,5 h vorher online gebucht, der Termin stand, die Kinder freuten sich.
Also sind wir heute mit etwas gemischten Gefühlen zu fünft abgeschoben, Mama und vier Kinder von 39, 12, 10 und 7.

Aber erst mal zu den Details:

Ab durch die Hecke (Over the Hedge)
Regie: Tim Johnson und Karey Kirkpatrick
Drehbuch von Len Blum
von DreamWorks, USA
Animationsfilm, ohne Altersbeschränkung
83 min
Deutschlandstart in den Kino: 6. Juli 2006
Inzwischen auf DVD erhältlich.

Im Original werden die Tiere von Nick Nolte, Steve Carell, William Shatner, Bruce Willis und Avril Lavaigne u.a. gesprochen, die deutschen Sprecher sind Götz Otto, Jeannette Biedermann, Ben Becker, Bernhard Hoecker, Ralf Schmitz und noch jede Menge mehr.

Wer sich den Film noch ansehen will, sollte hier erst mal nicht weiter lesen, erst weiter unten
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Sonntag um 12.45 Uhr war das Kino bis auf 3 Gruppen ziemlich leer (und das UCI in Berlin-Neukölln ist eigentlich recht groß!). Gebannt hingen drei Paar Kinderaugen an der Leinwand, als Richie, der Waschbär, den großen Bären um seinen zusammengetragenen Berg Junkfood erleichtern will. Dazu hat er eine Golftasche mit allerlei Zaubergerät dabei, ganz nach 007-Manier mit McGyver-Anleihen. (McGyver war der Kerl, der aus einem Kugelschreiber und einer Klopapierrolle eine Atombombe bauen konnte). Der gute Vorsatz "nimm nur soviel, wie du brauchst, nicht mehr" ist nach 10tel-sekündigem Zögern rasch über den Haufen geworfen, Richie will alles. (Kommt mir das irgendwie bekannt vor? Kaufrausch? Konsum? Kapitalismus?)

Richie wird natürlich vom bitterbösen - weil durch Krach geweckten - Bären prompt erwischt, Ausreden helfen überhaupt nicht, er muss, weil die geklaute Ware unter die Räder kommt, Schadensersatz leisten. Sonst... Ja, sonst wird er platt gemacht, der kleine freche Waschbär. Will er nicht, also sputet er sich, dass ihm was einfällt.

Und da trifft er auf eine Clique von Tieren, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist. Bevor die sich noch richtig den Schlaf aus den Augen gerieben haben, stehen sie vor einer riesigen Hecke, die ihren Wald (den sie vor dem Winterschlaf noch in voller Größe hatten) auf einen Bruchteil einschränkt. Ohne Richies Aufklärung würde Papa Opossum wahrscheinlich immer noch anbetend vor dem ihm unbekannten "Hugo" knien.

Richie klärt die immer noch leicht verschlafene Bande rasch auf. Hinter der Hecke wartet das Schlaraffenland. Statt in 273 Tagen den hohlen Baumstamm, das Winterschlafquartier, mit Futter zu füllen, könnte es in einer Woche geschafft sein. Man müsse sich nur in dem neuen Selbstbedienungsladen bedienen. Der Chef der Schläfer, Vernon, die Schildkröte, hat mit dem ersten Gang durch die Hecke nur schlechte Erfahrungen gemacht. Er beschwört seine Familie, bei althergebrachten Methoden zu bleiben, Baumrinde schmecke doch auch gut und ist viiiieeel gesünder, hätte auch viel mehr Ballaststoffe.

(Teilt da eine Mauer den Kapitalismus, das Land, wo alles im Überfluss da ist, vom Sozialismus, wo alles mit allen geteilt wird und jeder nur so viel nimmt/kriegt, wie er braucht?)

Aber Richie braucht dringend Hilfe, um dem Bären zu entkommen, der ihn sogar in seinen Träumen verfolgt. Er verhext die verunsicherte Gruppe mit einer Geschmacksexplosion aus der Tacco-Chipstüte. Das Zauberwort heißt Glutamat. Einmal auf den Geschmack gekommen, hat er schnell eine Gruppe Glutamat-süchtiger Jünger, die ihn bei all seinen Tricks, wie man den Menschen deren Futter abjagt, unterstützen.
Damit der Bär auch wirklich zufrieden ist, hat Richie eine Einkaufsliste, die penibel abgehakt wird. Inklusive blauer Kühlbox und rotem Wägelchen.

Die Tiere sind fleißig, in sechs Tagen ist es geschafft, vor Richie steht der gleiche Berg Junkfood auf dem Handwagen, den er eine Woche zuvor dem Bären abgeluchst hat. Und die Tiere wollen Richie als neuen Anführer, weil das neue Leben ist doch viel netter, mehr Zucker, mehr Glutamat, mehr Spaß. Derweil sich Vernon Sorgen um das körperliche und seelische Wohl seiner Familie macht und das ganze ungesunde Zeugs zurückgeben will.

Auch dieser Berg Junkfood wird (nach einigen Slapstick-Einlagen, die - zugegeben - nicht ganz neu sind, aber warum das Rad jedes Mal neu erfinden?) zerstört. Richie ist am Ende, er hat nur noch einen Tag. Flugs schiebt er der armen Amphibie (sorry: Reptil) Vernon die Schuld am Verlust des Futters in den Panzer. Insgeheim zittert er vor dem großen bösen Bären und kann es doch seinen neuen Freunden nicht sagen. Nach einer Woche mit Lügen geht das jetzt nicht mehr.

Inzwischen will Miss Alle-müssen-sich-an-die-Regeln-halten, das Aushängeschild von Suburbia-Paradise-Town mit Kanonen auf Spatzen schießen und hat den Schädlingsbekämpfer angerufen. Jetzt geht die Jagd richtig los. Schließlich ist morgen große Party bei ihr und da stören Tiere den Alltag im klinisch sauberen Vorstadt-Paradies empfindlich. Aber Richie sieht in dem anrückenden Van des Party-Caterers seine letzte Chance.

Jetzt macht er richtig mobil. Alle Geschütze werden aufgefahren, um die trickreichen Fallen des spärlich kopfbehaarten Schädlingsbekämpfer zu umgehen. Und wieder schaffen sie es. Aber Richie ist auch selbst einer der größten Glutamat-Jünger und einer bestimmten Chipssorte hoffnungslos verfallen. Jedes bisschen Gehirn streckt beim Anblick dieser Packung die Waffen und verpufft im Nichts. Und wenige Millimeter vor der Packung verrät er im Moment der höchsten Anspannung sein wahres Ziel. Statt sich mit dem zufrieden zu geben, was er hat, will er mehr und weist Vernon, der zur Vorsicht rät und zur sofortigen Flucht, mit einem giftigen "dir sitzt ja auch kein mordlüsterner Bär im Nacken" zurück.

Die verschlafene Familie von Vernon wird nach diesem Verrat natürlich erwischt, gefangen vom fast-kahlköpfigen Verminator, während Richie im Handstreich den Fressalien-Wagen erobert und in Richtung Wald und Bär entkommt. Gefangen in Käfigen kommen die Tiere wieder zu sich, erkennen in Vernon die Stimme der Vernunft und verdammen Richie als teuflischen Verführer. Aber es ist zu spät.

Erst als Richie seine Schuld beim Bären bezahlt hat, kommt es ihm, dass er dafür seine Freunde bzw. "Familie" verraten hat. Und wieder einmal wird das rote Wägelchen mit seiner übergroßen Ladung Junkfood zerstört, derweil Richie seine Freunde rettet, wenn schon nicht vor dem Bären, dann doch zumindest vor dem Tierfänger. Und dann halten alle wieder zusammen, nehmen Richie in ihre Familie auf und in einer gewitzten Aktion mit einem hyperspeedaktiven Eichhörnchen (ich habe meinen Sohn Nr. 2 darin wiedererkannt, nie werde ich dem einen Energydrink geben, außer er muss die Welt retten! ) werden alle drei Bösewichter des Films gefangen, Miss Super-Zickig, Mr. Möchte-gern-Macho und der böse böse Bär. Geschlagen mit eigenen Waffen.

Und zu guter Letzt, das Junkfood ist ja schon wieder vernichtet worden, hat das hyperaktive Eichhörnchen Hammy den Baumstamm mit all seinen wiedergefundenen Nüssen gefüllt. Macht 267 Tage voller Freiheit und Faulenzen für die Winterschläferbande.

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ab hier dürfen jetzt auch die weiterlesen, die nicht wissen wollten, wie die Geschichte ausgeht.

Die Animation ist nett, die Blickwinkel - gerade aus Sicht der Tiere - etwas gewöhnungsbedürftig manchmal, die Gags sind nicht immer neu, aber mal ehrlich, wie viele neue Witze/Gags gibt's eigentlich ? Ist doch irgendwie schon ziemlich alles schon mal da gewesen. Witzig ist doch nur die Verpackung, und die stimmt hier. Wortwitz, Slapstick, und vor allem die Running Gags, die Witzchen am Rande, in denen man jemand Bekannten wiedererkennt, das ist doch das eigentliche hier. Superman, McGyver, Cruela deVil, den Terminator, alles kriegt hier sein Fett weg, Toy Story mit dem Raketenantrieb, der übliche Tom&Jerry-Comic-Klamauk (Hund jagt Helden durch alle Zäune etc.) inbegriffen.

Wer Animation nicht mag, sollte sich den Besuch noch mal überlegen, wer große Story erwartet auch. Auch Kunstfilm-Liebhabern sowie humorlosen Zeitgenossen würde ich ebenfalls raten, diesen Film zu meiden. Es ist keine schmachtende Lovestory, es ist kein Actionfilm à la Cobra 11. Der Film lebt von den "herzigen" Tierchen und ihren unorthodoxen Methoden der Futtersuche.

Die Botschaft kann man sehen wie man will.
Kritisiert wird der Film ja von einigen deshalb, weil Junkfood, Fernsehen und Computerspiele von den Tieren gemocht werden und die Kinder sich damit so "vorbehaltlos" identifizieren könnten. (ist das Junkfood nicht dreimal in dem Film zerstört worden????)

Und andere meinen, dass der Dieb, der Betrüger (sprich: Richie) trotz aller Betrügereien, Diebstähle, Einbrüche etc. am Ende mit der Aufnahme in die Familie belohnt wird, während die armen beklauten Menschen im Gefängnis landen.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite sieht natürlich auch, dass Kinder durchaus wissen, dass Junkfood für Tiere nicht gut ist (und für Kinder auch nicht), dass man nicht stiehlt, lügt und klaut, nicht in Häuser einbricht etc. Aber was für eine Freude, dass genau die Kleinen in dem Film (mit denen die Kinder sich identifizieren) über die Großen gewinnen, die den Rasen auf genau 5 cm Höhe geschnitten haben und die Tiere mit Monsterfallen bekämpfen, weil sie so eklig sind.

Ich denke, wir Erwachsenen sollten unseren Kindern durchaus mal den Spaß gönnen, dass die Kleinen ungestraft gewinnen, wenn sie sich mal wehren; dass die Großen für diese Übermacht, die sie ausüben, bestraft werden; und vor allem sollten wir nicht vergessen, dass unsere Kinder durchaus intellektuell in der Lage sind, zwischen Trickfilm und Wirklichkeit zu unterscheiden.
Wie wäre das Leben, wenn wir auch schon in Trickfilmen nur die Moral der Erwachsenen hochhielten und die Kinder selbst im Kino ständig belehren würden. Lassen wir die Kids doch einfach nur mal einen saukomischen Film genießen. Und ihr Großen: entspannt Euch und lacht doch einfach mal mit.

Fazit meiner Kinder (nach Befragen):
Sohn Nr. 1: Ihr wollte Fettpolster anlegen? Dann sind diese Donuts genau das Richtige.
Sohn Nr. 2: Man soll nie einem Bären was klauen.
Fast-Tochter: (leider nicht zu verstehen, das Kind kichert immer noch)

Fazit: Junk-Food und Kinder verträgt sich doch!

40 Bewertungen, 10 Kommentare

  • LadySimara

    11.03.2007, 23:13 Uhr von LadySimara
    Bewertung: sehr hilfreich

    einfach ein toller Film

  • Zzaldo

    07.02.2007, 09:59 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh von mir für Dich.LG Stephan

  • swissflyer

    02.02.2007, 20:48 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    °o° sh °o°

  • Jolchen

    02.02.2007, 17:26 Uhr von Jolchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse film

  • papaonline

    01.02.2007, 22:45 Uhr von papaonline
    Bewertung: sehr hilfreich

    nur weiter so , lg und sh von papaonline

  • morla

    18.01.2007, 21:10 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • bodenseestern

    18.01.2007, 19:57 Uhr von bodenseestern
    Bewertung: sehr hilfreich

    **liebe Grüße Petra**

  • anonym

    18.01.2007, 19:54 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Schattenesserin

    18.01.2007, 16:45 Uhr von Schattenesserin
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich :o)

  • topfmops

    18.01.2007, 16:18 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht